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Interview

«Der Cannabis-Schwarzmarkt wird implodieren, die Frage ist nur: wann?»

Bild: KEYSTONE

Thomas Kessler war jahrelang Drogendelegierter der Stadt Basel. Der FDP-Nationalratskandidat erklärt, weshalb der Cannabis-Pilotversuch ein gutschweizerischer Kompromiss ist, warum die Kokain-Regulierung auf sich warten lassen wird und was Ballenberg mit Kiffen zu tun hat.



Herr Kessler, am Donnerstag stellte Alain Berset die Vorlage des Bundesrats zum Cannabis-Pilotversuch vor. Was halten Sie davon?
Thomas Kessler: Bundesrat Berset lieferte eine sehr pragmatische Arbeit ab, die Botschaft ist mehrheitsfähig und bedeutet einen gewissen Fortschritt. Anderseits sind die Fakten eigentlich längst bekannt.

Wenn die Fakten bekannt sind, warum braucht es dann überhaupt eine Studie?
Ich finde, man kann in der Drogenpolitik zwei Schritte vorwärts machen und sofort zur Regulierung schreiten. Anderseits bin ich ein grosser Freund von Forschungsprojekten. Man generiert dabei Daten zur helvetischen Realität, das kann nie schaden. Erkenntnisse zu Konsum, Umgang, Produktion sind übrigens auch sinnvoll bei legalen Produkten. Nur eben: Es darf auf keinen Fall dazu führen, dass das grundlegende Problem der Prohibition vernachlässigt wird.

Portrait von Thomas Kessler, Integrationsdelegierter des Kantons Basel-Stadt, aufgenommen am 3. Juni 2008 in Basel, Schweiz. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Bild: KEYSTONE

Zur Person

Thomas Kessler war in den 90er-Jahren Drogendelegierter der Stadt Basel, danach ihr Integrationsbeauftragter. Seit den 70er-Jahren vertritt Kessler die Forderung nach einer liberalen Cannabis-Politik. In den 80er-Jahren sass er für die Grünen im Zürcher Kantonsrat, jetzt kandidiert er für die FDP-Basel-Stadt für den Nationalrat.

Eine Aufhebung des Verbots beabsichtigt der Bundesrat mit dem Pilotversuch aber nicht, wie Berset während der Pressekonferenz mehrmals betonte.
Was er nicht sagte: Der Erkenntnisgewinn der Studie wird natürlich Argumente für eine Regulierung liefern. Das muss Berset so als Politiker nicht explizit aussprechen, aber es steht zwischen den Zeilen. Berset macht das korrekt und schlau.

Schauen wir uns die Vorlage ein bisschen genauer an: Der Bundesrat will Minderjährige ausschliessen. Das läuft doch völlig an der Realität vorbei, zehntausende Minderjährige konsumieren hierzulande Cannabis.
Nein, die Entscheidung des Bundesrats ist korrekt. Die Schädlichkeit der Substanzen in der Entwicklungsphase ist eindeutig erwiesen. Sei das bei Cannabis oder beim Alkohol oder anderen Substanzen. Für Minderjährige gilt: Hände weg. Man muss das auch klar kommunizieren: Es geht bei diesem Forschungsprojekt um Erkenntnisse zu Erwachsenen. Jede Regulierung wird einen Jugendschutz enthalten und Cannabis muss da gleich behandelt werden wie Liköre oder Spirituosen.

Personen, die Psychopharmaka konsumieren, sollen gemäss Bundesrat auch ausgeschlossen werden. Dabei gingen wichtige Erkenntnisse verloren, argumentieren Gesundheitsfachleute.
Dieser Ausschluss ist medizinisch und pharmakologisch begründet. Die Wirkung von Psychopharmaka und Cannabis-Produkten ist schwierig zu trennen. Da sollte man wissenschaftlich klar bleiben und auf Cocktails verzichten.

