Wirtschaft
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Boykott und Spott gegen Nike gehen weiter – aber schau dir mal diese Zahlen an 

10.09.18, 22:35 11.09.18, 08:44


«Was hat sich Nike nur gedacht?», twitterte Donald Trump am Freitag. Der US-Präsident setzte damit die Attacken auf den Sportartikelhersteller fort, die er vergangene Woche gestartet hat. Auslöser für den präsidialen Unmut war ein Werbe-Deal von Nike mit Colin Kaepernick.

Der Footballspieler stand am Ursprung der «Take-a-Knee»-Bewegung und erzürnte mit seiner Weigerung bei der Nationalhymne stramm zu stehen den Präsidenten und viele Konservative.

Einigen von ihnen stiess der Werbedeal derart sauer auf, dass sie sogleich ihre Nike-Produkte vernichteten und zum Boykott aufriefen. Auf Social Media kursierten brennende Nike-Schuhe und zerschnittene Socken.

Wenn Nike sich in die Politik einmischt, brennen Schuhe:

Video: watson/Emily Engkent

Sofort stand die Frage im Raum: Hat Nike mit der Verpflichtung von Kaepernick ein Eigentor geschossen? Immerhin gaben 2016 knapp 63 Millionen Menschen Donald Trump ihre Stimme – würden diese nun alle dem Boykott-Aufruf folgen? 

Zunächst sah es ganz danach aus, als hätte sich das Modeunternehmen verkalkuliert. Die Aktie verlor am Tag nach der Bekanntgabe des Deals 3,2 Prozent. 

Im Trump-Lager jubelte man bereits. Der Gipfel der Dummheit in der «Anti-Amerika-Bewegung» sei erreicht, schrieb Donald Trump Jr. auf Instagram.

Doch zeitgleich geschah auch noch etwas anderes: Die Online-Verkäufe von Nike zeigten einen markanten Zuwachs. 

Nach dem langen «Labor-Day-Weekend» (die US-Amerikaner hatten am Montag frei) nahmen diese am Dienstag – am Tag nach der Bekanntgabe des Kaepernick-Deals – um 31 Prozent im Vergleich zum Sonntag zu

Eine Zunahme nach dem Feiertagswochenende ist zwar normal, 2017 betrug diese jedoch nur 17 Prozent, wie die Analysten von Edison Trends schreiben.

Die Online-Verkäufe von Nike stiegen über 30 Prozent an. screenshot: edison trends

Die Boykott-Aufrufe und der Spott gingen derweil weiter. Der Präsident twitterte, sein Sohn lebte sich mit Foto-Montagen auf Instagram aus. In Missouri wechselte ein Frauen-Volleyball-Team die Shirts aus. Es wollte aus Protest nicht mehr mit Nike auftreten und spielte stattdessen in einem grauen Outfift. «Wenn Nike sich für Amerika schämt, schämen wir uns für sie», liess sich der Präsident des Vereins in The Hill zitieren.

Auch im Bundesstaat Lousiana wurde dem Boykott-Aufruf Folge geleistet: In Kenner, einem Vorort von New Orleans, liess der Bürgermeister anordnen, dass Sportclubs, keine Nike-Artikel mehr kaufen dürfen. Ansonsten würde ihnen der Rausschmiss aus den Hallen und Parks drohen. Auch diese Geschichte machte in den US-Medien die Runde.

Doch so medienwirksam die brennenden Schuhe und Boykotte auch sind, scheint es derzeit, als ob diese die Verkäufe eher ankurbeln statt abschwächen würden. Zwar hat Nike einige Kunden vergrault. Andere hingegen dürften im Regal erst recht nach dem Swoosh greifen – sei es nur, um ein Zeichen für ein offenes Amerika zu setzen.

Der Nike-Werbefilm hat nach nur fünf Tagen bereits 23 Millionen Views auf YouTube. Video: YouTube/Nike

Und wie es aussieht könnte die Rechnung von Nike aufgehen. Am Montag schloss die Aktie des Sportartikelherstellers über zwei Prozent im Plus. Sie steht damit wieder auf gleich hohem Niveau wie vor Bekanntgabe des Kaepernick-Vertrags. Auf den Social-Media-Kanälen der Trumps ist derweil ruhig um Nike geworden.

Die Nike-Aktie hat sich wieder erholt. Seit Anfang Jahr ist sie um rund 30 Prozent gestiegen.  screenshot: marketwatch

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33
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33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • So en Ueli 11.09.2018 11:15
    Highlight Das Denken war noch nie des US Amerikaners Stärke
    14 0 Melden
  • carmse 11.09.2018 08:44
    Highlight There is no such thing as bad publicity.
    17 2 Melden
    • BigE 11.09.2018 12:55
      Highlight Only no publicity is bad publicity.
      5 1 Melden
  • eBart is back 11.09.2018 08:38
    Highlight Ein Präsident der sich in der Öffentlichkeit als Rassist bekennt. Kann jeder andere Präsident/in auch.

