Wirtschaft
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epa05571636 World Bank Chief Economist Paul Romer participates in a conversation about shaping the global development agenda at the World Bank Headquarters in Washington, DC, USA, 05 October 2016. The 2016 Annual meetings of the International Monetary Fund (IMF) and World Bank Group (WBG) take place between 07 and 09 October.  EPA/SHAWN THEW

Mischt die Ökonomie-Szene auf: Paul Romer. Bild: SHAWN THEW/EPA/KEYSTONE

Werden die Ökonomen immer dümmer? Oder nur egoistischer?

Paul Romer, der neue Chefökonom der Weltbank, hat eine vernichtende Kritik der Makroökonomie und der Politik der Notenbanken verfasst.



Seit der Finanzkrise hat die Bedeutung der Zentralbanken gewaltig zugenommen. Sie sind, wie der Titel eines Buches von Mohamed El-Erian lautet, «The Only Game in Town» («Die einzig massgebliche Instanz») geworden.  

Inter-American Development Bank President Luis Alberto Moreno (L) and Allianz Chief Economic Advisor Mohamed El-Erian discuss the role of the private sector in global development during the Bretton Woods Committee annual meeting at World Bank headquarters in Washington May 21, 2014.  REUTERS/Jonathan Ernst    (UNITED STATES - Tags: POLITICS BUSINESS)

Gern gesehener Gast: Mohamed El-Erian. Bild: JONATHAN ERNST/REUTERS

Die Zentralbanken können sich zwar rühmen, nach dem Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers eine Kernschmelze des internationalen Finanzsystems vermieden zu haben – wenn auch nur knapp. Aber:

«Wenn man aber vom «Only Game in Town»-Syndrom ausgeht, dann sollte es nicht überraschen, dass es den Zentralbanken nicht gelungen ist zu generieren, was der Westen – und die Welt – am meisten braucht: hohes, nachhaltiges und inklusives Wachstum und finanzielle Stabilität.»

Mohamed El-Erian

Die Geldpolitik von der Fed, EZB, SNB & Co. wird daher immer heftiger kritisiert. Neuerdings wird selbst die als sakrosankt geltende Unabhängigkeit der Zentralbanken in Frage gestellt.  

Neue Nahrung dürften die Kritiker von einem namhaften Ökonomen erhalten: Paul Romer. Er ist kürzlich zum Chefökonomen der Weltbank ernannt worden. Romer gilt als führender Innovationsforscher und ewiger Kandidat für den Nobelpreis. Er ist auch ein erfolgreicher Internet-Unternehmer und hat mit seinem Vorschlag für so genannte «Charter-Städte» für Aufsehen gesorgt.  

«Unsere unabhängigen Zentralbanker sind alle Makroökonomen, die genau in den Modellen ausgebildet wurden, die Romer kritisiert.»

Wolfgang Münchau

In der «Financial Times» hat Wolfgang Münchau auf ein interessantes Paper von Romer hingewiesen. Darin beklagt sich Romer, dass die Ökonomie nicht nur keine neuen Erkenntnisse gewonnen hat. Schlimmer noch: «Während mehr als drei Jahrzehnten hat sich die Makroökonomie rückwärts entwickelt.»

Vergleich mit der Stringtheorie

Romer vergleicht die Ökonomie mit der Stringtheorie, einer obskuren Weiterentwicklung der Quantenphysik mit Paralleluniversen und Wurmlöchern.  

Romers Kritik ist äusserst technisch. Ich nehme nicht in Anspruch, sie vollumfänglich verstanden zu haben. Der Kern seiner Kritik besagt jedoch Folgendes: Ökonomen kümmern sich nicht mehr um wissenschaftliche Erkenntnisse, sondern um ihren Ruf.

«Das Problem ist nicht nur, dass Makroökonomen Dinge sagen, die nicht mit den Fakten übereinstimmen», so Romer. «Das wahre Problem liegt darin, dass es den anderen Ökonomen egal ist, dass ihre Kollegen sich nicht mehr um die Fakten kümmern.»

Wissenschaft oder Scharlatan?

Mit anderen Worten: Die Ökonomen verkommen zu einer Wissenschaftler-Mafia, in der keine Krähe der anderen ein Auge aushacken will.  

«Was würden Sie vorziehen, von wem Ihr Kind behandelt werden soll? Von einem Arzt, der seinen Freund, einen Scharlatan, oder seinen anderen Freund, einen Homöopathen, verteidigt, oder die medizinische Wissenschaft?»