Besteht die Gefahr, dass man als Studienteilnehmer mit den Strafverfolgungsbehörden in Konflikt kommt?
Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Die Teilnehmer erhalten ja einen Ausweis. Und das Setting ist äusserst wissenschaftlich, in der Suchthilfe und Therapie etwa ist es gang und gäbe, dass Patienten offen über ihre Sucht reden und somit auch über illegale Substanzen. Den Arzt interessieren diese juristischen Fragen sowieso nicht, und die Strafverfolgungsbehörden haben weder die Motive noch die Ressourcen, um die wissenschaftliche Forschung zu stören.

Eben weil Cannabis nicht harmlos ist, muss man es regulieren.

Auch war umstritten, ob das Pilotversuch-Cannabis der Tabaksteuer unterstellt werden soll oder nicht. Der Bundesrat hat nun entschieden: Keine Steuer. Gute Idee?
Das ist aus meiner Sicht die richtige Entscheidung. Es wäre widersinnig gewesen, eine wissenschaftliche Studie zu besteuern, die man für die Behörden und Öffentlichkeit erstellt und auch Forschungsgelder einsetzt. Die Besteuerung wird erst relevant bei einer Regulierung.

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Neben dem Pilotversuch sind verschiedene Cannabis-Vorstösse hängig. Könnte die Botschaft des Bundesrats Signalwirkung haben auf die Drogenpolitik in der Schweiz?
Denkbar ist es. Wenn man rational und problemlösungsorientiert argumentiert, stellen sich ähnliche Fragen etwa auch beim Kokain, wo die Schweiz ja ein Hochkonsumland ist. Die gesundheitlichen Fragen sind da noch viel dringender als beim Cannabis. Und auch Qualitätsfragen und Fragen zum Markt sind viel wichtiger als beim Hanf.

Sie sagen, es ist denkbar. Ist es auch realistisch?
Nein, der Diskurs ist noch nicht reif. Die Voraussetzung ist die gleiche wie beim Hanf: Wissenschaftler müssen das Thema pushen, Fachkreise müssen Stellung nehmen, Politiker sich dazu äussern – bis die Debatte in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Beim Hanf ist das naheliegender, nur schon wegen der grossen Verbreitung.

Sie haben selbst gesagt: Kokain ist in der Schweiz beliebt, jährlich werden immerhin 5 Tonnen konsumiert.
Ja, aber beim Kokain ist die Schwelle höher, das Produkt ist potenter und es ist teurer, auch wenn die Preise in den letzten Jahren gefallen sind. Der Bund wird sich erst auf so ein Projekt einlassen, wenn die Fachwelt so weit ist. Kommt hinzu, dass Kokain im Gegensatz zu Cannabis weniger in einem sozialen Setting konsumiert wird, die wissenschaftliche Begleitung müsste deshalb viel enger sein. Das Haupthindernis ist aber ein anderes.

Welches?
Wir haben wir es beim Kokain mit einer globalen Herausforderung zu tun. Beim Cannabis könnte die Schweiz problemlos autark produzieren, schon jetzt stammt mehr als 50 Prozent der konsumierten Menge aus einheimischer Produktion. Kokain auf der anderen Seite ist ein internationales Problem, ein blutiger Stoff, der ganze Gebiete hochgradig korrumpiert und zu unglaublich komplexen Verwerfungen führt.

Der illegalisierte Markt richtet viel Schaden an. Er wird implodieren, das ist klar, die Frage ist nur: wann.

Der Bundesrat will, dass die Versuchsteilnehmer nur zuhause kiffen dürfen. Sinnvoll?
Der Cannabis-Duft hat einen Riesenradius. Wenn Sie mit einem Joint im Park sitzen, riechen das alle Personen um sie herum. Wenn Sie ein Glas Bier trinken, merkt das niemand. Ausser, Sie haben eine fürchterliche Fahne.

CBD riecht genau gleich wie Cannabis und ist legal.
Ja, ich bin auch dafür, dass man seine Mitmenschen mit CBD-Duft verschont. Das gleiche bei den Villiger-Krummen oder den Stumpen. Das sind Anstandsfragen, die man hier halt formalisiert hat.

