Wissen
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Fotograf:
Heim, Arnold 
Titel:
Camp 6, Ausarbeiten der Rapporte. E. Blösch und Arnold Heim 
Beschreibung:
Zwei Männer am Tisch vor Zelt, Bäume 
Datierung:
5/1912

Arnold Heim (rechts) mit einem Forscherkollegen beim Ausarbeiten der Rapporte in Oklahoma, USA, 1912. Er fand, gemeinsam mit seinen Eltern, auf dem Zürcher Friedhof Sihlfeld seine letzte Ruhestätte.
bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Wie ein Schweizer Naturforscher die Schönheit der Erde sah und die «weisse Rasse» anklagte

In seinem 1942 erschienenen Buch «Weltbild eines Naturforschers – Mein Bekenntnis» rechnete der Schweizer Geologe mit der Herrschsucht und der Profitgier der «weissen Rasse» ab, der etliche Naturvölker und Tierarten zum Opfer fielen. Sein Appell an die Menschheit ist auch heute noch aktuell.



«Wer sich im festen Glauben an die Wahrheit der von den Kirchen als Offenbarung Gottes hingestellten Lehren glücklich fühlt und voraussetzungsloses Forschen als sündhafte Anmassung betrachtet, der lege dieses Buch zur Seite.»

Arnold Heim, «Weltbild eines Naturforschers», 1942

Mit diesen Worten beginnt das Bekenntnis des Schweizer Naturforschers Arnold Heim (1882–1965), mit dem er 1942 die Welt beschenkt, während diese in den Flammen eines grauenvollen Krieges aufgeht. 

Arnold Heim wollte mit seinem Buch niemandem den Glauben nehmen und auch niemanden kränken. Es war nur so, dass sein unablässiges Streben nach der Wahrheit über das uneigennützige und unvoreingenommene Forschen führte, so wie es seine «verehrten Eltern» Marie Heim-Vögtlin – die erste Schweizer Ärztin und Mitbegründerin des ersten Schweizer Frauenspitals – und der Geologe Albert Heim ihm vorgelebt hatten. 

Verschneite Berglandschaft

Heim, Arnold 
Titel:
Leon Südgletscher 
Beschreibung:
Verschneite Berglandschaft 
Datierung:
1940

Gletscherbesteigung in Santa Cruz, Argentinien, 1940. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Er reiste in alle Erdteile, suchte nach Öl, vermass Berge und machte bahnbrechende Untersuchungen über die Zusammenhänge zwischen Sedimentation und Tektonik. Doch Arnold Heim studierte nicht nur die Natur, sondern auch die ihm fremden Völker. Und was er da sah, machte ihn zum Kritiker des westlichen Lebensstils, zu einem Pionier der Entkolonialisierung und des Naturschutzes. 

«Der Gott, der in Menschengestalt dort oben auf dem goldenen Throne sitzen soll, Christus zu seiner Rechten – wie kleinlich sind solche Vorstellungen in Anbetracht der unfassbaren Grösse dieser Welt mit ihren Milliarden von Sonnen, die dieser Gott geschaffen haben soll!»

Arnold Heim, «Weltbild eines Naturforschers»

Fotograf:
Heim, Arnold 
Titel:
Seealpsee-Rossmad-Säntis 
Beschreibung:
See mit Bergblick 
Datierung:
1906

Seealpsee-Rossmad-Säntis, auf 1141 m ü. M. im Alpsteingebiet, Appenzell, Schweiz, 1906. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Heim glaubte nicht an den einen Schöpfer, er war Pantheist, er verehrte die Schönheit der Natur, in dessen Vielfalt er das Göttliche erblickte. Er schrieb: «Welch wunderbare Mannigfaltigkeit ist in der Zauberpracht der Blüten und Schmetterlinge zur Schau gelangt! Es ist der äusserste Ausdruck göttlicher Liebe.» 

Nicht Gott hat die Welt erschaffen, sondern die Welt hat Gott erschaffen – oder wie es Goethe einst ausdrückte:

«Was wär' ein Gott, der nur von aussen stiesse,
Im Kreis das All am Finger laufen liesse!
Ihm ziemt's, die Welt im Innern zu bewegen,
Natur in sich, sich in Natur zu hegen,
So dass, was in ihm lebt und webt und ist,
Nie seine Kraft, nie seinen Geist vermisst.»

Auszug aus Goethes Gedicht «Prooemion», das 1817 seine Schriftenreihe «Zur Naturwissenschaft überhaupt» einleitete

Arnold Heim sah mit eigenen Augen, was in den Gegenden geschah, in denen man von diesem Gott noch nie etwas gehört hatte. Wie man ihn den Menschen dort aufzwang.


Fotograf:
Heim, Arnold 
Titel:
Pilgerinnen (Hindus), Badrinath 
Beschreibung:
 
Datierung:
10.10.1936 
Enthalten in:
Himalaya, 1936. Forschungsreise mit mehreren Bildern (Auswahl digitalisiert) 
Impressum:
 
Physische Beschreibung:
Fotografie : Glasdiapositiv 
Farbe:
handkoloriert 
Form:
Querformat 
Mass:
8,5 x 10 cm

Hindu-Pilgerinnen in Badrinath, Indien, 1936.  bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Wie fanatisch die christlichen Missionen versuchten, den Naturvölkern das «Heil» zu bringen – mit tatkräftiger Unterstützung der Kolonialregierungen.

Wie die «Herrschsucht der weissen Rasse» den Untergang der Azteken und Inkas in Südamerika nach sich zog, die Indianer in Nordamerika tötete und unzählige Völker und Stämme in Afrika, Asien, Australien und der gesamten Inselwelt des Pazifiks erst entwurzelte, dann ausbeutete und am Ende ganz auslöschte. 

