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85 Grad auf dem Armaturenbrett: So schnell werden Autos zur Hitzfalle

24.05.18, 09:44 24.05.18, 11:26


In praller Sonne parkierte Autos können für Kleinkinder schon nach einer Stunde zur lebensgefährlichen Falle werden. Bereits nach dieser kurzen Zeit kann bei Zweijährigen die Körpertemperatur auf 40 Grad Celsius klettern.

Dies führe auf Dauer zum Hitzeschlag, berichten US-Forscher nach Tests in der Sommersonne von Arizona. Kleinwagen erhitzen sich demnach noch schneller als Limousinen und Minivans. Nach 60 Minuten in der Sonne waren die Wagen im Innern im Durchschnitt über 47 Grad Celsius heiss. Bei den Tests herrschten Aussentemperaturen zwischen 36 und 41 Grad Celsius, die in der Schweiz nur selten erreicht werden.

Kind im Auto bei Hitze = Gefahr Bild: shutterstock.com

Doch auch wenn die Fahrzeuge im Schatten parkiert sind, ist die Gefahr nicht gebannt. Solche Wagen heizen sie sich nach zwei Stunden ebenfalls auf die kritischen Werte auf, wie die Wissenschaftler im Journal «Temperature» berichten.

Tödlicher Schattenplatz

Die Studie mache klar, «dass sogar ein Schattenparkplatz für ein kleines Kind tödlich sein kann», resümiert die Klimatologin und Ko-Autorin Nancy Selover. Atme ein Kind aus, werde die Luft feuchter und der Körper könne sich noch schlechter durch Schwitzen abkühlen.

Innere Verletzungen durch die starke Hitze könne ein Kleinkind auch schon unterhalb der 40 Grad-Grenze erleiden, ergänzt Autorin Jennifer Vanos. Manche Hitzeschlagopfer überlebten zwar, aber mit Hirn- und Organschäden.

Armaturenbrett hat 85 Grad

Insgesamt massen die Forschenden der Universitäten von Kalifornien und Arizona in je zwei Kleinwagen, Mittelklasse-Limousinen und Minivans nach: Dabei wurden die Lenker und Armaturenbretter in Extremfällen bis zu 85 Grad heiss. Um die Auswirkungen auf Kleinkinder vorherzusagen, nutzten die Forscher der Universitäten von Kalifornien und Arizona mathematische Rechenmodelle.

Ein Kind oder Haustier im Auto zu vergessen, könne jedem passieren, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Persönlichkeit, behauptet der Psychologe und Erinnerungsforscher Gene Brewer von der Arizona State University. Oft geschehe so etwas, wenn tägliche, automatisch ablaufende Routinen durch zusätzliche Informationen, etwa einen wichtigen Telefonanruf, unterbrochen würden. «Funktional gesehen ist es kein grosser Unterschied, sein Kind im Auto zu vergessen oder seine Schlüssel.»

Die Forscher hoffen deshalb, dass ihre Funde auch Autohersteller inspirieren - um Alarmsysteme für solche Fälle zu entwickeln. In den USA sterben jährlich im Durchschnitt 37 Kinder, weil sie in überhitzten Autos zurückgelassen wurden. (sda/dpa)

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Video: srf

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • salamandre 24.05.2018 13:08
    Highlight ...und vergessen dabei auch noch das brandheisse Element vorn oder hinten in ihrer Karre, welches ganz kräftig das Seine dazu beiträgt
    1 0 Melden
  • iss mal ein snickers... 24.05.2018 12:40
    Highlight Wie kann man nur sein Kind/Hund im Auto lassen oder vergessen? Obwohl es jedes Jahr aufs neue Aufklärungskampagnen gibt....laufen diese Menschen mit Scheuklappen und ohne Hirn durchs Leben? 🤦‍♀️🤦‍♀️🤦‍♀️
    15 7 Melden
    • Sarkasmusdetektor 25.05.2018 10:32
      Highlight Wie gesagt, vergessen geht schnell. Wem das noch nie passiert ist, der poste den ersten Kommentar. Das Problem sind eher Leute, die Kinder oder Tiere absichtlich im Auto lassen.
      3 0 Melden

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