Paul Romer

So technisch Romers Kritik sein mag, inhaltlich ist sie von grosser Bedeutung. «Unsere unabhängigen Zentralbanker sind alle Makroökonomen, die genau in den Modellen ausgebildet wurden, die Romer kritisiert», stellt Münchau fest.  

Das wiederum bedeutet, dass nicht nur die Geldpolitik der meisten Notenbanken, das Festlegen von Inflationszielen («inflation targeting») möglicherweise ein Irrtum ist, sondern dass man auch die Unabhängigkeit der Notenbanken in Frage stellen muss.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Intellektueller 27.12.2016 10:48
    Highlight Highlight Ökonomen sind auch nur Wahrsager.
    Diese Dauerkrise lässt sich nicht mit Tiefzinsen lösen, weil die meisten Konsumenten keine Ersparnisse haben. Die Konsumenten haben kein Geld, womit sie die Wirtschaft ankurbeln könnten. Das wiederum macht Investitionen sinnlos, denn wenn die Fabrik keine Kunden hat, dann rentiert sie nicht. D.h. die ganz wenigen Reichen horten ihr Geld lieber mit Immobilien, Edelsteinen und Kunst.
    Wirtschaftswachstum gibt es einzig noch wegen des Weltbevölkerungswachstums, was bald auch Null oder weniger sein wird.
    Ein allesvernichtender Krieg wird einen Neuanfang schaffen.
  • Humbolt 26.12.2016 11:45
    Highlight Highlight Kann mir jemand erklären wie man hohes und nachhaltiges Wachstum im gleichen Satz erwähnen kann und trotzdem als Experte angesehen wird?
    Hohes Wachstum war der Tod aller Nachhaltigkeit in den letzten Jahrzehnten!
  • Raphfa 26.12.2016 09:38
    Highlight Highlight Zum Notenbank Märchen, die unabhängig sein sollen! Keine Kontrolle von aussen? Allmacht?
    Die eminent wichtige Aufgabe - sprich die Versorgung der Wirtschaft mit der nötigen Geldmenge am richtigen Ort - kann doch nicht unkontrolliert ablaufen. Diese Forderung ist schlichtweg durchgeknallt. Ausser man glaubt an Engel, die dort nur Gutes tun.
    Einverstanden, dass sich die parlamentarische Demokratie nicht einmischt, das wäre verherrend. Es braucht ein stets wechselndes Bürgerkomitee, das die Erfüllung des Auftrags überwacht.
    Problem: Die Geldmenge lässt sich im aktuellen System nicht steuern.
  • Thadic 26.12.2016 09:10
    Highlight Highlight Ich wüschte mir Makroökonomen die sich auch mal ganz alternative Systeme ausdenken. Warum muss eine Wirtschaft stetig wachsen um zu bestehen? Wie könnte man Geld schöpfen ohne, dass es automatisch Schulden gibt? Warum muss ein System unbedingt die Möglichkeit bieten aus Geld noch mehr Geld zu generieren (Zinsen,Aktien etc)? Wiese muss jeder unbedingt einer Arbeit nachgehen um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, obwohl immer mehr Maschinen arbeiten? Zu all diesen Fragen höre ich keine Diskussion unter den etablierten Makroökonomen.
  • Sheez Gagoo 26.12.2016 06:19
    Highlight Highlight Diesem Artikel fehlt es an Substanz. Es wird nicht weiter auf die Kritik an der bestehenden Makroökonomie eingegangen. Es wird z.B. nicht weiter erläutert, was das Problem an der Unabhängigkeit der Zentralbanken sein soll. Es handelt sich mehr um einen Verweisartikel, wer mehr wissen will muss halt googeln.
  • fiodra 25.12.2016 18:40
    Highlight Highlight Dieser Artikel ist nicht sehr erhellend. Es fehlt die verständliche Argumentation, warum die Notenbanker falsch liegen. Dass es Kritik an der Praxis der Notenbanken gibt genügt nicht. Auch sollte gezeigt werden, was genau besser gemacht werden sollte und warum die Notenbanken nicht mehr unabhängig sein sollen. Alles ist sehr diffus und pauschal beschrieben.
  • You will not be able to use your remote control. 25.12.2016 12:53
    Highlight Highlight Die Ökonomie des 20. Jahrhunderts gibt sich normativ und beschreibt den Naturzustand. Die unsichtbare Hand bedeutet nichts anderes als das Recht des Stärkeren.

    Diese Verdrehung legitimiert den aktuellen Finanzadel und hindert viele Menschen nach einer gerechteren Welt und einem besseren Leben zu streben.