Kirche mit kleiner Hütte, Felsgestein, Bergmassiv, bewölkt, 07.00 a.m.
Fotograf:
Heim, Arnold 
Titel:
Kirche Umanak (Uummannaq) 
Beschreibung:
Kirche mit kleiner Hütte, Felsgestein, Bergmassiv, bewölkt, 07.00 a.m. 
Datierung:
18.8.1909 
Enthalten in:
Expedition Grönland, 1909. Forschungsreise mit mehreren Bildern

Die Kirche auf Uummannaq (zu Deutsch «der Robbenherz-Förmige», nach dem Berg im Hintergrund benannt), einer 12 km² grossen Insel in Südwestgrönland, wie sie auch in jedem anderen Dorf steht, 1909. Heute sieht es dort so aus. bild:  eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Manch ein Missionar empfand das Aussterben solcher Menschen dann auch besser als ihr heidnisches Fortleben: «Jedes Mittel ist gut, wenn es zum Zwecke der Mission führt; jeder Krieg, jede Revolution wird dadurch geheiligt», sagte ein protestantischer Pfarrer aus Bern.

Mit Schlägen führte man die Eingeborenen dem Christentum zu. Selbst die Eskimos* in Grönland seien von den dänisch-norwegischen Missionaren mit einem Tauende auf ihre nackten Rücken geschlagen worden. Der Dorfälteste lud die Männer daraufhin zu sich ein. «Die Güte kommt in gerader Linie aus ihrem Herzen», schreibt Heim. 

Eskimofamilie vor Zelt, 01.00 p.m.

Heim, Arnold 
Titel:
Sommerkolonie der Hunde-Eiland-Bewohner auf Roeve-Ö, Egedesminde 
Beschreibung:
Eskimofamilie vor Zelt, 01.00 p.m. 
Datierung:
15.6.1909 
Enthalten in:
Expedition Grönland, 1909. Forschungsreise mit mehreren Bildern

Eine Eskimo*-Familie vor ihrem Zelt auf einer kleinen Insel in Egedesminde (zu Deutsch: Aasiaat), 1909. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Heim, Arnold 
Titel:
Forschungsschiff

Das Forschungsschiff «Hans Egede» (benannt nach dem ersten dänisch-norwegischen Pfarrer Hans Egede, mit dem 1721 die evangelische Missionierung begann) vor der Heimfahrt in Uummannaq, 1909. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Auch auf der zweitgrössten Insel der Erde, auf Neuguinea, wüteten die Europäer, hier in Gestalt von Niederländern, Briten und Deutschen. Der Schweizer Ethnologe Paul Wirz (1892–1955) weiss viel Trauriges über das melanesische Volk der Marind-anim im Westen zu berichten. Die Frauen und Männer lebten getrennt voneinander, doch die Niederländer zwangen sie in ihrem christlichen Glaubenseifer in dieselben Hütten. Wer nicht schnell genug sein Heim verliess, dem wurde es einfach über dem Kopf angezündet. 

«Sie heulten, als ihre Männerhäuser mit den schönen Schnitzereien von den protestantischen Missionaren niedergebrannt wurden.»

Schweizer Ethnologe Paul Wirz, zit. nach Heims «Weltbild eines Naturforschers»

Nasenschmuck

Heim, Arnold 
Titel:
Ekari-Mann, Paniai See 
Beschreibung:
Nasenschmuck 
Datierung:
26.5.1939 
Enthalten in:
 
Impressum:
 
Physische Beschreibung:
Fotografie : Glasdiapositiv 
Farbe:
handkoloriert 
Form:
Querformat 
Mass:
8,5 x 10 cm 
Spezialmass:
 
Kategorien:
Papua, Kleidung + Trachten + Uniformen, Heim, Arnold, 1882-1965,

Ekari-Mann mit Nasenschmuck am Paniai-See in Westneuguinea, 1939. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Man zwang die Einheimischen, gegen Kokosnüsse europäische Kleider zu kaufen. Durch sie aber wird «das herrlichste aller Desinfektionsmittel, die Sonnenstrahlung, ausgeschaltet, und [die Einheimischen] werden zum Herd von Infektionskrankheiten, vor allem der Tuberkulose», schreibt Heim. Er hatte die Frassspuren des Ringwurms an den Körpern der Papua selbst gesehen. Und nicht nur das – auch Geschlechtskrankheiten brachte man ihnen.

Ihre Haarpracht wurde ihnen abgeschnitten und die Kinder prügelte man in die Missionsschulen, während sich Protestanten und Katholiken gegenseitig die Häuser abfackelten. 

Die britischen Kolonialisten sagten gern, dass der unzivilisierte Eingeborene ein Gentleman sei, der zivilisierte aber ein Gauner. Denn er hatte von den Eroberern das Lügen und das Stehlen gelernt, dass er vorher nicht kannte. 

Der lutherische Missionar Christian Keysser (1877–1961) schrieb, weit einsichtiger als andere: «Das Papuavolk will wirklich christlich sein in all seinem Tun und Treiben, auch in seinen Festen. Bei uns in Europa hat man zwei Gesichter, ein geistliches und ein weltliches, einen doppelten Mund, ein doppeltes Herz.» 

Ein Papua, der schreiben gelernt hatte, schrieb dem Missionar zwei Jahre nach seiner Rückkehr nach Deutschland:

«Mit unserem Christentum ist es jetzt gar nichts mehr. Wir sind äusserlich verarmt und innerlich völlig heruntergekommen.»

Ein Papua in einem Brief an den Missionar Keysser

Auf die Frage, ob die eingeborenen Bergvölker West-Neuguineas durch die Misssion glücklicher werden, sagte der katholische Pastor Tillemans von Oeta: «Das vielleicht nicht, aber sie werden eine höhere Auffassung des Lebens gewinnen.» 

Frau mit Kindern in traditioneller Kleidung

Heim, Arnold 
Titel:
Buch Tafel 3, Quechua Indianerin bei Pusi am Lago Titicaca 
Beschreibung:
Frau mit Kindern in traditioneller Kleidung 
Datierung:
27.7.1946 
Enthalten in:
Expeditionen Südamerika, 1939-1963  Peru

Eine Quechua-Indianerin mit ihren Kindern bei Pusi am Titicacasee in Peru, 1946. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

In Mexiko wütete bereits im Jahre 1531 der spanische Conquistador Cortés, der die Azteken niedermetzelte, während sein Landsgenosse Pizarro das Reich der Inka zerstörte. Innerhalb einer fünfzigjährigen Kolonialtätigkeit brachte es seine Schar blutrünstiger Spanier zustande, ein hochstehendes Kulturvolk von 10 bis 20 Millionen Menschen umzubringen. 

