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Fairer Fisch? Die dunkle Seite des MSC-Siegels

Wer beim Fischkauf ein gutes Gewissen haben will, vertraut dem blauen MSC-Siegel. Aber garantiert das auch, dass der Fisch nachhaltig gefangen ist? Ein Dokumentarfilm weckt Zweifel.

Nicolai Kwasniewski / spiegel online



Ein Artikel von

Spiegel Online

Luís Rodriguez fängt mit seinem kleinen Kutter vor der galizischen Küste Tintenfisch auf althergebrachte Weise, mit Reusen. Eine mühsame Methode, die nicht viel einbringt, aber Fischbestände und Umwelt schont. Er hat kein Ökosiegel und er will es auch nicht: «Das MSC-Siegel ist aus meiner Sicht Betrug, weil es den industriellen Fangflotten hilft. Die Verbraucher haben keine Ahnung davon.»

Das blaue Siegel mit dem stilisierten Fisch wird vom Marine Stewardship Council (MSC) vergeben, einer gemeinnützigen Organisation, die 1997 vom World Wide Fund For Nature (WWF) und dem Konsumgüterkonzern Unilever gegründet wurde. Ziel des MSC ist es, für nachhaltigen Fischfang zu sorgen und das auch für den Verbraucher im Supermarkt kenntlich zu machen.

Viele vertrauen dem Logo, es ist mittlerweile weit verbreitet, zwölf Prozent der weltweiten Fischproduktion sind MSC-zertifiziert, bald soll es ein Drittel sein. Vom Öko-Anspruch ist nach Meinung von immer mehr Umweltschützern und Wissenschaftlern nicht mehr viel übrig, Greenpeace Österreich stuft das MSC-Siegel in seinem aktuellen Gütezeichen-Guide sogar als «absolut nicht vertrauenswürdig» ein. Daniel Pauly, Mitbegründer des MSC, wird deutlich: «Der MSC ist auf die dunkle Seite gewechselt – vollständig».

Fish with or without the MSC label from various countries is on ice on a market stall on the weekly market at Helvetiaplatz square in Zurich, Switzerland, pictured on March 12, 2013. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Fisch mit oder ohne MSC-Siegel aus verschiedenen Laendern liegt auf Eis an einem Marktstand auf dem Wochenmarkt am Helvetiaplatz in Zuerich, aufgenommen am 12. Maerz 2013. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Fisch mit dem MSC-Siegel auf dem Wochenmarkt am Helvetiaplatz in Zürich Bild: KEYSTONE

«Zuviel Perfektion ist gefährlich»

Der Journalist Wilfried Huismann hat sich für eine Dokumentation, die am Montagabend in der ARD ausgestrahlt wird, auf eine Recherche um die halbe Welt begeben. Er hat Fischer wie Luís Rodrigues und Wissenschaftler befragt, hat auf Fangflotten gedreht und mit Experten gesprochen, die für das System MSC arbeiten.

Wer den Film gesehen hat, dürfte beim Griff nach MSC-Fisch künftig zögern.

Der MSC verfolge einen pragmatischen Ansatz, sagt der Chef der Organisation, Rupert Howes. (Lesen Sie hier ein ausführliches Interview von Februar) Es gehe nicht darum, die besten zehn Prozent der Fischereien noch perfekter zu machen, sondern alle reinzuholen, auch «die asiatischen Schrottfischereien», wie Howes in der Dokumentation sagt. Es ist eine Haltung, die auch dem WWF schon viel Kritik eingebracht hat. «Zuviel Perfektion ist gefährlich», sagt Howes. «Es geht darum, die Fischerei insgesamt in Richtung Nachhaltigkeit zu schieben.»

Aber geht das Konzept auf?

