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Enceladus und Saturn

Der Saturn und sein Mond Enceladus. Der Saturnmond speit Fontänen von Wasserdampf in den Weltraum.  Bild: NASA/JPL-Caltech

So gespenstisch klingen Saturn und sein Mond Enceladus



Der Weltraum ist unfassbar riesig. Und er ist totenstill. Es gibt kein Medium wie Luft oder Wasser, das Schallwellen transportieren könnte – auch wenn die meisten Science-Fiction-Filme munter über diese Tatsache hinwegsehen. Umso merkwürdiger erscheint es, dass die Raumsonde Cassini am 2. September 2017 in der Umlaufbahn um den Saturn seltsame Geräusche registrierte. 

epa06205586 (FILE) - An undated handout photo made available by NASA shows an illustration of NASA's Cassini spacecraft during its final plunge into Saturn's atmosphere (reissued 15 September 2017). The spacecraft will end its expedition on 15 September 2017, following a series of 22 dives through the 2,400km gap between Saturn and its rings, with a final plunge into the gas giant. Cassini will use its thrusters to keep its antenna pointed at Earth for as long as possible while sending back unique data about Saturn's atmosphere. The operation aims at gaining insights into the planet's structure and atmosphere as well as at capturing views of its inner rings. NASA's Cassini spacecraft is in orbit around Saturn since 2004. The Cassini mission is a cooperative project of NASA, ESA (the European Space Agency) and the Italian Space Agency.  EPA/NASA/JPL-Caltech HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die Raumsonde Cassini startete 1997 zu ihrer Saturn-Mission, die nach mehrmaliger Verlängerung am 15. September 2017 endete. Bild: EPA/NASA

Die Aufnahme erfolgte zwei Wochen, bevor Cassini über dem Saturn planmässig zum Absturz gebracht wurde und in der Atmosphäre des Gasriesen verschwand. Die Daten, die die Raumsonde vor ihrer finalen Mission mithilfe von Instrumenten zur Erfassung von Radio-Plasmawellen (RPWS) registrierte, zeigen einen starken Ausstoss von Plasmawellen vom Saturn in Richtung des Mondes Enceladus. 

Den Wissenschaftlern am Jet Propulsion Laboratory der Nasa in Pasadena ist es nun gelungen, diese Aufnahmen einzuordnen. In zwei Studien, die sie in den «Geophysical Research Letters» publizierten, zeigen sie, dass der Saturn mit seinen Ringen und mit dem Enceladus interagiert. Die Plasmawellen fliessen über die Feldlinien eines Magnetfeldes, das den Planeten mit seinem Trabanten direkt verbindet. Plasma – ein Teilchengemisch, das aus geladenen und neutralen Teilchen besteht – erzeugt Wellen und transportiert auf diese Weise Energie. 

«Enceladus ist ein kleiner Generator, der sich um den Saturn bewegt. Wir wissen, dass er ein kontinuierlicher Energielieferant ist. Nun haben wir herausgefunden, dass der Saturn seinem Mond antwortet, indem er Signale in Form von Plasmawellen aussendet. Das gelingt ihm mithilfe eines magnetischen Feldes, das ihn über eine Entfernung von Hundertausenden von Kilometern mit dem Enceladus verbindet.»

Ali Sulaiman, University of Iowan

Um diese Plasmawellen auszuwerten, wandelten die Wissenschaftler sie in Audiodateien um – etwa so, wie ein Radio elektromagnetische Wellen in Schallwellen, beispielsweise Musik, umsetzt. Zudem komprimierten sie die 16 Minuten auf 28,5 Sekunden und verkleinerten die Frequenz um den Faktor 5. Das Resultat klingt, nun ja, etwas ausserirdisch: 

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Sounds of Saturn: Hear Radio Emissions of the Planet and Its Moon Enceladus. Video: YouTube/NASA Jet Propulsion Laboratory

Für die Wissenschaftler sind solche Geräusche allerdings nichts wirklich Neues – es gibt sogar einen Fachbegriff dafür: «aurorales Zischen» (engl. «auroral hiss»). Dass es in der Nähe des Saturn auftritt, kommt davon, dass zwischen dem Gasriesen und diesem Mond eine andere Art der Interaktion besteht als zwischen der Erde und ihrem Trabanten.

Im Gegensatz zum Erdmond ist Enceladus geologisch aktiv und befindet sich vollumfänglich im Magnetfeld seines Mutterplaneten. Er stösst Fontänen von Wasserdampf und Eiskristallen aus, die ionisiert werden und einen Ring des Saturn speisen. Zwischen Erde und Mond gibt es keine vergleichbare Interaktion. 

epa05906947 A handout illustration made available by the National Aeronautics and Space Administration (NASA) on 13 April 2017 shows the Nasa 'Cassini' unmanned spacecraft diving through the plume of the Saturn moon Enceladus in 2015. NASA on 13 April 2017 confirmed the discovery of hydrogen in the icy plumes erupting from Enceladus' surface. The plumes contain the necessary ingredients to support life and the confirmation of this 'chemical energy for life existing within the ocean of a small moon of Saturn is an important milestone in our search for habitable worlds beyond Earth', Linda Spilker, Cassini project scientist at NASA’s Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena, California, said. The Cassini probe, a joint project of NASA, the European Space Agency  ESA and Italy's ASI space agency, has been orbiting Saturn since 2004. New ocean world discoveries from the Cassini probe and the Hubble space telescope will help inform future exploration and the broader search for life beyond Earth, NASA said in a corresponding media release.  EPA/NASA/JPL-CALTECH HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Fontänen von Wasserdampf und Eiskristallen auf Enceladus.  Bild: EPA/NASA

(dhr)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Klirrfactor 13.07.2018 16:19
    Highlight Highlight Kann mir jmd erklären was es heisst von 16 Minuten auf 28 Sekunden zu komprimieren, und die Frequenzverkleinerung? Oder besser gefragt, wieso?

    Frequenz kann ich mir vorstellen, damit ea für das menschliche Gehör erreichbar ist.
  • Wilhelm Dingo 13.07.2018 09:59
    Highlight Highlight Einfach faszinierend! Ich zahle gerne Steuern für solche Unternehmen!
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 13.07.2018 07:44
    Highlight Highlight Also ich finde das Klingt Wundervoll *_*
  • DerHans 13.07.2018 06:52
    Highlight Highlight Das tönt ja wie am Flughafen Zürich!😄

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