Buschige Gewächse in einer Ebene, Hintergrund Berge
Heim, Arnold 
Titel:
Puna de Atacama, Nord Paso S. Francisco bei Las Grutas 3900 m 
Beschreibung:
Buschige Gewächse in einer Ebene, Hintergrund Berge 
Datierung:
1946 
Enthalten in:
Expeditionen Südamerika, 1939-1963  
Impressum:
 
Physische Beschreibung:
Fotografie : Diapositiv 
Farbe:
farbig 
Form:
Querformat 
Mass:
2,4 x 3,6 cm 
Spezialmass:
 
Kategorien:
Heim, Arnold, Ebenen, Hochebenen, 1946, Argentinien,

Puna de Atacama, auf dem San-Francisco-Pass in den Anden, der Argentinien und Chile verbindet, 1946. Der höchste Punkt liegt auf 4726 Meter.
bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

«Von Kalifornien über Mexiko und Panama bis Peru und Chile stehen jetzt die alten Missionsgebäude in Ruinen. Die Eingeborenen in ihrer Umgebung sind verschwunden oder degeneriert**. Wie eine furchtbare Ironie auf die früheren Geschehnisse wirken all die Heiligennamen, die Santos und Santas an den Stätten des Mordes.»

Arnold Heim, «Weltbild eines Naturforschers»

Kakteenlandschaft im Hintergrund ein Tafelberg
Fotograf:
Heim, Arnold 
Titel:
Pilón, La Purisima 
Beschreibung:
Kakteenlandschaft im Hintergrund ein Tafelberg 
Datierung:
5.5.1915 
Enthalten in:
 
Impressum:
 
Physische Beschreibung:
Fotografie : Glasdiapositiv 
Farbe:
handkoloriert 
Form:
Querformat 
Mass:
8,5 x 10 cm 
Spezialmass:
 
Kategorien:
Pflanzen, Naturfotografien, Heim, Arnold, 1882-1965, Heim, Arnold, 1915, Baja California

Kakteenlandschaft, im Hintergrund ein Tafelberg, Baja California in Mexiko, 1915. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Weiter im Süden bildeten sich die ausbeuterischen Kautschukgesellschaften, die den Indianern billigen Branntwein brachten und sie in die Schulden trieben, um sie dann versklaven zu können.

Frau mit Kind vor einer Lehmhütte
Heim, Arnold 
Titel:
Peru: Titicacasee bei Taraco, Aimara-Indianer vor ihren fensterlosen Adobe-Lehmhütten 
Beschreibung:
Frau mit Kind vor einer Lehmhütte 
Datierung:
1946 
Enthalten in:
Expedition Peru, 1946-47

Eine Aimara-Indianerin mit Kind vor ihrer fensterlosen Adobe-Lehmhütte im südlichen Teil des Titicacasees bei Taraco in Bolivien, 1946. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Der deutsche Anthropologe Theodor Koch-Grünberg (1872–1924), der im brasilianischen Amazonas starb, schrieb: 

«Der Pesthauch einer Pseudo-Zivilisation geht über die rechtlosen braunen Leute hin. Wie alles vernichtende Heuschreckenschwärme dringen die entmenschten Scharen der Kautschuksammler immer weiter vor.»

Deutscher Anthropologe Koch-Grünberg, zit. nach Heims «Weltbild eines Naturforschers»

Sonnenuntergang an einem Fluss

Sonnenuntergang am Amazonas bei Gelem 
Beschreibung:
Sonnenuntergang an einem Fluss 
Datierung:
1947

Sonnenuntergang am Amazonas bei Belém, 1947. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Die Maori auf Neuseeland hielten ihren Missionaren vor: 

«Ihr lehret uns gen Himmel sehen, aber während wir dahin schauten, kamen eure Brüder und nahmen uns die Erde, die uns gehörte.»

Auf den Hawaii-Inseln wurde «son of a missionary» zum Schimpfwort. In Neukaledonien sah Heim betrunkene Eingeborene in der Nähe der Zuckerrohr-Schnapsbrennerei herumliegen, die zu einer katholischen Missionsstation gehörte. Auch sie waren entrechtet, auch für sie galt der französische Wahlspruch «Liberté, Egalité, Fraternité» nicht. 

Person in traditionellem Kostüm
Fotograf:
Heim, Arnold 
Titel:
Tanzmaske, Voh 
Beschreibung:
Person in traditionellem Kostüm 
Datierung:
25.2.1921

Ein Mann mit Tanzmaske in Voh, Neukaledonien 1921. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Zwei Personen auf Liegestühlen im Pyjama, in der Mitte ein gedeckter Tisch, Strohhäuser

Heim, Arnold 
Titel:
Arnold und Monica Heim, Koumac 
Beschreibung:
Zwei Personen auf Liegestühlen im Pyjama, in der Mitte ein gedeckter Tisch, Strohhäuser 
Datierung:
21.1.1921

Arnold und Monica Heim auf Liegestühlen im Pyjama in Koumac, Neukaledonien, 1921. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Fotograf:
Heim, Arnold 
Titel:
Beim Grosshäuptling, südlich Malakula 
Beschreibung:
 
Datierung:
1920 
Enthalten in:
 
Impressum:
 
Physische Beschreibung:
Fotografie : Glasdiapositiv 
Farbe:
handkoloriert 
Form:
Hochformat 
Mass:
8,5 x 10 cm 
Spezialmass:
 
Kategorien:
Heim, Arnold , Malampa, Reportagefotografien, Heim, Arnold, Leben + Wohnen (Haushalt, Essen, Hygiene), 1920, Heim, Arnold, 1882-1965, Vanuatu

«Vegetarische Mahlzeit in Freundschaft mit einem Kannibalen-Häuptling, Insel Malakula, Neue Hebriden» heisst es in der Original-Bildunterschrift von 1920. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Mann mit einer bemalten Figur

Heim, Arnold 
Titel:
Mumie, Puovulu, Malakula 
Beschreibung:
Mann mit einer bemalten Figur 
Datierung:
9.7.1921

Ein Mann mit Penisköcher («Namba») und bemalter Holzfigur auf Malakula, Neue Hebriden, Inselstaat Vanuatu, 1921.  bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Auch in Australien und Tasmanien wurden ganze Stämme niedergemacht. Paul Sarasin (1856–1929), der Schweizer Naturforscher und Mitgründer des Schweizerischen Nationalparks, schrieb 1914:

«Nicht nur ist Blut in Strömen vergossen worden bei der Ausrottung der Urmenschen, sondern es ist eine solche Summe von Qual jenen Schwächeren zugefügt worden, von solcher Furchtbarkeit, dass, wer die davon handelnden Berichte lesen muss, von diesen Vorstellungen wie von Gespenstern verfolgt wird. Wie gerne möchte ich ein Tuch über diese Massenhaftigkeit von Verbrechen breiten, undurchdringlich dem Blick, als Vergangenes der Vergessenheit übergeben, wenn nicht noch heutzutage die alte Raserei immer von neuem aufflackern würde.»