Wer garantiert, dass die Teilnehmer das Gras nicht weiterverkaufen?
Diese Befürchtung kann man gelassen nehmen. Das Risiko für den Studienteilnehmer ist viel zu hoch, der Gewinn zu klein. Die Nachfrage ist ja nicht vorhanden. Es ist nicht so, dass man zu wenig Cannabis hätte. Der illegale Markt ist hoch offensiv, man kann sich 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche Gras liefern lassen.

Die Schweiz hatte alle ideologisch geprägten Prohibitionen aufgehoben – zuletzt beim beim Absinth. Nur beim Cannabis haben wir ein Paradoxon.

Aber man hat beim Schwarzmarkt nicht die Garantie, dass man sauberes Cannabis erhält.
Konsumenten, die Wert legen auf saubere Produkte oder Bio-Ware, wissen schon jetzt, wer was anbietet. Das Problem liegt im Importhandel, wo hochgezüchtete und mit Glasstoff gestreckte Ware eintrifft, vor allem aus den Niederlanden. Aber es stimmt schon, Konsumenten wollen keine Einheitsware. Das ist nur eine Folge der Prohibition. Bei Produkten, die legalisiert sind, wollen die Leute Vielfalt.

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Seit Jahren kämpfen Sie für eine Regulierung des illegalen Cannabis-Markts. Warum eigentlich?
Die Prohibition ist kontraproduktiv, sie erreicht nichts, kostet aber enorm viel. Für die Aufrechterhaltung dieses Zustands zahlen wir jährlich 200 bis 400 Millionen Franken. Der illegalisierte Markt richtet viel Schaden an. Er wird implodieren, das ist klar, die Frage ist nur: wann.

Haben Sie eine Prognose?
Nein, aber eine Regulierung ist momentan noch weit weg. In der Politik wird in einer Kalten-Krieg-Logik argumentiert: ‹Weil Cannabis nicht gut ist, sollte man es verbieten›. Das ist absurd. Bei Waffen, beim Glücksspiel oder beim Tabak argumentiert man ja auch nicht so.

Die Schweiz ist ein langsames Land ...
Ja, Länder mit einem Regierungs- und Oppositionssystem können natürlich viel schneller entscheiden, als ein Land mit einer Konkordanz- und Kompromissdemokratie. Dennoch: Die Schweiz hatte jahrzehntelang international den Ruf, komplexe gesellschaftliche Fragen rational anzugehen. Nur so konnten wir die HIV-Epidemie eindämmen, das Heroinproblem lösen. Und die Schweiz hatte auch alle ideologisch geprägten Prohibitionen aufgehoben – zuletzt beim beim Absinth. Nur beim Cannabis haben wir ein Paradoxon.

Paradoxon?
Umfragen zeigen, dass eine Mehrheit der Bevölkerung eine Regulierung befürwortet. Trotzdem bewegte sich im Parlament lange kaum etwas.

Woran liegt das?
Beim Nationalrat wird der Graben zwischen Bevölkerung und Politikern offensichtlich. Die Ü55-Herren pflegen ein Bild ihrer Wähler, das überhaupt nicht der Realität entspricht. Die Bevölkerung ist längst viel besser informiert als der Durchschnittsparlamentarier in Bern.

Haben Sie ein Beispiel?
Der Grundtenor bei der SVP und CVP lautet: Man kann Cannabis nicht regulieren, weil es nicht harmlos ist. Das ist genau falsch herum gedacht: Eben weil Cannabis nicht harmlos ist, muss man es regulieren.

Die Drogenexperten von SVP und CVP wollen eine drogenfreie Gesellschaft. Woher kommt diese Vorstellung?
Ich vermute, es hängt mit der schwindenden Religiosität der Gesellschaft zusammen. Die Kirche ist out, dafür werden jetzt Themen wie Essen, Gesundheit, Lebensstil mit dieser neoreligiösen Bedeutung aufgeladen. Klar, dass es da auch eine Radikalisierung geben kann. Während religiös Verblendete Krieg führen in Syrien, überfallen Tierschützer hierzulande Transporte von Schlachttieren.

