Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Fahrtzeiten auf Spezialspur reservieren: So will ein ETH-Doktorand den Stau besiegen



Auf dem Weg zur Arbeit: Stau. Auf dem Weg nach hause: wieder Stau. Ein Doktorand der ETH Lausanne hat sich intensiv mit dem Problem beschäftigt und schlägt vor, ein Buchungssystem für Fahrtzeiten einzuführen - ähnlich wie man einen Platz im Flieger bucht.

ZUR EIDGENOESSISCHEN ABSTIMMUNG VOM 12. FEBRUAR 2017 UEBER DIE SCHAFFUNG EINES FONDS FUER DIE NATIONALSTRASSEN UND DEN AGGLOMERATIONSVERKEHR (NAF) STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG – Des voitures circulent sur trois pistes dont la bande d'arret d'urgence, BAU, sur l' autoroute Geneve - Lausanne, A1, au niveau de la sortie Morges-Est sous les panneaux prevus a cet effet ce jeudi 23 octobre 2014 a Morges, Vaud. L'utilisation pour le trafic de la bande d'arret d'urgence sur l'A1 entre Morges (VD) et Ecublens est efficace, mais pourrait etre encore amelioree, selon une evaluation de l'EPFL. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Ein schöner Stau im Waadtland.  Bild: KEYSTONE

In seiner Doktorarbeit hat sich Raphaël Lamotte intensiv mit Methoden beschäftigt, Staus zu vermeiden. Seinen Untersuchungen zufolge wäre es am effizientesten, ein Reservationssystem einzuführen, in welchem Autofahrer bestimmte Zeitfenster buchen können.

Eine andere Möglichkeit, die beispielsweise in Stockholm angewendet wird, sind Staugebühren: Kontrollstationen registrieren die vorbeikommenden Fahrzeuge und der Halter bekommt per Post eine Rechnung. Wer zu den Stosszeiten fährt, zahlt ein bisschen mehr. «Auch recht niedrige Gebühren, die mit der Tageszeit schwanken, können das Verhalten der Fahrenden beeinflussen», sagte Lamotte gemäss einer Mitteilung der ETH Lausanne (EPFL).

Inspiration vom Flugverkehr

Für die Schweiz wäre dieses System aber schwer umsetzbar, bräuchte es dafür doch eine Anpassung der Verfassung. Deshalb holte sich Lamotte Inspiration bei anderen Transportsystemen. Im Flugverkehr gibt es in der Regel keinen Passagierstau, weil das Buchungssystem nur Reisende annimmt, bis das Flugzeug voll ist. Danach müssen Passagiere einen anderen Flieger wählen.

Ähnliches wäre auch im Strassenverkehr denkbar, meint der EPFL-Doktorand: Ein Buchungssystem für eine speziell reservierbare Spur. Die Anzahl «Plätze» auf dieser Spur würde von der Kapazität der Strasse abhängen. Und je nach Nachfrage liesse sich entscheiden, wie viele Spuren für diesen Zweck abgesondert würden. Wer das Buchungssystem nicht nutzen wolle, könne weiterhin die regulären Spuren nutzen - mit dem Risiko, dass es zum Stau kommt.

Bereitschaft dürfte steigen

Auch dieses System wäre heutzutage schwer umzusetzen, räumt Lamotte ein. Autofahrer dürften Mühe haben, sich an die Buchung fester Zeiten zu gewöhnen, zumal die Freiheit, zu jeder beliebigen Zeit loszufahren, für viele Pendler eines der Hauptargumente fürs Auto und gegen die öffentlichen Verkehrsmittel ist.

Umfrage

Würdest du ein selbstfahrendes Auto kaufen?

809 Votes zu: Würdest du ein selbstfahrendes Auto kaufen?

  • 57%Ja
  • 24%Nein
  • 18%Ich weiss es noch nicht

In Zukunft dürfte die Bereitschaft dafür jedoch steigen, ist Lamotte überzeugt. «Car-Sharing-Systeme werden immer üblicher, und selbstfahrende Autos liegen in nicht allzu ferner Zukunft. Pendler werden sich bald daran gewöhnen, ein Fahrzeug zu reservieren.» Dann sei es nur noch ein kleiner Schritt, auch das Zeitfenster zu buchen. (sda)

Mit diesen 12 Autofahrern willst du keine Spritztour machen

abspielen

Video: watson/Knackeboul, Gina Schuler

Das könnte dich auch interessieren:

Die Geschichte zu diesem Foto mit Pogba ist wirklich unglaublich lustig

Link zum Artikel

Dieser Bündner Lokführer hat wohl gerade den besten Job der Welt

Link zum Artikel

«Der grösste Fehlentscheid der NFL-Geschichte» – und natürlich wieder Brady

Link zum Artikel

9 simple WhatsApp-Kniffe, die nicht jeder kennt

Link zum Artikel

Vor 50 Jahren: Als der Traum von der Schweizer Atombombe platzte

Link zum Artikel

Von frierenden Möpsen und fliegenden Vibratoren: Eine kleine Abrechnung mit Hollywood

Link zum Artikel

«Ken ist nur ihr schmuckes Anhängsel»: Soziologin über Geburtstagskind Barbie

Link zum Artikel

«Steigende Mieten!» – «Nur noch Beton!»: Das Streitgespräch zur Zersiedelungs-Initiative

