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Hören wir auf, dem Westen die Schuld an allen Problemen in Nahost zu geben

Zahlreiche Beobachter aber auch Orientalisten stellen sich auf den Standpunkt, dass die Würzel allen Übels im Nahen Osten in den Interventionen des Westens seit dem Ersten Weltkrieg liegen und sich letztlich immer alles ums Erdöl dreht. Das ist historisch falsch und für die aktuellen Probleme wenig zielführend.



Für den Flüchtlingsstrom aus Syrien und dem Irak gibt es laut dem deutschen Orientalisten Michael Lüders eine Erklärung: Der Westen ist selbst schuld. Indem er sich seit Jahrzehnten immer wieder politisch und militärisch einmischt, hat er die Region nachhaltig zerrüttet. Früher die europäischen Kolonialmächte, heute vor allem die USA. Stellvertretend für diese Haltung der Kommentar eines watson-Users:

«Wer im Wespennest stochert, darf sich nicht wundern, wenn er gestochen wird. Die Gründe für das Chaos liegen schon weit zurück. Da ging es wie fast immer um die eine Ressource. Machthaber im Westen, Norden, Osten, egal woher, haben keinen Skrupel, Völker zum Spielball zu machen. Sie sind eine Ware. Egal für welchen Zweck. Regierungsformen spielen da absolut keine Rolle. So war das schon immer und wird auch weiterhin so bleiben.»

quelle: watson

Dazu sieben gängige Thesen, entsprechend sieben Gegenthesen und eine deprimierende Konklusion:

Die Kolonialmächte haben willkürliche Grenzen gezogen.

Mal ehrlich: Ist nicht jede politische Grenze willkürlich (auch die der Schweiz)? Oder das Resultat kriegerischer Auseinandersetzungen, mögen sie auch eine Weile zurückliegen? Das berüchtigte Sykes-Picot-Abkommen, mit dem die Siegermächte Grossbritannien und Frankreich noch während des 1. Weltkriegs das später unterlegene Osmanische Reich unter sich aufteilten, wird immer wieder als Wurzel allen Übels in der Region genannt.

Sykes-Picot-Karte

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Französische (A) und britische (B) Einflusszonen gemäss den Diplomaten Mark Sykes (GB) and François Georges-Picot (F)(08.05.1916). bild: pd

Die arroganten Europäer hätten in bester Kolonialmanier auf dem Reissbrett irgendwelche Fantasieländer geschaffen, ohne ethnische und konfessionelle Grenzen zu berücksichtigen, heisst es. Das stimmt weitgehend. Die Schlussfolgerung, eine «weisere» Grenzziehung hätte den Nahen Osten vor chronischer Instabilität verschont, ist trotzdem verkehrt:

Die arabischen Diktatoren sind Marionetten des Westens.

Photo dated 18 August 2009 shows US President Barack Obama (R) meeting with Egyptian President Hosni Mubarak in the Oval Office of the White House in Washington, D.C. USA. US President Obama has told President Hosni Mubarak of Egypt that he should not run for another term in elections in the fall, effectively withdrawing American support for its closest Arab ally, according to American diplomats on 01 February 2011 in Cairo and Washington.  EPA/DENNIS BRACK / POOL *** Local Caption *** 00000401827950

Mubarak (links) und Obama im Weissen Haus (18.08.2009). Bild: EPA

Nehmen wir einen typischen arabischen Diktator, Ägyptens Ex-Präsident Hosni Mubarak, korrupt, autoritär, knapp 30 Jahre an der Macht. War er eine Marionette der USA, weil er für die Aufrechterhaltung des Friedensabkommen mit Israel jedes Jahr 1,5 Milliarden Dollar Militärhilfen erhielt? Vielleicht. Allerdings tat dies auch sein demokratisch gewählter Nachfolger Mohammed Mursi, der zudem ebenfalls einen autoritären Regierungsstil pflegte. Er monopolisierte die Macht in den Reihen seiner Getreuen, in diesem Fall der Muslimbrüder. Darauf folgte 2013 unter dem Jubel der enttäuschten Bevölkerung der Militärputsch durch General Abdel Fattah el-Sisi, dem heutigen Präsidenten. Dieser agiert sogar noch repressiver. Bei all diesen Vorgängen nahm der Westen eine Zuschauerrolle ein. Marionette oder nicht scheint für die ägyptische Bevölkerung einerlei.

