Wirtschaft
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Blick auf das Casino in Campione d'Italia. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Es steht am Luganersee – einem der grössten Casinos von Europa droht die Insolvenz

16.01.18, 16:19 16.01.18, 17:09


Die italienische Justizbehörde hat ein Konkursverfahren des Casinos von Campione d'Italia beantragt. Das Spielhaus am Luganersee steht vor dem Bankrott. Mit einem rigorosen Sparprogramm will der Gemeindepräsident eine Schliessung in letzter Sekunde noch verhindern.

Die Staatsanwaltschaft von Como durchleuchtet die gemeindeeigene Spielbank in der italienischen Enklave Campione d'Italia am Luganersee bereits seit Monaten. Das Casino hat immense Geldsorgen.

Eigentlich müsste es alle zehn Tage einen festen Betrag von 700'000 Euro an die Gemeinde überweisen. Doch die Schulden belaufen sich mittlerweile auf 33 Millionen Franken, wie die Agentur Ansa am Dienstag mitteilte. Dazu kommen weitere 39 Millionen Franken an Schulden gegenüber Banken.

Roberto Salmoiraghi, Gemeindepräsident von Campione d'Italia, bestätigte zwar, dass die Zahlungen des Casinos an die Gemeinde nicht mehr entrichtet wurden. Er widerspricht aber dem Antrag der Staatsanwaltschaft dahingehend, dass gewisse Fakten «Ungenauigkeiten» aufweisen. Er unterstrich zudem, dass man bislang «überlebt habe».

600 Arbeitsplätze bedroht

Es gebe noch Spielraum, das Casino vor einem Bankrott zu retten, sagte der Gemeindepräsident in einer Rede vom Dienstag. Die Situation sei aber kritisch. Bereits seit zwei Monaten erhielten die Gemeindeangestellten keine Löhne. Schwere Einschnitte würden notwendig – mindestens fünf Millionen Franken im laufenden Jahr.

So sieht Salmoiraghis Sparprogramm unter anderem eine Gehaltskürzung von 20 Prozent sowie eine Rentenkürzung vor. 40 Jahre lang habe die Gemeinde von den Einnahmen des Casinos profitiert, bekräftigte der Gemeindepräsident. Doch heute müsse man den Gürtel enger schnallen und Opfer bringen. Er drohte zudem mit seinem Rückritt, falls sein Plan abgelehnt würde.

Falls das Casino die Türen endgültig schliessen muss, sind laut Salmoiraghi die Arbeitsplätze von rund 500 Casino-Mitarbeiter und 100 Angestellten der Gemeinde bedroht.

Roberto Salmoiraghi: Der Bürgermeister informiert über die finanzielle Lage des Casinos. Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Eines der grössten Casinos von Europa

Der Spielbank bleibt Zeit bis zum 12. Februar. Dann muss sie erklären, wie sie mit der Situation umgehen will. Ein Richter wird am 12. März über den Konkursantrag entscheiden.

Das Casino wurde 1933 auf Geheiss von Benito Mussolini gegründet. Der Duce wollte das mausarme Fischerdorf am Luganersee in eine nationale Mustergemeinde verwandeln. Die Enklave bekam in der Folge zahlreiche Privilegien, und aus der 1917 gebauten «Spielstätte mit angeschlossenem Theater» wurde ein Casino. Campione wurde dank den Einnahmen der Spielbank damals zu einer der reichsten Gemeinden Italiens.

Von 2006 bis 2007 wurde das Casino vom Tessiner Stararchitekten Mario Botta renoviert. Das als grösstes Casino Europas bekannte Spielhaus verfügt über dreizehn Etagen – sieben davon unterirdisch. (sda)

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7
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    Alle Leser-Kommentare
  • critico 17.01.2018 12:15
    Highlight die kleine gemeinde kriegte jahrelang jeden monat 2,1 mio, also wo ist die ganze kohle hin?
    1 1 Melden
  • Darkside 16.01.2018 17:38
    Highlight Mit einem Casino pleite gehen muss man auch erstmal können...
    27 0 Melden
  • ThePower 16.01.2018 17:14
    Highlight Wie kann ein Casino pleite gehen? Da muss man sich ja wirklich dumm anstellen mit all den Hausvorteilen und besoffenen, reichen Zockern😂
    19 0 Melden
  • FrancoL 16.01.2018 16:40
    Highlight Das Glücksspiel ist ein sandiger Untergrund, darauf lässt sich nicht nachhaltig bauen.
    36 9 Melden
  • speaker33 16.01.2018 16:38
    Highlight Da hat man anscheinend die frühen Anzeichen eines Bankrotts ignoriert. Zig Millionen von Schulden werden nicht über Nacht produziert.
    49 3 Melden
  • Snake Plissken 16.01.2018 16:32
    Highlight Vor allem ist der Botta-Bau eins: Potthässlich. Erinnert mich an eine Startrampe. Vielleicht übernimmt Elon Musk, aber eher unwahrscheinlich. Für den Abriss muss schlussendlich wohl die “reiche Schweiz“ aufkommen, weil Italia keine Kohle und Tsunami-Gefahr bei unkontrolliertem Sturz in den See...
    38 22 Melden
  • Altweibersommer 16.01.2018 16:30
    Highlight Oh diese ironie😈
    20 1 Melden

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