bedeckt, wenig Regen12°
DE | FR
58
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild: EPA/EPA

So gigantisch viel Solarenergie ging uns im Juni durch die Lappen

09.07.2018, 12:0309.07.2018, 21:25
«watson! Der Juni war doch so sonnig! Kannst du nicht ausrechnen, wie viel Sonnenenergie in der Schweiz ungenutzt verpufft ist?»
Ein besorgter, aber interessierter Bürger

Ja, aber das wird eine rein hypothetische Spielerei*.
*Die viele Probleme der Solarenergie ausspart.

Die internationale Energieagentur (IEA) berechnete für die Schweiz ein Solarenergieproduktionspotential für das Jahr 2050 von 32 TWh (Terawattstunden) und korrigiert damit alte Berechnungen (18TWh) weit nach oben.

Greenpeace kommt mit 30 TWh auf ein ähnliches Potential und auch die Schätzungen von swissolar.ch weichen nicht markant ab.

Nehmen wir also an, das Solarenergieproduktionspotential der Schweiz liegt bei 30 TWh pro Jahr.

«Wie viel Solarenergie hätte die Schweiz im letzten Juni  theoretisch produzieren können?»
Ein besorgter, aber interessierter Bürger

Juni 2018 – das war eitel Sonnenschein. Laut Stefan Müller von meteotest.ch schien die Sonne im Juni derart oft, dass die Messstation in Bern 14,5% der jährlichen Sonneneinstrahlung (Mittelwert der letzten 20 Jahre) registrierte. Die Station in Zürich erfasste gar 14,8%.

Die Milchbüechlirechnung lautet demnach: Wie viel sind 14,65% ((Zürich + Bern)/2) von 30 TWh?

Es sind 4,395 TWh oder 4'395 GWh (Gigawattstunden).

«Und wie viel haben wir tatsächlich produziert?»
Ein besorgter, aber interessierter Bürger

0,292 TWh oder 292 GWh.

Und so haben wir die 292 GWh berechnet:
Laut Swisssolar produzierten Schweizer Solaranlagen 2016 1580 Gigawattstunden Energie. Der Marktanteil betrug 2,3%. Für das Jahr 2018 nehmen wir einen gleichbleibenden Stromverbrauch an (2017 stieg der Verbrauch um 0,4%) und einen Marktanteil der Solarenergie von 2,9%. Das ergibt eine Gesamtjahresproduktion für 2018 von 1992 GWh. 14,65% von 1992 GWh entsprechen 292 GWh oder 0,292TWh
«Da ist uns aber recht viel durch die Lappen gegangen!»
Ein besorgter, aber interessierter Bürger

Ja. 4,103 TWh oder
4'103 GWh oder
4'103'000 MWh oder
4'103'000'000 KWh

«Mir sagt diese Zahl nichts. Was hätte man mit ‹4,103 blablabla› anstellen können?»
Ein besorgter, aber interessierter Bürger

Gut, dass du fragst.

Dieses Haus produziert 7 Mal mehr Energie als es verbraucht

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Teaser App Campaign
watson
Unabhängige Meinungsbildung und fundierte Recherchen.
Google PlayApple Store

Abonniere unseren Newsletter

58 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Gimletti
09.07.2018 12:25registriert Juni 2018
Recht und links werden wir mit Mehrfamilienhäusern zugebaut,aber wir dürfen keine Solaranlage auf unser Dach machen,da wir in der ehemaligen Kernzone wohnen...21KW my ass...
2178
Melden
Zum Kommentar
avatar
Matrixx
09.07.2018 13:21registriert März 2015
Da fuhr ich doch letztens in den Schwarzwald. Anfangs Grenze zu Deutschland hats kleine, moderne Häuser und jedes Haus hat mind. So viele Solarzellen, um den eigenen Gebrauch zu decken.
Da fahr ich da ländlich an einem Bauerhaus vorbei. Eine uralte, morsche Holzhütte, die vermutlich bei nächsten starken Wind weg ist. Und was seh ich da? Modernste Solarzellen auf dem Dach.

Und die Schweiz schafft es nicht mal, Neubauten mit Solarzellen auszurüsten!
2057
Melden
Zum Kommentar
avatar
Biitoo
09.07.2018 13:18registriert Dezember 2017
Dank meinen 11 Solarzellen und dem Speicher fahre ich nur mit meinem Strom und das geile finde ich immer wieder wenn man von der Klima oder vom Bier sagen kann: gekühlt von der Sonne 🌞⚡️
1418
Melden
Zum Kommentar
58
Schlamm­schlacht auf dem Rad
Ein Streifzug durch die Geschichte des Radquer. Eine Sportart, die in den 1970er- und 1980er-Jahren Schweizer Sportstars hervorbrachte, danach beinahe vollständig in Vergessenheit geriet und heute ein kleines Revival erlebt.

Radquer entstand an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert im Süden Frankreichs. Strassenrennfahrer weilten im Winter zur Saisonvorbereitung an der sonnigen Côte d’Azur, wo sie neben etlichen Kilometern auf der Strasse auch über Stock und Stein fuhren, falls nötig ihr Fahrrad schulterten, oder einen steilen Anstieg mal rennend in Angriff nahmen. Erste Rennen in dieser neu entstandenen Sportart fanden 1902 statt.

Zur Story