Schweizer Naturforscher Sarasin, zit. nach Heims «Weltbild eines Naturforschers»

Vermutlich Albert Heim
Heim, Albert 
Titel:
Māori, Mädchen 
Beschreibung:
Vermutlich Albert Heim 
Datierung:
1901-1902

Ein Maori-Mädchen, Neuseeland, 1901. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Diejenigen, die dem Tod entrinnen, geraten in die sogenannte Zivilisation und werden da zu Bettlern, Alkoholikern und sterben irgendwann, tief deprimiert, ebenso. «Da wird es begreiflich, dass die Eingeborenen sagen: ‹Wir wollen lieber aussterben›», schreibt Heim.

Frau mit Kind
Heim, Arnold 
Titel:
Batwa - Mutter im Fellkleid bettelt um eine kleine Gabe bei Kisoro, Uganda 
Beschreibung:
Frau mit Kind 
Datierung:
1954-1955 
Enthalten in:
Virunga-Expedition in Zentralafrika, 1954-55 
Impressum:
 
Physische Beschreibung:
Fotografie : Diapositiv 
Farbe:
farbig 
Form:
Querformat 
Mass:
2,4 x 3,6 cm

Eine Batwa-Mutter im Fellkleid bettelt um eine kleine Gabe bei Kisoro, Uganda, Zentralafrika, 1954. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Auch auf dem schwarzen Kontinent haben sich die Weissen «bewährt». Im imperialistischen Wettbewerb versuchten sie sich gegenseitig zu übertrumpfen. Jeder wollte «einen Platz an der Sonne» ergattern.

Erst kamen die Forscher und zeichneten Karten, dann folgten die Missionare und bald schon begannen die Dampfschiffe die Flüsse zu befahren, während die Eisenbahn das Land zerschnitt. Der Erde wurden Erze und Diamanten geraubt und für die in Europa so hoch geschätzten Kolonialprodukte wie Kaffee oder Tee liess man die Eingeborenen als Sklaven schuften. 

Afrikaflug mit René Gouzy und Walter Mittelholzer 1926-27
Heim, Arnold 
Titel:
Dinka, Abwong 
Beschreibung:
Afrikaflug mit René Gouzy und Walter Mittelholzer 1926-27 
Datierung:
3.1.1927

Dinkas in Abwong, Südsudan, 1927. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Um die gewaltsame Ausbeutung als Zivilisierungsakt zu rechtfertigen, sprach man von den «Primitiven» als minderwertige Rasse, die sich irgendwo sehr nahe am Tier auf niederer Kulturstufe herumtummle. 

Afrikaflug mit René Gouzy und Walter Mittelholzer, 1926-27. Berg und Wüstengebiet mit Flusslauf

Heim, Arnold 
Titel:
Nördlich unterhalb Khartum durchschneidet der Nil das kristalline Massiv der Shabuka (Shabuka George), Blick nach Südosten 
Beschreibung:
Afrikaflug mit René Gouzy und Walter Mittelholzer, 1926-27. Berg und Wüstengebiet mit Flusslauf 
Datierung:
30.12.1926

Tafelberg inmitten der Landschaft bei Hombori in Mali, Westafrika, 1934. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Expedition Westafrika, 1933-34

Heim, Arnold 
Titel:
Fetischtanz, Assinze, Còte d' Ivoire 
Beschreibung:
Expedition Westafrika, 1933-34 
Datierung:
27.12.1933

«Fetischtanz» in Assinie, Elfenbeinküste in Westafrika, 1933. Man beachte den Jungen im Hintergrund in europäischer Kleidung. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Der schwedische Geograph und Reiseschriftsteller Sven Hedin (1865–1952), der auf einem seiner Expeditionen nach Zentralasien den Transhimalaya entdeckt hatte, schrieb:

«An der abendländischen Kultur scheint gewissermassen der Fluch zu haften, überall, wo sie hinkommt, die Schönheit und Echtheit zu zerstören.»

Schwedischer Geograph Sven Hedin, zit. nach Heims «Weltbild eines Naturforschers»

Expedition Siam, 1935. Mann im traditionellem Gewand mit Schirm

Heim, Arnold 
Titel:
Siamesischer Priester 
Beschreibung:
Expedition Siam, 1935. Mann im traditionellem Gewand mit Schirm 
Datierung:
23.1.1935

Ein Priester in Siam (heute Thailand), 1935. Bild: DSC - Digitale Fotokamera

Die Irokesen in Nordamerika bewohnten vor dem 17. Jahrhundert das ganze riesige Gebiet von der atlantischen Küste bis zum Tennessee – dann kamen die Weissen. Prämien wurden auf ihre Skalpe und Ohren bezahlt, bis sich die Übriggebliebenen nach Westen zurückzogen. 

Im Jahr 1784 wurde ihnen das Land zwischen den Seen Ontario, Huron und Erie auf alle Zeiten zugesprochen – die Freiheitsbriefe wurden vom Gouverneur der Kolonie Kanada im Namen von König Georg III. unterzeichnet. Die Irokesen begruben daraufhin die Waffen und lebten als friedliche Ackerbauern. Ihre Häuptlinge wurden von den Müttern nach dessen Charaktereigenschaften gewählt, denn sie waren matrilinear orientiert: Das Oberhaupt einer Familie war immer eine Frau und die Kinder gehörten zur mütterlichen Linie.

1914 erzwang die kanadische Regierung die Teilnahme der Irokesen am Ersten Weltkrieg – bei Weigerung hätte man sie einfach entrechtet. 300 wurden eingezogen, 40 von ihnen fielen auf dem Schlachtfeld. 