Es geht immer ums Öl.

Nicht immer, sondern immer weniger. Manchmal geht es 13 Jahre lang um iranische Nuklearenergie. Manchmal geht es um eines von zehn Ländern in der Region mit geringen oder gar keinen Erdölvorkommen: Afghanistan, Bahrain, Israel, Jemen, Jordanien, Libanon, Marokko, Syrien, Tunesien und Ägypten. Zugegeben, knapp die Hälfte der weltweit nachgewiesenen Erdölreserven liegen im Nahen Osten. 

Nachgewiesene Weltölreserven

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grafik: wikimedia/RockyMtnGuy, quelle: U.S. Energy Information Administration (2013)

Das ist viel – und offenbar genug, um in der Vergangenheit Interventionen des Westens zu provozieren:

Eigentlich ging es beim Putsch von 1953 im Iran gar nicht ums Öl. Entscheidend war die Beteiligung der CIA – und der damalige US-Präsident Eisenhower kümmerte sich nicht gross um die Wirtschaftsinteressen Grossbritanniens. Erst als ihm Churchill den Floh ins Ohr setzte, dass Iran unter Mossadegh unter sowjetischen Einfluss gerate, gab er sein Einverständnis für die Aktion.

Heute leben wir in anderen Zeiten. Während der Erdölpreis auf dem Höhepunkt des Irakkriegs 2007 ein Rekordniveau (knapp 150 Dollar pro Fass) erreichte, reagiert der Weltmarkt inzwischen kaum mehr auf Verwerfungen in der Region. Als Irans Erdölexporte wegen der Wirtschaftssanktionen um fast die Hälfte einbrachen, hatte dies keinen nennenswerten Einfluss auf den Erdölpreis. Dies nicht zuletzt darum, weil die USA seit jener Höchstmarke wieder massiv in die eigene Förderung investiert haben.

Das stärkste Indiz, dass der Erdlöpreis anderen Faktoren unterliegt, ist die Terrorherrschaft des Islamischen Staats. Aktuell kostet das Schwarze Gold nur noch 45 Dollar pro Fass. Das ist mindestens so bedrohlich wie teures Öl: Die Monarchien am Golf brauchen langfristig einen doppelt so hohen Ölpreis für ihre Staatshaushalte. Was ist besorgniserregender als ein reiches Saudiarabien? Ein armes Saudiarabien ... 

Die Mutter aller Probleme: Der Staat Israel.

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quelle: internet

Eine These, die nicht nur westliche Antisemiten, sondern offiziell auch arabische Staaten sowie Iran vertreten. Palästinenser können mit einigem Fug und Recht behaupten, dass der Staat Israel die Wurzel vieler ihrer Probleme ist. Für die arabischen Regierungen hingegen ist der endlose Konflikt vor allem eine zynisch-bequeme Möglichkeit, vom eigenen Versagen abzulenken.

Ungeachtet der Lippenbekenntnisse für die Unabhängigkeit Palästinas haben die Golfstaaten angefangen, mehr oder weniger diskret mit Israel Handel zu treiben, obwohl sie keine diplomatischen Beziehungen unterhalten. Selbst Iran tat dies inmitten seiner revolutionären Sturm- und Drangphase in den frühen 1980er-Jahren: Im Iran-Irakkrieg lieferte Israel der Islamischen Republik Waffen – verglichen mit einem möglichen Sieg Saddams das kleinere Übel, wie die damalige Likud-Regierung fand. Realpolitik pur, keine Mutter aller Probleme.