    Denn man muss hoffen, dass man stärker ist und spielt darum Glücksspiel, schaut Sport (um denen zu huldigen, die es bereits geschafft haben (vlt. färbt es ja ab (eigentlich wäre ich das))) und glaubt lieber Blocher als Glättli.
  • Herbert Anneler 25.12.2016 09:17
    Highlight Highlight Die Makroökonomie ist schlicht zur Ideologie erstarrt - Ökonomismus. D.h. Für diese Kleingeister ist alles Ökonomie: Ökonomie der Liebe, des Verbrechens, des Schenkens, der Gesetzgebung, der Familie, des Krieges... Allerdings würde ich nicht meinen, dass die Nationalbänker die Skunks in der Party sind, sondern dass sie unabhängig bleiben müssen, unabhängig von den wahren Skunks in der Wirtschaft. Wenn ich mir vorstelle, Trump würde die FED steuern oder Thomas Matter die SNB... Und was, wenn die Nationalbanken abhängig würden - wer würde sie kontrollieren: Richtig - Ökonomen...!
  • Felix Walter S. 25.12.2016 01:05
    Highlight Highlight Seit Jahren halten Makroökonomen z.B. an niedrigen Zinsen fest, in der Idee, das dann jeder sein Geld aus dem Fenster schmeisst, als gäbe es kein morgen. Zudem werden Unmengen Geld in die Märkte gepumpt. Leider hält sich niemand ans Modell. Unsichere Notenbankpolitik wirkt halt nicht besonders stimulierend. Doch anstatt auf die Realität zu reagieren, wird stur an zu elementaren, die Wirklichkeit neglegierenden Modellen festgehalten. Wer profitiert von Niedrigzinsen? Der normale Bürger als Sparer auf jeden Fall nicht.
    • Colourreader 25.12.2016 17:34
      Highlight Highlight Was hätten die Notenbanken Ihrer Meinung nach denn tun sollen?
      Die Zinsen hoch zu halten wäre fatal gewesen nach dem Finanzcrash. Die Unsicherheit war riesig und da Sparen attraktiv bleibt bei hohem Zins, hätten die Menschen noch weniger konsumiert. Ich bin kein Konsumfan, dass muss ich hier klarstellen. Aber eine Deflation (Teufelskreis stetig sinkender Preise wegen zu tiefer Nachfrage) wäre eine absolute Katastrophe gewesen, und immerhin die wurde verhindert. In dem Sinn haben Sie und ich als normale Bürger sehr wohl profitiert.
    • Felix Walter S. 25.12.2016 22:43
      Highlight Highlight Ich glaube nicht daran, dass eine Zinsänderung um ein Viertel Prozent irgendetwas an der Konsumentscheidung ändert. Falls ich z.B. ein Auto benötige, dann kauf ich eines, egal ob der Zins jetzt 5% oder -1% ist. Falls ich keines benötige, kaufe ich keines, egal wie der Zins aussieht.

      Um den Konsum anzukurbeln, hätte die Notenbank beispielsweise Konsumgutscheine unter die Bevölkerung bringen können, anstatt an der wirkungslosen Zinsschraube zu drehen.
    • Mathis 26.12.2016 09:22
      Highlight Highlight Du vergisst die Kredite, die Unternehmen aufnehmen können. Die sind für Investitionen. Insofern könnte eine Zinssenkung durchaus die Wirtschaft ankurbeln.
    Weitere Antworten anzeigen
  • canoe58 25.12.2016 00:35
    Highlight Highlight Die meisten Ökonomen erklären uns die Wirtschaft anhand von Modellen. Die Basis für eben diese Modelle sind sehr oft Voraussetzungen, die man in der Religion Dogmen nennen würde. Leider hält sich die reale Wirtschaft nicht an diese Modelle, weil die Akteure oft nicht rational und auch nicht voraussehbar handeln.
    Das beste Beispiel ist die Mär vom freien Markt: den gibt es nicht, weil alle Akteure versuchen ein Monopol oder höchstens ein Oligopol (Marktbeherrschung durch wenige) einzurichten.
    • Colourreader 25.12.2016 18:15
      Highlight Highlight Modelle sind per se Vereinfachungen. Der Versuch, den Menschen zu Vereinfachen, ist eigentlich schon im Voraus zum Scheitern verurteilt :-).

