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«Schämt ihr euch selbst nicht zutiefst?» PR-Aktion #FragNestlé geht ganz übel nach hinten los

21.09.2015, 12:2222.09.2015, 13:53

Die ARD nimmt «Nestlé» unter die Lupe: Der Konzern aus der Schweiz ist Thema in der Sendung Marken-Check, die heute Montag um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird.

Nestlé-Firmensitz in Vevey VD.<br data-editable="remove">
Nestlé-Firmensitz in Vevey VD.
Bild: KEYSTONE

Ein gefundenes Fressen für die PR-Abteilung des grössten Nahrungsmittelherstellers der Welt – die gleich mal das Hashtag #FragNestlé ersonnen, beworben und gehofft hat, auf Social Media ein paar Pluspunkte zu sammeln. Allein: Der Schuss ging ganz gewaltig nach hinten los.

Hoppla, was ist da denn los? Nun ja, die Firma, die 2013 einen Gewinn von satten zehn Milliarden Franken gemacht hat, ist bisher nicht gerade durch Menschlichkeit aufgefallen.

Vielen Kunden schmeckt zum Beispiel gar nicht, dass «Nestlé» sich in so unterschiedlichen Ländern wie Pakistan und den USA die Wasserrechte unter den Nagel gerissen hat. Das Nass wird im grossen Stil abgepumpt und abgefüllt, wodurch der Grundwasser-Pegel sinkt. Selbst in Afrika wird gebohrt.

Die Dokumentation «Bottled Life» über Nestlés Geschäft mit Trinkwasser.
YouTube/Simia Aldebaran

Und die Diskussion um den fragwürdigen Umgang mit dem Verkauf von Wasser ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein: Für Produkte aus Schokolade verwenden die Schweizer Palmöl, für deren Anbau Regenwald abgeholzt wird, behaupten Kritiker. Die Twitter-Gemeinde hat das nicht vergessen.

Einige fragen sich: Wie steht es um die Arbeitsbedingungen in den 447 Produktionsstätten des Konzerns, der in 194 Ländern aktiv ist?

Es hagelt nur so Kritik an den Schweizern.

Kurzum: Die Aktion ist ganz grosser Müll, weiss der User.

Ob du willst oder nicht: Diese zehn Grosskonzerne füllen deinen Magen

grafik: oxfam

Und auch wenn der eine oder andere Twitter-User die Sache mit Humor nimmt ...

... gibt es am Ende einen Konsens: Wer auch immer sich diese Twitter-Marketing-Kampagne ausgedacht hat, wird sich bald nach einem neuen Job umschauen müssen!

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39 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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philosophund
21.09.2015 15:21registriert September 2015
Lol.. wer denkt ein Grosskonzern mit Shareholderansatz wäre am Wohl der Lokalbevölkerung interessiert, glaubt wohl noch an den Weihnachtsmann oder an die "blocher'sche" Vollkommenheit.
Nestle der Grossvampir und die Lokalbevölkerung als Opfer. Ein paar "Schulen" und "Brünnelis" zu bauen ist gleichbedeutend wie wenn der Vampir seinem Opfer Aspirin gegen Kopfschmerzen verabreicht, aber insgeheim sich auf die Blutgerinnung freut. Ach ja..
Die Flucht vom Vampir endet in einem überfüllten Gummiboot - auch wenn es das Blochervölkle nicht wahrhaben möchte. Gruss Philosophund
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Berner
21.09.2015 15:21registriert Juni 2014
Selbst wenn Nestlé in Pakistan kein Wasser aufbereiten und in Flaschen abgefüllt verkaufen würde, hätte kein einziger Mensch in Pakistan plötzlich mehr Wasser zur Verfügung. Wie in "Bottled Life" leider nur in einem Nebensatz zu erfahren ist, ist die Wasserversorgung in einem derart schlechten Zustand, dass von einer flächendeckenden Versorgung mit sauberem Wasser keine Rede sein kann. Das ist aber nicht auf Nestlés Tätigkeiten zurückzuführen, sondern auf das Versagen der lokalen Behörden. "Recht auf Wasser" heisst eben nicht "Recht auf sauberes, nach Hause geliefertes Wasser".
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TanookiStormtrooper
21.09.2015 13:03registriert August 2015
Als nächstes holt sich die PR-Abteilung von Nestlé einen ganz dicken Product-Placement-Fisch an Land. Sie werden im nächsten Bond-Film die böse Organisation, die Bond bekämpfen muss. Spectre 2.0 sozusagen. ;)
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