Man sollte die Länder sich selbst überlassen, dann kommt es schon gut.

Saudi King Abdullah Bin AbdullAziz (L) and Prince Mohammed bin Saudi (C) attend the funeral ceremonies of late Saudi Arabian King Fahd during the funerals in Riyadh, Saudi Arabia, 02 August 2005. Dozens of heads of state from around the world gathered in Riyadh Tuesday for a funeral ceremony of Saudi Arabian monarch King Fahd marked by simplicity and heavy security. Despite the presence of foreign dignitaries the prayer service at Riyadh‘s Imam Turki bin Abdullah Mosque was a short and simple affair in keeping with the Saudi royal family‘s strict Moslem beliefs. The person at right is unidentified.  EPA/WASEEM

Die saudische Herrscherfamilie an der Abdankung von König Fahd (02.05.2005). Bild: EPA

Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Länder ist im Grundsatz eine löbliche Haltung. Zumindest würde dann offensichtlich, was (nicht) passiert, wenn ausländische Interventionen ausbleiben. Die Annahme, dass so im Nahen Osten endlich rechtsstaatliche Strukturen gedeihen könnten, ist dennoch gewagt. Niemand mischt sich zum Beispiel in die Angelegenheiten Saudiarabiens ein, weder in die inneren noch in die äusseren. Was ist das Resultat? Eines der weltweit repressivsten Regimes, das in Syrien salafistische Rebellengruppen finanziert und im Jemen einen Angriffskrieg mit tausenden zivilen Opfern führt. Also doch nicht sich selbst überlassen? Siehe Punkt 6.

Obama hat es verpasst, rechtzeitig in Syrien zu intervenieren.

epa03861941 Opponents of a possible military strike on Syria hold a sign that reads 'No War On Syria', as they gathered outside the White House to listen to US President Barack Obama give a live address to the nation from the East Room of the White House, in Washington DC, USA, 10 September 2013. President Obama discussed solutions to defuse the crisis in Syria, including the Russian proposal to put Syria's chemical weapons under international control and possible military strikes. Obama has met some opposition lobbying Congress to back a limited strike on Syria, after Bashar al-Assad's government allegedly carried out a sarin gas attack on 21 August that killed more than 1,400 people.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Opposition vor dem Weissen gegen ein militärisches Eingreifen in Syrien (10.09.2013). Bild: EPA

Die selbst-auferlegte Rote Linie war 2013 mit dem Einsatz von Chemiewaffen überschritten. Die US-Marine stand im Mittelmeer bereit, um Cruise Missiles auf Damaskus regnen zu lassen. Dann brachten US-Aussenminister John Kerry und sein russischer Amtskollege Sergei Lawrow die Zerstörung des syrischen Chemiewaffen-Arsenals ins Spiel. Obama sagte die Militäraktion gegen Baschar Assad im letzten Moment ab. Seither fragen sich einige, was wohl heute wäre, hätte den Commander-in-Chief damals nicht der Mut verlassen. Vielleicht wäre der Konflikt heute beigelegt. Vielleicht wäre das Assad-Regime kollabiert und Damaskus heute in den Händen des Islamischen Staats. Wir werden es nie wissen. Eine positive Wirkung ist nach heutigem Erkenntnisstand schwer vorstellbar.

Dann wäre da noch das abschreckende Beispiel Libyens. Praktisch im letzten Moment, bevor Muammar Gaddafi die Opposition in und um Bengasi zerschlug, kam der Westen den Rebellen 2011 mit einer Militäraktion zu Hilfe. Am Ende war der Diktator geschlagen und wurde von den Rebellen exekutiert. Applaus von allen Seiten, der Arabische Frühling hatte in einem weiteren Land gesiegt. Doch ohne Gaddafi versinkt Libyen im Chaos und läuft Gefahr, ein Aussenposten des Islamischen Staats zu werden. Wäre es besser gewesen, Gaddafi an der Macht und ihn den Aufstand niederschlagen zu lassen? Glück hat, wer solche Fragen nicht beantworten muss. Man könnte sie sich ebenso bezüglich Irak und Afghanistan stellen. 