      Der freie Markt ist sowieso eine Illusion. Kein Markt ist frei, und das ist auch gut so. Ein gewisses Mass an Regulierung macht einen Markt erst so funktionsfähig, wie er funktionieren sollte: Zum Wohl der Menschen. Das ist leider nicht überall gegeben. Und sehen auch viele Ökonomen so.
  • Ignorans 25.12.2016 00:04
    Highlight Highlight Zentralbanken haben sich in den letzten Jahren mit verschiedenen neuen Modellen auseinandergesetzt, die das Vorkommen von Negativzinsen ermöglichen. Solche Modelle gabs es vor 20 Jahren noch nicht, da ein solches Zinsumfeld unmöglich schien...
    Aber es ist klar, dass viele makroökonomische Modelle nur von theoretischer Natur sind und nicht fähig sind, die Realität abzubilden.
  • Raphfa 24.12.2016 23:18
    Highlight Highlight Nur wenige Ökonomen denken an neue Lösungen. Meistens Aussenseiter wie zum Beispiel Bernd Senf. Und dann noch Laien im Sinne eines fehlenden VWL-Studiums, was wohl ein Vorteil ist.
    Helmut Creutz, der deutsche Geldtheoretiker, hat grosse Arbeit geleistet und dafür den alternativen Wirtschaftspreis erhalten.
    Seine Arbeiten zeigen auf, wie das erwirtschaftete Sozialprodukt durch die Zinsen ungleich verteilt werden, was zwangsläufig zur Kapitalakkumulation in den Händen weniger führt. Er ist ein Vertreter der Freiwirtschaftslehre, die ich eher etwas kritisch betrachte, weil sie zu kurz greift.
  • Aged 24.12.2016 20:17
    Highlight Highlight "hohes, nachhaltiges und inklusives Wachstum ....". Ich höre immer "hohes Wachstum" - aber die Erde wächst nicht. Millionen von Jahre ist die Erde ohne "Wachstum" gut gefahren ("Umverteilung" eher). Mir scheint, das mit dem "Wachstum" ist eine Schleife, weil dazu mehr Menschen benötigt werden und dann wieder mehr "Wachstum" gefordert wird.
    • qumquatsch 24.12.2016 23:04
      Highlight Highlight Die Kritik ist leider unangebracht, da a) die Bevölkerung (~der Markt) wächst und b) die Konsumlust steigt (befeuert durch das Angebot)

