Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04123627 President of FC Bayern Munich Uli Hoeness leaves the regional court II after the verdict was announced in Munich, Germany, 13 March 2014. Uli Hoeness, the president of German football champions Bayern Munich, was sentenced to three and half years in jail on Thursday after being found guilty of evading taxes estimated at 27.2 million euros (38 million dollars) by a court in Munich. The footballing boss had previously admitted to dodging millions of euros in taxes. His defence team had asked the court for a suspended sentence, while prosecutors had demanded a jail sentence of five and half years. Hoeness is to appeal his conviction for tax evasion.  EPA/ANDREAS GEBERT

Uli Hoeness und seine Frau Susanne verlassen das Gerichtsgebäude in München nach dem Urteil gegen den ehemaligen FC-Bayern-Manager (März 2014). Bild: EPA/DPA

Beihilfe zur Steuerhinterziehung 

Auf der Flucht vor den deutschen Behörden: Uli Hoeness' Banker hat sich in die Schweiz abgesetzt

Der ehemalige Finanzberater von Uli Hoeness ist nach «Spiegel»-Informationen in die Schweiz geflüchtet. Ein schwerer Schlag für die deutschen Ermittler, die den Banker wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung zur Rechenschaft ziehen wollen. 

ralf buschmann, jörg schmitt / spiegel online

Ein Artikel von

Spiegel Online

Das Leben von Uli Hoeness soll unter dem Titel «Der Patriarch» verfilmt werden. Es soll ein Dokumentarfilm werden, der den Aufstieg und Fall des ehemaligen Präsidenten des FC Bayern München abhandelt. Die Steueraffäre und die Hinterziehung von annähernd 25,8 Millionen Euro dürfen in der Geschichte freilich nicht fehlen. 

Möglicherweise müssen die Drehbuchautoren nun noch ein weiteres Kapitel hinzufügen. Eine Fluchtszene, die den Fall Hoeness nun endgültig zum echten Thriller macht. 

Denn Hoeness ehemaliger Banker, der Schweizer Jürg Hügli, 61, befindet sich nach Informationen des «Spiegel» auf der Flucht vor den deutschen und polnischen Justizbehörden. Ende vergangener Woche soll sich der langjährige Leiter Devisenabteilung des Zürcher Bankhauses Vontobel mit dem Auto von Warschau in die Schweiz abgesetzt haben. Hügli war am 22. Oktober wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung mit einem internationalen Haftbefehl an seinem Warschauer Zweitwohnsitz festgenommen worden. Nachdem das Bankhaus Vontobel eine Kaution von knapp 300'000 Schweizer Franken gezahlt hatte, kam er unter strengen Meldeauflagen wieder auf freien Fuss. Der Banker musste seinen Reisepass abgeben und sich alle zwei Tage bei der Polizei in Warschau melden. 

Seine Flucht in die Schweiz ist für die deutschen Ermittler mehr als ärgerlich. Der Banker, der sich offenbar in seinem Haus am Zürichsee aufhält, ist dort zunächst vor dem Zugriff der deutschen Justiz sicher. Die Schweiz liefert ihre Staatsbürger wegen Steuerdelikten nicht aus. Weder die Staatsanwaltschaft München II, noch Hüglis deutscher Anwalt wollten sich auf Anfrage des «Spiegel» zu der Flucht äussern.

Ein Sprecher der Bank Vontobel bestätigte die Rückkehr Hüglis in die Schweiz: «Die Person hat uns nachträglich über ihre Rückkehr in die Schweiz informiert», erklärte ein Sprecher seines Arbeitgebers, der Bank Vontobel. Er habe sich in ärztliche Behandlung begeben. Über die Rückkehr hatte zuvor der Banken-Blog «Inside Paradeplatz» berichtet. 

Hügli war in Geldangelegenheiten der wichtigste Vertraute von Ex-Bayern-Boss Hoeness. Der Topbanker betreute die Millionendeals des Fussballmanagers schon seit Ende der neunziger Jahre, wickelte zahlreiche Geschäfte mit dem nun zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilten Hoeness ab. Die Staatsanwaltschaft München II erliess bereits im Juni einen europäischen Haftbefehl gegen Hügli, der Vorwurf lautet: Beihilfe zur Steuerhinterziehung in sieben Fällen. Zur Dauer einer möglichen Strafe schreiben die Ermittler: «Insgesamt höchstens 15 Jahre». 

Im Haftbefehl, der dem «Spiegel» vorliegt, erläutern die Ermittler auch die Zusammenarbeit von Hoeness und Hügli: «Die Geschäfte wurden ausschliesslich telefonisch abgewickelt und die Belege banklagernd verwahrt. Dadurch wurde, wie der Beschuldigte Hügli wusste, die Verheimlichung der Geschäfte vor dem deutschen Fiskus ermöglicht beziehungsweise wesentlich erleichtert.»

JVA Landsberg, Uli Hoeness' neues Zuhause (1. April 2014)

Kennst du schon die watson-App?

85'000 Menschen in der Schweiz nutzen bereits watson für die Hosentasche. Und die Bewertungen sind top. Willst auch du mit watson auf frische Weise informiert sein? Hol dir jetzt die kostenlose App für iPhone/iPad und Android.



Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • ZHighlander 28.11.2014 09:39
    Highlight Highlight Im Staate Deuschland mit der offenbar grassierenden Indiskretionskultur würde ich die Bankpost auch banklagernd halten. Aufträge werden standardmässig über das Telefon abgewickelt, wie sonst? Via E-mail etwa, das liegenbleiben kann und keine rechtskraft besitzt?
    0 0 Melden

Grösste Lohn-Erhebung: So viel verdienen Schweizer im Monat

Das Bundesamt für Statistik hat neue Zahlen zu Löhnen in der Schweiz veröffentlicht. 

Die Lohnstrukturerhebung wird vom Bundesamt für Statistik veröffentlicht, es ist die umfassendste Erhebung zu den Löhnen. Am Freitag wurden neue Zahlen herausgegeben, die die Löhne für einzelne Berufe zeigen, nach Lebensalter und nach Geschlecht – und dies wiederum aufgeteilt auf einzelne Wirtschaftsregionen. Es ist eine repräsentative Erhebung, die auf Angaben von gut 37'000 Unternehmen beruht und total 1.7 Millionen Arbeitsplätze erfasst, also etwa jeden dritten Beschäftigten.

Zur …

Artikel lesen
Link to Article