Das müssen Sie jetzt ein bisschen genauer erklären.
Mit dem Wegfall der Religion müssen eben auch die Missionare andere Tätigkeiten suchen. Zum Beispiel die Gesundheitsoptimierung. Die Toleranz gegenüber Genussmenschen ist auf einem Allzeittief.

Der Genuss ist politisch?
Hochpolitisch. Ich engagiere mich stark für die Wiederherstellung der freiwilligen Solidarität, die dem Einzelnen ein genussvolles Leben erlaubt. Ganz im Gegensatz dazu hat man leider im urbanen Milieu, in den städtischen Zentren ein Schweizer Ballenberg geschaffen, wo es ruhig und bedächtig sein sollte. Tatsächlich ist das dann so ein seichtes Leben in einem vorgezogenen Sanatorium. In einzelnen Städten mag das mehrheitsfähig sein, aber im Kern total bünzlig und intolerant.

Jetzt auch noch Ballenberg. Was hat ein Freilichtmuseum mit Cannabis zu tun?
Worauf ich hinauswill, ist, dass das vermeintlich Schöne und Urbane geprägt ist von vielen Regeln und Staatskontrollen. Ich vertraue darauf, dass die Leute gegen die Überfürsorge rebellieren und mehr Selbstverantwortung übernehmen. Auch beim Cannabis.