      Recht hast du aber im Bezug auf die Problematik und den überproportionalen Wachstum, da dieses sicher nicht inklusiv und ziemlich sicher nicht nachhaltig ist
    • Pitsch Matter 24.12.2016 23:35
      Highlight Highlight Das mit dem Wachstum ist eine folge der Zinsen und Zinseszinsen. Zinsen wachsen exponenziell und müssen erwirtschaftet werden.
    • Tiefstapler 25.12.2016 00:15
      Highlight Highlight Wäre es eine Sekte so würde man von einem Schneeballsystem sprechen, nicht?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Morph 24.12.2016 19:40
    Highlight Highlight Stimmt tatsächlich. Bestes Beispiel ist die ZHAW SMS. Sie hat den Anspruch die beste Fachhochschule der Schweiz zu werden und selbst Universitäten zu übertrumpfen... Letztendlich ist es ein möchtegern Club auf dessen Toiletten mit Ritalin gedealt wird und der inhaltlich oberflächlich von der HSG abkupfert um später SVP-Politik zu verkaufen... So weit so gut... Schade ist, dass den Abgängern ein Wissenschaftsverständnis attestiert wird...
  • kliby 24.12.2016 19:11
    Highlight Highlight Die Berufsgruppe, vor der ich am wenigsten Achtung habe, sind die Ökonomen, fürwahr. Egoisten, Abzocker, Besserwisser. Ausnahmen bestätigen die Regel. Im Prinzip ist das Wirtschaftsstudium sowas wie ein Religionsstudium. Gott hinterfragen wäre ein Frevel, und so ists mit dem Finanzsystem.
    • Hansdamp_f 24.12.2016 20:05
      Highlight Highlight Wieso sind Ökonomen Abzocker und Egoisten? Klassische Ökonomen (Volkswirtschaftler) arbeiten in der Akademie, also in Bildung und Forschung. Verwechselt du da eventuell etwas?
    • FrancoL 24.12.2016 23:26
      Highlight Highlight @Hansdam_f; ich bin zwar fast nie mit Kliby einig und auch diesen Post kann ich nur bedingt stützen, doch viele Ökonomen sind reine Zocker (nicht Abzocker). Ich habe so viele Theorien zur Wirtschaft und vor allem zu Volkswirtschaft gelesen und immer frage ich mich: mit was für Menschen haben die Ökonomen ihre Modelle angedacht? Die Spezies die so sich am Markt verhalten würde wie es das Modell vorsieht gibt es in der nötigen Menge nicht.
      Die Tatsache dass offensichtlich nur Wachstum in irgend einer Form das Heil bringen soll ist für mich klar zu hinterfragen. Nichts ist unendlich auf der Erde.
    • Anam.Cara 26.12.2016 10:56
      Highlight Highlight @Hansdam_f: sind denn die Scharen von Beratern, die Firmen kaputtsanieren und das als Erfolg verkaufen nicht auch Ökonomen? Ich kenne keine Zahlen, aber ich würde mal sagen, dass der Grossteil der VWL und BWL Abgänger in der Wirtschaft arbeiten. Oder verwechsle ich da etwas?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Raphfa 24.12.2016 18:10
    Highlight Highlight Kernaussage von Philipp Löpfes Artikel stimmt: Entweder werden sie dümmer aufgrund ihrer ideologischen gefärbten Ausbildung; oder dann einfach opportunistisch wie ein Theologe, der schon lange weiss, das seine "Wahrheit" höchstens dank dem imposanten Drumherum noch geglaubt wird.
    Auch viele vermeintliche Kritiker sind in diese Rückzuggefechte verwickelt. Man erkennt sie an den Worthülsen wie nachhaltiges Wachstum, unabhängige Notenbanken(!!!???), Reformen, Deregulierung, Regulierung etc.
    Wenn nachweislich nicht funktionierendes System Bankrott ist, so muss es komplett ersetzt werden.
    • http://bit.ly/2mQDTjX 24.12.2016 18:49
      Highlight Highlight Womit?
    • FrancoL 24.12.2016 19:24
      Highlight Highlight Der Schlusssatz mag stimmen, doch alle Systeme sind letztendlich von uns Menschen erschaffen und widerspiegeln unsere Denkweisen.
      Je länger ich die Wirtschaft betrachte denke ich dass wir uns neu erfinden müssen, ein guter Teil der Gesellschaft sich hinterfragen muss, welches denn noch die Prinzipien sind die man stützen mag.
      Man kann noch lange Wirtschaftstheorien aufbauen sie wieder demolieren, wenn wir uns nicht hinterfragen nützt das niemandem.
    • Hansdamp_f 24.12.2016 19:32
      Highlight Highlight Du meinst den Sack aber schlägst den Esel. Politiker sind verantwortlich für die Regulierung, nicht die Ökonomen. Letztere können warnen aber Politiker tun am Ende oft etwas anderes und/oder was ihrer Klientel dient. Bekanntestes Beispiel ist die Euro-Einführung.
    Weitere Antworten anzeigen
  • http://bit.ly/2mQDTjX 24.12.2016 17:08
    Highlight Highlight Geld ist Mittel zum Zweck.

    "IN GOD WE TRUST" steht in grossen Lettern auf Dollarscheinen. Der Zweck wäre klar und deutlich deklariert.

    Egal, ob Gott existiert oder nicht, NUR er würde Vertrauen verdienen. Sonst keiner.

    Wie schafft man Vertrauen unter Menschen, denen wir nicht vertrauen?

    Geld schafft Regeln, Smith verspricht Wohlstand, Marx die gerechtere Verteilung, und Keynes beschwört die sich Selbstorganisation der Märke. Wir basteln ein Modell, dem wir vertrauen.

    "Um etwas zu verändern, entwirf ein neues Modell, dass das existierende überholt erscheinen lässt."
    -Buckminster Fuller.
    • FrancoL 24.12.2016 18:12
      Highlight Highlight Um etwas zu verändern, entwirf ein neues Modell, dass das existierende überholt erscheinen lässt."
      -Buckminster Fuller.

      Die Frage ist doch: Ist etwas das das existierende überholt erscheinen lässt denn auch wirklich besser?

      Mich stört "ERSCHEINEN" lässt. Noch nie habe ich besonderen Wert auf die Erscheinung gelegt!

