Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Boykott und Spott gegen Nike gehen weiter – aber schau dir mal diese Zahlen an 



«Was hat sich Nike nur gedacht?», twitterte Donald Trump am Freitag. Der US-Präsident setzte damit die Attacken auf den Sportartikelhersteller fort, die er vergangene Woche gestartet hat. Auslöser für den präsidialen Unmut war ein Werbe-Deal von Nike mit Colin Kaepernick.

Der Footballspieler stand am Ursprung der «Take-a-Knee»-Bewegung und erzürnte mit seiner Weigerung bei der Nationalhymne stramm zu stehen den Präsidenten und viele Konservative.

Einigen von ihnen stiess der Werbedeal derart sauer auf, dass sie sogleich ihre Nike-Produkte vernichteten und zum Boykott aufriefen. Auf Social Media kursierten brennende Nike-Schuhe und zerschnittene Socken.

Wenn Nike sich in die Politik einmischt, brennen Schuhe:

Play Icon

Video: watson/Emily Engkent

Sofort stand die Frage im Raum: Hat Nike mit der Verpflichtung von Kaepernick ein Eigentor geschossen? Immerhin gaben 2016 knapp 63 Millionen Menschen Donald Trump ihre Stimme – würden diese nun alle dem Boykott-Aufruf folgen? 

Zunächst sah es ganz danach aus, als hätte sich das Modeunternehmen verkalkuliert. Die Aktie verlor am Tag nach der Bekanntgabe des Deals 3,2 Prozent. 

Im Trump-Lager jubelte man bereits. Der Gipfel der Dummheit in der «Anti-Amerika-Bewegung» sei erreicht, schrieb Donald Trump Jr. auf Instagram.

Doch zeitgleich geschah auch noch etwas anderes: Die Online-Verkäufe von Nike zeigten einen markanten Zuwachs. 

Nach dem langen «Labor-Day-Weekend» (die US-Amerikaner hatten am Montag frei) nahmen diese am Dienstag – am Tag nach der Bekanntgabe des Kaepernick-Deals – um 31 Prozent im Vergleich zum Sonntag zu

Eine Zunahme nach dem Feiertagswochenende ist zwar normal, 2017 betrug diese jedoch nur 17 Prozent, wie die Analysten von Edison Trends schreiben.

Image

Die Online-Verkäufe von Nike stiegen über 30 Prozent an. screenshot: edison trends

Die Boykott-Aufrufe und der Spott gingen derweil weiter. Der Präsident twitterte, sein Sohn lebte sich mit Foto-Montagen auf Instagram aus. In Missouri wechselte ein Frauen-Volleyball-Team die Shirts aus. Es wollte aus Protest nicht mehr mit Nike auftreten und spielte stattdessen in einem grauen Outfift. «Wenn Nike sich für Amerika schämt, schämen wir uns für sie», liess sich der Präsident des Vereins in The Hill zitieren.

Auch im Bundesstaat Lousiana wurde dem Boykott-Aufruf Folge geleistet: In Kenner, einem Vorort von New Orleans, liess der Bürgermeister anordnen, dass Sportclubs, keine Nike-Artikel mehr kaufen dürfen. Ansonsten würde ihnen der Rausschmiss aus den Hallen und Parks drohen. Auch diese Geschichte machte in den US-Medien die Runde.

Doch so medienwirksam die brennenden Schuhe und Boykotte auch sind, scheint es derzeit, als ob diese die Verkäufe eher ankurbeln statt abschwächen würden. Zwar hat Nike einige Kunden vergrault. Andere hingegen dürften im Regal erst recht nach dem Swoosh greifen – sei es nur, um ein Zeichen für ein offenes Amerika zu setzen.

Play Icon

Der Nike-Werbefilm hat nach nur fünf Tagen bereits 23 Millionen Views auf YouTube. Video: YouTube/Nike

Und wie es aussieht könnte die Rechnung von Nike aufgehen. Am Montag schloss die Aktie des Sportartikelherstellers über zwei Prozent im Plus. Sie steht damit wieder auf gleich hohem Niveau wie vor Bekanntgabe des Kaepernick-Vertrags. Auf den Social-Media-Kanälen der Trumps ist derweil ruhig um Nike geworden.