In this Nov. 22, 2012 photo, fishermen work to unload a net full of anchovies during a fishing expedition in the Pacific Ocean, off the coast of El Callao, Peru. Many believe the modernization of the port may have a negative impact on their livelihood, but fishermen also are concerned that overfishing has depleted the waters of scorpion fish, horse mackerel and mullet. Fishermen once arrived at El Callao's docks and sold as much as 110 pounds of fish. Nowadays, no more than 15 pounds are offered. (AP Photo/Rodrigo Abd)

Fischer in Peru Bild: AP

Im Januar warnten 66 Organisation und Wissenschaftler in einem offenen Brief an die MSC-Führung vor einer Ausweitung der Zertifizierungen. Die Vorgaben seien mangelhaft, so dass «in den vergangenen Jahren eine wachsende Zahl von umstrittenen Fischereien zertifiziert wurden», obwohl diese unter anderem «das empfindliche Ökosystem am Meeresboden irreversibel zerstören, weiterhin überfischte Arten fangen und zu einem grossen Teil nicht-zertifizierte Fangmethoden einsetzen».

Der MSC begrüsste «die konstruktive Kritik», Anregungen und Einwände seien ausdrücklich erwünscht. Das Ziel bleibe aber, «den Fischereisektor auf globaler Ebene nachhaltiger zu machen» und die Anforderungen «zugleich wirksam und erfüllbar» zu gestalten.

Delfingefährdung mit Nachhaltigkeitssiegel

Der Film zeigt viele Schwachpunkte des Systems, zum Beispiel bei der Thunfisch-Fischerei in Mexiko. Die grossen Fische gehen eine Fressgemeinschaft mit Delfinen ein – oben schwimmen die Delfine, unten die Thunfische. So lassen sich die Schwärme gut entdecken und jagen. Sie werden mit Schnellbooten und teilweise mit Hubschraubern zusammengetrieben und dann mit einem Ringwadennetz gefangen – viele Delfine verheddern sich in den Netzen und sterben.

Jahrzehntelang wurde mexikanischer Thunfisch deshalb in Europa und den USA vom Handel boykottiert. Seit Kurzem trägt diese Fangmethode aber das MSC-Logo. Die Industrie behauptet, die Delfine würden aus dem Netz befreit. Der MSC gibt die Zahl der toten Delfine auf den 36 zertifizierten mexikanischen Fangschiffen mit weniger als 500 in einem Jahr an. Insider sprechen in dem Dokumentarfilm von Zahlen, die um ein Vielfaches höher liegen.

FILE - In this April 23, 2016 file photo, Elijah Voge-Meyers carries cod caught in the nets of a trawler off the coast of New Hampshire. The United States and Canada have brokered a deal to share what's left of the dwindling North American cod fishing business in the Atlantic next year. The two fisheries overlap in the eastern reaches of Georges Bank, an important fishing area located off of New England. (AP Photo/Robert F. Bukaty, file)

Ein Fischer vor der Küste von New Hampshire. Bild: AP

Ob Schleppnetzfischerei in der Nordsee, Delfine als trauriger Beifang in Mexiko, Haie, die nur für ihre Flossen gefangen werden, oder industrielle Fangflotten, die Tausende Tonnen Fisch auf einer Fahrt fangen: Überall zeigen sich die Schwächen des MSC-Systems. Die Überwachung scheint mangelhaft, Betriebe versuchen, Beobachter zu bestechen, Prüfgesellschaften bescheinigen schnell, dass nicht überfischt wird.

MSC-Chef Howes verweist im Film darauf, dass sich die Organisation auf das Urteil der unabhängigen Prüfer verlassen muss. «Wir selbst haben keine vorgefasste Meinung darüber, was nachhaltig ist, und was nicht.»

Aber so unabhängig sind die Prüfer gar nicht, sagt der MSC-Mitbegründer Daniel Pauly: «Alle Leute im MSC-System wissen, dass nur eine Zertifizierung Geld in den MSC spült. Das ist ein Anreiz, zu einem positiven Prüfergebnis zu kommen.» Denn die Prüfer werden von den Fischereien bezahlt, nicht vom MSC – wer eine Zertifizierung ablehnt, dürfte kaum einen Folgeauftrag bekommen.

Pauly ist tief enttäuscht und erklärt die Idee für gescheitert: «Der MSC sollte die Interessen von zwei Gruppen vertreten: Industrie und Naturschutz. Deshalb wurde er gegründet, aber er tut es nicht. Er ist von der Industrie gekapert worden.»