      Als junger Student habe ich immer die Daten in Glanzprospekten genauer gelesen und hinterfragt und es war häufig bitter nötig.
    • http://bit.ly/2mQDTjX 24.12.2016 18:47
      Highlight Highlight Im englischen Original lautet das Zitat so:

      “You never change things by fighting the existing reality. To change something, build a new model that makes the existing model obsolete.”
      -Buckminster Fuller

      Also vielleicht so:

      "Entwirf ein Modell, welches das existierende Modell überflüssig macht."
    • FrancoL 24.12.2016 20:18
      Highlight Highlight Ja da kommen wir der Wahrheit schon wesentlich näher.
      Als Planer stelle ich aber trotzdem fest dass man nur mit dem planen kann was einem zur Verfügung steht, bzw das neue Resultat oder Modell nur so gut wird wie die Akteure und da habe ich selbst bei einem Neuanfang so meine Bedenken, wenn ich sehe wie doch mach einer im Verlaufe seiner Veränderung sich plötzlich nicht mehr erkennen mag.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Toerpe Zwerg 24.12.2016 17:07
    Highlight Highlight Täusche ich mich, oder fehlt hier die inhaltliche Kritik an den Ökonomen?
    • http://bit.ly/2mQDTjX 24.12.2016 17:25
      Highlight Highlight Die inhaltliche Kritik lässt sich offenbar ohne Verständnis der Stringtheorie nicht verständlich machen. Aber die meisten von uns kennen Stringtheorie höchstens vom Schlafzimmer. ;)

      Soweit ich die Kritik verstehe, braucht man nicht unbedingt Stringtheorie. Aber ein gewisses Verständnis von dynamischen Systemen.

      In solchen Systemen, wenn sie stabilisierende Eigenschaften aufweisen, existieren sogenannte Attraktoren, die dann zB. die Zentralbank- und Makro-Ökonomen in ihren Modellen gefangen nehmen. Flucht ist praktisch undenkbar.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Attraktor

      Oder so... ;)
    • Platon 24.12.2016 21:59
      Highlight Highlight Hätte mir auch etwas mehr inhaltliche Kritik gewünscht. Auf welche Modelle bezieht er sich denn genau? Für Leute die etwas von Makroökonomie verstehen wäre das noch hilfreich. Aber man kann das Mundell-Flemming-Modell bei den Lesern nicht voraussetzen.
  • Hansdamp_f 24.12.2016 17:00
    Highlight Highlight OK. Herr Löpfe, Sie haben's nicht ganz verstanden. Immerhin geben Sie es dieses Mal zu - anders als bei ihren weiteren, meist weltfremden Kommentaren zur Wirtschaftspolitik. Trotzdem setzen Sie einen reisserischen, pauschalisierenden Titel, der wenig mit dem Artikel zu tun hat. Wollen Sie damit den Weg vorspuren, um das nächste Mal die EU-Politik von oben und den Euro besser verteidigen zu können? All die Ökonomen, die das Gegenteil behaupten sind ja ohnehin dumm, gälled Sie.
    • Scenario 24.12.2016 17:10
      Highlight Highlight @Hansdamp_f was genau ist denn deine Aussage ausser Löpfe Bashing?
    • Hansdamp_f 24.12.2016 17:25
      Highlight Highlight @Scenario Kritik am reißerischen Titel und der Pauschalisierung ("Ökonomen werden dümmer"). Du hast es anscheinend auch nicht richtig verstanden und reagierst auf meinen Kommentar, anstatt auf die inhaltliche Kritik. P.S.: Es heisst Löpfe-Bashing (und Grund dazu gibt es wegen der blinden Pro-EU-Haltung reichlich).
    • dmark 24.12.2016 20:25
      Highlight Highlight Ich stehe ja auch nicht immer auf der Seite von Löpfe, muss ihm aber gerade bei diesem Artikel doch recht geben, anstatt ihn hier mit seinem Bericht zu zerreissen. Und hier geht es ja auch nicht um eine "blinde Pro-EU-Haltung". Soviel Fairness muss sein.
      Es ist doch auch wirklich zu beobachten, dass sich immer mehr Riegen einer sog. Wissenschaftler-Mafia bilden, in der keine Krähe der anderen ein Auge aushacken will - aber nicht nur bei den Ökonomen. Es geht diesen Leuten nur um das Absichern ihrer Einkünfte.
  • Midnight 24.12.2016 16:47
    Highlight Highlight Da kommt mir doch gleich wieder "The Big Short" in den Sinn. Interessanter Artikel. Ich hoffe, dazu gibt es bald noch mehr zu lesen.
  • Spooky 24.12.2016 16:37
    Highlight Highlight "eine Kernschmelze des internationalen Finanzsystems"

    Was bedeutet das konkret? Müssten die meisten Menschen verhungern? Oder was?
    • The Destiny // Team Telegram 24.12.2016 17:49
      Highlight Highlight Es ist etwa auf dem Level von, einer Humanitären Kernschmelze. ka was das sein soll aber es geht in etwa in die gleiche Kategorie.
    • Spooky 25.12.2016 17:44
      Highlight Highlight Danke, The Destiny, aber das hilft mir irgendwie auch nicht weiter ;-)

      Ich behaupte darum mal frech, dass eine Kernschmelze des internationalen Finanzsystems nur die oberen Zehntausend betreffen würde. Leute, die sowieso kein Geld haben, würden es nicht einmal merken.