Die Religionen sind an allem Schuld.

FILE - In this March 16, 2010 file photo, Palestinian demonstrators hurl stones at Israeli troops in east Jerusalem. After finding high-tech solutions to halt suicide bombings and rockets, tech-savvy Israel is struggling with the resurgence of a weapon dating back to David and Goliath: the hurled rock. The Palestinian rock thrower emerged as an iconic image of the first uprising against Israeli occupation in the 1980s, and rock throwing has been a regular feature of demonstrations since then. (AP Photo/Dan Balilty, File)

Palästinensische Demonstranten werfen Steine gegen israelische Soldaten in Ost-Jerusalem (16.03.2010). Bild: Dan Balilty/AP/KEYSTONE

Wenn es nicht der Westen ist, der im Orient alles kaputt macht, dann müssen es die Religionen sein. Angesichts der blutigen Konflikte drängt sich dieser Schluss geradezu auf:

Spielt(e) Religion in diesen Kriegen eine Rolle? Sicher. Aber längst nicht die entscheidende:

Konklusion

Dass Europa und die USA  im Nahen Osten schwere aussenpolitische Fehler begangen haben, steht ausser Zweifel. Ihnen die Hauptschuld an der Apokalypse in Syrien zu geben, wie das einige im Westen und leider auch viele in der Region tun, greift aber zu kurz. Die Tragik (und Arroganz) dieser Sichtweise liegt im Umkehrschluss, dass nur der Westen es wieder richten kann. Ein Steilpass für die nächste Intervention, die zwar nicht im Alleingang wieder Generationen versaut, ziemlich sicher aber auch die anvisierten Ziele verfehlen wird.

Vielleicht gibt es keine kleineren und grösseren Übel im Nahen Osten, sondern nur mehrere ungefähr gleich grosse. Vielleicht ist es eine Fehlannahme, dass für jedes Problem auch eine Lösung existieren muss. Vielleicht ist das einzige, was der Westen in der Region tun kann, aufzuhören, sich für seine Probleme verantwortlich zu fühlen*.

*Entbindet nicht von der humanitären Pflicht, Kriegsflüchtlingen Schutz zu gewähren.

Umfrage

Ist der Westen Schuld am Chaos im Nahen Osten?

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  • 7%Weiss nicht

Quiz: Wie gut kennst du das religiöse Mosaik des Nahen Ostens?