«Das Geschäft mit dem Fischsiegel – die dunkle Seite des MSC», Montag, 22.45 Uhr, ARD

Ein Schweizer hat eine Lösung gegen die Plastikschwemme

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Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • Koala91 24.04.2018 00:01
    Highlight Highlight Ich darf behaupten mich mit labels differenziert beschaeftigt zu haben und kann euch folgendes fazit nahe legen:

    Die labels sind nicht perfekt. Fische ohne labels erst recht nicht. Kauft deshalb einheimische fische und wenns sein muss meeresfische mit labels.
    Man muss sich leider mit wenig zu frieden geben.
  • züristone 23.04.2018 23:53
    Highlight Highlight Danke für den Bericht, habe mir den Dokfilm gerade angeschaut. Es ist wirklich schwierig den Gütesiegeln noch zu vertrauen. Schade, ich mag Fisch, aber ab jetzt werde ich den Konsum auf frische Forellen und Meerfische im Urlaub (Frischfang von melnen Verwandten) reduzieren.
  • Triple 23.04.2018 14:40
    Highlight Highlight Ganz einfach, in einem Binnenland keinen Fisch aus dem Meer konsumieren. Vertraue eh keinem dieser Siegel, geht doch nur darum Kohle zu machen.
  • Snowy 23.04.2018 12:02
    Highlight Highlight Sollen wir deshalb gar nicht mehr auf entsprechende Siegel (MSC, Bio) achten und einfach kaufen, was grad günstig zu haben ist?

    NEIN.

    Sollen wir endlich Politiker wählen, die unseren Planeten nachhaltig schützen (und z.B. MSC in den Arsch treten oder sich für die Gewässerschutzinitiative stark machen): JA.

    Noch mehr bad news von der Nachhaltigskeitsfront: http://www.sueddeutsche.de/kultur/interview-zu-konsumverhalten-es-gibt-heute-mehr-sklaven-als-zur-zeit-des-sklavenhandels-1.3923268
    • N. Y. P. D. 23.04.2018 19:15
      Highlight Highlight @Snowy, weisst Du wer die Macht hätte, grosse Dinge zu bewegen?

      Politiker ?
      Regierungen ?
      Firmen ?

      3x Nein

      Es sind die Konsumenten !

      Vor ca 25 Jahren wollte Esso eine Ölplattform, statt zurückzubauen, einfach in der Nordsee versenken.
      Ich glaube, es war Greenpeace, die zum weltweiten Boykott von Esso* aufgerufen hat.
      Nach einer Woche kapitulierte Esso.

      Mit solchen Aktionen könnte zum Beispiel gegen den Walfang vorgegangen werden. Es gäbe soviel zu verbessern..

      *oder Shell
    • Snowy 24.04.2018 10:50
      Highlight Highlight Absolut Deiner Meinung.

      Wir Konsumenten "hätten" sehr wohl grosse Macht. Wir nutzen sie aber nicht oder nur marginal... oder fällt Dir ausser der Brent Spar Ölplattform von Shell ein anderes Bsp ein, wo ein Multi seine Handlungen nachhaltig ändern musste?
      Mir leider auch nicht.

      Das ist leider die ernüchternde Wahrheit. Der Durchschnittsbürger hat keine Ahnung wie seine Nahrung oder seine Kleider wirklich hergestellt werden - und noch schlimmer: Es ist ihm auch egal.

      Offensichtlich muss zuerst ein Ozean leergefischt sein und Leute an multisresistenten Keimen sterben, bis sich hier was ändert
    • N. Y. P. D. 24.04.2018 12:28
      Highlight Highlight Es müsste eine weltweite, länderübergreifende Konsumentenvereinigung*
      geben.
      Dann könnte man sich einem Problem nach dem anderen widmen. Die Besonderheit wäre, dass man sich immer nur einer Sache annimmt. BIS sie erledigt ist. Mit der Zeit baut man sich den Ruf auf, nicht nachzugeben.

      Ich würde als erstes das Thema Walfang Japan in den Fokus nehmen. Als Angriffspunkt sähe ich die Autoindustrie. (Ja, darf man als unfair bezeichnen, dieses Vorgehen.)

      Es gäbe viele Fragen zu klären, aber mit ein paar Verwegenen sowas aufzubauen, wäre schon was Tolles.