Entgegen der Versprechungen setzte man nach dem Krieg den Indian Act von 1906 wieder in Kraft, in dessen Paragraph 2c es heisst: «Person bedeutet ein Individuum – ausgenommen Indianer.» Mit diesem Geheimgesetz fühlte sich die kanadische Regierung im Recht, den Irokesen alles wegzunehmen. 

Einige reisten für eine Petition nach Ottawa, wo ihnen die Türen verschlossen blieben. Churchill antwortete, ihre Sache gehe ihn nichts an. Und als Häuptling Deskaheh mit den Freiheitsbriefen nach Genf reiste, um sich vor dem Völkerbund Gehör zu verschaffen, wurde er nicht zugelassen. 

Am 21. Oktober 1924 überfiel die kanadische Militärmacht das Land der Irokesen und raubte die Freiheitsbriefe. Bald darauf starb Deskaheh in Verzweiflung.

Blick über den Canyon
Fotograf:
Heim, Arnold 
Titel:
Grand Canyon of Colorado 
Beschreibung:
Blick über den Canyon 
Datierung:
1915

Blick auf den Grand Canyon im Norden des US-Bundesstaats Arizona, 1915. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Nicht nur Menschen litten und leiden unter Menschen, auch das Gesicht der Erde wandelte sich unter ihren Händen. Arnold Heim versuchte mit seinem Bekenntnis vor dem kurzsichtigen und zerstörerischen Umgang mit der Natur zu warnen, dessen Anfang in der Jungsteinzeit liegt, als die ersten sesshaft gewordenen Menschen den Boden zu kultivieren begannen. Dafür fällten sie Bäume und brannten ganze Wälder nieder. 

Baumkronen eines dicht bewachsenen Waldstücks
Heim, Arnold 
Titel:
Urwald, Moneo (Südhand) 
Beschreibung:
Baumkronen eines dicht bewachsenen Waldstücks 
Datierung:
12.6.1921 
Enthalten in:

Urwald in Moneo, Neukaledonien, 1921. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

«Dutzende herrlichster Tierarten und edler Naturvölker sind schon auf Nimmerwiedersehen ausgerottet oder stehen im Aussterben, und wenn die Zerstörung und der Materialismus unserer Zeit in gleicher Beschleunigung fortschreiten, so wird unsere wundervolle Erde bald des freien Grosstierlebens und des Urwaldzaubers beraubt sein und überlassen wir unserer Nachwelt eine erschöpfte, verödete Welt.»

Arnold Heim, «Weltbild eines Naturforschers»

In Sumatra, so schreibt der Naturforscher weiter, konnte sich ein Affe einst von einer Küste zur andern durch die Kronen schwingen, ohne den Boden zu berühren. Nun aber stünden grosse Tafeln am Tobasee: «Waldreservation» ist auf ihnen zu lesen – wo weit und breit der Urwald verschwunden ist. 

Waldgebiet
Heim, Arnold 
Titel:
Tjemarawald, Abstieg vom Képàla-Rücken 
Beschreibung:
Waldgebiet 
Datierung:
14.11.1911 
Enthalten in:
 
Impressum:
 
Physische Beschreibung:
Fotografie : Glasdiapositiv 
Farbe:
handkoloriert 
Form:
Querformat 
Mass:
8,5 x 10 cm 
Spezialmass:
 
Kategorien:
1911, Heim, Arnold, 1882-1965, Nordsumatra, Heim, Arnold

Tjemarawald, Abstieg vom Képàla-Rücken, Nordsumatra, 1911. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Heute geht man davon aus, dass sich die Waldfläche weltweit jährlich um rund 30 Millionen Hektar verkleinert – eine Fläche fast so gross wie Grossbritannien und Irland zusammen. 

«Früher oder später, aber immer gewiss, wird sich die Natur an allem Tun der Menschen rächen, das wider sie selbst ist.»

Schweizer Sozialreformer und Pädagoge Johann Heinrich Pestalozzi (1746–1827), zit. nach Heims «Weltbild eines Naturforschers»


Fotograf:
Heim, Arnold 
Titel:
Termitenbau in der Trockensteppe, südlich von Eduardsee, Uganda 
Beschreibung:
 
Datierung:
1954-1955 
Enthalten in:
Virunga-Expedition in Zentralafrika, 1954-55

Termitenbau in der Trockensteppe, südlich vom Eduardsee, Uganda, 1954. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Genauso aktuell wie sein Appell, die Wälder zu schützen, ist sein beherztes Eintreten für die Tierwelt. Er schreibt vom unerhörten Schlachten der Grossfauna-Tiere, von den Tränen, die ein kleiner Elefant weinte, als seine Mutter wegen ihrer wertvollen Stosszähne abgeschossen wurde. Er schreibt von den Zebra-Fellen auf den Autositzen der weissen Männer und der Hutmode der weissen Damen, die nach den schönen Zierfedern der Kolibris und Paradiesvögel verlangte.

«Grausamkeit gegen Tiere ist eines der kennzeichnendsten Laster eines niedrigen und unedlen Volkes.»

Deutscher Naturforscher Alexander von Humboldt (1769–1859), zit. nach Heims «Weltbild eines Naturforschers»

Flacher Sandstrand mit Vogelschwarm
Pelikane 
Beschreibung:
Flacher Sandstrand mit Vogelschwarm 
Datierung:
16.4.1915 
Enthalten in:
 
Impressum:
 
Physische Beschreibung:
Fotografie : Glasdiapositiv 
Farbe:
handkoloriert 
Form:
Querformat 
Mass:
8,5 x 10 cm 
Spezialmass:
 
Kategorien:
Naturfotografien, Heim, Arnold, 1882-1965, Heim, Arnold, Vögel, 1915, Baja California

Pelikane an flachem Sandstrand in Baja California, Mexiko, 1915. bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

«Soll noch erwähnt werden, dass diesen fröhlichen, glänzenden Vögelchen die Bälge vom lebenden Leib abgezogen werden, damit der Glanz des Gefieders erhalten bliebe?» Diese Mode ist glücklicherweise überwunden, nicht aber die des Pelzes. 

