Wirtschaft
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Migros Bank zahlt künftig keine Boni mehr – weil «nicht mehr zeitgemäss»



ARCHIVBILD ZUR PRAESENTATION DER JAHRESZAHLEN 2016 DER MIGROS BANK -- 
Kunden beziehen am 8. Oktober 2007 an Geldautomaten in der Filiale der Migros Bank in der Seidengasse in Zuerich Geld. Die Migros Bank gehoert zu den fuehrenden Retailbanken in der Schweiz und beschaeftigt in ueber 45 Geschaeftsstellen und 23 Finanz-Shops rund 1160 Personen. Sie ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Migros-Genossenschaftsbundes. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Customers withdraw money from autotellers in the branch of the Migros Bank at the Seidengasse lane in Zurich, Switzerland, pictured on October 8, 2007. The Migros bank is one of the leading retail banks in Switzerland and employs circa 1160 persons in over 45 branches and in 23 finance shops. The bank is a subsidiary company of the Migros mutual company. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

In der Bankenwelt sind Boni traditionell Teil der Entlöhnung. Nun schafft die Migros Bank diese ab, weil das Institut sie für «nicht mehr zeitgemäss» hält.

Ab dem Geschäftsjahr 2019 entrichte die Migros Bank keine variablen Vergütungen in Form von Boni mehr, teilte sie am Montag mit. Bislang hätten die Mitglieder der Geschäftsleitung (ohne den Präsidenten) sowie die Direktions- und Kadermitarbeitenden anstelle eines 13. Monatslohns für gute Leistungen bis maximal 20 Prozent des Jahressalärs zusätzlich erhalten.

Damit ist nun Schluss. Zur Kompensation werde den betroffenen Mitarbeitenden das Fixsalär einmalig erhöht, wobei die Anpassung individuell erfolgen soll. Der Systemwechsel sei keine Sparmassnahme, wurde betont.

Vielmehr seien Boni nicht mehr zeitgemäss. Der Erfolg des Unternehmens hänge heute vom Zusammenspiel vieler Akteure an der Kundenfront sowie in zentralen Bereichen ab, hiess es. Dabei berge die variable individuelle Vergütung durch Boni sogar die Gefahr, dass sich Mitarbeitende vor allem auf ihre eigene bonusrelevante Tätigkeit konzentrierten und dabei den Blick fürs Ganze verlieren würden, so die Migros Bank. (aeg/awp/sda)

So war es damals mit dem ersten Geldautomaten der Schweiz

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • Diabolik 14.11.2018 11:51
    Highlight Highlight Uebrigens Bonus hat nur das Kader erhalten. Der Rest der Mitarbeiter hat schon seit Jahre kein Rappen gesehen.
  • Didabelju68 12.11.2018 18:47
    Highlight Highlight Schön, dass nun in der Bankenbranche ein Umdenken einsetzt. Ich hoffe, dass auch andere Finanzinstitute nachziehen. Bravo!
  • Kong 12.11.2018 17:34
    Highlight Highlight Nette Variante aber eigentlich in dieser Form m.E. nicht fertig gedacht. Ein gutes Bonus-System bringt auf jeden Fall allen Beteiligten etwas. Wenn die Individual- und Geschäftsziele nicht geeignet sind, dass dem "Ganzen" Rechnung getragen wird, dann wurden die falschen Ziele gegeben. Ein reines Fix-System benötigt ebenfalls Messbarkeit via KPI's und entsprechende Massnahmen > führungstechnische Herausforderung.

    Als Nicht-Migros-Aussehenstender fehlen mir hier Details. So auf den Blick kein grosser Wurf und zu früh zum feiern... (von wegen soziale Löhne etc.).
  • Scaros_2 12.11.2018 16:52
    Highlight Highlight Wir haben noch einen Boni und das ist gut so. Der Boni ist wie der Name sagt ein Bonus für die MItarbeiter. Er gehört weder zum Fixsalär oder sonstiges und jeder unserer ca. 10'000 MItarbeiter bekommt ihn. Er wird errechnet infolge einer Matrix die sich aus der eigenen Mitarbeiterbewertung ergibt sowie dem Ebit in Prozent.

    - Je höher der Ebit umso höher der Boni
    - Je höher die MA-Bewertung umso höher der Boni

