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So kommt das T-Shirt in die Schweiz: Von Mali über Senegal, Griechenland und Mazedonien. Bild: watson/sven rüf

Wie ensteht ein faires T-Shirt? Dieses Projekt zeigt den Weg vom Feld bis in den Kleiderschrank – und du kannst dabei sein



Fairer und ökologischer Handel liegt immer mehr Menschen am Herzen. Doch in vielen Fällen weiss man als Konsument gar nicht so genau, unter welchen Bedingungen das neue Lieblings-T-Shirt produziert wurde. Oder hast du eine Ahnung, wo die Baumwolle gewachsen ist, aus der deine Klamotten gefertigt sind?

Um das Bewusstsein für nachhaltige Mode zu schärfen – und um derartige Wissenslücken zu schliessen –, hat die Entwicklungsorganisation Helvetas das Projekt «Slow Fashion Container» ins Leben gerufen.

Die Idee dahinter: Wenn du ein T-Shirt kaufst, kannst du dabei zusehen, wie es entsteht – von der Aussaat der Baumwolle bis zum fertigen Produkt. In Mali wird ein Container voll Bio-Baumwolle angebaut und anschliessend entsprechend weiterverarbeitet. So sollen 100'000 fair produzierte T-Shirts entstehen.

helvetas logo

Mehr Infos zum Projekt

Lanciert wird die Aktion «Slow Fashion Container» am 23. April 2016 im Rahmen der Fashion-Revolution-Demo im Volkshaus Zürich. Im Laufe des Jahres publiziert Helvetas auf einem entsprechenden Blog regelmässig Hintergrund-Storys rund um das Projekt. Und auch bei uns wirst du regelmässig über die Aktion informiert, da watson Medienpartner des Projektes ist.

Wer eines dieser Kleidungsstücke haben will, muss sich allerdings ein bisschen gedulden. Denn der gesamte Prozess dauert etwas mehr als ein Jahr – Slow Fashion eben.

Doch das Warten wird belohnt: Statt im Laden das nächstbeste T-Shirt zu schnappen, kann hier bei der Herstellung mitgefiebert und der gesamte Prozess in Realtime mitverfolgt werden: Spielt das Wetter mit? Wie dramatisch ist der gemeldete Käferbefall ausgefallen? Wie du an ein solches T-Shirt gelangst, erfährst du am Ende dieses Artikels.

Die Stationen im Überblick

Damit du dir schon mal eine Vorstellung davon machen kannst, was im Laufe dieses Jahres passiert, haben wir die wichtigsten Stationen zusammengestellt. Der Zeitplan dient dabei nur als grober Anhaltspunkt, da er von äusseren Bedingungen wie zum Beispiel den Witterungsverhältnissen beeinflusst werden kann:

helvetas karte

Bild: watson/sven rüf

Mai 2016: Aussaat der Baumwolle in Mali

Damit die Baumwolle ausgesät werden kann, muss ein erster grosser Regen kommen. Das wird voraussichtlich in circa zwei Wochen der Fall sein. Im Augenblick ist es in Mali 40 Grad warm und sehr trocken. Auf den Feldern, die für den Baumwollanbau genutzt werden, werden während dem Rest des Jahres Mais und Erdnüsse angebaut.

helvetas

Auf diesem Feld wird die Baumwolle ausgesät werden.
bild: HELVETAS/Filifing Diakité

September/Oktober 2016: Ernte der Baumwolle

Im Laufe der Zeit, in der die Biobaumwolle wächst, wird watson in regelmässigen Abständen über das Slow-Fashion-Projekt berichten. Unter anderem wird ein Porträt über Djènèba Diallo, eine malische Bäuerin, die als Botschafterin des Projektes fungiert, folgen. Die 43-Jährige ist Mutter von acht Kindern und wird die Baumwolle pflegen und ernten.

helvetas

Djènèba Diallo (in der Mitte) zusammen mit anderen Baumwoll-Bauern. bild: HELVETAS/Filifing Diakité

November/Dezember 2016: Entkernung der Baumwolle

Bevor die Baumwolle weitertransportiert werden kann, muss sie entkernt werden. Denn der Kern macht 60 Prozent des Gewichts des Rohprodukts aus. Und da natürlich möglichst viel Baumwolle in den Container gepackt werden soll, müssen die Kerne vorher entfernt werden. Dieses Prozedere wird in der südmalischen Stadt Sikasso durchgeführt.