Aus dem Pinguin, «dem merkwürdigsten und drolligsten Geschöpf der Antarktis», gewann man Öl, «indem man die Leiber in geschlossenen Behältern zu je 800 Stück auskochte». Bei den Walen ging die Jagd so weit, dass heute unzählige Arten vom Aussterben bedroht sind. 

Provinz Santa Cruz, Seelöwen an der atlantik Küste, schwarze Männer und Junge, gelbe Mütter zur Brutzeit

Seelöwen; schwarze Männer, gelbe Mütter und ihre Jungen zur Brutzeit an der Atlantik-Küste in der Provinz Santa Cruz, Argentinien, 1946.  bild: bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

Und nach all dem Schrecklichen, von dem Albert Heim zu berichten weiss, verlangt er von den Menschen vor allem eines; Ehrfurcht vor dem Leben:

«Mein Wille zum Leben soll mit dem Willen zum Leben des anderen eins werden. Welt- und Lebensbejahung sind uns von der Natur gegeben.»

Arnold Heim, «Weltbild eines Naturforschers»

Gletscherspalte

Heim, Arnold 
Titel:
Shokalsky - Gletscher, Nord-West Nov. Semlya 
Beschreibung:
Gletscherspalte 
Datierung:
12.8.1937 
Enthalten in:
 
Impressum:
 
Physische Beschreibung:
Fotografie : Glasdiapositiv 
Farbe:
handkoloriert 
Form:
Querformat 
Mass:
8,5 x 10 cm 
Spezialmass:
 
Kategorien:
Naturfotografien, 50 Favoriten, Nowaja Semlja,

Der Shokalsky-Gletscher auf der russischen Doppelinsel Nowaja Semlja im Nordpolarmeer, 1937. Bild: eth-bibliothek zürich, bildarchiv / fotograf: arnold heim

*Eskimo: 
Wir verwenden hier die Bezeichnung für die Indigenen Grönlands, wie sie Albert Heim 1942 benannte. Inuit bezeichnet heute diejenigen Volksgruppen, die im arktischen Zentral- und Nordostkanada sowie auf Grönland leben. Die Bezeichnung Eskimo wird als Oberbegriff benutzt, der auch die verwandten arktischen Volksgruppen der Kalaallit (Grönländer), Iñupiat (in Nordalaska) und Yupik (beiderseits der Beringstrasse) umfasst. Inuit ist deshalb kein Ersatz für den Terminus Eskimo und ist auch nicht im Wortschatz aller um den Nordpol lebenden Volksgruppen enthalten.

**degeneriert:
Das Wort benutzte Heim in diesem Sinne, dass durch den Kontakt mit den Weissen (Alkohol- und Tabaksucht, Geschlechtskrankheiten) und ihre Zwangsmassnahmen (Bekehrung zum christlichen Glauben, Schul- und Kleiderzwang, Sklavenarbeit) die indigenen Völker physisch und psychisch zerstört wurden. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bronko 15.01.2019 10:28
    Highlight Highlight Der heutige Mensch (das Westmodell) ist ein gieriger Opportunist. Unser Erfolg beruht auf 0 u. 1, schwarz u. weiss. Kapitalismus wurde unsere Grundreligion. Das hat zu einem fortschrittlichen Wohlstand für den Westen geführt. Nun sollten wir wohl endlich begreifen, dass diese einseitig zusammenhangslose Denkweise in solchem Ausmass in die Sackgasse von Ausbeutung u. Unterdrückung führt. Aber unser von Existenzangst angetriebenes, gegenseitig getriggertes Wesen sichert sich weiterhin nichts als die Pfründe, da unser Unterbewusstsein nach wie vor nur den Instinkten aus der Urzeit gehorcht.
  • Troll Watson 15.01.2019 05:28
    Highlight Highlight Ich fasse zusammen;
    weisse Rasse = Christentum
    Es wäre vielleicht wichtig zu realisieren dass diese Dinge mittlerweile lange zurück liegen, heute beschwert sich auch niemand mehr über die Expansion der Römer.
    Obwohl es heute immer noch radikale Prediger gibt, aber die werden mittlerweile von Inselvölkern durchbohrt.
    Da können wir glücklich sein, dass das Weltbild der Religion in der heutigen Zeit keinen grossen Stellenwert mehr einnimmt,
  • Spooky 15.01.2019 00:50
    Highlight Highlight Und dann glauben sie alle, sie seien gute Menschen, weil ihnen dieser Bericht an die Nieren geht.

