Wirtschaft
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U.S. Treasury Secretary Steven Mnuchin speaks at a news conference during a meeting for the G7 Finance and Central Bank Governors in Whistler, British Columbia, on Saturday, June 2, 2018. (Jonathan Hayward/The Canadian Press via AP)

US-Finanzminister Mnuchin beim Treffen der sieben führenden Industriestaaten (G7) im Wintersportort Whistler (British Columbia) am 2. Juni 2018.  bild: AP/The Canadian Press

Streit um Strafzölle: USA im Kreis der G7-Länder völlig isoliert



Mit ihrer Strafzoll-Entscheidung haben sich die USA im Kreis der G7-Staaten völlig isoliert. Das Treffen der G7-Finanzminister in Kanada endete am Samstag ohne Annäherung: Die Minister und Notenbankchefs hätten gegenüber US-Finanzminister Steven Mnuchin ihre «einhellige Sorge und ihre Enttäuschung» übermittelt.

Dies sagte Kanadas Ressortchef Bill Morneau zum Abschluss der Beratungen in Whistler. Anders als sonst bei solchen Treffen üblich veröffentlichten die G7-Minister keine gemeinsame Abschlusserklärung – ein Ausdruck der tiefen Verwerfungen nach der Strafzoll-Entscheidung der USA.

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire sprach nach dem Ende der Beratungen von einer «G6»-Gruppe, die dem siebten Land – den USA – eine gemeinsame Botschaft zu den Strafzöllen mitgegeben habe: «Wir sind bereit zu reagieren, aber wir bevorzugen einen anderen Weg.»

Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz warf den USA in Whistler einen Verstoss gegen gültige Vereinbarungen vor. Die Strafzölle seien «unverändert nach Sicht aller Beteiligten mit der Regulierung, mit den Regeln, die wir weltweit gefunden haben, nicht vereinbar und rechtswidrig».

Nur positive Worte

US-Finanzminister Mnuchin zeigte nach Teilnehmerangaben in den Beratungen keine Bereitschaft zum Einlenken. Vor Journalisten bemühte er sich aber darzulegen, dass sein Land der G7-Gruppe nicht den Rücken kehren wolle. «Wir glauben an die G7», sagte Mnuchin zum Abschluss. «Das sind unsere wichtigsten Verbündeten oder einige unserer wichtigsten Verbündeten.»

Mnuchin widersprach direkt der Einschätzung des Franzosen Le Maire: «Das waren hier nicht G6 plus eins, sondern G7.» Sein Land halte aber am Ziel eines «fairen und ausgeglichenen Handels» fest, betonte der US-Minister.

Kanadas Finanzminister Morneau liess in der geschlossenen Sitzung einen Finanzminister nach dem anderen zu Wort kommen, damit diese ihre Kritik direkt an Mnuchin richten konnten, wie aus kanadischen Kreisen verlautete. Mnuchin habe sich die Einwände angehört, aber wenig dazu gesagt, hiess es. Der US-Minister habe lediglich darauf verwiesen, dass das Thema beim G7-Gipfel kommende Woche in Kanada weiter verhandelt werde.

Der französische Minister Le Maire berichtete von «angespannten und schwierigen» Gesprächen. Er forderte die US-Regierung auf, «in den kommenden Tagen und Stunden» ein «positives Signal» an die G7-Partner zu senden, um eine Eskalation im Handelsstreit abzuwenden.

Überall Zeitdruck

«Es liegt nun an der US-Regierung, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um die Lage zu beruhigen und die Schwierigkeiten auszuräumen», sagte Le Maire. Die Zeit dränge.

Bei dem Treffen der sieben führenden Industriestaaten (G7) im Wintersportort Whistler waren die Strafzölle der USA auf Stahl- und Aluminiumimporte ein zentrales Thema. Trump hatte die Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium bereits im März verhängt, die EU und die beiden US-Nachbarländer Kanada und Mexiko aber zunächst davon ausgenommen. Am Donnerstag hatte die US-Regierung dann angekündigt, ab Freitag doch Strafzölle zu erheben.

Die Europäer legten daraufhin am Freitag bei der WTO offiziell Beschwerde ein und trieben die Vorbereitung von Gegenzöllen auf US-Waren voran. Kanada reagierte ähnlich. Die Entwicklung lässt die Sorge vor einem umfassenden Handelskrieg wachsen. Zur G7-Gruppe zählen die USA, Deutschland, Kanada, Japan, Grossbritannien, Frankreich und Italien. (sda/afp/vom)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Carlitos Fauxpas 03.06.2018 12:02
    Highlight Highlight Liebe Amerikaner!