Was schlagen Sie vor?
Die Gesellschaft muss die Selbstverantwortung vorleben und die Politik muss den Hanf komplett aus dieser romantisierten oder diabolisierten Perspektive herausnehmen.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Trump's verschwiegener Sohn 02.03.2019 15:30
    Highlight Highlight Kann mir mal jemand erklären, was genau das Problem ist, beim aufgleisen (Unterschriften sammeln) für eine Legalisierungsinitiatiave? Der Verein "legalize it" hat das doch vor einem Jahr gross angekündigt für April 2018 und dann doch nichts getan. Warum? Die Grünen haben auch immer wieder geasagt, sie würden die Initiative ergreifen beim Thema und nichts ist geschehen.Warum?
    Umfragen haben doch ergeben, dass eine Mehrheit der Schweizer für eine Liberalisierung ist. Dann ist es doch klar, dass die nötigen Unterschriften zusammenkommen müssten.
    • Duweisches 02.03.2019 18:09
      Highlight Highlight Der Verein Legalize It hat sich das ganze dann doch nicht zugetraut und die Aufgabe wurde jetzt an einen neu gegründeten Verein übertragen. Die Initiative sollte kommen, ich finde allerdings auch, dass das ganze zu lange dauert...
  • Johnny Rotten 02.03.2019 12:41
    Highlight Highlight Hasche Haschisch in der Tasche, hasche immer was zu nasche!
    Play Icon
  • My Name is Pepina 02.03.2019 08:58
    Highlight Highlight „hochgezüchtete und mit Glasstoff gestreckte Ware“ was bedeutet das genau?
    • Balois 03.03.2019 09:50
      Highlight Highlight Der THC Gehalt ist extrem hoch je nach Art und Zucht oder eben Indoor. Anderseits kan mit gewissen Stoffen einfach die Gesamtmenge erhöht werden. Sand, Erde?
  • Hüendli 01.03.2019 19:02
    Highlight Highlight Bei gesellschaftspolitischen Themen liegen grün und echt freisinnig/liberal gar nicht so weit auseinander. Leider kann ich Herrn Kessler im Herbst nicht wählen — Basler, ihr wisst, was Ihr zu tun habt!
  • jaähä 01.03.2019 18:52
    Highlight Highlight Ich hoffe einfach dass bei einer alfälligen Legalisierung (welche längst überfällig wäre) Produktion und Verkauf in öffentlicher Hand bliebe. Nur so kann optimaler Konsumenten und-
    jugendschutz garantiert werden.
  • Künzli 01.03.2019 17:13
    Highlight Highlight Eine Drogenfreie Gesellschaft soll unbedingt das Ziel sein. Cannabis ist sehr schädlich, weil es Psychosen verursacht. Koks und andere Drogen zerfressen das Gehirn. Wir leben zum Glück in einer Alkoholgesellschaft. Alkohol ist erst ab einem gewissen Quantum schädlich. Das ist medizinisch erwiesen. Zum Beispiel wird man dick. Aber eine Droge ist Alkohol nicht – er ist seit Jahrhunderten ein Genussmittel. Ausserdem ist Alkohol Kunst – ein guter Barkeeper ist ein Künstler. Das ist echte Kultur – und nicht, abgelöscht rumhängen und kiffen! Das Blut von Jesus ist Rotwein! Keine Droge.
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 01.03.2019 17:41
      Highlight Highlight Getrolle?
      Unwissenheit oder einfach nur ein schwacher versuch lustig zu sein?
      Das mit Cannabis und Psychosen stimmt nämlich schon mal nicht.
      Zusätzlich dass Alkohol jedes Jahr mehr Leben und Geld kostet, als sämtliche ILLEGALEN Drogen zusammen.
    • Kilgore 01.03.2019 18:06
      Highlight Highlight Jede Droge ist theoretisch mit der richtigen Dosierung unschädlich, Cannabis wird auch seit einer sehr langen Zeit als Genussmittel genutzt. Ein guter Grower ist ein Künstler. Und zu guter letzt ist Alkohol selbstverständlich eine Droge, ob einem das passt oder nicht...
    • Makatitom 01.03.2019 18:13
      Highlight Highlight Meinst du das tatsächlich Ernst?
    Weitere Antworten anzeigen
  • legis 01.03.2019 15:03
    Highlight Highlight Kann einem ein Mensch noch mehr aus dem Herzen sprechen? Ich glaube kaum 😍😍
  • Wander Kern 01.03.2019 14:05
    Highlight Highlight Ach ja, wie kommt man denn in die Studie? Frage für einen Freund...
  • Dewar 01.03.2019 14:03
    Highlight Highlight Kann mir jemand weiterhelfen, was er mit der Genussfeindlichkeit der urbanen Bevölkerung genau sagen will? Gerade in den links-grünen Städten wird überall geraucht, Space Cookies gebacken und Partydrogen konsumiert...?
  • Wander Kern 01.03.2019 14:03
    Highlight Highlight Es kotzt mich an, seit Jahrzehnten lese ich solche Interviews mit Experten, die alle mehrheitlich dasselbe fordern. Bloss in Bern hat man die Eier nicht oder ist schlicht zu doof, endlich mit einer Regulierung vorwärtszumachen.
  • Darkside 01.03.2019 13:44
    Highlight Highlight Der Mythos von der drogenfreien Gesellschaft ist längst widerlegt und einfach nur noch lächerlich. Vor allem weil die gleichen Kreise ja z.B. offenbar kein Problem mit Alkohol haben. Den konsumieren sie halt selber.
    • legis 01.03.2019 15:18
      Highlight Highlight Alkohol ist ja auch keine Droge! Oder weshalb wird immer gesagt Alkohol & Drogen? Das muss ja irgendwoher kommen! (Frag mich bloooss nicht woher! Wills auch nicht wissen. Würde mich gerne von absurdem und irrationalem Gedankengut fernhalten) 😂
    • Liselote Meier 01.03.2019 15:56
      Highlight Highlight Wahrscheinlich aus der selben Ecke die behauptet Fisch sei kein Fleisch.

      Wären wohl in einem gewaltigen Dilemma wenn man sagen würde Jesus verwandelte an besagter Hochzeit, Wasser in Drogen ;)

  • Eh Doch 01.03.2019 13:41
    Highlight Highlight Die Drogenexperten von SVP und CVP wollen eine drogenfreie Gesellschaft.

