Wirtschaft
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FILE - This June 29, 2006, file photo shows a sign at the Monsanto Co. headquarters in St. Louis. A San Francisco jury on Friday, Aug. 10, 2018, ordered agribusiness giant Monsanto to pay $289 million to a former school groundskeeper dying of cancer, saying the company's popular Roundup weed killer contributed to his disease. (AP Photo/James A. Finley, File)

Ein Firmenschild vor dem US-Hauptsitz von Monsanto in St. Louis. Bild: AP/AP

Diesem krebskranken Mann muss Monsanto 289 Millionen Dollar Zahlen – wegen Glyphosat

11.08.18, 05:36 11.08.18, 09:51


Im Prozess um glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel hat ein Geschworenengericht in Kalifornien die Bayer-Tochter Monsanto dazu verurteilt, einem an Krebs erkrankten Mann Schadenersatz in Höhe von 289 Millionen Dollar zu zahlen.

Das Unternehmen habe es versäumt, den Mann und andere Verbraucher vor den Krebsrisiken seiner Unkrautvernichter zu warnen, entschied das Gericht am Freitag. Der als Schädlingsbekämpfer an Schulen tätige Dewayne Johnson hatte bis zu 30 Mal im Jahr Unkrautvernichter eingesetzt. Der 46-Jährige warf dem Unternehmen vor, durch die Mittel am Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt zu sein.

Monsanto kündigte Berufung gegen das Urteil an. Die Produkte hätten «eine 40-jährige Geschichte der sichere Anwendung» und seien weiterhin ein «wichtiges, wirksames und sicheres Mittel» für die Nutzer, hiess es in einer Erklärung.

Monsanto-Vizepräsident Scott Partridge sagte ausserdem vor dem Gericht in San Francisco zu Journalisten: «Die Geschworenen haben eine falsche Entscheidung getroffen.» Das Urteil ändere «nicht die wissenschaftlichen Befunde», die Glyphosat als harmlos beurteilten.

Das Unternehmen bestreitet obendrein, dass Glyphosat Krebs verursacht. In der Stellungnahme heisst es zwar, Monsanto habe «Mitgefühl mit Herrn Johnson und seiner Familie».

Wissenschaft widerspricht

Der heutige Entscheid ändere jedoch nichts an der Tatsache, dass mehr als 800 wissenschaftliche Studien und Bewertungen - einschliesslich derjenigen der US-Umweltbehörde EPA, der Nationalen Gesundheitsinstitute und anderer Behörden weltweit - den Befund unterstützten, dass Glyphosat nicht krebserregend sei.

Obwohl es sich nur um einen Einzelfall und keine Sammelklage handelte, ist der Prozessausgang für Bayer und Monsanto brisant, da es die erste Gerichtsentscheidung überhaupt ist und sie wegweisend für die zahlreichen anderen Verfahren sein könnte. Der jetzige Fall war zuerst verhandelt worden, weil Kläger Johnson bereits im Sterben liegt und deshalb in Kalifornien Anrecht auf einen schnelleren Prozessbeginn hatte. Monsanto sieht sich mehr als 5000 ähnlicher Klagen in den USA gegenüber.

Tatsächlich ist die Frage, ob Monsantos Verkaufsschlager Roundup zu Krebs führen kann, hoch umstritten. Trotz der zahlreichen vom Unternehmen zitierten Studien, stufte die Internationale Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Unkrautvernichter 2015 als «wahrscheinlich krebserregend» für Menschen ein. (sda/reu/dpa/afp)