    Gibt nur eine kleinen Unterschied: Trump bleibt im Amt. Würde sich Macron, Merkel, etc. so etwas erlauben - die wären im NU weg.
    36 2 Melden
  • corona 11.09.2018 08:22
    Highlight Ob Nike jetzt ein politisches Statement oder einfach eine brilliante PR-Kampagne machen wollte, bleibt wohl Spekulation. Die Medienpräsenz gibt ihnen aber recht.

    @watson mich würde es interessieren ob sich schon andere grosse Firmen so öffentlich mit Werbung in die Politik eingemischt haben. Wäre mMn. ein spannendes Thema eines Artikels.
    20 0 Melden
    • BigE 11.09.2018 12:56
      Highlight Benneton?
      4 1 Melden
  • nick11 11.09.2018 08:15
    Highlight Hab grad alles von Adidas verbrannt.
    31 5 Melden
  • The Origin Gra 11.09.2018 07:27
    Highlight Die Verbrenner sind, Sorry, einfach Dumm, Ignorant und Unpatriotisch.

    Dumm weil relativ Teuer bezahlte Wahre verbrannt, Ignorant da Dekadent und Unpatriotisch da es sicher Veteranen gäbe die Dankbar für Niki-Zeugs wären.

    Fail to the King Dump Trump 🤦🏻
    36 2 Melden
  • Hattori_Hanzo 11.09.2018 06:37
    Highlight Jaja, land of the free und so, Waffen sind ein Grundrecht, aber die eigene Sportbekleidung darf man nicht mehr wählen. Dieser Bürgermeister ist entweder dämlich oder komplett inkonsequent. Vermutlich beides.

    (Ja, ich kenne dessen Einstellung zum Waffenrecht nicht, ist eine Annahme)
    42 2 Melden
  • walsi 11.09.2018 06:31
    Highlight Das schönen an solchen Verkaufsstatistiken ist, dass man sie drehen und wenden kann wie man es braucht, damit sie genau zu der Aussage passen die man machen möchte. Der aktuelle Unterschied zum Vorjahr kann der Werbeeffekt sein, es kann aber auch andere Ursachen haben, vielleicht war das Vorjahr einfach schlecht. Wie sah, dass dann 2016 oder 2015 aus?

    Bedenke Nike verfolgt mit dem veröffentlichen der Zahlen das Ziel gut dazustehen und die Aktionäre zu beruhigen.
    12 57 Melden
    • Sportfan 11.09.2018 10:14
      Highlight Das schöne an der heutigen Welt, man kann einfach gegen alles schreiben, keinen Funken Ahnung, aber einfach mal dem Journalisten ein paar Vorwürfe machen. Toll. Belegen Sie doch ihre Aussage, dann würde ich den Hut ziehen, aber so ist es nur Stammtisch Niveau!
      30 1 Melden
    • The Hat Guy 11.09.2018 10:30
      Highlight "Wie sah, dass dann 2016 oder 2015 aus?"

      Mal abgesehen von der katastrophal falschen Sprache: Schauen Sie doch nach.

      Sollte nicht so schwierig sein, die Verkaufszahlen der letzten Jahre herauszufinden. Oder ist ein Fünkchen Eigeninitiative und Aufwand schon zu viel verlangt?
      20 2 Melden
  • Rectangular Circle 11.09.2018 06:02
    Highlight Klar steizen die Verkäufe. Schliesslich kaufen jetzt alle Hater Nike-Produkte, die sie dann verbrennen können. 😉
    70 0 Melden
  • pachnota 11.09.2018 04:45
    Highlight Ich würde mich als Ami jedenfalls auch nerven, wenn irgendein
    millionenschwerer Spieler, bei der Nationalhymne die Extrawurst macht.
    8 87 Melden
    • Cubbie 11.09.2018 08:33
      Highlight Du meinst als milliardenschwerer Ami, der auch noch Präsident ist?
      Meinst du, die Sache wäre so emotional geworden, hätte sich der Twitter-Präsi nicht eingemischt?

      Und was meinst du mit Extrawurst? Ein Zeichen gegen Rassismus ist für dich Extrawurst? Und wenn Neonazis in D grölend durch die Strassen ziehen, hast du diese in anderen Postings brav verteidigt. Keine Extrawürste, alles klar.
      48 3 Melden
    • AllknowingP 11.09.2018 08:50
      Highlight Weil er die Eier hat grundlegende Probleme (Polizeigewalt gegen Schwarze) anzuprangern ?
      Nö du, ich mag den Typen.
      51 1 Melden
    • Baccara 11.09.2018 09:08
      Highlight ach ja? Ich würd ihn feiern - er hat ein Statement gemacht, egal, was ihn das kostet. Und es hat ihn viel gekostet.