Image

Die Nike-Aktie hat sich wieder erholt. Seit Anfang Jahr ist sie um rund 30 Prozent gestiegen.  screenshot: marketwatch

Das könnte dich auch interessieren:

Mayotte – Europas zerrissenes Paradies am Ende der Welt

Link to Article

Ein junger Jude verliebt sich in eine Schickse – Orthodoxe fühlen sich im falschen Film

Link to Article

Hallo, Impfgegner – diese 7 Antworten zur Grippeimpfung sind speziell für euch

Link to Article

Die 11 schönsten Höhlen der Welt, in denen du dich vor der Fasnacht verstecken kannst

Link to Article

Die tiefe Spaltung der USA ist alarmierend – und ein Zeichen der Zeit

Link to Article

Wichtig: Eine Rangliste der 18 besten Drunk Foods aus aller Welt 🍺🍕🍻🍔🍺

Link to Article

Wie zwei Nerds die Welt eroberten – und ihre Ideale verrieten

Link to Article

Diese 10 Dinge kommen Ausländern als Erstes in den Sinn, wenn sie an die Schweiz denken

präsentiert vonBrand Logo
Link to Article

Eklat beim F1-Grand-Prix von Brasilien: Verstappen pöbelt Ocon nach dem Rennen an

Link to Article

Es ist Tag der schlechten Wortspiele oder wie wir vom Sport sagen: Heimspiel!

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

33
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
33Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • So en Ueli 11.09.2018 11:15
    Highlight Highlight Das Denken war noch nie des US Amerikaners Stärke
    14 0 Melden
  • carmse 11.09.2018 08:44
    Highlight Highlight There is no such thing as bad publicity.
    17 2 Melden
    • BigE 11.09.2018 12:55
      Highlight Highlight Only no publicity is bad publicity.
      5 1 Melden
  • eBart! 11.09.2018 08:38
    Highlight Highlight Ein Präsident der sich in der Öffentlichkeit als Rassist bekennt. Kann jeder andere Präsident/in auch.

    Gibt nur eine kleinen Unterschied: Trump bleibt im Amt. Würde sich Macron, Merkel, etc. so etwas erlauben - die wären im NU weg.
    36 2 Melden
  • corona 11.09.2018 08:22
    Highlight Highlight Ob Nike jetzt ein politisches Statement oder einfach eine brilliante PR-Kampagne machen wollte, bleibt wohl Spekulation. Die Medienpräsenz gibt ihnen aber recht.

    @watson mich würde es interessieren ob sich schon andere grosse Firmen so öffentlich mit Werbung in die Politik eingemischt haben. Wäre mMn. ein spannendes Thema eines Artikels.
    20 0 Melden
    • BigE 11.09.2018 12:56
      Highlight Highlight Benneton?
      4 1 Melden
  • nick11 11.09.2018 08:15
    Highlight Highlight Hab grad alles von Adidas verbrannt.
    31 5 Melden
  • The Origin Gra 11.09.2018 07:27
    Highlight Highlight Die Verbrenner sind, Sorry, einfach Dumm, Ignorant und Unpatriotisch.

    Dumm weil relativ Teuer bezahlte Wahre verbrannt, Ignorant da Dekadent und Unpatriotisch da es sicher Veteranen gäbe die Dankbar für Niki-Zeugs wären.

    Fail to the King Dump Trump 🤦🏻
    36 2 Melden
  • Hattori_Hanzo 11.09.2018 06:37
    Highlight Highlight Jaja, land of the free und so, Waffen sind ein Grundrecht, aber die eigene Sportbekleidung darf man nicht mehr wählen. Dieser Bürgermeister ist entweder dämlich oder komplett inkonsequent. Vermutlich beides.