    In der Regel macht dies dann ca. 8.5% aus bei derzeitigen Wirtschaftslage sowie neutraler bewertung. UND DAS ist gut so weil dies einen Anreiz bittet für JEDEN MA. Ein 14. Monatslohn.
    • EvilBetty 12.11.2018 17:01
      Highlight Highlight Einzahl wäre Bonus...
  • Floyd84 12.11.2018 16:09
    Highlight Highlight Diese Form der Entlohnung kennt die ABS schon lange....
  • Thinkdeeper 12.11.2018 14:51
    Highlight Highlight Gut so.. und jetzt noch gleichen Lohn zwischen Frau und Mann und viel kleinere Lohngefälle zwischen den Jobs.
    Dann wird es perfekt.
  • #Technium# 12.11.2018 14:12
    Highlight Highlight Ich glaube einige von euch haben das Ganze nicht so richtig verstanden. Der Boni wird in dem Sinne nicht gestrichen oder abgeschafft, er wird bloss umverlagert zum Fixsalär. Also zu behaupten, die Banker würden weniger verdienen, ist schlicht falsch.
    • EvilBetty 12.11.2018 17:01
      Highlight Highlight Der Bonus...
  • NotWhatYouExpect 12.11.2018 14:11
    Highlight Highlight Ich kapier nicht ganz wie alle da Jubeln, denn Sie geben ja im gleichen Atemzug bekannt, dass Sie einfach die Löhne der entsprechenden Personen ausgleichen.

    Also Sie bekommen nun immer gleich viel mehr Geld auch in den Folgejahren wo es eventuell nicht so gut geht.
    • dä dingsbums 12.11.2018 14:53
      Highlight Highlight Ja schon.

      Die Idee dahinter ist wohl, dass wenn ich keinen Bonus bekomme der an bestimmte Ziele gebunden ist, ich vielleicht über den Tellerrand schaue und langfristiger denke, was letztlich dem Unternehmen nützt.
  • bokl 12.11.2018 13:51
    Highlight Highlight "Zur Kompensation werde den betroffenen Mitarbeitenden das Fixsalär einmalig erhöht..."

    "Die Migros-Bank erklärt die Boni zum Fixlohn!", wäre somit die korrekte Schlagzeile.
  • manhunt 12.11.2018 13:29
    Highlight Highlight mutiger schritt der migrosbank. ich hoffe dies wird sich langfrist positiv auf die geschäftstätigkeit auswirken, so dass anderes geldinstitute ebenfalls zu einem kulturellen wandel animiert werden.
    • Uslandschwiizer 12.11.2018 14:00
      Highlight Highlight Leider kaum: in der Finanzbranche sind 95% der Angestellten Geld-motiviert (kenne die Branche sehr gut). Wenn man nicht mehr fuer die eigene Leistung bezahlt wird (=variable Verguetung), dann bleibt der gemuetliche Durchschnitt und die Leistungstraeger ziehen weiter.
    • Ms. Song 12.11.2018 14:51
      Highlight Highlight @Uslandschwiizer

      Man merkt wirklich, dass du in der Branche tätig warst. Die Mitarbeiter vergessen nämlich, dass ihre Arbeit mit dem Basislohn bezahlt wird. Leistungsträger, wie du sie nennst, arbeiten vor allem für ihren eigenen Erfolg, was sich nicht zwingend mit dem Erfolg der Firma decken muss. Sie sind von kurzfristigem Denken geleitet und das ist für eine Firma nicht gesund.
  • chnobli1896 12.11.2018 13:07
    Highlight Highlight [...] Bislang hätten die Mitglieder der Geschäftsleitung (ohne den Präsidenten) sowie die Direktions- und Kadermitarbeitenden [...]

    Dann betriffts einen Grossteil der Mitarbeiter eh nicht, oder?
  • acoves 12.11.2018 13:03
    Highlight Highlight Eigentlich müssten nun die anderen Banken nachziehen, doch vermutlich wird dies eh nicht geschehen.
  • MrNiceGuy 12.11.2018 12:59
    Highlight Highlight Guter Schritt, vorbildlich.

    Die Migros Bank hat die besten Kredite nebenbei, teilweise ab 4.7%
  • Tim Roll 12.11.2018 12:58
    Highlight Highlight Das stimmt hoffnungsvoll! Vielleicht ist ein Umdenken in der Wirtschaft doch möglich.
  • zoobee1980 12.11.2018 12:57
    Highlight Highlight WOW! Endlich!
  • Raphael Conca 12.11.2018 12:46
    Highlight Highlight Das finde ich echt fortschrittlich!
    Bravo!
  • Chesus80 12.11.2018 12:37
    Highlight Highlight "Zur Kompensation werde den betroffenen Mitarbeitenden das Fixsalär einmalig erhöht"

    Auch cool, jetzt müssen nicht mal mehr die Zahlen stimmen. Die Lohnerhöhung wird dem Bonus vorgezogen...
    • Leckerbissen 12.11.2018 13:26
      Highlight Highlight Das Problem dabei ist das Wort "einmalig". Boni wurden jährlich zuzüglich den Lohnerhöhungen ausbezahlt, ich nehme nicht an dass die Lohnerhöhung bedeutend hoch sein wird bei den "Kleinen" Angestellten.
  • zurchpet 12.11.2018 12:35
    Highlight Highlight Spannender Entschluss. Ich begrüsse das.
    Ob sich ihr Mut als wegweisend für die Branche erweisen wird bleibt zu sehen
  • hueberstoebler 12.11.2018 12:34
    Highlight Highlight sehr gut :)

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