Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Wie die Astronauten: Wissenschaftler entdeckten 2007 in einer mexikanischen Unterwasserhöhle das Skelett eines Mädchens. Sie war in ein später geflutetes Erdloch gefallen.  Bild: Paul Nicklen/National Geographic/Handout via Reuters

Skelettfund in Mexiko

Erste Siedler Amerikas sollen aus Nordasien stammen

Ein Sturz mit Folgen: Vor 12'000 Jahren fiel ein Mädchen in Mexiko in ein Erdloch und starb. Heute verrät ihr fast vollständig erhaltenes Skelett: Wahrscheinlich war es eine einzelne Gruppe aus dem Norden Asiens, die Amerika als Erstes besiedelte.

Ein Artikel von

Spiegel Online
Schädel Yucatan Archäologie Roberto Chavez Arce

Unterschiedliche Theorien: Das Erbgut des Mädchens weise Ähnlichkeiten mit dem Genom heutiger indigener Völker in Amerika auf, so die Forscher. Bild: Roberto Chavez Arce

Das Skelett eines Mädchens aus einer mexikanischen Unterwasserhöhle liefert neue Hinweise auf die frühe Besiedlung Amerikas. Der Fund stütze die Theorie, dass der Kontinent zunächst von einer einzelnen Gruppe aus dem Norden Asiens bewohnt wurde. Das habe die Genanalyse der 12'000 bis 13'000 Jahre alten Knochen ergeben, schreibt der Anthropologe James Chatters im Journal «Science». Die 15- bis 16-Jährige sei in ein später geflutetes Erdloch gefallen, in dem Taucher auch Tierknochen fanden. 

Unterschiedliche Schädelformen

Die unterschiedliche Schädelform der ersten Einwanderer und der heutigen Ureinwohner Amerikas habe bislang immer wieder Zweifel an der These einer einzelnen Siedlergruppe genährt, erklären die Forscher. Deshalb gibt es die Theorie, dass die ursprünglichen Bewohner des Doppelkontinents und die heutige indigene Bevölkerung aus unterschiedlichen Regionen der Welt stammen. Was also stimmt? 

Landbrücke Beringia

Die neue DNA-Analyse stütze die Ansicht, nach der Menschen aus dem heutigen Asien zunächst vor 18'000 bis 26'000 Jahren die Landbrücke Beringia zwischen Sibirien und Alaska bevölkerten und sich später weiter nach Süden ausbreiteten. Das Erbgut des Mädchens weise Ähnlichkeiten mit dem Genom heutiger indigener Völker in Amerika auf, berichtet das Team um Chatters weiter. Er betreibt eine private Forschungsfirma in Bothell im US-Staat Washington. 

Das Skelett war 2007 in einem überschwemmten Höhlensystem auf der Halbinsel Yucatán entdeckt worden. Nach einer Gletscherschmelze war die Höhle einst mit Wasser vollgelaufen. Die Experten fanden dort ausser dem fast vollständig erhaltenen Skelett des Mädchens auch Knochen von Säbelzahntigern und frühen Elefantenarten.  

Geheimnisvolle Welt: In der Höhle fanden die Taucher auch Knochen von Säbelzahntigern und frühen Elefantenarten.  Bild: Paul Nicklen/National Geographic/Handout via Reuters

Missionskontrolle unter Wasser

Taucher mussten zunächst einen rund zehn Meter tiefen Krater herabsteigen, dann einen Tunnel durchschwimmen und schliesslich in eine 30 Meter tiefe Höhle hinabtauchen. «Die Taucher waren die Astronauten dieses Projekts, wir Wissenschaftler die Missionskontrolle», beschreibt Chatters die komplizierte Bergung. (nik/dpa)

Der Schädel wird unter Wasser auf einen Drehteller gelegt und für 3D-Aufnahmen fotografiert.  Bild: Paul Nicklen/National Geographic/Handout via Reuters



Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

40 Grad in Genf, verschiffte Winter: So extrem sieht das Klima in der Schweiz künftig aus

Der Blick in die Klimazukunft der Schweiz wird schärfer: Er zeigt trockenere, heissere Sommer, regenreichere, schneearme Winter und heftigere Starkniederschläge. Mit den «Klimaszenarien Schweiz» stellen Forschende vor, auf was sich das Land vorbereiten muss.

Der Klimawandel wird die Schweiz ganz schön mitnehmen. Der Blick in die mögliche Zukunft des Landes war noch nie so genau wie in der dritten Auflage der Klimaszenarien Schweiz, die Forschende von MeteoSchweiz, der ETH Zürich und vom Oeschger-Zentrum der Universität Bern erarbeitet und am Dienstag in Zürich präsentiert haben.

Die wichtigsten Punkte:

Die Trends sind bekannt: Ohne ambitionierten Klimaschutz durch die Nationen der Welt wird die Schweiz deutlich trockener, heisser, schneeärmer und …

Artikel lesen
Link to Article