1.Welcher islamischen Strömung sind die Kämpfer des sogenannten «Islamischen Staates» («IS») zuzurechnen?
FILE - This undated file image posted on a militant website on Tuesday, Jan. 14, 2014 shows fighters from the al-Qaida linked Islamic State of Iraq and the Levant (ISIL) marching in Raqqa, Syria. Historically, Raqqa and Mosul and the surrounding areas that make up Northern Mesopotamia _ a region known as the Jazira _ have had more in common with each other than they did with distant Southern Mesopotamia centered on Baghdad and Basra. The desert wadi routes that the Islamic State uses to smuggle its weapons, fighters and money back and forth across the border are the same trade routes established five millennia ago when the first cities arose in the Upper Tigris and Euphrates valleys. (AP Photo/Militant Website, File)
AP/Militant Website
Sufismus
Salafismus
12er-Schia
Nusairier
2.Der «IS» strebt die Wiedererrichtung eines islamischen Reichs in Syrien und im Irak an. Wie lautet der Begriff für dieses religiös-politische Gebilde, das im 7. und 8. Jahrhundert riesige Gebiete umfasste?
Kalifat der Umayyaden
Kalifat
Emirat
Sultanat
Khanat
3.Diese religiöse Minderheit lebt vornehmlich in Syrien, im Libanon und in Israel. Ihre Geheimlehre enthält zahlreiche Elemente des Islam, daneben aber auch andere Einflüsse wie beispielsweise die Reinkarnation. Sie lehnen die Missionierung Andersgläubiger ab und nehmen auch keine Konvertiten auf. Wer sind sie?
Druse supporters of Syrian President Bashar Assad hold up his portraits during a rally, demanding the return of the Golan Heights, captured by Israel in 1967, close to the Syrian border in Majdal Shams in the Golan Heights, Friday, Feb. 14, 2014. The annual demonstration is in protest of the 1981 Israeli law in which the Jewish state annexed the strategic plateau it captured from Syria during 1967 Arab-Israeli war. (AP Photo/Oded Balilty)
AP/AP
Baha'i
Wahhabiten
Drusen
Juden
4.Die Bezeichnung «Sunniten» leitet sich vom Begriff «Sunna» ab. Was ist das?
Muslim women gather on the stairs leading to to the Golden Dome of the Rock Mosque in the Al Aqsa Mosque compound in Jerusalem's Old City, Wednesday, April 30, 2014. Al Aqsa Mosque compound is one of the holiest site for Muslims. (AP Photo/Ariel Schalit)
AP
Die letzte Sure des Korans.
Die erste Moschee, die Mohammed in Mekka errichten liess.
Die überlieferte Handlungsweise des Propheten.
Eine der fünf Säulen des Islam (das Glaubensbekenntnis).
5.Der syrische Präsident Baschar al-Assad (r.) ist kein Sunnit, sondern gehört einer religiösen Minderheit an. Welcher?
epa04247828 A photo released by Syrian Arab News Agency (SANA) shows Syrian President Bashar Assad (R) meeting with former presidential candidate, Maher al-Hajjar (L) in Damascus, Syria, 10 June 2014. Embattled Syrian President Bashar al-Assad scored an expected victory in presidential elections, securing a third seven-year as head of state amid a civil war engulfing the country.  Assad was running against only two little-known politicians; Hassan al-Nuri and Maher al-Hajjar.  EPA/SANA HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES
EPA/SANA
Drusen
Baha'i
Alawiten (Nusairier)
Jesiden
6.Neben den Sunniten sind die Schiiten mit schätzungsweise 15 Prozent aller Muslime die zweitwichtigste Strömung im Islam. Worauf bezieht sich die Bezeichnung «Schiiten»?
Shiite pilgrims react during the Muslim festival of Arbaeen in Karbala, 50 miles (80 kilometers) south of Baghdad, Iraq, Tuesday, Dec. 24 , 2013. The holiday marks the end of the forty day mourning period after the anniversary of the 7th century martyrdom of Imam Hussein the Prophet Muhammad's grandson. (AP Photo/Hadi Mizban)
AP
Auf «Scheitan» (Satan), da die Schiiten von den Sunniten als Teufelsanbeter verunglimpft wurden.
Auf «Schia» (Partei), genauer «Schiat Ali» (Partei Alis), da die Schiiten Ali als Nachfolger Mohammeds anerkannten.
Auf «as-Saffat», die 37. Sure des Koran.
7.Im Irak und in Syrien ist der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten so blutig, dass man von einem islamischen Bürgerkrieg sprechen könnte. In welchem Land leben am meisten Schiiten?
Im Libanon
Im Libanon
Im Irak
Im Irak
Im Iran
Im Iran
In Ägypten
In Ägypten
8.Zunehmend prekär ist die Lage der Christen im Nahen Osten. Viele haben ihre Heimat verlassen, zuerst im Irak, nun auch in Syrien. Wie hoch ist der Anteil der Christen in Syrien schätzungsweise noch?
Syrian acolyte girls listen to the sermon, during prayers for nuns held by rebels at the Greek Orthodox Mariamiya Church in Damascus, Syria, Sunday Dec. 8, 2013. The fears of Syrian Christian minority that they are being targeted in the country's civil war were hiked by the taking of the Greek Orthodox nuns by rebels who captured a mainly Christian town north of the capital. (AP Photo/Lee Keath)
AP
25 Prozent
15 Prozent
10 Prozent
5 Prozent
9.Was ist ein Derwisch?
A whirling dervish performs at the Maltepe Stadium in Istanbul on June 27, 2014, on the eve of Ramadan. The dervishes are adepts of Sufism, a mystical form of Islam that preaches tolerance and a search for understanding. Those who whirl, like planets around the sun, turn dance into a form of prayer. Ramadan, the ninth month of the Islamic calendar, is a month of fasting, prayers and recitation of the Quran. AFP PHOTO/OZAN KOSE
AFP
Ein Sufi
Ein Imam
Ein Ulema
Ein Muezzin
10.Die Jesiden, die vor allem im Norden des Irak leben, sind eine streng monotheistische Glaubensgemeinschaft. Welche Eigenheit trifft auf sie zu?
A Yazidi religious leader blesses a worshipper during the community's main festival of Eid al-Jamma, which lasts for a week, at Lalish temple in a small mountain valley situated northwest of Mosul, 390 km (240 miles) north of Baghdad October 7, 2010. Yazidis are members of a pre-Islamic Kurdish sect who live in northern Iraq and Syria. The community was a target for the deadliest militant attacks in Iraq since 2003 when suicide truck bombings killed more than 400 Yazidi people in August 2007. Picture taken October 7, 2010.    REUTERS/Stringer (IRAQ - Tags: RELIGION SOCIETY)
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Sie vertreten ein dualistisches Weltbild, in dem Gott und Teufel die zentrale Rolle spielen.
Sie berufen sich nicht auf eine Heilige Schrift.
Sie sind eine islamische Sekte.
Sie sind eine Abspaltung der christlichen chaldäischen Kirche.
11.Die Aleviten, eine bedeutende religiöse Minderheit in der Türkei, halten sich nur an eine der sogenannten fünf Säulen des Islam. Welche?
Aleviten Schwert Zülfikar
Salat (Pflichtgebet)
Zakat (Almosengabe)
Schahada (Glaubensbekenntnis)
Saum (Fasten im Ramadan)