    Einen Immobilienwäscher und Zoffgusti im Porzellanladen zu engagieren, stellt sich immer mehr als Schuss der gewaltig nach hinten losgeht heraus.

    Ein Schlamassel sondergleichen.
  • Gipfeligeist 03.06.2018 11:48
    Highlight Highlight Ganz ehrlich, wer interessiert sich im 21. Jahrhundert für Stahl & Aluminium?
    Das grosse Geld wird bei Alphabet & Co gemacht, und die bleiben leider in den USA
    • Billy the Kid 04.06.2018 12:08
      Highlight Highlight Die Chinesen haben schon ihr eigenes Silicon Valley aufgebaut. Dort surft man weder mit google, noch benutzt man westliche social media.
      Abgesehen davon: Wer noch mit Google sucht und Facebook benutzt geht grobfahrlässig mit seinen Daten und hat anscheinend immer noch nichts aus dem letzten grossen Datenskandal gelernt.
      Übrigens: Trump hat "seine" Towers mit chinesischem Stahl gebaut und nicht mit Legoklötzchen und Algorithmen.
  • DocM 03.06.2018 11:23
    Highlight Highlight Macht aus sieben deren sech, spätestens dann kommen sie zurück gekrochen
    • A7-903 03.06.2018 11:59
      Highlight Highlight Nö,nur mal auf g6 runter wie zur gründungszeit der Gruppe,und dann ganz gechillt mexiko,südkorea,indien,und china einladen und so zur g10 werden.
    • DocM 03.06.2018 13:32
      Highlight Highlight Danke für die Verbesserung A7
  • Billy the Kid 03.06.2018 08:40
    Highlight Highlight Das Imperium schlägt noch mal wild um sich - bevor es kollabiert.
  • äti 03.06.2018 08:29
    Highlight Highlight Die Zölle sind bloss der Vordergrund und Ablenkung. Es geht Trump um die Anhängerschaft, Stimmen für November und Profit seiner Firmen und Anlagen. Das ist bei seinen getürkten Wrestlingsshows ähnlich verlaufen: vorne grosser Tamtam, hinten Kasse machen. Die Anhänger scheinen auch die gleichen zu sein.
  • reconquista's creed 03.06.2018 07:26
    Highlight Highlight Ausgerechnet die USA reden von Fairness, das ist purer Hohn.
    Wie war das mit FATCA? Oder aktuell Bestrafung Drittstaten bei Iransanktionen?
  • Gawayn 03.06.2018 07:14
    Highlight Highlight Der Stahl für die Gerüste seiner Hotels, hat Trump nachweisslich aus China importiert.

    Seine Aussage das ausländischer Stahl
    "Crap" ist, damit beleidigt er sich selbst.

    Wie immer denkt der Kerl nicht nach.
    Die Staaten können und werden keine 25% akzeptieren.
    Ich wage auch zu bezweifeln, das die Amis genug Stahl für ihre Bauten selbst herstellen können.

    Schon gar nicht in der geforderten Qualität.

    Diesen Handelskrieg kann er nicht gewinnen
  • walsi 03.06.2018 06:17
    Highlight Highlight Die anderen schmollen noch, werden die Zölle aber akzeptieren. Weil das Imperium USA einfach zu mächtig ist, als das sich die kleinen Staaten dagegen wehren können.
    • Wenzel der Faule 03.06.2018 07:21
      Highlight Highlight Nönönönö, bin mit ziemlich sicher dass eine retour Kutsche kommt.
      Wenns ums Geld geht verstehen die Europäer kein Spass.
      Ich hoffe die G6 zeigen Eier und treiben die USA in die Isolation.
    • swisskiss 03.06.2018 07:24
      Highlight Highlight walsi: G7= kleine Staaten. Du bist ein richtiger Sonneschein walsi. Keine Ahnung , dass aber nachdrücklich und laut.
      Informier Dich bitte zuerst , was die WTO ist, welche Exportquoten- und mengen die einzelnen G7 Staaten produzieren und wie die Abhängigkeiten in den einzelnen Produktsgruppen sind.
    • walsi 03.06.2018 09:46
      Highlight Highlight @swisskiss: Die USA habe ein Bruttoinlandsprodukt von 18.5 Billionen, die einzigen die da einigermass mitheben können ist China mit 11.2 Billionen. Die Deutschen und Frankreich sind da eher unter ferner liefen mit 3.4 und 2.4 Billionen.
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  • Asan 03.06.2018 06:02
    Highlight Highlight Fairer Handel, dass ich nicht lache. Fair ist nicht, eine solche Sonderbehandlung zu vordern...

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