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BERLIN, GERMANY - AUGUST 09:  A participant smokes a marijuana joint while marching in the annual Hemp Parade (Hanfparade) on August 9, 2014 in Berlin, Germany. Supporters of cannabis legalization are hoping legalized sale in parts of the USA will increase the likelihood of legalization in Germany. The city of Berlin is considering allowing the sale of cannabis in one city district.  (Photo by Sean Gallup/Getty Images)

Senkt Kiffen den IQ? Eine neue Studie nährt Zweifel an der These.
Bild: Getty Images Europe

Teenager und Cannabis: Forscher bezweifeln, dass Kiffen dumm macht

Macht Cannabis Teenager dumm? Über diese Frage streiten sich Forscher seit Jahren. Eine aktuelle Studie mit Zwillingen hält dagegen. Demnach leidet die Intelligenz unter etwas anderem – das wohl auch zum Kiffen verführt.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Bei Teenagern steckt das Gehirn noch in seiner Findungsphase. Wer in dieser empfindlichen Zeit schon kifft, setzt seine Intelligenz aufs Spiel – glauben viele. Eine neue Analyse nährt jetzt Zweifel an der These. Das Rauchen von Cannabis sei nur ein Symptom des Faktors, der auch die Intelligenz schwinden lasse, glauben Forscher von der Loyola Maymouth University in Los Angeles. Mit dem Kiffen direkt aber habe der Intelligenzverlust nichts zu tun.

Vergleichen lässt sich die These etwa mit dem Verzehr von einem Liter Eis, der dazu führt, dass jemand Bauchschmerzen hat – und dazu, dass er sein T-Shirt bekleckert. Die Flecken sind in diesem Fall nicht die Ursache des Bauchschmerzes – und die Bauchschmerzen verursachen auch keine Flecken. Beide haben aber denselben, gemeinsamen Ursprung und treten deshalb gemeinsam auf.

Andere Studien hatten zuvor einen Zusammenhang zwischen IQ und einem hohen Cannabiskonsum in der Jugend hergestellt. Wie alle Untersuchungen zu dem Thema hatten diese jedoch eine grundlegende Schwäche: Die Wissenschaftler mussten ihre Analysen auf Beobachtungen im echten Leben stützen. Gerade auf die Intelligenz aber wirken viele Faktoren ein, vom Umfeld bis hin zu den Genen. Wie lässt sich da sicher trennen zwischen den Auswirkungen des Kiffens und denen der Umwelt? Eigentlich gar nicht. 

Studie mit Zwillingen: Einer kifft, einer nicht

Um das Risiko dieser Verzerrung möglichst klein zu halten, konzentrierten sich die Forscher der aktuelle Analyse auf zwei Zwillingsstudien mit insgesamt etwas mehr als 3000 Teilnehmern. Alle hatten im Alter von neun bis zwölf ein erstes Mal eine Reihe an Intelligenztests absolviert. Zu diesem Zeitpunkt hatte noch keiner von ihnen Marihuana geraucht. Im Alter von 17 bis 20 wurden die Tests noch einmal wiederholt.

Mithilfe der Daten analysierten die Forscher, bei welchen Teilnehmern sich die Leistungen über die Zeit verschlechtert hatten – und ob es einen Zusammenhang mit ihrem Cannabiskonsum gab. Tatsächlich fanden die Forscher bei den meisten Tests keine Unterschiede zwischen Kiffern und Abstinenzlern. Nur bei Übungen zum Vokabular und Allgemeinwissen schnitten die Kiffer schlechter ab. Auch zwischen Wenigkiffern und Vielkiffern – also Menschen, die mehr als sechs Monate lang jeden Tag gekifft hatten –, fanden sie nur minimale Unterschiede.

In einem weiteren Schritt konzentrierten sich die Forscher ausschliesslich auf die Zwillingspärchen, bei denen einer kiffte und einer nicht. Sie haben den grossen Vorteil, im selben Umfeld aufgewachsen zu sein. 137 der 290 in diesem Schritt untersuchten Zwillingspärchen waren sogar eineiig. Bei diesen Paarungen ähnelten die Ergebnisse der Kiffer ebenfalls denen ihrer abstinenten Geschwister. 

10 Promis, von denen du nie gedacht hättest, dass sie gekifft haben

Macht die Dosis den Unterschied?

Ein Teenager mit einem hohen Risiko zu kiffen, erlebe einen IQ-Rückgang wahrscheinlich unabhängig davon, ob er tatsächlich mit dem Konsum anfange, folgert Joshua Isen, Psychologe an der Loyola Maymouth University in Los Angeles aus den Ergebnissen. Es sei jedoch noch unklar, was die beiden Faktoren miteinander verbinde. Ausserdem müsse auch beachtet werden, dass die Arbeit nichts über andere schädliche Folgen des Kiffens im Teenageralter aussage.

