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epa06340680 An undated handout photo made available by the European Southern Observatory (ESO) on 20 November 2017 shows an artist's impression shows the first interstellar asteroid `Oumuamua. This unique object was discovered on 19 October 2017 by the Pan-STARRS 1 telescope in Hawai'i. Subsequent observations from ESO’s Very Large Telescope in Chile and other observatories around the world show that it was travelling through space for millions of years before its chance encounter with our star system. 'Oumuamua seems to be a dark red highly-elongated metallic or rocky object, about 400 metres long, and is unlike anything normally found in the Solar System.  EPA/ESO/M. Kornmesser / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Zehnmal so lang wie breit: Künstlerische Darstellung von Oumuamua.  Bild: EPA/European Southern Observatory

War «Oumuamua» eine Alien-Sonde? Ein Harvard-Papier suggeriert es



Es ist das erste interstellare Objekt, das jemals innerhalb unseres Sonnensystems beobachtet wurde: Im Oktober 2017 erfasste das Pan-STARRS-Teleskop in Hawaii unerwartet einen zigarrenförmigen Himmelskörper in etwa 33 Millionen Kilometer Entfernung von der Erde. Zuerst hielten die Astronomen das Objekt aufgrund seiner Flugbahn für einen Kometen und nannten es C/2017 U1 (PANSTARRS). Bekannt wurde es als «Oumuamua» – der hawaiische Name bedeutet etwa «Kundschafter».

Doch je länger die Astronomen das Objekt beobachteten, desto rätselhafter wurde Oumuamua. Es ist rund zehn Mal so lang wie breit und besitzt keinen Schweif, wie das sonst bei Kometen der Fall ist. Bald stufte man es daher als Asteroiden ein und benannte es in A/2017 U1 um (mittlerweile lautet die wissenschaftliche Bezeichnung 1I/Oumuamua).

Auch diese Klassifizierung warf jedoch Probleme auf, denn im Dezember wich Oumuamua von der berechneten Flugbahn ab – beinahe so, als würde das Objekt gesteuert. Im Juni 2018 klassifizierten es die Astronomen erneut als Kometen. 

Doch die nicht durch Gravitationswechselwirkungen erklärbare Schubentwicklung des vermeintlichen Kometen war keine Folge von Ausgasungen, wie Messungen ergaben. Einige Astronomen vermuteten deshalb, das unerwartete Verhalten sei durch den Druck der Sonnenstrahlung verursacht worden. 

Animierte Flugbahn von Oumuamua

Animierte Flugbahn von Oumuamua.  Bild: NASA

In diese Richtung geht auch das spektakuläre Ergebnis von Berechnungen, die Shmuel Bialy und Abraham Loeb von der Universität Harvard durchführten. Die Astronomen, die ihre Studie am 1. November auf der Wissenschaftsplattform «arxiv» veröffentlichten, hatten untersucht, welche Eigenschaften Oumuamua aufweisen müsste, wenn es tatsächlich von dem äusserst schwachen Druck der Sonnenstrahlung beeinflusst wurde.

Bialy und Loeb kommen zum Schluss, es müsste ein sehr dünnes Objekt mit einem kleinen Masse-zu-Fläche-Verhältnis sein – nur gerade 0,3 bis 0,9 Millimeter Dicke bei einem Radius von 20 Metern. Möglicherweise könnte es sich um eine bisher nicht bekannte Kategorie von interstellarem natürlichen Material handeln, postulieren die Astronomen.

Oder es sind Reste eines fortschrittlichen technologischen Geräts, eines «Raumschiffs oder eines Lichtsegels künstlichen Ursprungs». Denkbar wäre, dass Oumuamua als Sonde einer Aufklärungsmission einer extraterrestrischen Zivilisation diente. Immerhin habe auch unsere eigene Zivilisation Lichtsegel mit ähnlichen Abmessungen entworfen, geben die Forscher zu bedenken. 