    Oh mann die haben mal wieder nichts verstanden.
    Eine Sucht ist eine Krankheit, man kann besser mal schlechter mit ihr leben, aber man kann sie sicher nicht einfach wegradieren durch Verbote
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 01.03.2019 17:07
      Highlight Highlight Drogenexperten wie Andrea Geissbühler, die ja eine gefälschte Studie in Auftrag gegeben hat und die einen anderen "Experten" bei einer gezielten Falschaussage bezüglich Cannabis gedeckt hat.
      Bei der Falschaussage ging es übrigens um den Wirkstoffgehalt. Es wurde da ganz gezielt ein Märchen verbreitet, damit das Gesetz bezüglich Cannabis verschärft wurde.
    • Makatitom 01.03.2019 18:18
      Highlight Highlight Zu erwähnen ist auch noch, dass die erwähnte "Drogenexpertin" und ihr Umfeld sehr enge Verflechtungen mit der Psychosekte VPM haben
    • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 01.03.2019 19:34
      Highlight Highlight @Makatitom
      Warte mal, hatte nicht vor kurzem jemand die Vermutung geäußert, dass Personen von rechtsaussen eine gewisse Affinität zu sekten hätten?
      Naja, bei der Geissbühler hab ich jetzt zumindest den Beweis, dass sie spinnt.
  • Walser 01.03.2019 12:59
    Highlight Highlight Der Umgang mit Alkohol zeigt bestens dass eine Freigabe eben gar nicht funktioniert. Jungendliche dürften heute kein Alkohol kaufen und konsumieren. In der Realität bekommen sie Alkohol soviel, wann und wo sie wollen. Eine Farce. Mit Canabis würde es haargenau gleich laufen. Noch eine Farce. Wenn Kessler der Meinung ist dass die Bevölkerung für eine Aenderung des Systems ist, soll er und die vielen Gleichgesinnten eine Initiative lancieren. Das wird dann ein demokratischer Entscheid.
    • Merlin.s17 01.03.2019 14:27
      Highlight Highlight Also sind sie für ein Verbot von Alkohol?
    • Hallosager 01.03.2019 14:34
      Highlight Highlight @Walser: Was für ein Bullshit. Doe Jugendlichen kommen auch heute an Gras und das alles ohne Probleme. Und der Gras-Dealer schlägt einem noch andere Dinge vor, die man mal "probieren" könnte. Ja man kommt an die Dinge, aber dies vollkommen umabhängig von deren Gesetzesstatus. Jedoch ändert sich mit dem Gesetztesstatus schlagartig auch die Qualität, was massive Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Eine komplett "cleane" Gesellschaft ist eine absolute Utopie. Der Mensch hat sich seit Jahrtausenden berauscht, was soll daran schlimm sein?
    • Raphael Stein 01.03.2019 14:36
      Highlight Highlight Sie kriegen das Gras auch so, einfach aus "unkontrolliertem" Anbau vom Dealer.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Le_Raclette 01.03.2019 12:51
    Highlight Highlight Ich find das so einen Schwachsinn. Wird darauf rauslaufen dass der Anbau lizenziert wird und nur bigplayers zulässt durch hohe investitionsschwellen. Dies wird dazu verwendet den Preis zu halten und nicht anzupassen darauf dass man nicht x Prozent an die Polizei abschreiben muss. Und dann natürlich noch 8% MwSt und dann nochmal wie bei Tabak eine abgabe von 30-80% an Steuern und ahv Zuschüssen etc. Es lebe der Schwarzmarkt
    • Pasch 01.03.2019 15:00
      Highlight Highlight Natürlich werden bei einer Legalisierung alle Privatanbauer ihren Betrieb einstellen 😉. Viel Spielraum gibts da für die Multis nicht, darum sind sie auch dagegen.
  • Der Bojenmensch 01.03.2019 12:37
    Highlight Highlight Sehr differenziert, sehr fundiert - ein echt tolles Interview mit jemandem, der wirklich etwas zum Thema sagen kann.

    Chapeau!

    Bin gespannt was die Mittelfristwirkung dieses Versuchs ist. Jedenfalls seit ich denken kann, die erste Sinnvolle Auseinandersetzung mit diesem Thema in der Schweiz!