      *mit griffigem Namen
    Weitere Antworten anzeigen
  • ThomasHiller 23.04.2018 11:56
    Highlight Highlight WWF und die Zusammenarbeit mit Konzernen - ein altbekanntes Thema und selten eins, das den Naturschutz voranbringt...
    Dazu gibt es genug Dokumentationen, beispielsweise "Der Pakt mit dem Panda".
  • Matthias Ott (1) 23.04.2018 11:51
    Highlight Highlight Die gleiche üble Sache wie beim Holz-Label FSC. Da kommt noch dazu, dass die Regeln von Land zu Land verschieden sind: In Russland sind Praktiken erlaubt, die in der Schweiz sogar ohne Label von Gesetzes wegen verboten sind. Von der unterschiedlichen Genauigkeit bei den Kontrollen ganz zu schweigen.

    Der WWF als Mit-Begründer von MSC und FSC stände da echt in der Pflicht, mindestens für Transparenz zu sorgen. Sonst verliert er seine Glaubwürdigkeit.
  • meine senf 23.04.2018 11:47
    Highlight Highlight Was auch noch negativ daran ist, dass sowas auch andere Labels in den Dreck zieht. Jeder der sich sagt "Bio allgemein und alle Labels sind doch eh nur Beschiss" wird sich nun bestätigt fühlen.

    Leider ist der WWF allgemein als sehr industrienah bekannt und kaum unabhängig. Die Gründer hatten das sicher nicht vorgesehen, aber mittlerweile ist der WWF eher eine Greenwashing-Organisation. Auch bei Greenpeace ist nicht alles Gold was glänzt, aber die nehmen kein Geld der Industrie an (trotz aktueller Finanznot).
    • Alnothur 23.04.2018 16:53
      Highlight Highlight Bio ist aber gerade bei der Feldbewirtschaftung alles andere als das Gelbe vom Ei. Da werden zum Teil übelste Pestizide erlaubt, weil diese "natürlich" sind und vor 100 Jahren halt auch schon benutzt wurden, obwohl es viel schonenderes gäbe.
    • Saraina 23.04.2018 18:49
      Highlight Highlight Alnothur: hast dafür Beispiele?
  • Dinolino 23.04.2018 11:29
    Highlight Highlight blablabla...solang der Konsument die Chance hat MSC zertifizierte Produkte zu Spotpreisen zu kaufen (guckst du mal im Aldi nach), wird sich nichts ändern.
  • karl_e 23.04.2018 11:27
    Highlight Highlight Es ist absehbar, dass Dorsch, Kabeljau, Hering etc. dereinst so teuer sein werden wie heute schon die Seezunge oder der Seeteufel, also etwa gleich teuer wie bestes Rindsfilet. Interessant, wie die Fischerei die eigene Lebensgrundlagen vernichtet.
    Zur Erinnerung: Die Neufundlandbank, die einst mit ihrem Dorsch halb Europa die Fastenspeise lieferte, wurde schon längst leergefischt. Jetzt fischt man mit Fabrikschiffen die Küsten Afrikas leer, was die seetüchtigen Einheimischenzu Piraten macht - wie in Somalia.
  • mostlyharmless 23.04.2018 11:23
    Highlight Highlight Gopfertammisiech, und ich sag meinem Kind noch, es soll drauf achten.

    Ich selbst machs mir ja seit fünf Jahren einfach und kaufe überhaupt keine toten Tiere mehr.
    • G-Man 23.04.2018 13:19
      Highlight Highlight Die lebenden springen aber immer wieder aus der Pfanne raus...
  • lily.mcbean 23.04.2018 11:22
    Highlight Highlight Danke das ihr darüber schreibt! Ich hatte schon von einigen Jahren mal einen Bericht darrüber gelesen und bin zum Schluss gekommen das ich besser so wenig Fisch wie nur irgendwie nötig Kaufe. Jezt esse ich vorwiegend Forelle aus heimischer Fischerei und vielleicht alle par Monate ein par Fischstäbli. Weil sind wir ehrlich, sowas wie nachhaltige Fischerei gibts nicht.
  • Die Redaktion 23.04.2018 10:47
    Highlight Highlight Ich esse seit 15 Jahren keinen Fisch mehr. Gezüchtet belasten sie Gewässer und Meere, wild gefangen fehlen sie in der Nahrungskette. Keine Ahnung in welchen Höhlen ihr gehaust habt.