A worker maintains a cotton ginning machine in a factory in Kita, Mali Tuesday 08 June 2004. Africa's leading exporter of cotton, Mali has to compete in the world market against the subsidised cotton industries of the United States, Europe and China. This factory in the town of Kita, a major centre of Malian cotton production, is an enterprise of CMDT (Compagnie Malienne pour le D'Eveloppement des Textiles/Malian Textile Development Company), a Franco-Malian public-private body 60% owned by the Malian government, with the remaining 40% controlled by the French company DAGRIS (D'Eveloppement des Agro-Industries du Sud). The European Union gives its Spanish and Greek cotton producers $700m a year, while China supports its industry with $1.2bn of subsidies and US producers receive over $2bn.
(KEYSTONE/EPA PHOTO/STR  )

Bild: EPA

Januar/Februar 2017: Transport nach Dakar, Senegal

Anfang nächsten Jahres ist der Container, gefüllt mit den Baumwoll-Ballen, dann bereit für die Zugfahrt von Mali zum Hafen von Dakar. Ein «Container» gilt übrigens als Währung im internationalen Baumwollhandel und entspricht 24 Tonnen des Produktes, aus denen umgerechnet 100'000 T-Shirts gefertigt werden können.

März 2017: Schiffstransport von Dakar nach Thessaloniki

März/April 2017: Spinnerei, Weberei, Färberei in Griechenland

In der Manufaktur Pulse of Fashion in Thessaloniki wird die Baumwolle anschliessend weiterverarbeitet.

baumwolle

bild: shutterstock

April 2017: Transport von Griechenland nach Mazedonien

April/Mai 2017: Konfektionierung in Mazedonien

In einer Kleiderfabrik in Mazedonien werden die T-Shirts schliesslich fertiggestellt.

textil

Bild: shutterstock

Mai/Juni 2017: Transport in die Schweiz

Im Frühling 2017 – also nach rund einem Jahr – können die fertigen Produkte dann in der Schweiz verteilt werden.

Mach mit beim Crowd-Ordering ...

Damit das Projekt wie geplant umgesetzt werden kann, muss der Container aber erst noch gefüllt werden. Das heisst: Bis Oktober müssen 100'000 T-Shirts bestellt worden sein. Zur Wahl stehen folgende Modelle: Ein unbedrucktes, eines mit einem schwarzen «LOVE»-Aufdruck und eines mit Strassstein-Applikation. Designt wurden die Shirts von der britischen Politaktivistin und Modemacherin Katherine Hamnett, die gleichzeitig als Botschafterin des Projektes fungiert.

shirt helvetas

Die Version mit Aufdruck.
Bild: helvetas

shirt helvetas

Die Version mit Strasssteinen. Bild: helvetas

... und designe dein eigenes T-Shirt

Doch es soll noch ein weiteres Modell geben – nämlich eins von watson! Von den 100'000 T-Shirts haben wir 50 Stück bestellt, die ein eigenes watson-Design verpasst bekommen. Wie das aussehen soll? Das liegt in euren Händen! Hier sammeln wir eure Design-Vorschläge. Wenn genügend Ideen bei uns eingegangen sind, wird ein endgültiges Modell ausgewählt – anschliessend verlosen wir die 50 watson-T-Shirts unter unseren Usern.

Die von Katherine Hamnett designten T-Shirts könnt ihr ab dem 23. April hier bestellen.

