Wirtschaft
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Vögele-Retter OVS ist auch Pleite: Unia fordert flankierende Massnahmen für Angestellte

31.05.18, 17:14


Bild: KEYSTONE

Die Gewerkschaft Unia stellt nach dem angekündigten Rückzug des italienischen Modehändlers OVS aus der Schweiz eine Reihe von Forderungen. Die Betreiberin der rund 140 OVS-Filialen Sempione Schweiz, die in Nachlassstundung geht, müsse ihre soziale Verantwortung gegenüber den Angestellten wahrnehmen, so die Unia.

Nun müsse über flankierende Massnahmen wie etwa ein Job-Center sowie über finanzielle Entschädigungen verhandelt werden, foderte die Unia am Donnerstag in einer Medienmitteilung. Sei Sempione Fashion dazu nicht mehr in der Lage, müsse das italienische Mutterhaus seine Verantwortung übernehmen und zur Hilfe kommen, heisst es weiter.

Unia kritisiert Vorgehen

Unia wirft dem Unternehmen vor, seine tatsächliche Situation verheimlicht zu haben. Dadurch habe OVS verhindert, dass die Beschäftigten erforderliche Massnahmen ergreifen konnten. Dass sich ein Unternehmen einer internationalen Gruppe so verhalte, sei «schlichtweg verantwortungslos», kritisierte die Unia.

Die Gewerkschaft schreibt gar von «Ränkespielen» des Unternehmens. Statt einer gesetzmässigen Restrukturierung habe OVS die Angestellten so unter Druck gesetzt, dass ein Teil von ihnen entweder gekündigt hat oder krank geworden ist. Die Unia habe dem Arbeitsinspektorat mehrere Fälle melden müssen.

OVS zieht sich aus der Schweiz zurück

Am Mittwochabend hatte Sempione Fashion mitgeteilt, dass ihr beim Bezirksgericht Höfe eingereichtes Gesuch um provisorische Nachlassstundung bewilligt wurde.

Trotz umfangreicher Sparmassnahmen und Investitionen habe die Gesellschaft bisher keine profitable Basis für ihr Schweizer Geschäft erreicht, begründete die Gesellschaft diesen Schritt. Die anhaltend ungenügenden Umsätze hätten zu massiven finanziellen Engpässen geführt.

Das Ziel der Nachlassstundung sei es, einen Konkurs und damit die sofortige Einstellung des Betriebs zu verhindern. Der Betrieb der OVS-Läden wird für eine beschränkte Dauer weitergeführt, ein Liquidationsverkauf ist geplant. Zudem will Sempione Fashion zumindest einen Teil der Filialen an Dritte übertragen. Die Fäden hat nun ein Sachwalter in den Händen. Von den Vorkommnissen sind rund 1150 Mitarbeitende betroffen.

OVS ist erst im Dezember 2016 mit dem Kauf der ehemaligen Filialen von Charles Vögele in den Schweizer Markt eingetreten. Die Vögele-Läden wurden komplett umgebaut und in OVS umbenannt. Es ist von Investitionen in Höhe von 40 Millionen Franken die Rede. OVS ist an der Mailänder Börse kotiert. (sda/awp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Patho 01.06.2018 10:51
    Highlight Wenn man Gewinnbeteiligung fordert, wie die UNIA, gehört halt auch eine Gewinnbeteiligung bei Verlusten (= negativer Gewinn) dazu, sprich Lohnkürzungen, die mitunter sehr hoch ausfallen dürften, wenn es dem Unternehmen mies geht oder grosse Invstitionen gemacht werden. Man kann nicht nur die Rosinen picken
    3 1 Melden
  • Mia_san_mia 31.05.2018 18:43
    Highlight Ach die UNIA wieder... Die bringen gar nichts. Ich war letztes Jahr auch noch bei Vögele dabei und die UNIA machte ein Riesentamtam und hat viele Mitarbeiter zum mitmachen überredet. Mich zum Glück nicht weil.ich schlau bin 😊 Da kam gar nichts raus, ausser peinlichen Auftritten und viel blabla...
    19 28 Melden
  • maricana 31.05.2018 18:38
    Highlight OVS hat Vögele ganz bestimmt nicht übernommen um Arbeitsplätze zu sichern. Somit wurde auch niemand getäuscht.
    18 1 Melden
  • Raffaele Merminod 31.05.2018 18:07
    Highlight Nach nur 1 1/2 Jahren der Ausstieg?
    16 0 Melden
  • DocM 31.05.2018 17:40
    Highlight Der Aufkauf von CV durch OVS war nur ein Versuch. OVS stösst in Deutschland seine Läden an Miller&Monroe ab. Letzterer war aufgrund der Kosten und des zu kleinen Marktes nicht an der CH interessiert. Somit ist es für OVS einfacher die Aktiven zu versilbern, das Geld auf Umwegen nach OVS Italien zu verschieben und Konkurs anzumelden. Mit ihrem Wirtschaftsprüfer, einer der Big-Four ist OVS ja auch gut beraten.
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