Angeschoben wurde die Diskussion um die Gefahr des Kiffens im Jahr 2012. Damals hatte eine viel beachtete Studie ergeben, dass jahrelanges Kiffen bei unter 18-Jährigen langfristig den IQ senken kann. Nach der Ansicht der Autorin dieser Studie, Terrie Moffitt von der Duke University, widersprechen diese Ergebnisse nicht den aktuellen. Die Teilnehmer ihrer Studie hätten deutlich mehr Marihuana konsumiert als die in der aktuellen Untersuchung, erklärte sie.

Es gibt jedoch auch andere Forscher, die an der Intelligenz-These von Moffitt zweifeln. Nicht das Kiffen, sondern der sozioökonomische Status der jugendlichen Konsumenten sei in der Untersuchung für den beobachteten negativen Effekt verantwortlich, kritisierte etwa Ole Rogeberg vom Ragnar Frisch Centre for Economic Research in Oslo. Die aktuelle Studie ist ein weiteres Puzzleteil in dieser Diskussion. (irb/AP)

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Kleines Drogen-Quiz: Kannst du einen grünen Marokkaner von einem schwarzen Afghanen unterscheiden?

Quiz
1.Welcher psychoaktive Wirkstoff ist hauptsächlich in Cannabis enthalten?
Bild zur Frage
Hilarium (Hi)
Transhydrocannabivarin (THC)
Tetrahydrocannabinol (THC)
Tricannabidiolamin (TCA)
2.Kokain wurde ursprünglich als Medikament benutzt. Wozu diente es?
Bild zur Frage
Als Lokalanästhetikum
Als Laxativum (Abführmittel)
Als Hämostatikum (zur Blutstillung)
Als Neuroleptikum
3.Alkohol, genauer Ethanol, ist eine Droge, die schon in prähistorischer Zeit konsumiert wurde. Wann und wo wurden aber erstmals destillierte, hochprozentige alkoholische Getränke hergestellt?
Bild zur Frage
Im dritten Jahrhundert vor Christus in Persien
Um Christi Geburt in Korea
Um das Jahr 1000 in der heutigen Türkei
1367 in Cognac, im Südwesten von Frankreich
4.Zauberpilze, auch «Magic Mushrooms» genannt, enthalten den Wirkstoff Psilocybin. Wie nennt der Volksmund die psychoaktiven Pilze in Österreich?
Bild zur Frage
Götterspeis
Lustpilzerl
Narrische Schwammerl
Freudenhüterl
5.Diese Droge ist vor allem in Jemen und Ostafrika weit verbreitet. Die berauschenden Blätter werden stundenlang gekaut; sie wirken belebend und betäuben das Hungergefühl. Wie heisst die Droge?
Bild zur Frage
Ketamin
Coca
Spice
Khat
6.Opium wird aus dem getrockneten Milchsaft der unreifen Samenkapseln des Schlafmohns gewonnen. Welcher dieser Wirkstoffe ist NICHT im Opium enthalten?
Bild zur Frage
Morphin
Codein
Thebain
Cannabigerol
7.Nikotin ist der Wirkstoff des Tabaks. Aus welchem Grund produziert die Tabakpflanze Nikotin?
Bild zur Frage
Um Fressfeinde mit dem Gift abzuwehren.
Um die Photosynthese katalytisch zu verstärken.
Um Insekten, besonders die Rauchwespe (Vespula fumans), zur Bestäubung anzulocken.
Um die Fäulnisresistenz in feuchtem Milieu zu verstärken.
8.Bevor Heroin aufgrund seines enormen Suchtpotentials verboten wurde, wurde es als Heilmittel vermarktet. Wofür?
Bild zur Frage
Als Schmerz- und Hustenmittel
Als Potenzmittel
Als Abführmittel
Als Appetitförderer
9.LSD (Lysergsäurediethylamid) bildet beim Konsum eine Toleranz aus – innerhalb einer bestimmten Zeit verliert die Droge bei wiederholter Einnahme einen grossen Teil ihrer Wirkung. Wie lange hält diese Toleranz an?
Bild zur Frage
Drei bis vier Tage
Ein bis zwei Wochen
Zwei bis drei Monate
Etwa ein Jahr
10.Crystal Meth oder N-Methylamphetamin macht extrem schnell süchtig. Bei längerem Konsum drohen körperliche Auswirkungen. Welche Schädigung ist KEINE Folge von Crystal-Meth-Konsum?
Bild zur Frage
Hautreizungen
Zahnausfall
Muskelschwund
Muskelkrämpfe

