Wirtschaft
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Welle 7

Die Pendler-Migros von aussen. bild: watson

Der Pendler-Turm zu Bern – 9 Gründe, warum mich die neue Migros der Zukunft begeistert

Im Einkaufszentrum Welle 7 in Bern ist alles auf den Pendler ausgerichtet. Das klingt suspekt. Zu meiner eigenen Überraschung hat mich das neuartige Einkaufszentrum jedoch überzeugt. Bis in einem Punkt. 



Ich mag Shoppingcenter nicht. Von den konsumwütigen Massen, die bei künstlichem Licht und fehlenden Fenstern ihre Freizeit totschlagen, halte ich mich wenn immer möglich fern. In der Hoffnung, alles werde besser, machte ich mich vor knapp einem Jahr auf zur  Migros der Zukunft in Brugg AG – und wurde enttäuscht. 

Jetzt habe ich die Welle 7 in Bern, die vor etwas mehr als einem Monat eröffnet worden ist, besucht. Und ich bin positiv überrascht worden. Der Koloss direkt beim Bahnhof Bern, in dem alles auf Pendler ausgerichtet ist, imponiert mir aus den 9 folgenden Gründen.

Die Wash-Bar

Welle 7

bild: watson

Da Pendler für fast nichts Zeit haben und nie zu Hause sind, muss alles rasch gehen. Oder es muss nebeneinander gehen. Das funktioniert in der sogenannten Wash-Bar. Hier können Besucher ihre schmutzige Wäsche abgeben und bei einem Drink, einem Konzert oder einem Kaffee warten, bis sie sauber ist. 

Der Pender-Tempel in Zahlen

Die Welle 7 in Bern ist im Postparc direkt beim Bahnhof Bern untergebracht. 10'000 Quadratmeter, acht Decks, 14-Gastrobetriebe und 15 Läden locken. Betreiberin ist die Migros. Sie baute fünf Jahre lang und liess sich den Pendler-Tempel 55 Millionen Franken kosten. (feb) 

Das Cyber-Fitness

Welle 7

bild: watson

Für das Training braucht es keinen Fitnesstrainer mehr. Zumindest keinen realen. In der Welle 7 trainieren Sportler vor Videowänden. Auf diesen werden Programme von Profis abgespielt. Beginnen und Aufhören kann jeder, wann er möchte. 

Die Essensauswahl

Welle 7

Bei Goodie gibt es gesundes Essen. bild: watson

In Sachen Essensangebot haben die Welle-7-Erfinder einiges richtig gemacht. Das Angebot ist abwechslungsreich. Die Migros bringt nicht nur durch eigene Imbissstände und Läden Essen an die Frau und den Mann, sie hat ein breites Angebot geschaffen. Gesundes hat ebenso Platz wie weniger Gesundes, Vegetarier kommen ebenso auf ihre Kosten wie Fleischliebhaber. Die Burger beim «The Beef» schmecken, die habe ich ausprobiert. Dunkin' Donuts ist mit der zweiten Schweizer Filiale präsent, aber auch der gesunde Imbissstand Goodie. Bei The Fitting Room gibt es für Edelpendler ein Dreigangmenü zum Mitnehmen. 

Der Stammtisch 

Welle 7

bild: watson

Der ursprüngliche Stammtisch ist tot. Oder er lebt nur noch in eher ländlichen Regionen. So, wie der Stammtisch im neuen Zentrum wieder geboren wurde, könnte er durchaus eine Renaissance erleben. In hängenden Designerstühle das Mittagessen einnehmen, neue Menschen kennenlernen, sich austauschen. Das passiert hier bereits. 

Apropos: In Appenzell schliesst eine Firma jeden Mittag ihre Türen, weil die Mitarbeiter zu Hause essen 

Die überdimensionale Garderobe

Welle 7

bild: watson

Wer zu Hause ständig den Pöstler verpasst und erst nach Postschalterschluss Feierabend hat, für den gibt es die Collect Lounge. Hierhin können sich Kunden Päckli – nicht nur von Zalando – und Briefe schicken lassen. In den übergrossen Garderoben können Kleider sofort anprobiert werden. Passen sie nicht, kann man sie gleich vor Ort wieder zurückspedieren. 