Ihr Berufskollege Alan Jackson vom Centre for Planetary Sciences an der Universität von Toronto Scarborough kann diesem Gedankengang wenig abgewinnen. Laut CNN schrieb er in einer E-Mail: 

«Ich bin ganz klar nicht [davon] überzeugt und denke ganz ehrlich, dass die Studie ziemlich fehlerhaft ist.»

Jackson zitiert den berühmten Astrophysiker Carl Sagan, der einst gesagt hatte, aussergewöhnliche Behauptungen erforderten aussergewöhnliche Beweise. Dieser Studie mangle es eindeutig an Beweisen, geschweige denn an aussergewöhnlichen Beweisen.  

Leider wird sich die Frage, ob es sich bei Oumuamua tatsächlich um ein Alien-Sonnensegel handelte, kaum mehr endgültig beantworten lassen. Dazu ist das Objekt zu spät entdeckt worden; mittlerweile hat es sich bereits wieder weit von der Erde entfernt. Oumuamua wird unser Sonnensystem in Richtung des Sternbilds Pegasus verlassen, für weitere Nachforschungen ist es unerreichbar.   

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Alienus 07.11.2018 20:34
    Highlight Highlight Endlich kommt die Rettungskapsel.
  • mrbios 07.11.2018 19:06
    Highlight Highlight «Ich bin ganz klar nicht [davon] überzeugt und denke ganz ehrlich, dass die Studie ziemlich fehlerhaft ist.»

    Neue Thesen sind willkommen.
    • D(r)ummer 07.11.2018 23:34
      Highlight Highlight Es war eine 0.8mm Dicke Miniatur-flache-Erde die besoffen im Universum herumtaumelt und sich Menschen gegenüber speziell verhält.
  • The Konrad 07.11.2018 18:40
    Highlight Highlight Josef M. Gaßner
    Play Icon
    • Sharkdiver 08.11.2018 08:04
      Highlight Highlight Dass nenne ich mal sein Beruf zu lieben und darin aufzugehen 👍🏻
  • Oh Dae-su 07.11.2018 18:27
    Highlight Highlight Astronomen haben bei solchen Dingen einen Grundsatz:
    "It's never aliens!"
    • Energize 07.11.2018 19:53
      Highlight Highlight ... until it is! :-)
  • Bynaus @final-frontier.ch 07.11.2018 18:17
    Highlight Highlight Von "gesteuert" kann keine Rede sein. Das Paper sagt eigentlich bloss, WENN der Lichtdruck die Ursache für die Bahnabweichung war (und das scheint möglich, weil die für die Bahnabweichung nötige Kraft umkehrt proportional zum Quadrat der Sonnendistanz ist, also genau das, was man vom Lichtdruck erwartet), dass DANN 'Oumuamua sehr leicht und dünn sein müsste (weil der Lichtdruck so schwach ist). Dann spekulieren sie noch kurz (allerdings in deutlich mehr als einem Satz!) über eine mögliche künstliche Herkunft für diesen Fall. Mehr Details in einem Artikel auf meiner Seite.
    • blobb 07.11.2018 19:07
      Highlight Highlight @bynaus
      Danke dir!
      *Die Website wurde zu meinen Favoriten hinzugefugt*
    • Züzi31 08.11.2018 16:26
      Highlight Highlight Yup, sehr interessante Seite! Freue mich schon auf mehr. 👍
  • Kubod 07.11.2018 18:10
    Highlight Highlight Wir wurden sachte darauf vorbereitet .

    Play Icon


    Hiermit meine Entschuldigung an alle Aluhutträger.
  • N. Y. P. 07.11.2018 18:03
    Highlight Highlight Oder es sind Reste eines fortschrittlichen technologischen Geräts, eines «Raumschiffs oder ..

    Was das Raumschiff betrifft :

    Die gleichmäßige und kontinuierliche Geschwindigkeitsänderung ist nicht typisch für Triebwerke und das Objekt taumelt auf allen drei Achsen und es spricht somit dagegen, dass es ein künstliches Objekt ist.