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Brikne, 20.7.2017
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32Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zeusli 13.08.2018 07:23
    Highlight Kaum ist Monsato von Bayer gekauft häufen sich die Klagen... Zufälle gibts... bezahlt jetzt Bayer für die Monsanto-Sünden... immerhin triffts kein unbeschriebenes Blatt 😬
    5 0 Melden
  • marcog 12.08.2018 17:42
    Highlight Haha, ein Geschworenengericht. Das Urteil wird von der nächsthöheren Instanz garantiert gekippt.
    4 2 Melden
  • rodolofo 12.08.2018 10:12
    Highlight Dieses Urteil geht als erstes Wunder nach denjenigen von Jesus in die Geschichte ein!
    Wenn ich bedenke, was für eine geballte Macht an gekauften Wissenschaftlern, Juristen und Politikern Monsanto bei diesem Prozessen in die Waagschale werfen kann, dann kämpft dieses krebskranke Opfer wie David gegen Goliath in der Bibelgeschichte!
    Monsanto hat auch bereits Berufung gegen das Urteil eingereicht...
    Der Überlebenswille der Menschheit wird aber weiter kämpfen, wie die mit Monsanto-Produkten gespritzten "Schädlinge" und "Unkräuter"!
    Wenn Ihr uns vergiften wollt, dann sterbt Ihr an Krebs!
    18 2 Melden
  • Lukakus 11.08.2018 15:47
    Highlight Ich finde ja auch, dass man vorsichtiger mit diesen Mitteln umgehen muss und sehe Monsanto als schuldig. Aber 289 Millionen? Um himmels Willen, was will der denn mit all dem Geld?
    39 33 Melden
    • winglet55 11.08.2018 17:55
      Highlight Wenn er das Ende der ganzen Prozesskette, die jetzt folgt überhaupt noch erlebt. Da verstreichen noch Jahre, bis die Gauner evtl. einen Bruchteil des ersten Urteils bezahlen müssen.🤬🤬
      46 6 Melden
    • rodolofo 12.08.2018 10:16
      Highlight Vielleicht spenden, damit andere Opfer von Monsanto und der Agro-Industrie sich wehren können?
      17 1 Melden
    • Paddiesli 12.08.2018 11:47
      Highlight Die Anwaltskanzlei wird von der Summe schon mal einen grossen Teil einkassieren. Das Opfer wird wohl kaum das Geld gehabt haben, um die Kosten zu decken.
      Ausserdem: soll Monsanto die Busse etwa aus dem Kafikässeli bezahlen können? Und wieviel ist ein Menschenleben wert, deiner Ansicht nach?
      14 2 Melden
    • Lukakus 12.08.2018 15:10
      Highlight @Paddiesli Ein Menschenleben hat keinen finanziellen Gegenwert. Eine Geldsumme wird nie für die Beschwerden oder das Leben eines Menschen aufkommen können. Ausser er kann durch dieses viele Geld geheilt werden, was ich ihm aus ganzem Herzen wünsche. Mir scheint ein Schadenersatz derartiger Höhe jedoch extrem hoch. Klar spenden könnte er, aber macht er das?
      3 7 Melden
    • Paddiesli 12.08.2018 17:30
      Highlight @Lukakus, es soll gefälligst auch Monsanto schmerzen! Ich hoffe, es kommen noch zig Klagen.
      12 1 Melden
    • Energize 13.08.2018 07:48
      Highlight Welcome to the US.
      2 0 Melden
    • Follower 13.08.2018 09:29
      Highlight Es ist ein Prozess in Amerika.
      Wenn die Geldstrafe kleiner ausfällt, entfällt der gewünschte Lerneffekt für die Firma.
      Der Mann verliert immerhin sein Leben und hat vermutlich keine Krankenkasse.
      5 1 Melden
    • zsalizäme 13.08.2018 13:07
      Highlight @Paddiesli
      Genau meine Meinung. Das wichtigste ist es in einem solchen Prozess, dass es der Unternehmung weh tut. Und dafür benötigt es halt eine saftige Busse.
      4 1 Melden
  • Paddiesli 11.08.2018 12:30
    Highlight Neueste Studien belegen vermehrte Deformationen bei Neugeborenen. In Europa sterben Viehzüchtern Tiere zu Dutzenden und Hunderten in der Nähe von Glyphosateinsatz. Ferkel und Kälber werden mit denselben Deformationen geboren, wie Kinder in Südamerika. Keine Hinterläufe, entstellte Gesichter.
