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Chia-Samen, Weizengras, Goji-Beeren – was hat es mit dem Superfood auf sich?

Doris Williner / Coachfrog.ch



Ein Artikel von Coachfrog

Jahrhundertelang gerieten sie in Vergessenheit. Jetzt sehen wir sie in fast jedem Supermarktregal: Chia-Samen, Weizengras oder Goji-Beeren –  das moderne «Powerfood». Was hat es mit dem trendigen «Food» wirklich auf sich und was macht es im Vergleich zu altbekannten Lebensmitteln so «super»?

Chia-Samen – Energiequelle der Maya

Ursprünglich kommt der Chia-Samen aus Mexiko und wird aus der Artepitheton-Pflanze, die zur Gattung des Salbeis gehört, gewonnen. Das Wort Chia ist aus der Aztekensprache abgeleitet und bedeutet so viel wie «ölig». Für die Maya gehörten Chia-Samen durch die hohe Energiedichte zum Grundnahrungsmittel. Schenken wir der mexikanischen Volksmedizin Glauben, reicht ein einziger Teelöffel aus, um den Menschen einen Tag lang mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen.

Ein Blick in den Samen

In einem winzigen Samen sind mehr gesunde Inhaltsstoffe enthalten, als du dir vorstellen kannst. Überdurchschnittlich reich an Antioxidantien, Proteinen, Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und ein sehr hohes Omega-3-Vorkommen (über 18 Gramm pro 100 Gramm) machen die Chia-Samen theoretisch so gesund.

Einen Haken gibt es allerdings: Der reine Chia-Samen darf erst seit rund zwei Jahren nach Europa importiert werden, so dass es noch zu wenige Studien darüber gibt, wie gesund der Exote wirklich ist. Noch unklar ist beispielsweise, ob der Samen allergische Reaktionen auslösen kann. Aus diesem Grund raten europäische Behörden, nicht mehr als 15 Gramm pro Tag zu verzehren.

«Superfood» vs. «normales Food» im direkten Vergleich

Chia-Samen hat:

Studien aus dem Ausland

Im Ausland hingegen wird schon viele Jahre lang am kleinen Samen geforscht. Laut einer Studie des Nutritional Science Research Institute in Massachusetts haben Chia-Samen einen natürlichen blutverdünnenden Effekt, der das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts senken kann. Ausserdem sollen Chia-Samen den Blutzuckerspiegel positiv beeinflussen und regulieren. US-amerikanische Behörden raten erst ab einer Menge über 48 Gramm Chia-Samen zur Vorsicht.

Goji – ehrenhafte Beere aus Fernost

Glücksbeere, so wird die Goji-Beere auch genannt. Vielleicht, weil sie eine kleine Vitaminbombe ist. Die Goji-Beer-Pflanze gehört zu den Nachtschattengewächsen und wurde bereits vor Tausenden Jahren in China, Tibet und der Mongolei als Nahrungs- und Heilmittel genutzt. Heutzutage wird der Strauch weltweit angebaut, doch liefert China die trendige Frucht immer noch zu 99 Prozent. Im Hauptanbaugebiet der Goji, der Region Ningxia, hat die Beere eine lange Tradition. Jedes Jahr wird zu Ehren der Beere ein Fest veranstaltet.

Ein Blick in die Beere

Die roten oder orangegelben Goji-Beeren liefern zahlreiche lebenswichtigen Nährstoffe. 50 Gramm getrocknete Goji-Beeren decken beispielsweise den Tagesbedarf an Eisen. Sie enthalten ebenso viel Vitamin A, wichtige B-Vitamine, Vitamin E und 500 Mal mehr Vitamin C als Orangen. Zudem verfügt die Beere über 19 Aminosäuren, essentielle Fettsäuren, Betaine, Magnesium, Eisen, Spurenelemente und Polysaccharide, die unsere Abwehrkräfte stärken können. Darum lohnt es sich besonders, die Goji-Beere in der kalten Jahreszeit in den Speiseplan zu integrieren.

«Superfood» vs. «normales Food» im direkten Vergleich

Goji-Beeren haben:

Was sagt die Wissenschaft

Durch ihren Reichtum an Antioxidantien sollen Goji-Beeren besonders gesund für die Augen sein. Zudem stärken sie das Immunsystem durch ihre zahlreichen Vitalstoffe, regen die Verdauung an, binden Giftstoffe im Magen, helfen dabei, Entzündungen zu hemmen, und wirken sich positiv auf das körperliche Wachstum aus. Sie sollen sogar vorsorglich gegen Krebs helfen und kommen teilweise bei der Krebstherapie zum Einsatz, unter anderem, um die Nebenwirkungen einer Chemotherapie abzuschwächen.

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Bisher sind keine Nachteile der Goji-Beere wissenschaftlich belegt. Menschen, die jedoch blutverdünnende Medikamente einnehmen, sollten die Beere mit Vorsicht geniessen, da sie blutverdünnend wirken kann.

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Weizengras – orientalisches Entgiftungsmittel

Ob indianische Schamanen, Druiden, Priester, Vertreter der chinesischen Heilkunde oder Benediktiner wie Hildegard von Bingen: Die heilende Wirkung von Weizengras wussten schon viele Menschen zu schätzen und sie geht bis ins Altertum zurück. Ursprünglich stammt das Süssgras aus dem Orient, wo es bereits im 11. Jahrhundert angebaut wurde. Für den Menschen ist Weizengras nicht zum rohen Verzehr bestimmt, kann aber durch Weizengrassaft, Nektar oder sogar als Pulver eingenommen werden.