    (Ja, ich kenne dessen Einstellung zum Waffenrecht nicht, ist eine Annahme)
    42 2 Melden
  • walsi 11.09.2018 06:31
    Highlight Highlight Das schönen an solchen Verkaufsstatistiken ist, dass man sie drehen und wenden kann wie man es braucht, damit sie genau zu der Aussage passen die man machen möchte. Der aktuelle Unterschied zum Vorjahr kann der Werbeeffekt sein, es kann aber auch andere Ursachen haben, vielleicht war das Vorjahr einfach schlecht. Wie sah, dass dann 2016 oder 2015 aus?

    Bedenke Nike verfolgt mit dem veröffentlichen der Zahlen das Ziel gut dazustehen und die Aktionäre zu beruhigen.
    12 57 Melden
    • Sportfan 11.09.2018 10:14
      Highlight Highlight Das schöne an der heutigen Welt, man kann einfach gegen alles schreiben, keinen Funken Ahnung, aber einfach mal dem Journalisten ein paar Vorwürfe machen. Toll. Belegen Sie doch ihre Aussage, dann würde ich den Hut ziehen, aber so ist es nur Stammtisch Niveau!
      30 1 Melden
    • The Hat Guy 11.09.2018 10:30
      Highlight Highlight "Wie sah, dass dann 2016 oder 2015 aus?"

      Mal abgesehen von der katastrophal falschen Sprache: Schauen Sie doch nach.

      Sollte nicht so schwierig sein, die Verkaufszahlen der letzten Jahre herauszufinden. Oder ist ein Fünkchen Eigeninitiative und Aufwand schon zu viel verlangt?
      20 2 Melden
  • Rectangular Circle 11.09.2018 06:02
    Highlight Highlight Klar steizen die Verkäufe. Schliesslich kaufen jetzt alle Hater Nike-Produkte, die sie dann verbrennen können. 😉
    70 0 Melden
  • pachnota 11.09.2018 04:45
    Highlight Highlight Ich würde mich als Ami jedenfalls auch nerven, wenn irgendein
    millionenschwerer Spieler, bei der Nationalhymne die Extrawurst macht.
    8 87 Melden
    • Cubbie 11.09.2018 08:33
      Highlight Highlight Du meinst als milliardenschwerer Ami, der auch noch Präsident ist?
      Meinst du, die Sache wäre so emotional geworden, hätte sich der Twitter-Präsi nicht eingemischt?

      Und was meinst du mit Extrawurst? Ein Zeichen gegen Rassismus ist für dich Extrawurst? Und wenn Neonazis in D grölend durch die Strassen ziehen, hast du diese in anderen Postings brav verteidigt. Keine Extrawürste, alles klar.
      48 3 Melden
    • AllknowingP 11.09.2018 08:50
      Highlight Highlight Weil er die Eier hat grundlegende Probleme (Polizeigewalt gegen Schwarze) anzuprangern ?
      Nö du, ich mag den Typen.
      51 1 Melden
    • Baccara - Team Nicole 11.09.2018 09:08
      Highlight Highlight ach ja? Ich würd ihn feiern - er hat ein Statement gemacht, egal, was ihn das kostet. Und es hat ihn viel gekostet.

      Aber er hat Rückgrat gezeigt. Bravo!
      53 1 Melden
  • Therealmonti 11.09.2018 03:00
    Highlight Highlight War nie ein Nike-Fan. Vor allem weil ich weiss, unter welchen Umständen dieser Riese in Drittweltländern sein Produkte herstellen lässt. Aber jetzt überleg ich mir tatsächlich, ob ich zugreifen soll, ob ich ein Nike-Golf-Shirt kaufen soll, wenn ich eines sehe, das mir eigentlich gefällt
    19 7 Melden
  • Papa Swappa 11.09.2018 01:10
    Highlight Highlight Anwälte, Regierungsmitarbeiter, jeder versucht sich so zu verhalten, dass er nach einer Amtsenthebung gut dasteht - die Zeichen stehen auf "der Koloss fällt bald".
    Trendsetter spüren als erste, wenn der Wind dreht & sehen nun die Chancen so gross an, dass Trump unehrenhaft, vielleicht gar mit Gefängniss, gehen muss, dass sie Nike nun geraten haben "stellt euch als erste klar gegen Trump und ihr werdet dafür die Lorbeeren einfahren".
    Das macht Nike nicht besser oder schlechter als vorher, die produzieren immer noch gerne auf dem Rücken von Kindern in der 3. Welt. Das ist reine Strategie.