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77Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • blueberry muffin 06.04.2017 12:27
    Highlight Highlight ... das einfachere Öl von Kuwait holen. Kurzerhand erklärte ihn die USA zum neuen Hitler.

    3. Die USA war mächtig stolz darauf Islamische Extremisten aus der ganzen Welt eingesammelt zu haben und in Afganistan zu einer Streitkraft gegen die Sowjets zu formieren. Ups.

    4. Der Syrien Krieg hängt direkt mit dem Pipeline Projekt der Saudis zusammen. Assad ist dagegen, erhält darum Unterstützung von Russland und Iran, denen eine solche Pipeline ein Dorn im Auge ist. Der Westen ist dafür. Und die Saudis hatten die geniale Idee, muslimische Extremisten im Kampf gegen Assad zu finanzieren ...
  • blueberry muffin 06.04.2017 12:17
    Highlight Highlight Historisches Whitewashing. Nice.

    1. Die Verbreitung des Islams im Nahen Osten wurde durch den Westen forciert. Grund dafür war die mit Sorge beobachtete Entwicklung hin zu sekulären aber kommunistischen/sozialistischen Staaten. Reagan bezeichnete die Strenggläubischen Gruppierungen dann auch als Helden im Kampf gegen den Kommunismus und der Westen unterstützte sie grosszügig.

