Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Novartis bringt Alcon an die Börse – Aktienrückkauf über 5 Milliarden Dollar

29.06.18, 08:47 29.06.18, 09:51


Der Pharmakonzern Novartis will seine Augenheilkunde-Sparte Alcon abspalten und an die Börse bringen. Die Arzneimittel von Alcon bleiben indes weiter bei Novartis. Gleichzeitig kündigten die Basler am Freitag einen Aktienrückkauf über fünf Milliarden US-Dollar an.

Novartis hatte das lange kriselnden Geschäft bereits im vergangenen Jahr auf den Prüfstand gestellt und sich zuletzt eine Entscheidung bis zum ersten Halbjahr 2019 vorbehalten. Die strategische Überprüfung habe nun ergeben, dass eine komplette Abspaltung von Alcon als separat gehandeltes Unternehmen im besten Sinne der Aktionäre sei.

Alcon wird abgespaltet. Bild: AP

Zuletzt war in der Presse bereits über eine bevorstehende Börsennotierung von Alcon spekuliert worden.

Novartis-Chef Vas Narasimhan argumentiert: «Alcon ist zu einer Position der Stärke zurückgekehrt, und es ist an der Zeit, dem Bereich mehr Flexibilität für die Verfolgung seiner eigenen Wachstumsstrategie als weltweit führendes Unternehmen für ophthalmologische Produkte zu geben.»

Die Abtrennung von Alcon werde es beiden Unternehmen im Alleingang ermöglichen, sich «voll und ganz» auf ihre jeweiligen Wachstumsstrategien zu konzentrieren, heisst es weiter. Alcon konzentriere sich nun vollständig auf Augenchirurgie und den Bereich Vision Care, also Kontaktlinsen und deren Pflegeprodukte.

Unternehmen mit 20'000 Mitarbeitern

Alcon soll sowohl an der SIX Swiss Exchange als auch der New York Stock Exchange kotiert werden. Registriert werden soll das neue Unternehmen in der Schweiz, wobei Fort Worth in den USA ein wichtiger Standort bliebe. Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Halbjahr 2019 erwartet.

Aber erst müssen die Aktionäre an der Generalversammlung im Februar 2019 endgültig grünes Licht geben. Novartis geht den Angaben zufolge davon aus, dass die Transaktion steuerneutral sein wird.

Durch die Abspaltung wird laut Novartis ein weltweit führendes Unternehmen für Augenheilkunde-Produkte mit mehr als 20'000 Mitarbeitenden entstehen. Im Jahr 2017 hätte Alcon einen Umsatz von rund sieben Milliarden US-Dollar erzielt.

Im Zuge der Abspaltung wird Alcon-Chef Mike Ball designierter Präsident des Verwaltungsrats. Der operative Chef (COO) David Endicott wird zum neuen CEO befördert. Beide Ernennungen gelten per 1. Juli 2018.

Blockbuster bleibt bei Novartis

Gleichzeitig ist geplant, das Alcon-Portfolio an Arzneimitteln für die Augenheilkunde bei Novartis zu belassen. Dieses wurde bereits Anfang 2016 an einen anderen Novartis-Geschäftsbereich übertragen. Mit diesem Portfolio erwirtschaftete das Pharmaunternehmen 2017 einen Umsatz von 4,6 Milliarden Dollar.

Das Kronjuwel des Ophthalmologie-Portfolios ist das Medikament Brolucizumab – ein potenzieller Blockbuster. Das Präparat zur Behandlung neovaskulärer AMD und des diabetischen Makulaödems wird nun unter der Regie von Novartis weiterentwickelt und für die Markteinführung vorbereitet.

Aktienrückkauf

Zudem wird Novartis nun bis Ende 2019 eigene Aktien im Wert von fünf Milliarden US-Dollar zurückkaufen. Das entspricht dem Gegenwert von rund 2,8 Prozent der ausstehenden Anteile. Finanziert wird der Rückkauf vor allem mit dem Geld, das mit dem Verkauf des Anteils am Joint-Venture mit GSK eingenommen wurde.

Auch danach beabsichtige man, eine «starke und wachsende» Dividende in Schweizer Franken auszuschütten, hält Novartis fest. Eine Dividendenpolitik für Alcon sei indes noch nicht festgelegt worden.

Die Börse reagiert positiv auf die Ankündigung und stellt die Novartis-Papiere vorbörslich 2,9 Prozent höher. Vor allem der Aktienrückkauf kommt gut an. (awp/sda)

Zum allerersten Mal Farben sehen mit 66

Video: watson

Das könnte dich auch interessieren:

Fluchthelferin (72): «Ich nehme die Strafe absolut in Kauf»

Babys an der Macht

Frauen, die sich trennen, sind keine Opfer – verdammt!

Lo & Leduc geben Geheimkonzert auf der kleinen Bühne – und der Gurten dreht durch

Belauscht: Männer über «Bitches», «Brüste» und MDMA-Bowlen

40 Jugendliche wegen Serie «13 Reasons Why» in psychiatrischen Notfall eingeliefert

Plötzlich Frieden in Eritrea: «Bei den Flüchtlingen wird es nun knallhart ums Geld gehen»

Kaum ein Land hat weniger als die Schweiz – der grosse Sommerferien-Report

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Whistleblower-Plattform Swiss Leaks nimmt Betrieb auf

Swiss Leaks ist am Freitag offiziell gestartet. Die Whistleblowing-Plattform soll Leuten, die in der Schweizer Wirtschaft, Politik oder Verwaltung Missstände aufdecken wollen, eine Meldung unter Wahrung der Anonymität ermöglichen.

Das Team besteht aus rund 30 Freiwilligen, unter anderem auch dem Julius Bär-Whistleblower Rudolf Elmer, wie die Kampangenenorganisation Campax, die Gründerin von Swiss Leaks, am Freitag mitteilte.

Eingaben über die Website swiss-leaks.net sollen nach einer ersten …

Artikel lesen