    Eigentlich reicht dieser Wikipediaeintrag um niemehr Fisch zu essen.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Beifang_(Fischerei)

    Hier noch als Schmankerl:
    Play Icon
    • mostlyharmless 23.04.2018 13:14
      Highlight Highlight Aquaponik - auch schlecht? (Sorry, keine Zeit für Recherchen, vielleicht wissen Sie ja grad etwas.)
  • A_C_Doyle 23.04.2018 10:46
    Highlight Highlight Autsch, das ist jetzt echt ne Ohrfeige :-(
    Sollte doch von anfang an klar sein, dass wenn Prüfer vom Geprüften bezahlt werden, diese wohl kaum komplett unparteiisch sein können. Selbst wenn sie es wollten, wer von jemand anderem Geld erhält ist unterbewusst immer im Modus “Ich muss mich da jetzt revanchieren “.

    Die Grundlage für die kein Trinkgeld oder Geschenke Politik bei uns und das macht auch Sinn.
  • Bert der Geologe 23.04.2018 10:07
    Highlight Highlight Mich wundert das nicht. Meeresfisch sollte aus logischer, resp. logistischer Sicht in der Schweiz ein Luxusprodukt sein.. Ist es aber nicht. Günstiger Frischfisch gehört mittlerweilen zum Sortiment jedes Supermarktes. Fischstäbli als Billigfutter. Crevetten, noch perverser: Prix Garantie. Lachs oder Thunfisch in Dosen: Daueraktion. Natürlich kaufen wir gerne Fisch, weil uns das gut schmeckt. Aber irgendwann ist dann mal ausgefischt und wir müssen dann auch den Blumenkohl wieder gern haben.
    • The Writer Formerly Known as Peter 23.04.2018 11:07
      Highlight Highlight Dafür gehört doch der Blumenkohl zum Fisch dazu! ;) Aber du hast natürlich ganz Recht. Es geht nur um die Ökonomie. Die Umwelt ist dabei ziemlich egal.
    • Die Redaktion 23.04.2018 11:33
      Highlight Highlight Möchten sie mehr wissen?
      Play Icon
  • Schmirinskis 23.04.2018 09:42
    Highlight Highlight Das gute Gewissen beim Kauf von MSC Fisch war also all die Jahre falsch. Ich geniere mich, dass ich mich nicht selbst erkundigt habe. Fazit: Lizenz holen und beim Wunsch nach Fisch selbst fangen. Die Fangstelle ist nur 10 Minuten zu Fuss von zu Hause. Umso trauriger, dass ich auch gekauft habe.
  • Chamäleon 23.04.2018 09:39
    Highlight Highlight Ich kaufe schon seit längerer Zeit keinen Fisch mehr, ausser ich kriege welchen frisch vom bekannten Fischer. Traue nur bedingt den Labels, weil es zu „schön“ und einfach klingt um wahr zu sein.
  • Nelson Muntz 23.04.2018 08:59
    Highlight Highlight Und worauf sollte man nun achten? Gilt es nur für MSC Fische aus asiatischen Gewässern? Ist der Atlantik somit weiterhin ok? Gibt es alternativen zu MSC?
  • NaSkivaL 23.04.2018 08:44
    Highlight Highlight Welchen Fisch kann man dann im Binnenland noch kaufen, wenn man nicht nur einheimische Arten in der Pfanne will? Gibt es andere, empfehlenswerte Zertifikate?
    • Kleine Hexe 23.04.2018 09:31
      Highlight Highlight Nein. Die Hochseefischerei ist an sich ein krankes System. Es wird subventioniert ohne Ende, überfischt, es werden Ökosysteme zerstört. Schutzgebiete funktionieren nicht, weil man sich in internationalen Gewässern nicht zwingend daran halten muss.
      Die radikale Lösung wäre die Hochsee komplett zu sperren und Fischfang nur in den Küstenzonen zu erlauben. Wenn die Bestände nachhaltig befischt würden, wäre das sogar ohne grössere Einbussen möglich. Zudem würden die Gewinne wieder fairer verteilt.
    • tannair 23.04.2018 10:41
      Highlight Highlight Leider nein. Alle Zertifikate sind nicht das, was wir wahrscheinlich erwarten. Gab dazu ein Kassesturz Bericht: https://www.srf.ch/sendungen/kassensturz-espresso/themen/umwelt-und-verkehr/eine-uebersicht-ueber-die-fisch-umweltlabels
    • Die Redaktion 23.04.2018 10:50
      Highlight Highlight @littlewitch