    Weiss man eigentlich schon, wie man sich um einen Platz in der Studie bewerben kann? Hab ich evtl überlesen - der Vollständigkeit halber fänd ichs spannend zu wissen wie der Bund sich die Rekrutierung vorstellt.
  • quallbum 01.03.2019 12:29
    Highlight Highlight Als meine Freunde und ich etwa 12, 13 Jahre alt waren, sind wir durch die ganze Stadt gezogen um an Bier oder Smirnoff Ice zu gelangen. Von Shop zu Passant, den wir baten uns etwas zu besorgen, niemand wollte uns mit Alkohol versorgen. Also haben wir gekifft. Weil der Schwarzmarkt nicht nach dem Alter fragt. Wer Drogen der Kriminalität überlässt, liefert auch die Jugend an diese aus. Zur drogenfreien Gesellschaft; Sich zu berauschen ist Teil der Menschheit, das zeigt unsere Geschichte. Und im Alter von ca. 2 Jahren drehen wir uns zum ersten Mal so lange im Kreis bis uns schwindlig wird. Etc.
  • Pasch 01.03.2019 12:08
    Highlight Highlight Guter Artikel! Kann man sich ja jetzt nur entspannt zurücklehnen und zuschauen wie die Alkohol und Pharmalobby diese Studie torpedieren wird.
  • Christian Mueller (1) 01.03.2019 11:58
    Highlight Highlight Der Vollständigkeit halber wäre es eventuell angebracht, zu erwähnen, dass Thomas Kessler (neben seinen absolut vernünftigen Aussagen hier) Leiter des publizistischen Beirates der bzbasel ist, eine Zeitung im Besitz der AZ Medien, so wie Watson selbst. Etwas heikel finde ich, dass er in der bz eine wöchentliche Kolummne hat, obwohl er mittlerweile als Nationalrat der FDP BS kandidieren möchte... Aber die Autoseiten am Di in der bz von Peter Häberli sind genau so wenig als Werbung gekennzeichnet, obwohl sie es sind.
    • Balois 03.03.2019 10:07
      Highlight Highlight Wieso heikel?
  • #Technium# 01.03.2019 11:55
    Highlight Highlight Ich vertrete die Meinung, dass der Komsum, Handel sowie Besitz von Drogen vollkommen entkriminalisiert werden sollte. Der Handel sollte über strikt staatlich kontrollierte Verkaufsstellen mit Fachpersonen (Mediziner / Pharmakologen / Psyhologen) erfolgen. Es hat sich über viele Jahre gezeigt, dass Drogenverbote vollkommen nutzlos und kontraproduktiv sind.
    • Leider Geil 01.03.2019 13:58
      Highlight Highlight Kauf ich dann das Bier zukünftig auch beim Arzt oder Suchtberater oder doch im Denner im untersten Regal? 🤔
    • Wander Kern 01.03.2019 14:04
      Highlight Highlight Also Drogen wie Arzneimittel regulieren?
    • Astrogator 01.03.2019 20:24
      Highlight Highlight "Der Handel sollte über strikt staatlich kontrollierte Verkaufsstellen mit Fachpersonen (Mediziner / Pharmakologen / Psyhologen) erfolgen. "
      So wird es wohl auch kommen, und alle werden sich wundern wieso der Bauer nicht mehr verdient, der Heimanbau weiter boomt und der Schwarzmarkt nicht verschwindet.
      Habe einige die kiffen im Bekanntenkreis, die bauen alle selbst an. Mit dem Hinweis, dass ich mein Bier selbst brauen und kein schlechtes Gewissen habe und sie ja praktisch dasselbe machen. Und keiner von denen plant zukünftig Steuern für etwas zu zahlen was er zu Hause steuerfrei anbauen kann.
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  • Simon Probst 01.03.2019 11:41
    Highlight Highlight Da bin ich ja mal gespannt! Ich kenne den "Schwarzmarkt" bestens - Väterchen Staat muss uns gute qualität zum guten preis anbieten, sonst wirds nid mit der implosion des schwarzmarkts ;)