    Bitte auf jeden Trump - Artikel einen Astronomie - Artikel folgen lassen..
  • Garp 07.11.2018 17:42
    Highlight Highlight Ich finds schön wissen wir noch nicht alles, wäre ja sonst langweilig bei uns. Etwas Raum für Fantasie und etwas das unseren Geist fordert, muss ja noch sein.
    • PaLve! 07.11.2018 19:42
      Highlight Highlight Ja, schon langweilig, mit all diesen Geräten wie Fernseher oder Computer, die unsere Fantasie einschränken...
    • Garp 07.11.2018 20:45
      Highlight Highlight Hollywoodfilme waren nicht gerade das, woran ich dachte. 😁

      Ich dachte das sehr weit, was für eine Welt, wenn alle Geheimnisse gelüftet wären. Dann kann man ja nicht mehr forschen und forschen ist nunmal spannend. Dahin werden wir aber eh nie kommen, da wir doch sehr beschränkt sind und das find ich gut so.

      Nichtwissen hat auch einen Aspekt von Freiheit.
  • MrXanyde 07.11.2018 17:26
    Highlight Highlight Verdammt ich hab meinen Alu-Hut verloren...
  • lexander 07.11.2018 17:17
    Highlight Highlight Wow..
    Erinnert mich an die Rama-Serie, angefangen mit Rendezvous with Rama, von Arthur C. Clarke .
  • elnino 07.11.2018 17:10
    Highlight Highlight Spannend! Meeeeehr davon
    • Stranzl99 07.11.2018 18:52
      Highlight Highlight Bei Exopolitik oder bei Hangar18b gibt es mehr davon👍;)
  • D(r)ummer 07.11.2018 17:06
    Highlight Highlight Da kann man nur Berechnungen in Frage stellen.
    Wenn des Rätsels Lösung in 5-6 Jahren noch nicht da ist, kann es vielleicht ein Sonnensegel gewesen sein (Voyager, Pioneer etc. werden das irgendwann auch sein).

    Oumuamua ist auf jeden Fall sehr interessant.

    PS: verlinkt bitte nicht den Clickbait-"Clixoom". Ich empfehle mehr den "LPIndie - Astronomie und Wissenschaft" YT-Channel.
    • Daniel Huber 07.11.2018 17:28
      Highlight Highlight @D(r)ummer: Du hast recht. Ich hab das Video ausgetauscht.
  • blobb 07.11.2018 17:04
    Highlight Highlight Solche "Wissenschafts"-Kanäle sind schon ohne eure Werbung schlimm genug.
    Also lasst das bitte.
    • Daniel Huber 07.11.2018 17:27
      Highlight Highlight @blobb: Ok., ich hab das Youtube-Video ausgetauscht.
    • blobb 07.11.2018 18:06
      Highlight Highlight Top :D
  • Luesae 07.11.2018 17:00
    Highlight Highlight UFO
    • Skater88 07.11.2018 17:22
      Highlight Highlight Ja klar, aber UFO sind na vil anderi au
    • EvilBetty 07.11.2018 17:59
      Highlight Highlight Man fliegt nicht im All ...
    • Stranzl99 07.11.2018 18:48
      Highlight Highlight Hm da scheinen mir die einen mit dem Ausdruck „ufo“ nicht viel anfangen zu können🤔

      Schaut euch doch das video von hangar18b, mit dem titel „ufofakten“ an, da wird es toll erklärt👍
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Der Moment, in dem Katie Bouman merkt, dass ihr Algorithmus zum Schwarzen Loch stimmt

Das Bild dürfte wohl in die Geschichte der Menschheit eingehen: Zum ersten Mal konnte ein Foto eines Schwarzen Lochs gemacht werden.

Wie hat man das vollbracht? Es brauchte acht Radioteleskope auf vier Kontinenten, die zu einem gigantischen virtuellen Teleskop zusammengesetzt wurden. Eine entscheidende Rolle bei diesem Prozess hatte Katie Bouman inne. Die 29-jährige Computer-Wissenschaftlerin leitete die Entwicklung eines neuen Algorithmus, der die Daten zusammensetzen konnte.

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