      Aber ich lasse mich gerne belehren von Experten.
      (Falls sie sich zu Wort melden :-)
    • Anam.Cara 26.12.2016 11:10
      Highlight Highlight @Spooky: Ich hab ein Buch von Weik/Friedrich gelesen ("Der Crash ist die Lösung"), das darlegt, warum das System crashen muss. Und es gibt ein Beispiele, was nach so einem Crash passiert (loser Auszug):
      Die Notenbanken können den Wert ihrer Noten nicht mehr garantieren. Es gibt im Handel kein Vertrauen ins Geld mehr. Es gibt kein Geld mehr (z.B. an den Bankomaten). Die einfachen Leute verlieren ihre Ersparnisse - z.B. zur Deckung der Staatsschulden. Die Menschen führen den Tauschhandel wieder ein um nicht zu verhungern.
      Das kann kann einige Zeit dauern. Bis ein neues System funktioniert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • pamayer 24.12.2016 16:34
    Highlight Highlight Klar gierige Egoisten
  • Colourreader 24.12.2016 16:29
    Highlight Highlight Gleich alle Ökonomen an den Pranger zu stellen, ist übertrieben. Ökonomen leisten heute in den verschiedensten Bereichen wertvolle Arbeit und Forschung.

    Zur Kritik an sich: Dass die Notenbanken nicht fehlerfrei agiert haben, ist durchaus möglich. Allerdings sind und waren Notenbanken nie ein Allerheilmittel.

    Wegen ihrem "Versagen" jetzt weniger Unabhängigkeit zu fordern, ist ein heisses Spiel. Das würde bedeuten, dass genau jene Politiker, die es verpasst haben, echte Reformen anzupacken, auch über die Geldpolitik entscheiden können. Wollen wir das wirklich?
    • Jol Bear 24.12.2016 21:42
      Highlight Highlight Das Versagen der Notenbanken liegt darin begründet, dass sie nicht mehr unabhängig sind. Bsp. EZB: nichts anderes als Satelliten der EU-Politik. Die Forderung müsste lauten: gebt den Notenbanken wieder Unabhängigkeit, befreit sie vom Gängelband der Politik. Im Fall des Euro allerdings schwierig. So, wie er aufgegleist wurde, ist er ein Produkt der "dummen Ökonomen" im Verbund mit Politikern. Ökonomen der klugen Sorte (diese gibt es durchaus) hatten frühzeitig davor gewarnt und abgeraten.
  • MaxM 24.12.2016 16:27
    Highlight Highlight Ok, da ich in diesem Artikel eigentlich keine Kritik, aber im Titel doch eine Beleidigung sehe: Wird Herr Löpfe immer dümmer oder einfach nur noch unsachlicher und egoistischer?
  • 90er 24.12.2016 16:03
    Highlight Highlight Herr Löpfe ich verstehs nicht ganz. Was wollen Sie mit diesem Artikel aussagen?
    Das ein Teil der Ökonomen (was im Titel übrigens nicht klar wird und Sie alle Wirtschaftswissenschaftler in einen Topf werfen) immer auch zu ihrem eigenen Nutzen forschen und publizieren? Und Modelle benutzen die nicht absolut akkurat sind?
    Nun ist es in den allermeisten Wissenschaftlichen Disziplinen so das Modelle benutzt werden die nicht alles Abbilden und Dinge vereinfachen (übrigens ist das die Definition von "Modell")
    Und ja klar sind die Ökonomen Egoisten, genau so wie die Juristen, Historiker etz.
    • phreko 24.12.2016 16:39
      Highlight Highlight Das Problem ist eher, dass man gewissen möglicherweise falschen Modelle folgen muss, um überhaupt Anerkennung in der Ökonemenwelt zu erhalten. Es gibt somit keine Auseinandersetzung mit anderen Möglichkeiten, da keines dieser Alphatiere daneben liegen möchte. Das führt dazu, dass sie sich gegenseitig schützen und möglicherweise damit die Weltwirtschaft als Geisel nehmen, um ihren eigenen Status zu verteidigen.
    • _kokolorix 24.12.2016 19:56
      Highlight Highlight Der Grossteil der Ökonomen beharren auf einem Modell das nur stabil ist wenn die Wirtschaft stark exponentiell wächst > 6%, sicher mehr als die Kapitalrendite. Das ein solches Wachstum nur kurzeitig möglich ist wird verdrängt.
      Dieses Modell führt zwangsweise zu einer Vermögensverteilung wo das reichste Perzentil gegen 80% des Gesamtvermögens besitzt, was wiederum zu sozialen Unruhen und Kriegen führt, die das wieder korrigieren. Allerdings könnte man das auch wesentlich weniger gewalttätig haben,wenn man grosse Erbschaften und Vermögen angemessen besteuern würde. Etwas das heute undebkbar ist
    • 90er 24.12.2016 23:17
      Highlight Highlight @_kokolorix

