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Ceres

Ein Asteroid mit Wasserschaden

Bild: AP

Auf Ceres, dem grössten Asteroiden des Sonnensystems, gibt es offenbar grosse Mengen Wasser. Nach jahrzehntelangen Vermutungen wollen Forscher nun erstmals einen direkten Beleg dafür gefunden haben. Eine Raumsonde soll bald endgültige Klarheit schaffen.

Ein Artikel von

Spiegel Online

christoph Seidler, Spiegel Online

Man weiss verblüffend wenig über den stattlichen Brocken, der zwischen Mars und Jupiter seine Bahn zieht: Zwar entdeckte der italienische Astronom Giuseppe Piazzi den Asteroiden Ceres schon vor mehr als 200 Jahren. Doch wie die Oberfläche des Himmelskörpers aussieht, lässt sich bis heute selbst mit den besten Teleskopen nur erahnen. Sogar auf den schärfsten «Hubble»-Bildern kann der Beobachter allenfalls grobe Strukturen ausmachen – darunter einen grossen weissen Fleck.

Die chemische Zusammensetzung von Ceres ist ebenfalls weitgehend unklar. Das liegt daran, dass auf der Erde keine Meteoriten von dort gefunden wurden – im Gegensatz zu anderen grossen Asteroiden wie Vesta. Doch klar scheint: Ceres muss zu einem beträchtlichen Teil aus Wassereis aufgebaut sein. Die Dichte des Himmelskörpers – rund zwei Gramm pro Kubikzentimeter – ist schlicht zu niedrig dafür, dass er komplett aus Gestein bestehen kann. Zum Vergleich: Die mittlere Dichte der Erde liegt bei fünfeinhalb Gramm pro Kubikzentimeter.

Frühere Analysen von Ceres hatten immerhin Indizien für Minerale geliefert, die nur in Gegenwart von Wasser entstehen. Doch eine zweifelsfreie Bestätigung für dessen Existenz gab es jahrzehntelang nicht. Einem Team um Michael Küppers von der Europäischen Weltraumorganisation (Esa) könnte die Sache nun geglückt sein – und zwar mit Hilfe des Esa-Teleskops «Herschel»: «Das ist der erste klare Nachweis, dass Wasser auf Ceres existiert», gibt sich Küppers im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE sicher. «Und es ist gleichzeitig der erste Nachweis von Wasser im Asteroidengürtel.»

Im Fachmagazin «Nature» haben die Forscher ihre Erkenntnisse veröffentlicht: Zwar war auch die Auflösung des mittlerweile eingemotteten «Herschel»-Teleskops zu gering, um Ceres direkt in den Blick zu nehmen. Doch habe man das Wasser in der unmittelbaren Umgebung des rund 900 Kilometer messenden Brockens nachweisen können, so Küppers. Und zwar in Form von Wasserdampf. Eine andere Herkunft als Ceres sei ausgeschlossen – zumal die entscheidende Beobachtung in der Nähe des Asteroiden insgesamt drei Mal geglückt sei: «Da kann man Zufall ausschliessen.»

Oberfläche so gross wie Argentinien

Stimmen die Analysen von Küppers und seinen Kollegen tatsächlich, dann strömen wohl von zwei Stellen des Asteroiden insgesamt etwa sechs Kilogramm Wasser pro Sekunde ins All. Das scheint nicht viel, wenn man bedenkt, dass Ceres eine Oberfläche hat, die so gross ist wie Argentinien. Vor allem, weil es nach Schätzungen auf dem Asteroiden womöglich mehr Wasser geben könnte als in allen Ozeanen der Erde zusammen. Doch womöglich liegt das daran, dass das Eis normalerweise tief im Inneren des Asteroiden verborgen ist.

Man darf sich Ceres jedenfalls nicht so vorstellen wie einen riesigen Schneeball. Nur dort, wo die sonst verborgenen Schichten freigelegt wurden, womöglich durch den Einschlag eines kleineren kosmischen Geschosses, könnte das Eis sublimieren – also direkt vom festen in den gasförmigen Zustand übergehen. So lautet jedenfalls eine Theorie der Forscher. Vielleicht aber, so schlagen sie ebenfalls vor, schleudern auch sogenannte Cryovulkane das Eis hinaus ins All, angetrieben durch eine Wärmequelle im Inneren des Asteroiden.

Überprüfen soll die Theorien schon in wenigen Monaten die Nasa-Raumsonde «Dawn». Sie ist derzeit auf dem Weg vom Asteroiden Vesta zu Ceres. «Das Timing könnte nicht besser sein», sagt Küppers. Und schon beim Anflug soll das Observatorium Ausschau nach dem Wasser halten. Das stellt Andreas Nathues vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau in Aussicht. Er ist Chef des Kamerateams der Sonde: «‹Dawn› wird den wirklichen Beweis liefern.»

Nathues sagt, das nun veröffentlichte Paper sei «schon länger im Gespräch gewesen». Denn in Wahrheit war das Timing gar kein Zufall: Küppers und seine Kollegen hatten das «Herschel»-Teleskop gezielt auf solche Himmelskörper gerichtet, die in naher Zukunft das Ziel von Raumfahrzeugen sind. Oder die gerade von Sonden besucht wurden. Deswegen gehen die aktuellen Ceres-Untersuchungen auch so gut zusammen mit den geplanten Beobachtungen von «Dawn».

Die Kamera der Sonde soll Bilder mit einer Auflösung von 100 Metern liefern. Auf ihnen müssten sich die geologischen Strukturen erkennen lassen, die im aktuellen «Nature»-Paper als Quelle des Wassers vorgeschlagen werden. Schon bald wird die Menschheit also deutlich mehr wissen über Ceres, den bisher so geheimnisvollen Asteroiden mit Wasserschaden.



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Quizz den Huber. Kann er seine 9 Punkte verteidigen?

Liebe Huberquizzer

Neun Punkte holte Dani Huber beim letzten Mal. Mit einem leisen Unterton des Vorwurfs liess er mich das die ganze Woche spüren. Es sei halt schon ein bisschen einfach gewesen. Ich glaube, heute wird es sogar noch ein bisschen einfacher. Wenigstens zu Beginn.

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