  • Leode_ 14.01.2019 17:22
    Highlight Highlight Ein toller Beitrag. Genau solche interessanten Artikel lese ich gerne hier auf watson! Danke dafür.
  • Mietzekatze 14.01.2019 13:12
    Highlight Highlight Die Frage die sich mir während des lesens immer wieder gestellt hat... Wenn es Gott tatsächlich gäbe... Wie hätte er all dies zulassen können?
    • So en Ueli 14.01.2019 20:44
      Highlight Highlight Hat er den Menschen nicht einen freien Willen gegeben. Wenn ich jemanden solche eine Entscheidungsfreiheit gebe, wird diese nicht eingeschränkt, wenn ich bei einer Entscheidung mein Veto einlege?
  • Triple A 14.01.2019 07:55
    Highlight Highlight Ja, es kommt wohl nicht gut. Ironischerweise begeben sich heute viele in guter Absicht an abgelegene Orte, um zu sehen wir s(schlecht) es um die Welt steht - und zerstören sie damit wieder ein bisschen mehr. So zerstört jeder Reisebericht über eine abgelegene Destination diese, da andere auch da hin gehen wollen. Das beste wäre, wir würden örtlich da bleiben wo wir sind und damit den Schaden in Grenzen zu halten versuchen. - Aber das ist uns die Rettung der Erde dann doch nicht wert!😢
  • DocShi 14.01.2019 05:59
    Highlight Highlight Danke für diesen Artikel. Mir ist das alles zwar bekannt aber dass die Wahrheit über den 'Herrenmenschen" in einem Artikel erscheint, ist schon ein Novum.
    Kann man diesen Artikel downloaden? Wenn ja wie?
    • meerblau 14.01.2019 08:21
      Highlight Highlight Du kannst ihn abspeichern. Einfach auf das orangene Lesezeichen unter dem Titel klicken und dann wird er in der Rubrik „Meine Artikel“ in deinem Account/Profil abgespeichert. Oder du exportierst den Artikel via Browser als PDF.
  • Albert J. Katzenellenbogen 13.01.2019 21:43
    Highlight Highlight Es freut mich, dass dieses grossartige Buch und sein Autor seinen Weg in die Medien gefunden hat. Einmal mehr sage ich DANKE, Frau Rothenfluh!😍
    Ich habe das Exemplar aus der Bibliothek meines Grossvaters gelesen. Gibt gleichzeitig Anstoss Menschen weniger und mehr zu mögen.
  • Vorname Nachname 13.01.2019 20:40
    Highlight Highlight Toller Beitrag. Danke
  • memento 13.01.2019 20:36
    Highlight Highlight Um sich noch näher zu informieren, empfehle ich das Museum der Kulturen in Basel. Danke für den Artikel, der mich leider sehr frustriert
  • karl_e 13.01.2019 20:31
    Highlight Highlight Jedes Zehnerli reut mich, das ich damals vor gut 60 Jahren in der Sonntagsschule in das dankend kopfnickende Negerli geworfen habe. Für die Nachgeborenen: Das herzige Kässeli in Gestalt eines schwarzen Knäblein hiess tatsächlich so. Die Spenden gingen natürlich an die Mission.
  • Tamtam87 13.01.2019 19:50
    Highlight Highlight Interessant wäre zu wissen ob und von welcher philosophischen Anschauung die Familie Heim beinflusst worden sind. Evt. Von Spinoza der masgeblich Goethes Anschauung beinflusst hat?
  • rönsger 13.01.2019 19:47
    Highlight Highlight Liebe Anna, einen eindrücklichen, ja erschütternden Bericht hast du uns hier vorgelegt: herzliche Gratulation und vielen Dank! Was mich interessiert: Wie wurde das Buch von Arnold Heim damals aufgenommen? Z.B. von der Kirche, der Industrie, der Wissenschaft oder gar von der Politik? Oder sind Heims absolut berechtigte Überlegungen in den damaligen Kriegswirren verpulvert?
    Und noch etwas zu den Blitzen: Weshalb zu diesem Thema geblitzt wird, bleibt meiner wohl eher bescheidenen Verstandeskapazität verborgen. Ich wünschte mir deshalb: Wenn schon Blitzen, dann bitte begründen!
    • Anna Rothenfluh 13.01.2019 22:31
      Highlight Highlight Danke rönsger, für deine lieben Worte. Leider weiss ich nicht genau, wie die Reaktionen auf Heims Buch waren, ich hab nur ein paar Buchbesprechungen gefunden, die sich vor allem mit dem naturwissenschaftlichen Teil befassten. Und wahrscheinlich hast du recht, der Krieg wird sein Appell sicher in die zweite Reihe verwiesen haben, so wie auch den Naturschutz, der ihm am Herzen lag, und der durch den Bombenhagel etc. für Jahre zurückgeworfen wurde.
  • soeifach 13.01.2019 19:44
    Highlight Highlight Packen wir‘s doch an!
    Betroffenheit ist der erste Schritt, etwas ändern wird aber erst der zweite Schritt: machen!
  • Merida 13.01.2019 19:37
    Highlight Highlight Ein grossartiger Artikel über einen grossen Mann! Danke!!
  • Thom Mulder 13.01.2019 19:08
    Highlight Highlight Es gibt nichts unmoralischeres als die Religion. In ihrem Namen werden Verbrechen begangen, die für einen anständigen Menschen undenkbar sind.
    • Rockabilly 13.01.2019 22:57
      Highlight Highlight Die grössten Verbrechen an Menschen wurden komischerweise nicht von Religionen, religiösen Anhängern begangen, sondern von überzeugten Atheisten. Nur so nebenbei... und selbst wenn es keine Religion mehr gebe, gebe es „Ersatzopium“ für das Volk in Genüge...
  • zeitgeist 13.01.2019 18:48
    Highlight Highlight Die Erde ist zu perfekt für den Menschen. Masslosigkeit, Wachstumsstreben, Neid und Ignoranz stehen vor Empathie und Vernuft und treiben immer näher an den Abgrund.
    Doch niemand will es wahrhaben...
    • Merida 13.01.2019 19:51
      Highlight Highlight Obwohl... Der Mensch ist an sich auch Teil des Lebens auf der Erde... 🤔
  • salamandre 13.01.2019 18:47
    Highlight Highlight Es ist ja nicht so das nichts ginge, aber leider wirds eher schlimmer
  • zeitgeist 13.01.2019 18:43
    Highlight Highlight Der sog. 'moderne' oder 'zivilisierte' Mensch ist wie ein Parasit. Von der überwiegenden Mehrheit wird die Moral zurechtgebogen und alle Mittel legitimiert, bis im eigenen nächsten Umfeld kein Verzicht mehr notwendig ist. Erst danach kommt die Empathie und das Verantwortungsbewusstsein (siehe Maslov) zur Anwendung.
    Wie wollen wir unsere Zukunft retten, wenn man es nicht schafft, primitive Verhaltensweisen zu überwinden?
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 13.01.2019 18:26
    Highlight Highlight Danke für den Bericht auch wenn er zutiefst Erschütternd und Deprimierend ist.

    Deprimierend weil es heute kein deut besser zu- und hergeht
  • banda69 13.01.2019 18:23
    Highlight Highlight ich liebe solche berichte. 🙏❤️
    aber sie machen traurig.
  • Nachtfrost 13.01.2019 18:06
    Highlight Highlight Vielen Dank für den informativen, wenngleich für unsere ach so tolle Zivilisation traurigen und beschämenden, Beitrag!
  • Gummibär 13.01.2019 17:56
    Highlight Highlight Wie sich der Segen der abendländischen christlichen Zivilisation über die Erde ergossen und allenthalben die Menschen frohlockend und glücklich gemacht hat.
  • bullygoal45 13.01.2019 17:55
    Highlight Highlight Ich schäme mich zutiefst für jene Leute, die meinen Glauben mit Schwert & Fackel in die Welt trugen..
    • Merida 13.01.2019 19:53
      Highlight Highlight Trugen? Ist es heute so viel besser?
    • Sir_Nik 13.01.2019 20:03
      Highlight Highlight Vielleicht sollten sie ihren Glauben über Bord werfen...
    • bullygoal45 13.01.2019 20:59
      Highlight Highlight Über Bord werfen für was? Um einen anderen fehlbaren Glauben an mich zu nehmen?