Ein Blick in die Faser

Wissenschaftliche Studien attestieren den jungen Trieben des Weizens einen aussergewöhnlichen Reichtum an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Besonders der wertvolle Nährstoff Lutein, verleiht dem Gras solch heilende Kräfte. Lutein kann dazu beitragen, dass Augenerkrankungen verhindert oder gelindert werden. Ausserdem ist Weizengras ein natürliches Entgiftungsmittel, liefert jede Menge Chlorophyll, unterstützt die Funktion der Leber und verbessert die Sauerstoffversorgung im Körper. Es heisst sogar, Weizengras könne unangenehme Körpergerüche reduzieren, das Blut reinigen, den Blutzuckerspiegel regulieren und die Fettverbrennung anregen.

«Superfood» vs. «normales Food» im direkten Vergleich

Weizengras hat:

Vorsicht vor den Nebenwirkungen

Trotz zahlreicher Vorteile kann sich beim Verzehr von Weizengras die eine oder andere Nebenwirkung bemerkbar machen, vor allem bei Menschen, die sehr magenempfindlich sind. Bekannte Nebenwirkungen sind zum Beispiel: Übelkeit, Kopfschmerzen, Durchfall, allergische Reaktionen und ebenso bietet Gras einen idealen Nährboden für Schimmel. Wird die Pflanze auf ungesunden Boden gepflanzt, kann sie von Schimmelpilz befallen sein und somit ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Fazit zum «Superfood»

Magische Samen, geheimnisvolle Beeren oder wundersames Gras – fest steht: Sowohl Chia-Samen, Goji-Beeren und Weizengras dürfen sich zurecht wieder grosser Beliebtheit erfreuen und mit ihren Inhalten ruhig auch mal angeben. Schliesslich haben wir sie lange genug vernachlässigt.

Doch trotz der unglaublichen Mengen an Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen und deren positive Auswirkungen auf den Menschen, dürfen wir die drei Exoten nicht als Allheilmittel ansehen. Gewiss schadet es nicht, das eine oder andere «Superfood» in seinen Speiseplan zu integrieren, jedoch können wir uns auch nicht nur auf einzelne gesunde Lebensmittel verlassen. Denn ein Lebensmittel, das alle anderen ersetzen kann, gibt es schlicht und ergreifend nicht.

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    Alle Leser-Kommentare
  • gnp286 15.12.2016 10:20
    Highlight Highlight Suupi hippe fuud! Mal ehrlich, etwas ausgewogene Ernährung (ja, das ist auch mit dem Zeug was bei uns wächst möglich!) und den ganzen hochgehypten stuss kann man sich sparen... Abr äbe: s'isch halt hip und trendy!
  • Cool Beans 14.12.2016 10:42
    Highlight Highlight Alles klar, Ich hol mir jetzt einen Burger für zwischendurch.
  • Fredu 14.12.2016 08:43
    Highlight Highlight Superfood, nicht mehr als ein Marketingbegriff. Die Autorin Hannah Frei hat ein Buch geschrieben, Clean Eating – Kochen mit Superfoods heißt es. Auf ihrer Webseite lobt sie Chia-Samen, usw. Sie hat ihre ganze Karriere auf Superfoods aufgebaut. Die Welt schreibt, dass sich der Verkauf von Chia-Samen in Deutschland von 20 kg (2013) auf 663,8 Tonnen innerhalb von zwei Jahren gesteigert hat!!! Dagegen steht der Bericht von Ökotest: Superfood = Supertox! In unserer regionalen Ernährung ist alles vorhanden, was wir brauchen. http://emedien.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=108600&bernr=04
  • Sherlock H. 14.12.2016 08:27
    Highlight Highlight Als Ergänzung, auch wenn nicht immer das gleiche "Superfood" verglichen wird: http://www.beobachter.ch/leben-gesundheit/ernaehrung-genuss/artikel/superfood_was-taugen-quinoa-acai-und-co/#c401258
  • x4253 14.12.2016 07:59
    Highlight Highlight Mag ja sein fass diese Lebensmittel gesund sind, aber die dafür um die halbe Welt zu karren ist schlicht Schwachsinn.
    Die fragwürdigen Anbaumethoden in den Herkunftländern sind dann noch ein weiteres Thema: https://www.ktipp.ch/artikel/d/goji-beeren-gift-cocktail-aus-china/

    Aber Hut ab an jene, die mit "Superfood" ein geniales Marketingvehikel gefunden haben.
    • tipsi 14.12.2016 09:53
      Highlight Highlight Hab betreffend Chia Samen auch mal gelesen oder gehört (weiss leider nicht mehr wo), dass aufgrund der steigenden Nachfrage die Preise so gestiegen sind, dass die Leute im Anbaugebiet sich Chia nicht mehr leisten können, früher war es Teil der Grundnahrung, jetzt wird alles exportiert. Zudem werden alle Böden für Chia genutzt, was dem Boden nicht guttut und es bleibt kein Platz für anderes.
  • who cares? 14.12.2016 07:47
    Highlight Highlight Empfohlene Höchstmenge Chia: 15g pro Tag. Wenn es 5 mal mehr Calcium als Vollmich enthält, könnte ich 5x15= 75g ~ 75ml Vollmilch trinken um die gleiche Kalziummenge zu mir zu nehmen. Scheint mir die billigere Variante zu sein.
    • EvilBetty 14.12.2016 08:39
      Highlight Highlight ... und die leckerere 😂
    • windfall 14.12.2016 11:35
      Highlight Highlight Ist das Problem bei den meisten Superfoods. Moringa wird auch als super vitaminreich beworben aber ich will denjenigen sehen, der 100g auf einmal davon runterkriegt. Abr s isch äbe hip :D

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