    Quelle: arte Reportage vor circa 2 Monaten
    65 13 Melden
    • CaptainLonestarr 12.08.2018 07:40
      Highlight Es geht hier aber um Krebs bei einem erwachsenen Mann!
      4 14 Melden
    • rodolofo 12.08.2018 10:15
      Highlight In der arte-Mediathek gibt es einen interessanten und aufschlussreichen Film dazu:
      https://www.arte.tv/de/videos/069081-000-A/roundup-der-prozess/
      11 0 Melden
    • Pafeld 12.08.2018 20:22
      Highlight Arte hat auch die hochgradig tendenziösen Filme von Marie-Monique Robin im Sortiment, welche inhaltlich definitiv fragwürdig mit Fakten umgehen. Arte alleine als Quelle ist noch lange nicht glaubwürdig.
      3 5 Melden
    • rodolofo 13.08.2018 07:35
      Highlight @ Pafeld
      Du meinst also, dass arte...
      AUCH ZUR LINKEN MAINSTEAM-LÜGENPRESSE GEHÖRT?!
      3 3 Melden
    • Pafeld 13.08.2018 09:42
      Highlight So blöd... Jetzt bin ich doch tatsächlich ein linker, antikapitalistischer Naturwissenschaftler, sprich, deine dumme Nazi-Unterstellung ist nichts anderes als ein peinliches Eigengoal und du musst dir doch noch eine schlaue Begründung einfallen lassen, warum Arte genau Narrenfreiheit bei ihrer journalistischen Berichterstattung haben soll... ;P
      4 1 Melden
    • rodolofo 13.08.2018 18:49
      Highlight @ Pafeld
      Habe ich "Nazi" gesagt?
      Ich finde, dass in den arte-Filmen jeweils alle Seiten zu Wort kommen und Stellung nehmen können, auch im Fall des Prozesses gegen Monsanto durch NGO's und Leidtragende, wie dieser Krebskranke Mann, der jetzt in einer Vorinstanz Recht bekommen hat.
      Die Anklage lautet auf "Ökozid", bzw. "Beihilfe zum Ökozid"!
      Es ist mir klar, dass es auch Altlinke mit einem mechanistischen Naturverständnis gibt, welche die konventionelle Agro-Industrie mit ihren Tierfabriken toll finden.
      In Russland haben wir heute Riesen-Betriebe als Nachlass der Zwangskollektivierung...
      2 2 Melden
  • Mova 11.08.2018 12:29
    Highlight Uff, habe auch mal Roundup aus dem Landi gekauft. Habe es aber über 1 Jahr nur dreimal verdünnt eingesetzt. Den Rest 95 Prozent habe ich wieder entsorgt.
    18 4 Melden
  • *sharky* 11.08.2018 10:40
    Highlight "mehr als 800 wissenschaftliche Studien und Bewertungen - einschliesslich derjenigen der US-Umweltbehörde EPA - .... nicht krebserregend"
    DAS ist für mich eher der Beweis, dass es gerade umgekehrt ist. Come on.... bei der EPA sind ex-Monsanto Leute am Ruder und wenn man bedenkt wie bei Testreihen und Studien bei Pharma oder Agro-Chemie getrickst wird, resp. der negative Teil ausgeblendet und unter den Teppich gekehrt wird... Erinnert mich an das Extrablatt der SVP und die "geschönten" Statistiken dort. In jedem Monsanto/Bayer Produkt steckt ein Hauch Agent Orange... eine evil Company!
    151 60 Melden
    • cgk 11.08.2018 11:51
      Highlight „Wahrscheinlich krebserregend“
      Ohne Glyphosat zu verharmlosen, Benzoldämpfe sind sogar erwiesenermassen krebserregend und wer steht deswegen nicht an einer Tankstelle? Diese Diskussion wird anscheinend nicht geführt, weil ja jeder mit seinem Karren rumfährt.
      47 14 Melden
    • Mr. Malik 11.08.2018 14:21
      Highlight @sharky
      Bin auch ein wenig erschrocken, hab nachgeschaut.
      1. Sagen die Studien deutlich, dass bei Berufsmässigem, häufigem Kontakt "limited evidence of carcinogenicity in humans for non-Hodgkin lymphoma. The evidence in humans is from studies of exposures, mostly agricultural, in the USA, Canada, and Sweden published since 2001.", besteht.