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    Alle Leser-Kommentare
  • ibims 20.01.2016 12:51
    Highlight Highlight Dass Kiffen mit der Intelligenz zusammenhängt im Sinne von "dumme" Menschen kiffen ehrer, denke ich nicht. Gerade in der Schweiz ist der Cannabiskonsum vor allem unter Gymnasialschülern verbreitet. Aber auch dort heisst es nicht klug= kiffen sondern nur, dass Kantischüler eher in einem Umfeld sind, in dem man einfach an den Stoff kommt.
  • Schuhmeister Flaig 20.01.2016 12:48
    Highlight Highlight Bringt doch auch wieder mal was zur Legalisierung. Weiter so! 🍁❤️
  • Utopiot 20.01.2016 12:39
    Highlight Highlight Ich habe den Leuten die ständig behauptet haben, kiffen mache "verhängt" erklärt, dass sich einfach deine Prioritäten verändern. Du hast dann vielleicht keine Lust mehr, deine Hausaufgaben zu machen, aber um so mehr Lust deinem Hobby nachzugehen. Es bringt dich dazu, Sachen die dir Spass machen, stärker zu gewichte als andere Sachen. Es regt dein Denken an, und du hinterfragst halt, für was du deine Zeit verschwendest. Das kann man natürlich sowohl positiv als auch negativ sehen...
  • Utopiot 20.01.2016 12:29
    Highlight Highlight Ich (18) kiffe seit mehr als 3 Jahren, und seit ungefähr 1.5 Jahren sogar täglich. Ich absolviere eine kaufmännische Lehre und ich kenne aus meinem Umfeld fast niemanden, der nicht kifft oder es noch nie probiert hat. Das mit dem Kurzzeitgedächtnis kann glaub so ziemlich jeder Kiffer bestätigen, aber man vergisst nicht einfach "alles", man vergisst halt so Sachen wie, was man gestern zu Mittag gegessen hat, aber nicht das das tolle Gespräch, dass man vorgestern mit jemandem hatte. Ich persönlich werde natürlich auch ständig mit den Behauptungen konfrontiert, dass man "verhängt" werde etc.
    • stiberium 20.01.2016 14:52
      Highlight Highlight Ich hab da auch so meine Erfahrungen, bin 10 Jahre älter als du. Ich bin zufrieden mit meinem Leben, hätte ich nicht täglich gekifft, wäre ich bestimmt wo anders heute. Es darf dich dann später einfach nicht reuen, wenn du zwar in deinem Hobby top bist, aber beruflich nicht sehr weit gekommen bist. ;) Ein oder 2 Tage pause pro Woche schaden nicht!
    • Utopiot 20.01.2016 15:47
      Highlight Highlight @stiberium

      Im Artikel scheint es ja um Jugendliche zu gehen, deswegen überhaupt die Anmerkung zu meinem Alter ;)

      Vielleicht geht es im Leben ja nicht darum, möglichst erfolgreich zu werden, sondern möglichst glücklich? Hättest vielleicht doch lieber ein paar Joints mehr geraucht und auf das Geld geschissen...
    • stiberium 20.01.2016 16:38
      Highlight Highlight Haha.. Wir können gerne mal zusammen einen Dampfen, meine Ausführungen reichen nicht für die Anzahl Zeichen, welche ich zur Verfügung habe um alles zu schreiben was mir durch den Kopf geht grade. Bin einfach der Meinung, dass es besser ist seinem Geist und Körper gewisse neutrale Phasen zu gönnen oder zumindest alle paar Wochen eine Woche Pause zu machen. :) Du wirst schon noch drauf kommen. ;)
  • lily.mcbean 20.01.2016 10:28
    Highlight Highlight Meines Erachtens ist das Problem beim kiffen das man unglaublich Faul wird- psychisch und physisch. Bei übermässigen Konsum wird man extrem lustlos und träge was ja auch dazu beiträgt zu verblöden. Wie alles im leben muss man darauf achten solche Sachen ausgewogen zu "konsumieren".
    • Retarded Wizard 20.01.2016 11:20
      Highlight Highlight Lustlos und träge definitiv, aber das bedeutet noch lange nicht, dass man verblödet, man beginnt einfach andere Prioritäten zu setzen. Täglich in einer Firma zu arbeiten, in welcher man stets dieselben Tätigkeiten ausführt, dieselben Gespräche führt, dieselben Zeitungen liest, trägt in meinen Augen viel eher zur Verblödung bei. Nach ca 15 Jahren fast täglichem Konsum kann ich sagen, ich bin dadurch einer der faulsten Menschen auf diesem Planeten geworden, was in meinen Augen aber nichts negatives darstellt. Mein Gedächtnis hat aber kein bisschen darunter gelitten, die Lunge bestimmt.
    • Datsyuk * 20.01.2016 11:27
      Highlight Highlight Aus persönlicher Sicht leidet die Intelligenz auch nicht unter häufigem Konsum.
    • lily.mcbean 20.01.2016 12:03
      Highlight Highlight Was ihr sagt mag durchaus stimmen ( ich hoffe es sogar! :) ) aber es ist doch so das wenn man von natur aus schon eher phlegmatisch veranlagt ist schon eher das risiko besteht "steckenzubleiben". ich kenne leider einige die das kiffen immer als ausrede benutzen um gewisse sachen nicht machen zu müssen. die nehmen sich fürs kiffen extra zeit und das hat dan absolute priorität. so wird natürlich am tag auch einiges an geld verraucht und bei denen kann ich mit voller gewissheit sagen das sie dadurch verblöden, weil sie sich durch das kiffen definieren. ich selber könnte bäume raussreissen 😅
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