    2. Saddam Hussein wurde von der USA aufgerüstet, da Iran es wagte ihren USA freundlichen Despoten, den Schah von Persien zu stürzen. Als Saddams Krieg in Iran nicht voran ging, drehte er sich um und wollte sich ...
  • Jan Hug 17.03.2017 10:24
    Highlight Highlight zu Punkt 2, solange das System nicht ändert spielt es tatsächlich keine Rolle wer an der Macht ist.. Erst wenn ein Systemwechsel zur Sprache kommt, dürfen sich die Menschen weltweit auf eine Besserung einstellen.
  • Jan Hug 17.03.2017 10:16
    Highlight Highlight zu Punkt 1, warum müssen es überhaupt Grenzen sein? Wäre es nicht mal an der Zeit die Grenzen als Ganzes zu hinterfragen? Es entsteht immer Leid wenn Grenzen gezogen werden..
  • Rabbi Jussuf 20.08.2016 14:15
    Highlight Highlight Vielen Dank!
    für die kühle Einschätzung der Lage im Nahen Osten!!
    Mit fast allen Punkten bin ich voll und ganz einverstanden.
    Lüders Einschätzung ist zwar auch nicht schlecht, aber seeehr einseitig. Falsch liegt er bei der "willkürlichen Grenzziehung" und bei den Folgen der (kurzen) Kolonialisation.

    Hingegen sehe ich schon ein höheres Gewicht beim Einfluss der Religionen, ganz besonders heute.
    Dass sich da verschiedene sunnitische Richtungen bis aufs Blut bekämpfen, obwohl sie ideologisch kaum zu unterscheiden sind, liegt daran, dass sie sich die theologische Deutungshoheit streitig machen.
  • Str ant (Darkling) 14.04.2016 07:46
    Highlight Highlight Guter Artikel sicher ist der "Westen" nicht an allem Schuld hat jedoch wichtige Weichen gestellt die Einmischung in der Vergangenheit war enorm das darf nicht Vergessen oder herunter gespielt werden.

    Nach Deklassifizierten Unterlagen ist der US Geheimdienst Hauptschuld das eine Demokratische Regierung im Iran durch Puppen ersetzt wurden das sie nicht "spuren" wollten zum Beispiel
  • Beobachter24 19.12.2015 15:02
    Highlight Highlight zu Punkt 6:
    >>Die selbst-auferlegte Rote Linie war 2013 mit dem Einsatz von Chemiewaffen überschritten.<< Es gibt starke Hinweise, dass der Giftgaseinsatz nicht von Assad sondern durch syrischen Oppositionelle (unterstützt durch die USA) ausgeführt wurde.

    >>Seither fragen sich einige, was wohl heute wäre, hätte den Commander-in-Chief damals nicht der Mut verlassen.<<
    Man schaue sich die Gebiete an, die vormals als Irak und Lybien bezeichnet wurden. So sieht's aus, wenn man eine Regierung wegbombt ohne eine Plan zu haben, was danach kommen soll.
  • Beobachter24 19.12.2015 14:50
    Highlight Highlight Zu Punkt 3:
    >>Eigentlich ging es beim Putsch von 1953 im Iran gar nicht ums Öl. << Doch! Ein gewählter Politiker, welcher die an BP und Exxon verscherbelten Ölquellen wieder verstaatlichte, wurde weggeputscht.
    Damals und heute geht es um Öl. Heute dazugekommen: Die Verlegung einer Pipeline, um Gas aus dem Persischen Golf gen Westen zu transportieren.
    Das schläckt kei Geis wäg.
  • BeWi 24.09.2015 16:20
    Highlight Highlight Sehr guter Artikel! gut recherchiert und nicht polemisch. Weiter so!
  • Daniel Caduff 24.09.2015 11:41
    Highlight Highlight Ganz starker Artikel @Kian Ramezani! Einen einzigen Punkt würde ich allenfalls ergänzen: Die westliche Doppelmoral, insbesondere gegenüber Saudiarabien. Für mich einer der Schlüsselstaaten im nahen Osten und Finanzierungsquelle für diverse militante Organisationen. Der Westen ist sicher nicht an allem Schuld im nahen Osten, aber er ist doch sehr dafür verantwortlich, dass sich eines der menschenverachtendsten Regime bis heute fest im Sattel halten konnte. Solange die USA den Saudis alles durchgehen lassen, halte ich einen stabilen Frieden in der Region für unmöglich.
  • Dä Brändon 24.09.2015 10:56
    Highlight Highlight Man verwechselt hier anscheinend Ungleichgewicht mit Konflikten. Der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten ist etwas älter als der Golfkrieg richtig, aber erst nach der US Invasion entstand das Ungleichgewicht. Saddam war ein Sunnit der ein Land regierte das hauptsächlich von Shiiten bewohnt war. Nach seinem Sturz schwappte die Macht über. Falls der Irak es nicht schafft beide Seiten inkl. die Kurden in die Regierung bzw. ins Militär einzubinden wird der nahe Osten nicht zu Ruhe kommen. Der Irak ist ein wichtiger Stabilisator in dieser Region.
    • Sunking_Randy_XIV. 24.09.2015 16:47
      Highlight Highlight Das was du als Ungleichgewicht bezeichnest, gab es vor UND nach der US-Invasion; Saddam unterdrückte die Schiiten, al-Maliki dann die Sunniten. War ja auch der Grund für den irakischen Bürgerkrieg nach der Invasion, bzw. den Aufstieg der Radikalsunniten. Immerhin gibt es doch nun aber unter al-Abadis Regierung Fortschritte, die zaghaft hoffen lassen.
  • Statler 24.09.2015 10:54
    Highlight Highlight Video mit Gigi Ibrahim doch noch gefunden... Stewarts Gesicht, nachdem Gigi über den Lehrgang berichtet, ist unbezahlbar...