      Ich werde sicherlich mit jedem neuen Tag alles hinterfragen und mein Verstand dabei einsetzen.
  • Bluespicker 13.01.2019 17:53
    Highlight Highlight Toller Artikel. Zu Deskaheh und seiner Zeit in der Schweiz (er war auch in Zürich) gibt es ein schönes Buch von Willi Wottreng: Ein Irokese am Genfersee
  • wolge 13.01.2019 17:41
    Highlight Highlight Schon sehr interessant der Bezug Religion zu Umweltzerstörung...

    Es hat ganz den Anschein als ob frühere Religionen viel stärker im Einklang mit der Natur standen.

    Vieleicht hat es ja damit zu tun, dass z.B. gerade im Christentum, sich der Mensch als Gottes Ebenbild und somit als DIE Spezies auf dem Planeten, ja im Universum betrachtet...
  • Jade 13.01.2019 17:35
    Highlight Highlight @Redaktion: Besteht eine Neuauflage des Buches? Oder wo kann man es einsehen, oder sogar eine Kopie ergattern?
    Vielen Dank für den super Artikel!
    Jade
    • Anna Rothenfluh 13.01.2019 22:21
      Highlight Highlight Das Buch ist leider vergriffen, ich hab meins aus einem Antiquariat und so auf die Schnelle hab ich kein anderes Exemplar mehr gefunden im Internet, aber in der Zentralbibliothek Züri findest du’s.
  • Ale Ice 13.01.2019 17:31
    Highlight Highlight Es ist bestürzend, dass wirklich alles, was die Menschheit längst zum Umdenken hätte bewegen müssen, schon vor so langer Zeit gesagt und angemahnt worden ist.
    "Welt- und Lebensbejahung sind uns von der Natur gegeben."
    Wie genau meinte er das wohl?
    Würde Arnold Heim das heute noch sagen?

    Wieder einmal ein grossartiger Artikel!
    • Jungleböy 13.01.2019 23:29
      Highlight Highlight Aus welchen Gründen auch immer, je länger ich lebe, desto mehr bekomme ich den eindruck, dass der mensch unfreiwillig "dumm" bleibt. Es gibt keine logische erklärung, weshalb wir menschen mit so viel potential mit solchen schwierigkeiten zu kämpfen haben wenn es darum geht uns zu verändern. Das muss tief in der psyche verankert sein.
  • AlteSchachtel 13.01.2019 17:29
    Highlight Highlight "«Früher oder später, aber immer gewiss, wird sich die Natur an allem Tun der Menschen rächen, das wider sie selbst ist.»

    "Die Natur hat immer recht." sagte jeweils auch meine Grossmutter.

    Der Bericht ist eindrücklich, berührend und stimmt mich nachdenklich. Nicht nur weil der Mensch die Natur weiterhin nicht respektiert. Sondern auch, weil - nach den Verbrechen der christlichen Missionare, die man zur Vergangenheit zählen wollte - die heutigen Evangelikalen wieder vermehrt, wenn auch weniger blutig, fanatisch andere Völker missionieren.
  • Cédric Wermutstropfen 13.01.2019 17:15
    Highlight Highlight Was aber hier nur all zu leicht vergessen geht ist, dass die Einheimischen vor Ankunft der Europäer keineswegs nur in Frieden und Glückseligkeit gelebt haben. Dort kam es genau so zu Mord, Diebstahl, Stammesfehden, Landnahme und Sklaverei. Das liegt in der Natur des Menschen. In unserer heutigen Gesellschaft haben wir die dafür verantwortlichen Triebe bloss zurückgedrängt. Diese in uns schlummernden Triebe werden aber wieder erwachen, alsbald sich das Fatum wieder gegen uns gewendet hat. Dieses können wir jedoch zu unseren Gunsten beeinflussen, wenn wir besonnen handeln.
    • wolge 13.01.2019 18:33
      Highlight Highlight Ja da gebe ich dir recht. Es liegt irgenwie in der Natur des Menschen sich die Köpfe einzuschlagen. Früher war dies soweit kein Problem doch mit den heutigen Technologien kann dies verherende auswirkungen haben. Nicht nur für den Menschen sondetn (fast schlimmer) für den ganzen Planeten...
    • zeitgeist 13.01.2019 19:47
      Highlight Highlight Das ist korrekt. Aber deswegen Menschen ihre Lebensgewissheit zu nehmen, sie von einer anhestammten nachhaltigen Lebensweise zu trennen und diese durch auf wachstum basierende, zerstörerische Strkturen zu ersetzen ist damit keinesfalls gerechtfertigt.
      'Unsere' Welt ist vielleicht anders, aber nicht besser...
  • Beeee 13.01.2019 16:51
    Highlight Highlight Ehrenmann!
  • FrancoL 13.01.2019 16:41
    Highlight Highlight “....überlassen wir unserer Nachwelt eine erschöpfte, verödete Welt"
    schon damals richtig erkannt und einfach dargestellt.

    Was mich beschäftigt ist zudem das Wort "erschöpft".
    Es umschreibt das was heute im Gange ist, das Ausschöpfen der Erde in dies im Uebermass.
    Doch wir scheinen dieses Ausschöpfen mehrheitlich nicht sehen zu wollen und werden tatsächlich eine erschöpfte und verödete Welt unseren Nachkommen hinterlassen.
    Ein trauriges Bild und vor allem ein Bild das man nicht anstreben sollte und auch nicht anstreben könnte OHNE an Lebenswerten zu verlieren.
  • Rhabarber 13.01.2019 16:24
    Highlight Highlight "Zivilisation ist eine gute Idee. Aber es sollte endlich jemand damit anfangen." _ Arthur C. Clarke.

21 Bilder, die dir wieder mal vor Augen führen, wie abnormal schön die Natur ist

Manchmal lohnt es sich, einfach ein paar Minuten zu investieren, um sich wieder bewusst zu werden, wie unendlich schön die Natur doch sein kann.

(jdk)

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