      Interessant Aussage, hast du mir einen Link zu den >6% und das mit der Vermögensverteilung? ( Also nicht die aktuelle Verteilung sondern die Studie die belegt wie es dazu kommt).
      Würde mich sehr interessieren ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Special K 24.12.2016 16:02
    Highlight Highlight Man sollte sich bei aller Kritik bewusst sein, dass die Zentralbanken nicht für nachhaltiges Wachstum sorgen können.

    Nachdem die Zentralbanken im Nachgang der Finanzkrise einen Sturz in eine Depression verhindert hatten, hätte die Politik die Rahmenbedingungen anpassen müssen und ihre Volkswirtschaften wieder auf den Wachstumspfad bringen müssen.

    Die Politik hat aber einfach nur die Probleme vor sich hergeschoben. Und jetzt überlassen sie das Feld den Populisten.
    • Scenario 24.12.2016 17:00
      Highlight Highlight Das grundlegende Problem ist doch bereits dasjenige, dass die Rahmenbedingungen als Einmischung bzw. Intervention in die Marktwirtschaft verstanden werden und als Marktverzerrung gebrandmarkt sind. Was jedoch unregulierte Märkte anstellen können, haben wir mit der Finanzkrise gesehen.
      Wenn es dann darauf ankommt, dass die Marktmechanismen ein Opfer fordern für unseriöses "Geschäften", alle den Staaten um Hilfe bitten und das widerspricht wohl jeglichem gesunden Marktverständnis.
      Man hätte schon damals ein Zeichen setzen müssen und viel mehr Finanzinstitute zum Teufel jagen müssen.
    • Pitsch Matter 24.12.2016 18:37
      Highlight Highlight Keine Einmischung hätte der Kollaps des internationalen Finanzsystems bedeutet. Nun wurde dieser Crash herausgeschoben.
    • FrancoL 24.12.2016 21:28
      Highlight Highlight @Scenario; Das "zum Teufel jagen" ist so ein Problem wenn ein Teil Deines Geldes in den Instituten steckt. Hätte man sie UBS fallen lassen, da hätten viele Hauseigentümer mehr als nur ihre liebe Mühe gehabt, denn die Häuser (bzw die Hypotheken) wären noch der letzte Betzen gewesen den die UBS den Gläubigern hätte anbieten können.

      Als dies zur Diskussion stand habe ich mit vielen Hypothekarnehmern gesprochen und nicht wenige hätten riesen Mühe gehabt ohne Verluste ihre Häuser umzukreditieren. Der eh schon kleine und teilweise labile Eigentumsanteil wäre schön ins trudeln gekommen.
  • Therealmonti 24.12.2016 15:15
    Highlight Highlight Hä??? Bahnhof!

Linksautonome Schweizer marschierten an «Gilets-jaunes»-Protesten mit

Unter die «gilets jaunes» in Paris mischten sich am Samstag auch Mitglieder der linksradikalen «Revolutionären Jugend». Sie wollten Solidarität bekunden, «Erfahrungen in Strassenkämpfen» sammeln und «untersuchen, inwiefern sich Rechtsextreme an den Protesten beteiligen.»

Proteste der «Gelbwesten» mit Krawallen und Ausschreitungen haben Frankreich an diesem Wochenende erneut in Atem gehalten. Unter die Demonstranten mischten sich anscheinend auch Schweizer Linksautonome.

Mitglieder der Revolutionären Jugend Bern schreiben auf Facebook, sie hätten sich in Paris ein Bild der Bewegung machen können, das «sehr positiv und motivierend» ausfalle. Darunter publizieren sie ein Foto eines brennenden Autos. 

Auch die Zürcher Sektion der Bewegung berichtet von …

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