Wirtschaft
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US-Finanzminister Mnuchin beim Treffen der sieben führenden Industriestaaten (G7) im Wintersportort Whistler (British Columbia) am 2. Juni 2018.  bild: AP/The Canadian Press

Streit um Strafzölle: USA im Kreis der G7-Länder völlig isoliert

03.06.18, 01:28 03.06.18, 08:05


Mit ihrer Strafzoll-Entscheidung haben sich die USA im Kreis der G7-Staaten völlig isoliert. Das Treffen der G7-Finanzminister in Kanada endete am Samstag ohne Annäherung: Die Minister und Notenbankchefs hätten gegenüber US-Finanzminister Steven Mnuchin ihre «einhellige Sorge und ihre Enttäuschung» übermittelt.

Dies sagte Kanadas Ressortchef Bill Morneau zum Abschluss der Beratungen in Whistler. Anders als sonst bei solchen Treffen üblich veröffentlichten die G7-Minister keine gemeinsame Abschlusserklärung – ein Ausdruck der tiefen Verwerfungen nach der Strafzoll-Entscheidung der USA.

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire sprach nach dem Ende der Beratungen von einer «G6»-Gruppe, die dem siebten Land – den USA – eine gemeinsame Botschaft zu den Strafzöllen mitgegeben habe: «Wir sind bereit zu reagieren, aber wir bevorzugen einen anderen Weg.»

Der deutsche Finanzminister Olaf Scholz warf den USA in Whistler einen Verstoss gegen gültige Vereinbarungen vor. Die Strafzölle seien «unverändert nach Sicht aller Beteiligten mit der Regulierung, mit den Regeln, die wir weltweit gefunden haben, nicht vereinbar und rechtswidrig».

Nur positive Worte

US-Finanzminister Mnuchin zeigte nach Teilnehmerangaben in den Beratungen keine Bereitschaft zum Einlenken. Vor Journalisten bemühte er sich aber darzulegen, dass sein Land der G7-Gruppe nicht den Rücken kehren wolle. «Wir glauben an die G7», sagte Mnuchin zum Abschluss. «Das sind unsere wichtigsten Verbündeten oder einige unserer wichtigsten Verbündeten.»

Mnuchin widersprach direkt der Einschätzung des Franzosen Le Maire: «Das waren hier nicht G6 plus eins, sondern G7.» Sein Land halte aber am Ziel eines «fairen und ausgeglichenen Handels» fest, betonte der US-Minister.

Kanadas Finanzminister Morneau liess in der geschlossenen Sitzung einen Finanzminister nach dem anderen zu Wort kommen, damit diese ihre Kritik direkt an Mnuchin richten konnten, wie aus kanadischen Kreisen verlautete. Mnuchin habe sich die Einwände angehört, aber wenig dazu gesagt, hiess es. Der US-Minister habe lediglich darauf verwiesen, dass das Thema beim G7-Gipfel kommende Woche in Kanada weiter verhandelt werde.

Der französische Minister Le Maire berichtete von «angespannten und schwierigen» Gesprächen. Er forderte die US-Regierung auf, «in den kommenden Tagen und Stunden» ein «positives Signal» an die G7-Partner zu senden, um eine Eskalation im Handelsstreit abzuwenden.

Überall Zeitdruck

«Es liegt nun an der US-Regierung, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um die Lage zu beruhigen und die Schwierigkeiten auszuräumen», sagte Le Maire. Die Zeit dränge.

Bei dem Treffen der sieben führenden Industriestaaten (G7) im Wintersportort Whistler waren die Strafzölle der USA auf Stahl- und Aluminiumimporte ein zentrales Thema. Trump hatte die Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl und zehn Prozent auf Aluminium bereits im März verhängt, die EU und die beiden US-Nachbarländer Kanada und Mexiko aber zunächst davon ausgenommen. Am Donnerstag hatte die US-Regierung dann angekündigt, ab Freitag doch Strafzölle zu erheben.

Die Europäer legten daraufhin am Freitag bei der WTO offiziell Beschwerde ein und trieben die Vorbereitung von Gegenzöllen auf US-Waren voran. Kanada reagierte ähnlich. Die Entwicklung lässt die Sorge vor einem umfassenden Handelskrieg wachsen. Zur G7-Gruppe zählen die USA, Deutschland, Kanada, Japan, Grossbritannien, Frankreich und Italien. (sda/afp/vom)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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22
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22Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Carlitos Fauxpas 03.06.2018 12:02
    Highlight Liebe Amerikaner!

    Einen Immobilienwäscher und Zoffgusti im Porzellanladen zu engagieren, stellt sich immer mehr als Schuss der gewaltig nach hinten losgeht heraus.