Wir haben uns in der Kabine umgeschaut 

Arbeitsplätze für eine Stunde

Welle 7

bild: zvg

Auf den Geschossen 3 bis 7 kann sich einmieten, wer kein Büro oder kein Sitzungszimmer hat. Für eine Stunde, einen Tag, eine Woche oder länger. Co-Working heisst diese Form von Arbeitsplätzen. Ab 50 Franken pro Stunde gibt es die nötige Infrastruktur plus 3-D-Drucker und Internetverbindung. Wer will kann im Haus über Mittag an einem Kochkurs teilnehmen und gemeinsam essen. Die Kleinen werden im Kinderland betreut.  

Die Online-Apotheke

ZUM BERICHT DER SCHWEIZERISCHEN GESELLSCHAFT FUER ALLGEMEINE MEDIZIN (SGAIM), ZUM THEMA PATIENTENBEHANDLUNG IM SPITAL, STELLEN WIR IHNEN AM MITTWOCH 25. MAI 2016 FOLGENDES ARCHIVBILDER ZUR VERFUEGUNG. - Das vollautomatische Medikamenten-Lager in der Damian Apotheke in Nussbaumen bei Baden, aufgenommen am 21. Mai 2012. (KEYSTONE/Gaetan Bally) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Bild: KEYSTONE

Im Zug bestellen, vor dem Nach-Hause-Gehen die Medikamente abholen. Das ist im Flagship-Store der Online-Apotheke zur Rose möglich. 

Die Beschriftung, das Design, die sprechenden Lifte 

Welle 7

bild: watson

Ich habe mich in der Welle 7 im Gegensatz zu den meisten anderen Einkaufszentren nicht eingeengt gefühlt. Es ist hell, die Beleuchtung – auch durch die Screens an den Wänden – nicht zu künstlich, zu grell. Ausserdem werden die Kunden gut geführt, die Wege sind klar. Auf welchem Stock man den Aufzug verlassen muss, sagt einem die Stimme im Lift. Auf jeder Etage gibt es Handy-Ladestationen. 

Der Standort 

Welle 7

Blick aus der Welle 7. Die Züge sind ganz nah. bild: watson

Ein grosser Vorteil der Pendler-Migros ist der Standort. Sie liegt nicht in einem Vorort, sondern im Zentrum vom Bern mit direktem Anschluss zu den Gleisen. 

ABER: Es gibt keine Plätze an der Sonne

Gaeste geniessen die Sonne vor dem Cafe Bar Motta am Limmatquai am Mittwoch, 23. Dezember 2015, in Zuerich. Ein Hochdruckgebiet mit Zentrum ueber Italien bestimmt derzeit das Wetter, weshalb die Temperaturen weiter hoch sind. (KEYSTONE/Patrick B. Kraemer)