    10 3 Melden
  • Till Rabenschlag 11.09.2018 00:18
    Highlight Highlight Nike Air Max....dahinschmelz
    3 10 Melden
  • D(r)ummer 10.09.2018 23:44
    Highlight Highlight Was für ein Nonsens.


    37 8 Melden
  • James McNew 10.09.2018 23:25
    Highlight Highlight Und mindestens die Hälfte der Amerikaner schämt sich für das Volleyballteam und all die anderen, die nicht begreifen, dass sich der Footballer-Protest nicht gegen "Amerika" oder "die Fahne/Hymne" oder gegen "das Militär" richtet – aber Trump sagt halt, das sei so, also glaubt man das halt in Trump-Land.
    488 14 Melden
  • Timmy :D 10.09.2018 23:04
    Highlight Highlight Ist es nicht erschreckend gross die Resonanz ist, bloss weil eine Stimme sich gegen den Brei erhebt? Ein Schelm wer mit der Situation von vor 80 Jahren vergleicht. Doch wurde damals nicht auch eine Bewegung unterschätzt?
    173 22 Melden
    • why_so_serious 11.09.2018 11:06
      Highlight Highlight Und wir fragen uns, wie es so weit kommen konnte... steter Tropfen höhlt den Stein.
      6 0 Melden
  • Schlingel 10.09.2018 22:43
    Highlight Highlight Wer Nike Produkte kauft, nur weil sie diesen Herren unter Vertrag genommen haben, hat genauso einen Sprung in der Schüssel, wie die, die aus dem gleichen Grund ihre Nike Produkte verbrennen...
    310 199 Melden
    • swizzbliss 10.09.2018 23:00
      Highlight Highlight War da nicht was mit „Just do it“?
      37 8 Melden
    • Binnennomade 10.09.2018 23:08
      Highlight Highlight Ne sorry, wenn sich ein solch grosser Konzern in eine so wichtige Debatte einmischt, dann finde ich das verdammt mutig und unterstützenswert. Ich werde mir zwar jetzt nichts von Nike kaufen, aber ich habe für jeden Ami, der es tut, volles Verständnis.
      225 28 Melden
    • Triumvir 10.09.2018 23:09
      Highlight Highlight Nope, ich werde dank dieser Aktion ab sofort mit Stolz Nike Produkte kaufen und tragen😎😂
      127 25 Melden
    Weitere Antworten anzeigen

«Trump wird die Macht teilen müssen – und dann sterben»

Eine politische Analyse der etwas anderen Art: Martin Zoller kann anhand der Analyse der Aura eines Menschen seine Zukunft sehen. So hat er die Wahl von Donald Trump richtig vorausgesagt. Jetzt allerdings scheint sich das Blatt zu wenden: Die Demokraten werden gemäss Zoller die Midterms gewinnen – und Trump wird noch vor Ablauf seiner ersten Amtszeit sterben.

Sie haben die Wahl von Donald Trump vorausgesagt. Wie ist Ihnen das gelungen? Schon 2014 wusste ich, dass Hillary Clinton keine Chance haben wird. Ich sah im Sommer dieses Jahres einen Mann als kommenden Präsidenten. Als Trump von den Republikanern zum Präsidentschaftskandidat erkoren wurde, war mir klar, dass er auch gewählt werden wird. Ich habe das damals schon in verschiedenen TV-Interviews ausgeführt.

Wie kommen Sie zu solchen Aussagen? Machen Sie politische Analysen und verbinden diese …

Artikel lesen
Link to Article