    Ein Schlamassel sondergleichen.
    9 0 Melden
  • sebi25 03.06.2018 11:48
    Highlight Ganz ehrlich, wer interessiert sich im 21. Jahrhundert für Stahl & Aluminium?
    Das grosse Geld wird bei Alphabet & Co gemacht, und die bleiben leider in den USA
    1 1 Melden
    • Billy the Kid 04.06.2018 12:08
      Highlight Die Chinesen haben schon ihr eigenes Silicon Valley aufgebaut. Dort surft man weder mit google, noch benutzt man westliche social media.
      Abgesehen davon: Wer noch mit Google sucht und Facebook benutzt geht grobfahrlässig mit seinen Daten und hat anscheinend immer noch nichts aus dem letzten grossen Datenskandal gelernt.
      Übrigens: Trump hat "seine" Towers mit chinesischem Stahl gebaut und nicht mit Legoklötzchen und Algorithmen.
      2 0 Melden
  • DocM 03.06.2018 11:23
    Highlight Macht aus sieben deren sech, spätestens dann kommen sie zurück gekrochen
    10 2 Melden
    • A7-903 03.06.2018 11:59
      Highlight Nö,nur mal auf g6 runter wie zur gründungszeit der Gruppe,und dann ganz gechillt mexiko,südkorea,indien,und china einladen und so zur g10 werden.
      8 3 Melden
    • DocM 03.06.2018 13:32
      Highlight Danke für die Verbesserung A7
      9 0 Melden
  • Billy the Kid 03.06.2018 08:40
    Highlight Das Imperium schlägt noch mal wild um sich - bevor es kollabiert.
    62 6 Melden
  • äti 03.06.2018 08:29
    Highlight Die Zölle sind bloss der Vordergrund und Ablenkung. Es geht Trump um die Anhängerschaft, Stimmen für November und Profit seiner Firmen und Anlagen. Das ist bei seinen getürkten Wrestlingsshows ähnlich verlaufen: vorne grosser Tamtam, hinten Kasse machen. Die Anhänger scheinen auch die gleichen zu sein.
    79 6 Melden
  • Domsh 03.06.2018 07:26
    Highlight Ausgerechnet die USA reden von Fairness, das ist purer Hohn.
    Wie war das mit FATCA? Oder aktuell Bestrafung Drittstaten bei Iransanktionen?
    52 3 Melden
  • Gawayn 03.06.2018 07:14
    Highlight Der Stahl für die Gerüste seiner Hotels, hat Trump nachweisslich aus China importiert.

    Seine Aussage das ausländischer Stahl
    "Crap" ist, damit beleidigt er sich selbst.

    Wie immer denkt der Kerl nicht nach.
    Die Staaten können und werden keine 25% akzeptieren.
    Ich wage auch zu bezweifeln, das die Amis genug Stahl für ihre Bauten selbst herstellen können.

    Schon gar nicht in der geforderten Qualität.

    Diesen Handelskrieg kann er nicht gewinnen
    75 2 Melden
  • walsi 03.06.2018 06:17
    Highlight Die anderen schmollen noch, werden die Zölle aber akzeptieren. Weil das Imperium USA einfach zu mächtig ist, als das sich die kleinen Staaten dagegen wehren können.
    10 114 Melden
    • Wenzel der Faule 03.06.2018 07:21
      Highlight Nönönönö, bin mit ziemlich sicher dass eine retour Kutsche kommt.
      Wenns ums Geld geht verstehen die Europäer kein Spass.
      Ich hoffe die G6 zeigen Eier und treiben die USA in die Isolation.
      71 1 Melden
    • swisskiss 03.06.2018 07:24
      Highlight walsi: G7= kleine Staaten. Du bist ein richtiger Sonneschein walsi. Keine Ahnung , dass aber nachdrücklich und laut.
      Informier Dich bitte zuerst , was die WTO ist, welche Exportquoten- und mengen die einzelnen G7 Staaten produzieren und wie die Abhängigkeiten in den einzelnen Produktsgruppen sind.
      59 1 Melden
    • walsi 03.06.2018 09:46
      Highlight @swisskiss: Die USA habe ein Bruttoinlandsprodukt von 18.5 Billionen, die einzigen die da einigermass mitheben können ist China mit 11.2 Billionen. Die Deutschen und Frankreich sind da eher unter ferner liefen mit 3.4 und 2.4 Billionen.
      1 23 Melden
    • DerTaran 03.06.2018 11:45
      Highlight Die EU hat (ohne UK) ein Bruttoinlandsprodukt von 13 Billionen. Ich glaube tatsächlich, dass sie - im Unterschied zu Einzelkämpfern wie CH und bald auch UK - mithalten können.
      11 0 Melden
  • Asan 03.06.2018 06:02
    Highlight Fairer Handel, dass ich nicht lache. Fair ist nicht, eine solche Sonderbehandlung zu vordern...
    47 7 Melden
  • Bombenjunge 03.06.2018 01:49
    Highlight "Sein Land halte aber am Ziel eines «fairen und ausgeglichenen Handels» fest, betonte der US-Minister."
    Gut so, die Beleidigten können jetzt in sich gehen und mal akzeptieren das sie es sind die den fairen und ausgeglichenen Welthandel bisher nicht möglich machten.
    8 155 Melden
    • chnobli1896 03.06.2018 03:46
      Highlight Ist das nicht eher China?
      42 3 Melden
    • Tobi-wan 03.06.2018 03:46
      Highlight Kannst du deine Aussage näher darlegen? Was hat z.B. Kanada gegen einen fairen Handel getan?
      85 3 Melden
    • ujay 03.06.2018 05:09
      Highlight @Junge. Bin ich unfair, wenn ich eine asiatische Automarke einer Amerikanischen den Vorzug gebe? Soviel zu deiner Wirtschafts- und Ökonomiekompetenz.
      93 5 Melden
    • swisskiss 03.06.2018 07:35
      Highlight Bobonjunge: Die Grundlagen und Regeln fairen Handels gewährleistet die WTO. Bei Verstössen gegen dies Regeln des faien Handels, kann jedes Land Beschwerde und Klage einreichen und Gegenmassnahmen Form von Strafzöllen ergreifen.

      Die USA verletzen die WTO Regeln und die betroffenen Länder reichen Klage bei der WTO ein und erwägen Gegenmassnahmen. Diese Länder als "Beleidigte" zu bezeichnen, zeigt ja was Du von diesem Thema ( JEDEM Thema) verstehst.

      Es ist ärgerlich, dass Du es nicht für nötig hälst, Dich auch nur minimal zu informieren, bevor du solche Kommentare verfasst. Nur peinlich..
      67 1 Melden
    • mrmikech 03.06.2018 08:23
      Highlight @bombenjunge: schon mal an auswandern nach USA gedacht?
      54 3 Melden

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