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17
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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Homes8 25.04.2016 18:17
    Highlight Highlight Ich vermisse die Preise/Kosten der einzelnen Stationen?
    Fair ist ein subjektiver Begrif.
  • Squirri 22.04.2016 14:55
    Highlight Highlight Wenn euch dies gefällt, dann geht doch einmal auf:

    http://wearezrcl.ch/

    Dort ist vom Anbau bis zum Verkauf alles transparent, fair, biologisch, CO2-neutral und ökologisch. Jedes Kleidungsstück besitzt eine eigene Traceability-Nummer, mit welcher der komplette Produktionskreislauf zurückverfolgt werden kann.

    Gerade ist auch die neue Kollektion erschienen.
  • hansa0 22.04.2016 14:34
    Highlight Highlight So gut das Projekt gedacht ist, so demoralisierend ist der Hintergrund: wenn man in Afrika lokale Unternehmen fragt, ob sie auch lokale Baumwolle benutzen würden, antworten sie, dass diese viiiel zu teuer sei. Sie würden ausschließlich billige amerikanische Baumwolle verarbeiten. Es ist nämlich so, dass die afrikanische Baumwolle als Fair Trade nach Europa kommt, während die lokalen Kleiderproduzenten subventionierte amerikanische Baumwolle verarbeiten.
    • SusiBlue 23.04.2016 01:22
      Highlight Highlight Uh... 😳
      Mach ich jetzt einen ⚡️ weil wenn das was hansa0 sagt, stimmt, es mir gar nicht gefällt?!
      Oder ein 💜 weil ich damit unterstreichen will, dass ich's auch nicht gut finde?!
  • AnnaFänger 22.04.2016 14:09
    Highlight Highlight :) chic und fair (farbe auch?), ich glaube ich schau mal was für designs noch kommen *.*
  • F4Fred 22.04.2016 14:05
    Highlight Highlight Tolles Projekt. Das erinnert mich an Asket, die ebenfalls die Preise und Produktion transparent gestalten. https://www.asket.com/about
  • Granini 22.04.2016 13:44
    Highlight Highlight Coole Sache! Doch wie schauts mit den Angestellten in Griechenland aus? Sind die Arbeitsbedingunfen auch fair?
    • Tobias Meier 22.04.2016 13:58
      Highlight Highlight Logisch, dass auch auf die Arbeitsbedingungen in der Weiterverarbeitung geachtet wird. 100% Transparenz!
  • dintaifung 22.04.2016 13:25
    Highlight Highlight zum glück gibts noch ein unbedrucktes
    • Tobias Meier 22.04.2016 14:00
      Highlight Highlight Es wird auch ganz "normale" Basic T-Shirts geben!
    • dintaifung 22.04.2016 14:25
      Highlight Highlight sag ich ja. zum glück sonst würde ich nämlich keins kaufen
  • poppits 22.04.2016 12:29
    Highlight Highlight Schade, dass die Webseite noch nicht online ist. Hier verpufft sicherlich ganz viel Energie und es werden einige Bestellungen weniger sein. Wer denkt schon morgen noch an diese Aktion ohne reminder?
    Trotzdem finde ich dieses Projekt der Hammer - i like
    • Viktoria 22.04.2016 12:53
      Highlight Highlight Wir haben freitags einfach eine grössere Reichweite als samstags. Darum kommt die Story schon heute. Da wir aber - wie erwähnt - noch häufiger über das Projekt berichten werden, wird es also schon noch ein paar Reminder geben :)
    • zeromg 22.04.2016 13:02
      Highlight Highlight Man kann den Artikel auch merken. Dann erscheint er unter Meine Artikel
    • poppits 23.04.2016 05:06
      Highlight Highlight 😄 danke
  • ramonke 22.04.2016 12:01
    Highlight Highlight wieso bringt ihr den artikel bevor der link funktioniert? morgen hab ich das doch schon wieder vergessen?
    • Viktoria 22.04.2016 12:53
      Highlight Highlight Wir haben freitags einfach eine grössere Reichweite als samstags. Darum kommt die Story schon heute. Da wir aber - wie erwähnt - noch häufiger über das Projekt berichten werden, wird es also schon noch ein paar Reminder geben :)

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