      Aber er hat Rückgrat gezeigt. Bravo!
      53 1 Melden
  • Therealmonti 11.09.2018 03:00
    Highlight War nie ein Nike-Fan. Vor allem weil ich weiss, unter welchen Umständen dieser Riese in Drittweltländern sein Produkte herstellen lässt. Aber jetzt überleg ich mir tatsächlich, ob ich zugreifen soll, ob ich ein Nike-Golf-Shirt kaufen soll, wenn ich eines sehe, das mir eigentlich gefällt
    19 7 Melden
  • Papa Swappa 11.09.2018 01:10
    Highlight Anwälte, Regierungsmitarbeiter, jeder versucht sich so zu verhalten, dass er nach einer Amtsenthebung gut dasteht - die Zeichen stehen auf "der Koloss fällt bald".
    Trendsetter spüren als erste, wenn der Wind dreht & sehen nun die Chancen so gross an, dass Trump unehrenhaft, vielleicht gar mit Gefängniss, gehen muss, dass sie Nike nun geraten haben "stellt euch als erste klar gegen Trump und ihr werdet dafür die Lorbeeren einfahren".
    Das macht Nike nicht besser oder schlechter als vorher, die produzieren immer noch gerne auf dem Rücken von Kindern in der 3. Welt. Das ist reine Strategie.


    10 3 Melden
  • Till Rabenschlag 11.09.2018 00:18
    Highlight Nike Air Max....dahinschmelz
    3 10 Melden
  • D(r)ummer 10.09.2018 23:44
    Highlight Was für ein Nonsens.


    37 8 Melden
  • James McNew 10.09.2018 23:25
    Highlight Und mindestens die Hälfte der Amerikaner schämt sich für das Volleyballteam und all die anderen, die nicht begreifen, dass sich der Footballer-Protest nicht gegen "Amerika" oder "die Fahne/Hymne" oder gegen "das Militär" richtet – aber Trump sagt halt, das sei so, also glaubt man das halt in Trump-Land.
    487 14 Melden
  • Timmy :D 10.09.2018 23:04
    Highlight Ist es nicht erschreckend gross die Resonanz ist, bloss weil eine Stimme sich gegen den Brei erhebt? Ein Schelm wer mit der Situation von vor 80 Jahren vergleicht. Doch wurde damals nicht auch eine Bewegung unterschätzt?
    173 22 Melden
    • why_so_serious 11.09.2018 11:06
      Highlight Und wir fragen uns, wie es so weit kommen konnte... steter Tropfen höhlt den Stein.
      6 0 Melden
  • Schlingel 10.09.2018 22:43
    Highlight Wer Nike Produkte kauft, nur weil sie diesen Herren unter Vertrag genommen haben, hat genauso einen Sprung in der Schüssel, wie die, die aus dem gleichen Grund ihre Nike Produkte verbrennen...
    308 199 Melden
    • swizzbliss 10.09.2018 23:00
      Highlight War da nicht was mit „Just do it“?
      37 8 Melden
    • Binnennomade 10.09.2018 23:08
      Highlight Ne sorry, wenn sich ein solch grosser Konzern in eine so wichtige Debatte einmischt, dann finde ich das verdammt mutig und unterstützenswert. Ich werde mir zwar jetzt nichts von Nike kaufen, aber ich habe für jeden Ami, der es tut, volles Verständnis.
      225 28 Melden
    • Triumvir 10.09.2018 23:09
      Highlight Nope, ich werde dank dieser Aktion ab sofort mit Stolz Nike Produkte kaufen und tragen😎😂
      127 25 Melden
    • Jimmy :D 10.09.2018 23:19
      Highlight Produkte zu verbrennen nur weil Jemand Werbung für Nike macht, der gegen Rasissmus protestiert, der ist dumm!
      132 8 Melden
    • Schlingel 10.09.2018 23:49
      Highlight Naja dies könnt ihr natürlich tun, aber denkt daran, dass das Thema Nike komplett schnuppe ist und es nur darum geht gute Publicity und dadurch mehr Umsatz zu generieren. Im Endeffekt seit ihr einfach auf einen Marketingcoup eines Grossunternehmens reingefallen. Kapitalismus ahoi :)
      12 14 Melden
    • L4Y3RC4K3 11.09.2018 13:05
      Highlight Ihr seid doch allesamt Dreamer...

      Plötzlich kaufen alle Nike, weil die sich für dieses (zugegeben) heikle Thema einsetzen. Als wäre denen die Botschaft wichtiger als die dadurch erzielte Umsatzsteigerung. Für Nike ist das Ganze letztendlich nichts anderes als ein gelungener PR-Coup.
      3 4 Melden
    • Binnennomade 11.09.2018 18:01
      Highlight Klar ist die Aktion PR. Aber Nike hätte mit demselben Budget auch hundskommune Werbung schalten können, oder unumstrittene Athleten unterstützen, und das mit deutlich geringerem Risiko.
      Haben sie nicht gemacht.
      3 2 Melden
    • L4Y3RC4K3 12.09.2018 09:21
      Highlight @Binnennomade: können hätten die viel, nur hätte eine "normale" Werbekampagne mit demselben Budget bei weitem nicht dieselbe Reichweite gehabt. Ein kalkuliertes Risiko, sprich ein genialer PR-Schachzug welcher wunderbar aufgegangen ist. Davon könnte sich sogar noch die Marketingabteilung von Apple eine Scheibe abschneiden ;-)

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