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Untreue-Studie: Kuckuckskinder sind viel seltener als gedacht

Etwa jedes zehnte Kind stammt gar nicht von dem Mann, den es für seinen Vater hält? Diese Schätzung kursierte lange, ist aber neuen Daten zufolge viel zu ambitioniert.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Es ist ein Vertrauensbruch, der Partnerschaften zerstören und Väter in eine tiefe Krise stürzen kann: Wenn ein Mann erfährt, dass seine Kinder gar nicht die eigenen sind, sondern er jahrelang den Nachwuchs eines anderen grossgezogen hat. Fälle von Kuckuckskindern gibt es immer wieder und die Rechtsstreitigkeiten, die daraus folgen, sind schon vor dem Bundesgerichtshof gelandet.

Unklar ist jedoch, wie häufig Kuckuckskinder sind. Lange hiess es, 10 oder gar 20 Prozent der Kinder stammten von einem anderen Mann als jenem, der sie – ahnungslos – grosszieht.

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Hymne auf ein uneheliches Kind: «Love Child» von Diana Ross und den Supremes.
YouTube/Swudanst Harlow

Eine jetzt im Fachblatt Trends in Ecology & Evolution veröffentlichte Studie korrigiert diese Zahl deutlich nach unten. Lediglich ein bis zwei Prozent seien Kuckuckskinder, schreibt das Team um Maarten Larmuseau von der belgischen KU Leuven. Auch in vergangenen Jahrhunderten, als Frauen noch nicht mit der Pille verhüten konnten, seien Kuckuckskinder nicht häufiger gewesen.

Das Team um Larmuseau hatte vor einigen Jahren untersucht, wie viele Kuckuckskinder es in den vergangenen 500 Jahren in einer Gruppe von Belgiern gab. Für die Studie hatten die Wissenschaftler genetische Informationen von Teilnehmern ausgewertet, deren väterliche Linie sich bis zum 18. Jahrhundert in Flandern zurückverfolgen liess. Diese kombinierten sie mit Daten aus der Ahnenforschung. Das Ergebnis: Es waren gerade einmal 0,9 Prozent pro Generation.

Mit ähnlichen Ansätzen haben inzwischen andere Wissenschaftler in Südafrika, Italien, Spanien und Mali ähnlich geringe Zahlen von ausserehelichen Kindern, die aber als eheliche ausgegeben wurden, ermittelt.

Warum waren frühere Schätzungen so hoch?

Der australische Forscher Michael Gilding beschäftigte sich bereits 2005 in einem Fachartikel ausführlich mit dieser Frage. Seiner Aussage zufolge sind die ursprünglichen Quellen dafür nicht nur schwer zu finden, sondern durchaus zweifelhaft, weil sie nie wissenschaftlich publiziert wurden. Er schreibt zudem, dass Labore, die in den USA beziehungsweise in Australien Vaterschaftstests durchführen, von Quoten um 30 beziehungsweise 20 Prozent berichten.

Diese hohen Zahlen sind jedoch darauf zurückzuführen, dass ein Vaterschaftstest ja erst dann beauftragt wird, wenn bereits ein Verdacht besteht. Neben unverheirateten Frauen, die Unterhalt vom biologischen Vater wollen, seien eben Männer, die die Treue ihrer Partnerin oder Ex-Partnerin bezweifeln, die Auftraggeber. Vor diesem Hintergrund sei der Anteil der Kuckuckskinder bei diesen Untersuchungen gar nicht hoch, sondern eher niedrig, schreibt Gilding in «People and Place».

Das aktuelle Ergebnis der belgischen Forscher lasse an der These des sogenannten Gen-Shoppings zweifeln. Sie besagt, dass Frauen gezielt fremdgehen, um ihren Kindern bessere Gene als die des Partners zu verschaffen – und gleichzeitig kaum ein Problem damit haben, ihrem Partner ein Kuckuckskind unterzuschieben.

Die Wissenschaftler vermuten, dass die eventuellen Kosten für die möglichen evolutionären Vorteile schlicht zu hoch sind. Fliege der Betrug auf, könnte die Partnerschaft daran zerbrechen und Ziehvater sowie dessen Verwandtschaft könnten aufhören, sich um die Kinder zu kümmern.

wbr

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Turi 05.04.2016 20:40
    Highlight Highlight Gäbe es das Phänomen Kuckuckskinder nicht zu beachtlicher Menge, müsste der Vaterschaftstest ja nicht verboten sein. Naiv wer sich von einer gekauften Studie blenden lässt.
    • Negan 06.04.2016 15:20
      Highlight Highlight @ Olaf!

      ...doch. Ohne die Einwilligung der Mutter kannst Du keinen Vaterschaftstest machen. Das gleicht ja einem Verbot für Männer. Und eigentlich müsste es aber möglich sein. Erstens da es auch dem Vater seine Kinder sind, (oder auch nicht ;-)) und zweitens will man bei einem Verdacht doch einfach auf Nummer sicher gehen. Gerade in der heutigen Zeit. Darum freue ich mich bis es endlich die Verhütung für den Mann gibt. Dann sollten solche Betrügereien zu Ende sein. Und falls nicht, selber Schuld....
    • Negan 06.04.2016 18:23
      Highlight Highlight @olaf! Nun ich sehe das anders. Autofahren ist nich verboten solange sie das Alter haben. Das erreicht aber jeder irgendwann. Wenn aber z.B. Ihre Partnerin es unter einem scheinheiligen Vorwand verweigert ist es für Sie als Mann verboten. Egal wie alt Sie werden oder was für Anstrengungen Sie unternehmen. Ich finde auch die Formulierung "heimlich" heikel. Es wäre ja nicht heimlich.
  • Zwerg Zwack 05.04.2016 20:28
    Highlight Highlight Endlich bin ich beruhigt! Wusste nämlich nie, welches meiner 10 Kinder nicht von mir ist...
    • kliby 05.04.2016 22:57
      Highlight Highlight wer zehn kinder hat, kriegt die unter normalen umständen eh zu einem grossteil vom staat und steuerzahler finanziert. da könntest wenigstens die übersicht über die kids behhalten...
  • Howard271 05.04.2016 20:00
    Highlight Highlight Das schien mir schon lange eine etwas gar hohe Zahl... Die neuen Erkenntnisse scheinen schon realistischer
  • Mehmed 05.04.2016 18:56
    Highlight Highlight Wie viele Kuckuckskinder "es in den vergangenen 500 Jahren" gab. Pfff. Von Interesse ist bloss, wieviel es heute sind. Da weisen Studien regelmässig 10% aller Kinder als selbige nach. Nicht umsonst ist den Vätern in der Schweiz ohne Einverständnis der Mütter der Vaterschaftstest verboten.
    • Martiis 05.04.2016 20:27
      Highlight Highlight Hast du den Artikel gelesen? Welche seriös durchgeführte Studie weist 10% Kuckuckskinder nach?

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