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Nebelreflektionen um das Herz einer Supernova. Bild:shutterstock/jupeart

Astronomischer Glücksfall

Studenten entdecken Supernova beim Pizzaessen

Seit 25 Jahren war uns keine Sternenexplosion mehr so nah und fast hätten wir es verpasst. Was die Astronomen übersahen, entdeckten britische Studenten.

Ein Artikel von

Spiegel Online

peter gotzner, Spiegel online

Es ist der perfekte Moment, um das Teleskop aus dem Wandschrank zu holen oder das alte Fernglas zu entstauben. Denn auch Hobbyastronomen können in den kommenden Tagen erspähen, was britische Studenten in einer praktischen Übung zufällig entdeckt haben.

International Astronomical Union bestätigt den Fund

Die Schüler des University College London (UCL) konnten am Anfang der Woche eine Supernova in der sogenannten Zigarrengalaxie (Messier 82) ausmachen. Sie wäre den professionellen Forschern beinahe entgangen: Die Sternenexplosion war zu hell, automatische Überwachungsprogamme hielten sie teilweise für eine störende Lichtquelle. Nun bestätigt allerdings auch die International Astronomical Union (IAE) den Fund der wohl nächstgelegenen Supernova seit über 25 Jahren.

Die Studenten Ben Cooke, Tony Brown, Matthew Wilde und Guy Pollack waren am Dienstag von Dozent Steve Fossey im Gebrauch des grossen Uni-Teleskops am UCL unterwiesen worden. Sie sollten lernen, wie sich die angeschlossene Kamera bedienen lässt. Dabei wählten sie als Übungsobjekt «Messier 82» aus. Eine Unregelmässigkeit in der Galaxie im Sternbild Grosser Bär fiel der Gruppe sofort auf. Also begannen die Studenten, die Helligkeitsveränderung genauer zu beobachten.

Jetzt sichtbar in der Nähe des grossen Bären

Erst nach Bestätigung durch ein anderes Teleskop schickten sie eine Meldung an die IAE. Messungen zeigten nun, dass es sich um eine Typ-Ia-Supernova handelt, einen Vertreter der hellsten Gruppe von Sternenexplosionen. Forscher leiten von Spektralaufnahmen ab, dass sie in einem sogenannten Binären System entstanden ist. Dort zieht ein Stern des Typs Weisser Zwerg Materie von einem benachbarten Stern ab, bis er instabil wird und als Supernova explodiert.

Tom Wright, der als technischer Berater am UCL beschäftigt ist, beschreibt die absurde Situation: «Vor einer Minute assen wir noch Pizza und fünf Minuten später halfen wir dabei, eine Supernova zu entdecken», sagt er. «Ich konnte es nicht glauben.»

Wer also noch nie einen explodierenden Stern gesehen hat, kann dies in den nächsten Tagen bei freiem Himmel nachholen. In der Nähe des Grossen Bären ist die Zigarrengalaxie mit der aktuellen Supernova auch für Hobbyastronomen ohne allzu grosse Erfahrung und schon mit einem Fernglas leicht zu finden.

1987 war die letzte grosse Sternenexplosion in unserer direkten Umgebung:

YouTube/SpaceBestVideos

Supernova in unserer Nachbarschaft

Ein vergleichbar nahes Ereignis gab es das letzte Mal 1987, als in der Grossen Magellanschen Wolke die Sternenexplosion 1987A in unserer direkten Umgebung entdeckt wurde. Sie war nur etwa 168.000 Lichtjahre entfernt.



Mit rund zwölf Millionen Lichtjahren gehört aber auch die Zigarrengalaxie nach astronomischen Massstäben noch zu unserer Nachbarschaft. Wie Aufnahmen zeigen, soll die Supernova schon Mitte Januar aufgeleuchtet sein. Astronomen vermuten, dass das ohnehin schon helle Ereignis in den kommenden Tagen sogar noch strahlender am Himmel erscheinen könnte.

"Mein Karriereplan war, in der Astrophysik weiter zu forschen. Aber es ist schwer, solch einen Fund jemals zu toppen."

Student Ben Cooke nach seinem aufregenden Fund

SN 2014J soll sie heissen

Die IAU bestätigte den Fund gegenüber Spiegel Online. Generalsekretär Thierry Montmerle verwies darauf, dass «viele Teleskope auf der ganzen Welt jetzt gerade Messungen des Phänomens anstellen, darunter Lichtkurven und Spektralaufnahmen». Die Supernova erhielt bereits den offiziellen Namen SN 2014J, und Fossey und die Studentengruppe sind als ihre Erstentdecker eingetragen worden.

Für den beteiligten Studenten Ben Cooke ist seine Karriereplanung durch das aufregende Ereignis etwas klarer geworden, gab er zu - auch wenn ihn sein Fund in gewisser Weise enttäuscht: «Mein Karriereplan war, in der Astrophysik weiter zu forschen. Aber es ist schwer, solch einen Fund jemals zu toppen.»

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