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Kosmisches Leuchtfeuer: Der Stern RS Puppis ist ein Cepheïd im Sternbild Puppis. Bild: Nasa

Milchstrasse

Kosmische Leuchtfeuer verraten Struktur unserer Heimatgalaxie

Die genaue Beschaffenheit der Milchstrasse ist schwer zu bestimmen. Jetzt haben Astronomen fünf ferne Leuchtfeuer entdeckt. Sie liefern wichtige Informationen über die gegenüberliegende Seite unserer Heimatgalaxie.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Astronomen haben auf der anderen Seite der Milchstrasse fünf veränderliche Sterne entdeckt, die neues Licht auf die Struktur unserer Heimatgalaxie werfen. Diese sogenannten Cepheïden sind die ersten Sterne, die eine vermutete Verdickung der äusseren galaktischen Scheibe bestätigen, berichtet die Gruppe um Patricia Whitelock vom Südafrikanischen Astronomischen Observatorium in Kapstadt im britischen Fachblatt «Nature»

Die genaue Struktur der Milchstrasse ist schwer zu bestimmen, weil es keine Möglichkeit gibt, einen Blick von aussen auf unsere Heimatgalaxie zu werfen. Bekannt ist jedoch, dass die Milchstrasse eine Spiralgalaxie ist und sich unser Sonnensystem in einem äusseren Spiralarm befindet. Insbesondere von der gegenüberliegenden Seite der Galaxie gibt es allerdings kaum Informationen, weil das dichtgepackte galaktische Zentrum den Blick weitgehend versperrt.

Sterne sind noch jung

Forscher haben jedoch ober- und unterhalb des galaktischen Zentrums Wasserstoffgas beobachtet, was auf eine Verdickung der äusseren galaktischen Scheibe auf der anderen Seite der Milchstrasse hinweist. Jetzt konnte das Team um Whitelock erstmals fünf Sterne identifizieren, die sich im Bereich dieser vermuteten Verdickung befinden. 

Die entdeckten Körper gehören zu einer speziellen Klasse der veränderlichen Sterne – den Cepheïden. Bei diesen schwankt die Helligkeit umso langsamer, je grösser ihre durchschnittliche Helligkeit ist. Aus der Schwankungsdauer lässt sich daher die absolute Helligkeit dieser Sterne bestimmen. Aus ihrer scheinbaren Helligkeit am Nachthimmel ergibt sich direkt ihre Entfernung. Cepheïden eignen sich daher sehr gut, um Entfernungen im Weltall zu bestimmen, und werden auch als kosmische Leuchtfeuer bezeichnet. 

Die fünf fernen Leuchtfeuer liegen den Analysen zufolge im Bereich der vermuteten Verdickung auf der gegenüberliegenden Seite der Milchstrasse: rund 3000 bis 6000 Lichtjahre ober- und unterhalb der galaktischen Scheibe und 40'000 bis 70'000 Lichtjahre vom galaktischen Zentrum entfernt. Die Sterne seien mit einem Alter von weniger als 130 Millionen Jahren vergleichsweise jung. Die Anwesenheit von derart jungen Sternen so weit von der galaktischen Scheibe entfernt sei ungewöhnlich, liesse sich aber gut mit der vermuteten Verdickung der galaktischen Scheibe auf der anderen Seite der Milchstrasse erklären, schreiben die Forscher. (nik/dpa)

epa03863961 A undated handout image made available by NASA/ESO, 12 September 2013, a detailed artist’s impression showing the structure of the Milky Way, including the location of the spiral arms and other components such as the bulge. This version of the image has been updated to include the most recent mapping of the shape of the central bulge deduced from survey data from ESO’s VISTA telescope at the Paranal Observatory.  EPA/NASA/JPL-Caltech/ESO/R. Hurt  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

Künstlerische Darstellung der Milchstrasse. Bild: EPA



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