Link zum Artikel

Ist die #10YearChallenge gefährlich? Die Fakten zum Internet-Phänomen

Link zum Artikel

Hunderte Millionen geklaute Zugangsdaten im Netz – so prüfst du, ob du gehackt wurdest

Link zum Artikel

3 Punkte: Wie Kritiker über den Reichen-Report motzen – und was davon zu halten ist

Link zum Artikel

«Das Beste im Mann» – mit diesem Anti-Sexismus-Werbespot läuft Gillette voll in den Hammer

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

9
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Mirio007 14.12.2018 12:21
    Highlight Highlight Unser Wohnräume sind dreidimensional jedoch unsere Verkehrswege zweidimensional, kombiniert man dass mit Stosszeiten sind regelmäßige Engpässe unumgänglich.
    • Ton 14.12.2018 17:43
      Highlight Highlight Du sprichst von Elon Musk's Hyperloop, richtig? :)
  • Roman h 14.12.2018 10:21
    Highlight Highlight Da können Leute jahrelang studieren und dennoch bleiben sie dumm.
    Es sollte jedem halbwegs normalen Menschen klar sein das die Leute nicht freiwillig im Stau stehen sondern nun mal so lange arbeiten und dann nach Hause wollen.
    Alternative
    Nach dem arbeiten noch 1-2 Stunden in der Firma bleiben und warten bis der Stau vorbei ist.
    Eine Autobahn mit 2 Spuren
    Jetzt kann man 1 reservieren
    Tolle Idee.
    Oder werden zuerst alle Autobahnen vergrössert, denn das würde das Problem ebenfalls lösen
  • Astrogator 14.12.2018 09:34
    Highlight Highlight Ich vermute mal der Doktorand pendelt nicht selbst mit dem Auto, fast schon kindlich naiv der Vorschlag mit der staufreien Spur 🙂

    Erstens mal haben viele Hemmungen mit 120 an einer stockenden Kolonne vorbeizufahren. Kann man gut beobachten wenn viele LKW hintereinander überholt werden, die Geschwindigkeit auf der Überholspur sinkt sofort um wieder zu steigen wenn man an den LKW vorbei ist. Dann Unfallbedingte Stau: Stichwort Gafferstau. Wenn ich dann bezahle und trotzdem im Stau stehe...
  • Butschina 14.12.2018 09:20
    Highlight Highlight Ich denke das funktionniert bei grossen Autobahnen. Bei uns denke ich dass es nicht umsetzbar ist ohne zusätzlliche Spuren zu realisieren. Das wäre aber der falsche Ansatz.
  • Gubbe 14.12.2018 09:04
    Highlight Highlight Wenn ich Pendler wäre, würde ich eher einen reservierten Platz im ÖV begrüssen. Wenn ich schon mal Zug fahre und all die stressigen Menschen sehe, die einen Platz suchen, kann ich Autopendler ein wenig verstehen. Viele würden für 'ihren' Sitzplatz auch einen kleinen Aufpreis zahlen.
  • Nelson Muntz 14.12.2018 07:25
    Highlight Highlight Funktioniert auch nur, wenn alle fixe Arbeitszeiten haben
  • HPOfficejet3650 14.12.2018 07:24
    Highlight Highlight Autobahn voll? Kein Problem. Ich nehme einfach die Ersatzautobahn 🤦🏽‍♂️ Gebt lieber den Pannenstreifen zur Rush Hour Frei, so wie es Länder wie Belgien oder die Niederlande schon lange machen.
  • Laborchef Dr. Klenk 14.12.2018 07:11
    Highlight Highlight Die Lösung zu diesem Problem heisst nicht "Zweiklassengesellschaft", sondern "autonomes Fahren". Autonom fahrende Fahrzeuge können Staus vermeiden, sie benötigen viel weniger Sicherheitsabstand, wechseln nicht so oft die Spur, werden nicht unaufmerksam und fahren so nicht in den Vordermann.
    Dazu kommen Nebeneffekte wie entspanntere Fahrer, Schwarmdenken der einzelnen Fahrzeuge, also jeder fährt so, dass alle am schnellsten sind. Und haben Sie je einen Gafferstau, verursacht durch ein autonomes Fahrzeug, gesehen?

Von 25 km/h bis freie Fahrt: Das sind die weltweiten Tempolimits

120 Stundenkilometer darf in der Schweiz höchsten gefahren werden. Damit liegen wir zwar eher am oberen Ende, aber in diversen Ländern dürfen Autofahrer legal schneller unterwegs sein.

1861 wurde im Vereinigten Königreich erstmals eine Tempolimite eingeführt. 10 Meilen pro Stunde betrug diese. Noch heute wird auf den britischen Inseln die Geschwindigkeit in mph (Meilen pro Stunde) gemessen, genauso wie in den USA und einigen wenigen anderen Gebieten. 

Mit der Isle of Man, dem britischen Kronbesitz in der irischen See, gibt es aber ausgerechnet auf den britischen Inseln eine der beiden Regionen, in welcher überhaupt keine Geschwindigkeitsobergrenzen ausserhalb von …

Artikel lesen
Link zum Artikel