      An den Küsten leben aber doch meist die Jungtiere, da sie sich dort besser verstecken können. Selbstverständlich gilt das nicht für alle Arten, aber generell ist es leider schon richtig. Das Einzige was man machen kann, keinen Fisch mehr essen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • demian 23.04.2018 08:33
    Highlight Highlight Was mir einfach nicht in den Kopf geht ist, dass es den Leuten offenbar egal ist, was die Konsequenzen der Fischerei in diesem Ausmass sind.

    Interessiert die Umwelt nicht? Oder stehen die eigenen Bedürfnisse darüber?
    • panaap 23.04.2018 09:51
      Highlight Highlight Beides
    • Kreasty 23.04.2018 16:44
      Highlight Highlight Kein Angriff an dich, aber wie lange bist du schon auf der Welt? :o

      Dies ist leider nicht das einzige Siegel welches den Ruf nicht mehr verdient... Aber man zahlt ja dafür weil man sich besser fühlt.

      Ist bei einigen deklarierten Produkten gleich.
    • Alnothur 23.04.2018 16:48
      Highlight Highlight Beides. Ich meine, die Leute interessiert es ja auch nicht, dass das 7€-T-Shirt vom Kik von einem Fünfjährigen genäht und ohne Schutz von einer Siebenjährigen in der Farbe eingeweicht wurde. Oder dass die Arbeiter im nächsten Amazon-Lager in Flaschen pinkeln, weil sie sich nicht trauen, aufs Klo zu gehen. Da steht sowas erst recht ganz hinten an.
  • reamiado 23.04.2018 08:31
    Highlight Highlight Wusste ich nicht, traurig!
  • lilie 23.04.2018 08:29
    Highlight Highlight Das ist echt tragisch. Ich wusste schon, dass MSC nicht alles ist, was es verspricht, aber dass es so schlimm ist...

    Die Frage ist: Was ist die Lösung? Klar kann ich nur noch Fisch aus dem Zürichsee oder aus Zuchten essen - dann bin ich auf der sicheren Seite.

    Und sicher ist es grundsätzlich vernünftig, als Binnenländer nicht regelmässig Meeresfisch zu essen. Die Überfischung bleibt nämlich ein Problem, egal mit welchem Label.

    Von dem her ist da sowieso auch Vernunft vom Konsumenten gefragt.
    • Schluch 23.04.2018 09:25
      Highlight Highlight Zuchtfisch kiegt leider überwiegend billige Fischpellets als Futter. Deren Produktion wird überhaupt nicht zertifiziert.
    • Die Redaktion 23.04.2018 10:54
      Highlight Highlight @pippapo

      Werden diese dem reichlich verwendeten Antibiotika beigemengt? Zuchtfisch kann man nicht guten Gewissens essen.
    • lilie 23.04.2018 11:45
      Highlight Highlight Ihr habt natürlich recht, Zuchtfisch ist auch problematisch. Zumindest, wenn man Raubfische wie Lachs oder Thunfisch aus Zuchten bezieht. Diese benötigen mehrere Kilogramm andere Fische, um selber ein Kilogramm Fleisch zu liefern!

      Zukunftsträchtig hingegen könnte die Zucht von vegetarischen Fischarten sein. Es gibt eine Sorte, die selbst geschnittenen Rasen vertilgt.

      Und logisch ist die Biozucht ohne Antibiotika immer vorzuziehen.

      https://www.zeit.de/2010/22/E-Aquakultur-Fischfarm/seite-3
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scaros_2 23.04.2018 08:21
    Highlight Highlight Mal wieder der Beweis, dass diese Siegel langfristig nie das erreichen was sie im Ursprung wollten. Generell müssten solche Siegel von der EU her kommen oder der FDA. Und diese müssten sich selbst prüfen.