Bild: KEYSTONE

Etwas Negatives habe ich dann doch noch. Mir fehlen Aussenplätze zum Essen oder Kaffee trinken. Keine Bank, keine Essensmöglichkeiten unter freiem Himmel – nichts. So habe ich meinen Kaffee auf dem Rückweg nach Zürich halt im guten alten Speisewagen getrunken. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Paraflüger 20.09.2016 17:39
    Highlight Highlight Dafür ist der (Roh-)Bau eine absolute Katastrophe. Überall Risse im Beton, welche klar über die Norm herausgehen. In ein paar Jahren werden sie alles Renovieren müssen.
  • Tsunami90 20.09.2016 13:57
    Highlight Highlight Zu den Aussenplätzen: Die Grosse Schanze ist nicht weit.
  • LeChef 20.09.2016 13:38
    Highlight Highlight Zu Nummer 6: Wer zahlt denn 50 Franken um sich eine Stunde lang an einen Schreibtisch setzen zu dürfen...? WLan gibts auch bei Starbucks.
    • peeti 20.09.2016 14:30
      Highlight Highlight Niemand. Die Plätze sind ziemlich leer. Aber auch kein Wunder bei Wochenpreisen von ca. 300.-. Da kann man sich ja bald eine kleine Wohnung leisten:)
    • purzelifyable 20.09.2016 16:36
      Highlight Highlight 50 pro Stunde dünkt mich für Coworking auch ziemlich happig, sogar mit 3D-Drucker (braucht man ja auch dringend, wenn mal mal eine Stunde coworken will). Im Impact Hub ZH gibt's für Mitglieder Tagespässe für 25. Oder via Popupoffice generell 8 pro Stunde.
  • Theor 20.09.2016 12:29
    Highlight Highlight Ich würde mir für die Zukunft eher wünschen, dass wir wieder etwas runterkommen können, anstatt dass man unseren hektischen Alltag unterstützt. das kann auf Dauer nicht gut für die Gesundheit sein.
    • MsIves 20.09.2016 12:54
      Highlight Highlight Stimme ich dir absolut zu!
    • Tsunami90 20.09.2016 14:14
      Highlight Highlight Wie hektisch der Alltag ist, hat man selber zu Verantworten. Ich mag die Neuerungen. Es spart mir Zeit, so dass ich die
      Abendsonne etwas länger in der Hängematte geniessen kann.
  • Connor McSavior 20.09.2016 11:41
    Highlight Highlight War auch schon dort, definitiv ein interessantes Projekt. Das mit der Waschbar verstehe ich allerdings nicht. Wieso sollte jemand daheim keine Zeit fürs Waschen haben, dort aber schon?
    • Dadaist 20.09.2016 12:16
      Highlight Highlight Ich kenne Viele die solch ein Problem haben, vor allem junge Männer die extrem viel arbeiten/studieren und noch keine Hausfrau haben ;) natürlich auch umgekehrt (:
    • Hoppla! 20.09.2016 12:44
      Highlight Highlight - Oder du hast zu Hause keine Maschine.
      - Oder deine Maschine ist ständig besetzt.
      - Oder der Waschplan entspricht nicht deinen Bedürfnissen.
      - Oder oder oder

      Z.B. gibt es Bern schon Waschsalons (http://www.jetwash.ch/). Ein Bedürfnis wird wohl vorhanden sein.
    • Blutgrätscher 20.09.2016 12:57
      Highlight Highlight Vielleicht können aber auch touristen wie Backpacker davon profitieren.
      Ich wäre doch schon froh gewesen, wenn ich auf einer Reise im Einkaufszentrum einen Kaffee trinken könnte während meine Kleider waschen.
      Definitiv besser als in sich zu fragen, wie man jetzt eine Stunde neben einem Waschsalon in Bukarest totschlägt :)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Caturix 20.09.2016 10:57
    Highlight Highlight Die Online-Apotheke. Ist die selbe wie die Russen Doping Apotheke ;)
  • 's all good, man! 20.09.2016 10:03
    Highlight Highlight Ach herrrje, ich bin ja ein progressiv denkender Mensch. Aber manches ist dann auch mir irgendwie zu viel... Fitness vorm Bildschirm? Wasch Bar? Okay...

    Die Pendler von heute haben doch keine Zeit mehr, weil Sie sich keine Zeit mehr geben.
    • DrPop 20.09.2016 10:59
      Highlight Highlight Wohl doch nicht so progressiv, hm?
    • 's all good, man! 20.09.2016 12:02
      Highlight Highlight Jaja, das impliziert meine Aussage ja auch, oder? 😉

      Eigentlich will ich auch gar nichts anderes sagen, als dass ich trotz meiner eigentlich progressiven Einstellungen gewissen Sachen halt (vielleicht auch nur im ersten Moment) nicht nachvollziehen kann. Aber nur weil ich es nicht verstehe, heisst das noch lange nicht, dass ich es nicht gut finde.
  • Gigle 20.09.2016 09:42
    Highlight Highlight Das erinnert mich irgendwie an Black Mirror, Staffel 1, Folge 2.
    • zeromg 20.09.2016 13:08
      Highlight Highlight Das ganze aber ohne Pornos auf dem Bildschirm ;-)

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