      http://www.iarc.fr/en/media-centre/iarcnews/pdf/MonographVolume112.pdf

      Zum Thema Missbrauch von Wissenschaft durch Konzerne:

      Inventing Conflicts of Interest: A History of Tobacco Industry Tactics

      https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3490543/


      27 2 Melden
    • Victarion 11.08.2018 16:29
      Highlight Aha studien sind also nur ernst zu nehmen wenn sie ihnen gefallen. Wenn studien etwas anderes darlegen, sind sie gefälscht. Top
      31 24 Melden
    • Dirk Leinher 11.08.2018 23:20
      Highlight Die "wissenschaftlichen" Studien werden von den Firmen die die Produkte hervorbringen bezahlt. Sicher ist da nur eines, dass die finanzierten Studien das eingesetzte Geld wert sein müssen. Das heisst dass die Studien die Unbedenklichkeit zum Ziel haben und nicht die Suche nach Risiken.
      18 2 Melden
    • MrBlack 12.08.2018 01:21
      Highlight Was ich öfters festellen konnte ist, dass die "coclusions" (Schlussfolgerungen) in einem Paper oft sehr optimistisch sind und zum anderen auch nicht das Gesamtbild der Studie/ des Papers wiedergeben. Um die Studie wirklich gut beurteilen zu können, muss man also das ganze Paper lesen und idealerweise Zugriff auf die experimentellen Daten haben.
      9 1 Melden
    • rodolofo 12.08.2018 10:23
      Highlight Wir dürfen uns da keine Illusionen machen:
      Die Wissenschaft wird von der Politik und der Wirtschaft genauso "gelenkt" und instrumentalisiert, wie früher durch den Adel und den Klerus.
      Dabei geht es nicht einmal nur darum, WIE überhaupt geforscht wird, sondern auch darum, WAS überhaupt erforscht wird.
      Würde die Forschung voll im Dienst der Nachhaltigkeit stehen und sich mit Biolandwirtschaft, Wüstenbegrünung, Solarenergie, Gezeitenkraftwerken, Gewaltloser Konflikt-Bewältigung und und und beschäftigen, wäre unser Leben ein einziges Fest und voll mit Lebensfreude und Tatendrang!
      8 1 Melden
    • Pafeld 12.08.2018 20:26
      Highlight @rodolfo
      Wenn man es sich im Umgang mit wissenschaftlichen Daten so einfach macht wie Sie, ist Ihre Art der Schlussfolgerung genauso unbrauchbar, wie jedes tatsächliche, korrupte Studienergebnis auch. Also ersparen Sie uns doch bitte solche nutzlosen Fussnoten.
      3 4 Melden
    • rodolofo 13.08.2018 07:39
      Highlight @ Pafeld
      Ich mache es mir ja gerade NICHT einfach!
      Viel einfacher wäre es doch, alle diese von Monsanto und der Agro-Industrie gekauften Gutachten einfach zu GLAUBEN!
      Das wäre aber eine paradoxe Wissenschafts-Gläubigkeit.
      Es gibt Wissenschaftler UND Wissenschaftler!
      Bei Studien müssen wir also immer mitberücksichtigen, welche Interessen dahinter stehen:
      - Je Öffentlich-Rechtlicher, desto unabhängiger und glaubwürdiger.
      - Je Privater, desto verdächtiger
      (Das ist im Prinzip, wie bei den Medien)
      4 1 Melden
    • Pafeld 13.08.2018 09:49
      Highlight Blödsinn. Auch privat finanzierte Studien können top-seriöse Daten enthalten. Nur weil man nicht den experimentellen Aufbau und die Auswertung nachvollziehen kann, kann man es sich noch lange nicht so einfach machen und die Studie einfach nur auf ihre Geldgeber hin auf ihren Wahrheitsgehalt hin einteilen. Genau solches Verhalten ist hochgradig unseriös.

      Im übrigen: unter den über 800 Studien für die Unbedenklichkeit von Glyphosat sind übrigens auch zahlreiche dabei, welche von renomierten Universitäten durchgeführt worden sind. Aber die sind ja auch ALLE gekauft. Müssen ja. Ja ne, is klar...
      3 3 Melden
    • *sharky* 13.08.2018 15:11
      Highlight @ Pfff
      Monsanto kann keine 800 Studien kaufen oder "schönen"?
      Die können mehr.... noch viel viel mehr... und sie tun es auch! Es gibt genügend informative und echte und investigative Doks auf YT über Monsanto, wie die drauf sind und alles so treiben, z.B. auf dem gesamten amerikanischen Kontinent.
      Wie schon geschrieben, DIE evil company schlechthin!
      3 2 Melden
    • rodolofo 13.08.2018 18:50
      Highlight @ Pafeld
      Sind sie ein Deutscher?
      2 3 Melden

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