    Gemeinnützige Organisationen ist gut und recht jedoch haben die langfristig nicht den Atem dazu.
    • lilie 23.04.2018 09:09
      Highlight Highlight Oh bitte nicht selber überprüfen! Migros macht das, das ist doch reine Augenwischerei!

      Nein, ein Label, egal, worum es geht, muss von einer unabhängigen Organisation/Stelle überprüft werden.
  • N. Y. P. D. 23.04.2018 08:17
    Highlight Highlight Fangflotten mit riesigen Schleppnetzen kriegen also das MSC - Gütesiegel. Da biste sprachlos.

    Und ich Naivling dachte, dass wenn MSC draufsteht, wird kein einziger Delfin als Beifang gefangen.

    Klar, wenn die MSC-Leute nur bei einer Zertifizierung ihren Lohn erhalten, ist das System für die Füchse.

    MSC ist also auch scheisse. Ernüchternder Bericht.

    Sowieso : Wer hat noch die Übersicht, über den Gütesiegeldschungel ?
    • saukaibli 23.04.2018 10:40
      Highlight Highlight "Wer hat noch die Übersicht, über den Gütesiegeldschungel?". Am ehesten wohl der WWF. Es gibt auch eine App mit Gütesiegeln und anderen Infos zu nachhaltigen Nahrungsmitteln.
    • *sharky* 23.04.2018 12:47
      Highlight Highlight Ach die lieben Delphine.. nur weil sie grinsen sind sie auch nett? Ich mag Delphine aber noch mehr mehr mag ich Haie.. beides Raubfische, mal mehr mal weniger gefrässig. WWF ist auch nicht das gelbe vom Ei, ganz und gar nicht.. auf YT kann einem geholfen werden. Das beste Rezept ist m. M. n Fisch- und Fleischkonsum auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. So esse ich z. B. seit gut 20 Jahren keinen Tuna, obwohl es sehr lecker ist. Klassischer Zuchtfisch, es gibt auch nachhaltige Konzepte, oder Shrimps sind definitiv tabu. Sich informieren und die Scheuklappen abmontieren ist dazu unerlässlich.
    • Bene883 23.04.2018 13:21
      Highlight Highlight Agree. Deshalb nur noch Fisch aus Zucht, wenn nicht tierfreundlich (leider), dann immerhin Umweltneutral (Keine Überfischung/Zerstörung von Meeresregionen), idealerweise aus schweizer Zucht -> Kurze Distanzen. Die Idee vom frischem, ökologisch korrektem Fisch ohne Beifang aus dem Supermarkt (3.50 pro 100g) ist einfach unmöglich...
    Weitere Antworten anzeigen
  • pinex 23.04.2018 08:15
    Highlight Highlight Schade...
  • chnobli1896 23.04.2018 08:09
    Highlight Highlight Wäre interessant zu wissen was Migros und Coop dazu sagt?!

    Anyway, nichts essen, was man nicht selber geschlachtet oder gefangen hat :-)
    • N. Y. P. D. 23.04.2018 08:57
      Highlight Highlight Wir sind besorgt.

      Wir werden die Entwicklung beobachten.

      Wir werden diesen Anschuldigungen nachgehen.

      etc.
  • marcog 23.04.2018 08:03
    Highlight Highlight Fisch, Holz, Palmöl, ... Das Zeugs ist alles per Definition nicht nachhaltig, weil es für 7 Milliarden Menschen einfach zu wenig gibt.
    • Snowy 23.04.2018 12:54
      Highlight Highlight Beim Holz kommt es auf die Sorte an.
      Fleisch fehlt in Deiner Aufzählung...
    • who cares? 23.04.2018 21:14
      Highlight Highlight Palmöl ist effizienter als andere Ölpflanzen. Und wenn dein industriell hergestelltes Guetsli Butter anstatt Palmöl drin hat, ist es sicher nicht nachhaltiger. Das Problem sind die nicht existenten dringend benötigten Regulierungen in den Anbaugebieten

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