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Klebestoff zur Wundversorgung, Wundheilung
https://www.technion.ac.il/en/2019/06/hot-glue-gun-for-advanced-healing/

Der neue Klebstoff soll ungiftig sein und sich selbst zersetzen. Bild: Technion-Israel

Neuer Klebstoff aus Israel soll Wunden schliessen



Grosse offene Wunden müssen in der Regel genäht oder mit Heftklammern zusammengehalten werden. Diese Behandlung ist nicht ohne Nachteile für den Patienten: Sie ist schmerzhaft und hinterlässt oft Narben. Zudem verlangt sie vom Arzt hohes fachliches Können. Und oft müssen nach der Wundheilung noch Nähte entfernt werden.

Eine Erfindung von Professor Boaz Mizrahi und der Doktorandin Alona Shagan vom Technion-Israel Institute of Technology könnte dies verbessern. Die Wissenschaftler, die ihre Forschungsresultate in der Fachzeitschrift «Advanced Functional Materials» vorstellten, haben eine Art Heissklebepistole entwickelt, mit der sich Wundränder zusammenkleben lassen.

Es gibt zwar bereits Klebstoffe, die in der Dermatologie eingesetzt werden – sie sind jedoch zum Teil sehr toxisch und können daher nur auf der Hautoberfläche angewendet werden. Ein weiteres Problem dieser Klebstoffe liegt darin, dass sie beim Aushärten das betroffene Organ weniger flexibel machen. Die Erfindung der israelischen Forscher soll ohne diese Nachteile auskommen: Ihr Klebstoff sei sehr stark, ungiftig und auch nach dem Aushärten flexibel, sagten sie der «Times of Israel».

Der Klebstoff, ein Polymer, kommt in einer speziellen medizinischen Klebepistole zur Anwendung. Die Pistole erwärmt den Kleber auf knapp über Körpertemperatur, worauf er sich verflüssigt. Nachdem er direkt auf die Wunde aufgetragen wurde, härtet er schnell aus und haftet fest an beiden Wundrändern. Darauf zersetzt er sich innerhalb von wenigen Wochen. Der Klebstoff kann auch mit Gewebe im Körperinneren verwendet werden; er ist zudem laut Angaben der Forscher viermal stärker als bisher existierende Klebstoffe.

Boaz Mizrahi, Technion-Israel Institute of Technology
https://www.technion.ac.il/wp-content/uploads/2018/08/Boaz-Mizrahi.jpg

Boaz Mizrahi. Bild: technion.ac.il

Das verwendete Polymer sei bereits von der US-Behörde Food and Drug Administration (FDA) zugelassen, sagte Mizrahi. «Wir haben mit seiner physikalischen Struktur gespielt, um seinen Schmelzpunkt zu senken, doch seine chemischen Eigenschaften sind ansonsten gleich geblieben.» Es bestehe daher keine Notwendigkeit für eine zusätzliche Zulassung durch die FDA.

(dhr)

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25
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25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pitpatput 21.06.2019 12:01
    Highlight Highlight Das sind doch mal tolle News aus der Science-Ecke. Bitte mehr davon!
  • My Senf 21.06.2019 09:44
    Highlight Highlight So
    Endlich fertig mit dem Tacker im Fussball Medizin Koffer 🧳 !
  • MacB 21.06.2019 09:04
    Highlight Highlight Israel ist generell im Startup Bereich recht krass unterwegs. Hier eine spannende Liste mit 100 weltverändernden Firmen dazu: http://www.disrupt100.com/#disrupt100

    @watson: auf der disrupt100 Liste sind auf Platz 1 und 13 Schweizer Unternehmen aus dem Med. Sektor. Wär vielleicht mal einen Bericht wert.

  • Gender Bender 21.06.2019 08:12
    Highlight Highlight Hä, ist bereits Standard. Als Boxer weiss man das. Ich habe vor einem Jahr einen Cut geklebt bekommen und das war bereits das zweite Mal.
    • mbr72 21.06.2019 17:36
      Highlight Highlight Ich hoffe, du boxst besser als du liest...😅
  • Fischra 21.06.2019 06:15
    Highlight Highlight Ich habe davon gelesen. Es handelt sich hierbei um eine Israelische Weiterentwicklung/Erfindung welche eben auch grosse Wunden kleben lässt. Viel gutes im Medizinbereich kommt aus Tel Aviv.
  • lilie 21.06.2019 05:43
    Highlight Highlight Klingt wie eine tolle Sache, aber die Illustration dazu ist ja schon etwas krass. 😳
  • one0one 20.06.2019 21:57
    Highlight Highlight Ganz ehrlich, als Kinder haben wir kleine Platzwunden oft mit herkoemmlichen Sekundekleber geklebt bekommen. Das Resultat laesst sich meist sehen... Entzuendungen gab es dabei nicht. Aber das hier scheint auch fuer andere Dimensionen geeignet zu sein. Gute Sache.
    • atorator 20.06.2019 22:19
      Highlight Highlight Hör doch auf mit diesen Räubergeschichten. Reststoffe vom Kleber haben nichts in der Blutbahn verloren. Es gibt schon Gründe, warum die Sterblichkeitsrate immerzu fällt.
    • c-bra 20.06.2019 22:19
      Highlight Highlight Glückspilz. Meine Mutter nahm jeweils den Bostitch!
    • CaptainLonestarr 20.06.2019 23:04
      Highlight Highlight Ich mach das heute noch so. Kleine Schnitte desinfizieren und zusammendrücken und Sekundenleim drüber. Kleber kommt dabei nicht in die Wunde.
    Weitere Antworten anzeigen
  • moedesty 20.06.2019 21:54
    Highlight Highlight bravo.
  • Kafi>Tee 20.06.2019 21:42
    Highlight Highlight Haha, sehe schon die OPsAssistenten den Chirurgen mit der Heissleimpistole am trollen 😅 Cool, was die Wissenschaft alles so bereit hält!
    • Heinzbond 21.06.2019 08:24
      Highlight Highlight Hmm als Op Assistent hab ich jetzt keine Angst vor dem Kleber, im gegenteil der macht das zunähen nur leichter...

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