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hände waschen

Am besten wäscht man sich die Hände mit warmem Wasser und viel Seife.
Bild: shutterstock

Obwohl die Werbung anderes suggeriert, raten Forscher: Finger weg von der «antibakteriellen» Seife!

Wer sich vor Infektionen schützen möchte, sollte vor allem eins tun: regelmässig Hände waschen. Eine teure antibakterielle Seife ist dafür nicht notwendig, zeigt ein Experiment. Herkömmliche Seife reicht vollkommen aus.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Händewaschen schützt vor vielen Infektionen. Denn über die Hände können zahlreiche Krankheitserreger auf die Schleimhäute gelangen und so beispielsweise eine Erkältung auslösen. Wer Seife nutzt, beseitigt Schmutz und Mikroorganismen dabei deutlich besser als beim blossen Abwaschen mit Wasser. Ist eine antibakterielle Seife dann noch hilfreicher? Während die Industrie das häufig suggeriert, sind viele Experten skeptisch.

Forscher der Korea University in Seoul haben in einer Studie untersucht, ob antibakterielle Seifen mit dem keimabtötenden Inhaltsstoff Triclosan effektiver sind als normale. Ihr Fazit: Nein, sie sind es nicht. Das Experiment bestand aus zwei Teilen: Einmal versetzten die Wissenschaftler normale und Triclosan-haltige Seife im Labor für 20 Sekunden mit verschiedenen Bakterien, darunter das Darmbakterium E. coli, Salmonellen und Listerien. Und einmal wuschen sich Freiwillige unter den gleichen Bedingungen mit beiden Seifen die Hände, nachdem sie einem speziellen Keim ausgesetzt wurden.

Erst nach 9 Stunden zeigt sich ein Unterschied

«Die Studie sollte Alltagsbedingungen simulieren, da man sich für gewöhnlich nur sehr kurz die Hände wäscht», schreiben die Autoren im «Journal of Antimicrobial Chemotherapy». In beiden Fällen schnitt die Triclosan-Seife nicht besser ab. «Im Labor wirkte sie erst nach neun Stunden effektiver als die gewöhnliche», so die Forscher weiter.

Die Substanz Triclosan tötet verschiedene krankheitsauslösende Bakterien ab und ist in vielen Produkten enthalten. Seife, Zahnpasta und Mundwasser sind nur einige Beispiele. Triclosan dient darin zum Teil schlichtweg als Konservierungsmittel, die Industrie nutzt es jedoch mitunter auch, um die antibakteriellen Eigenschaften anzupreisen. So wirbt ein Zahnpasta-Hersteller zum Beispiel damit, dass die Creme das Risiko von Zahnfleischentzündungen senkt.

Ist Triclosan gesundheitsschädlich?

Triclosan ist aber auch umstritten. Der Stoff wirkt im Körper möglicherweise ähnlich wie Hormone, schwächt im Tierversuch die Muskeln und belastet die Umwelt. Ausserdem fürchten Experten, dass der weitverbreitete Einsatz solcher Substanzen Resistenzen fördert. Das heisst, Bakterien werden immun gegenüber Stoffen wie Triclosan.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) fordert seit Jahren, die Substanz zurückhaltender einzusetzen. Seit Juli 2015 dürfen laut der europäischen Kosmetik-Verordnung Kosmetika kein Triclosan mehr enthalten, wenn sie grossflächig auf der Haut angewendet werden. Dazu zählen Körperlotionen und Fusscremes.

Die Studie spricht dafür, sich nicht von Werbeversprechen wie «entfernt 99.9 Prozent der Bakterien» leiten zu lassen, sondern zu einer normalen Seife zu greifen. Viel wichtiger ist, sich regelmässig und gründlich die Hände mit ausreichend viel Seife zu waschen und am besten warmes Wasser zu verwenden. Dabei die Hände nicht nur grob reinigen, sondern auch zwischen den Fingern und an deren Kuppen. Das beseitigt Keime am effektivsten. Desinfizierende Zusätze sind nur in speziellen Fällen sinnvoll, beispielsweise in Arztpraxen oder Pflegeheimen. (mel)

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