    Aber wir sind ja eh erst beim start des 10-jährigen tests, bis der schwarzmarkt implodiert, wirds noch jahrzehnte dauern :)
  • Randalf 01.03.2019 11:30
    Highlight Highlight Danke für den guten Artikel. Aber warum schauen unsere Politiker nicht einfach nach Holland wo es schon seit Jahren legal ist?
    Ein Schritt vorwärts, zwei zurück. So kommt mir die ganze Cannabisdiskussion langam vor.
    • B. Bakker 01.03.2019 12:55
      Highlight Highlight Cannabis ist eben auch in Holland nicht richtig legal. Der private Konsum wird geduldet, so wie der Verkauf einer gewissen Menge über Coffeeshops. Wie der Coffeeshop an seine Ware kommt, ist aber beispielsweise hochgradig illegal, da kein Import betrieben werden darf und der Anbau zu kommerziellen Zwecken verboten ist. Es wird aber eben geduldet. Kein Zustand, den ich mir wünschen würde. Dann lieber richtig staatlich reguliert, als solch eine shizophrene Drogenpolitik.“ wie in Holland.
    • Wander Kern 01.03.2019 13:45
      Highlight Highlight Cannabis ist in Holland nicht legal...
    • Seth 01.03.2019 15:39
      Highlight Highlight Wie läuft das in portugal?
    Weitere Antworten anzeigen
  • sheshe 01.03.2019 11:14
    Highlight Highlight Hört sich echt ganz sympathisch an, der Typ. Viele gute Aussagen. Aber ein Kernproblem, nämlich wie es mit dem Autofahren funktioniert wurde einmal mehr nicht angesprochen. Wäre schön, wenn der Fokus in der Diskussion auch auf diesen Bereich gelegt wird.
    • BlueEyes 01.03.2019 11:59
      Highlight Highlight Das wäre dann der nächste Schritt: die Details der Regulierung müssen nicht schon feststehen. Zudem ist es zum Beispiel in Holland so, dass das Autofahren unter Cannabiseinfluss verboten ist. Wenn man aber nicht auffällt, sich normal verhält und keinen Schaden anrichtet, dann wird man auch nicht dafür bestraft. Es gibt Menschen, die fahren unter Cannabiseinfluss sicherer Auto als viele andere die zum Beispiel abgelenk (am Handy) fahren.
    • iNDone 01.03.2019 12:53
      Highlight Highlight Bekifft rumfahren ist sicher nicht sinnvoll aber das Problem ist ja die sehr lange nachweisbarkeit der Abbauprodukte im Blut.
    • Simon Probst 01.03.2019 13:16
      Highlight Highlight @sheshe. sorry aber beim glückspielgesetz ging es um alles andere, aber sicher nicht darum Spielsucht zu verhindern. Denn spielen an und für sich wurde ja nicht verboten, man muss jetzt einfach bei den CH-casinos spielen ;)

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  • Lululuichmagäpfelmehralsdu 01.03.2019 10:53
    Highlight Highlight Hammer Artikel!
  • TheDoctor 01.03.2019 10:43
    Highlight Highlight Klar, und wie die Regulierung bisher überall klappt: Niemand weiss, wo, wer, wieviele Waffen sind. Glücksspielsüchtige gibt es immer noch genaug. Alkohol wird kaum reguliert weil die Lobby so stark ist und beim Tabak sind wir im europäischen Vergleich weit hinten.
    Absinth ist eine kleine Nische, die zu funktionieren scheint, zumindest wüsste ich da nichts anderes.
    • TheDoctor 01.03.2019 10:48
      Highlight Highlight *wieviele Waffen hat.
    • Arabra 01.03.2019 10:53
      Highlight Highlight Ich bin eigendlich froh wenn über gewisse Sachen meine eigenen Eintccheidungen treffen kann, ohne dass der Staat überal mitredet....
    • Manuel Tee 01.03.2019 10:59
      Highlight Highlight Das mit den Waffen bitte noch näher erklären, dass es nie (Glücksspiel)süchtige geben wird stand nie zur debatte, Alkohol wird ziemlich gut reguliert (ausser die 15jährigen am Kiosk vielleicht) und Tabak ist in der Tat in der Schweiz noch ziemlich ein Ding, ich sehe aber nicht wie das an der Regulierung liegt ...

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