    http://www.cc.com/video-clips/e279jz/the-daily-show-with-jon-stewart-gigi-ibrahim
  • Statler 24.09.2015 10:50
    Highlight Highlight ... in der Daily Show trat Gigi Ibrahim auf, eine der Aktivistinnen in Ägypten (video n.m. onl.), die gefragt wurde, wie sie denn auf die Idee gekommen wären. Guess what: An der Amerikanischen Universität in Kairo gibt's einen Lehrgang «social mobilization under a totalitarian regime».
    Man kann m.E. alles relativieren - aber ganz sicher nicht den Einfluss des Westens (und vor allem der USA) in dieser Region.
    Welche Zwecke damit verfolgt werden, wer wem welche Geschäfte zuschanzt, etc. ist dabei nicht immer offensichtlich. Aber ganz sicher würde die Region ohne diese Spiele anders aussehen.
  • Statler 24.09.2015 10:43
    Highlight Highlight Forts.: und a propos Öl - manchmal geht es nicht um den Saft an sich, sondern um dessen Transport. Wie z.B. in Afghanistan, wo Unocal eine Pipeline bauen wollte (und die Taliban die Amis mit ihren Geldkoffern wieder nach Hause geschickt haben).
    Zwei (2!) Wochen nach dem Einmarsch in Afghanistan konnte man in der Zeitung lesen, dass die Unocal-Pipeline jetzt gebaut würde.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Turkmenistan-Afghanistan-Pakistan-Pipeline
    Und auch der sog. «Arabische Frühling» ist wohl weniger Arabisch, als wir gemeinhin denken... (tbc)...
    • Kian 24.09.2015 11:11
      Highlight Highlight Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Ich finde diese Selbstkririk unaufrichtig, arrogant und kontraproduktiv. Was der Westen nicht alles glaubt, an-/ausrichten zu können.
    • Statler 24.09.2015 11:48
      Highlight Highlight Auf dieselbe Gefahr hin ;)
      Ich finde diese Selbstkritik nötig und wichtig. Mag sein, dass der Einfluss z.T. überbewertet ist, er ist aber da und er ist alles andere als rühmlich.
      Natürlich braucht es immer einen Gegenpart, der mitspielt. Natürlich sind auch lokale Mächte im Spiel, die ihren Teil zu der Misere beitragen. Das mindert den westlichen Einfluss m.E. aber nur marginal. Ob die Region ohne westliche Interventionen stabiler wäre, bleibt tatsächlich Spekulation. Aber es spielt - zumindest für mich - schon eine Rolle, wessen Waffen für Tod und Verderben sorgen.
    • Kian 24.09.2015 12:45
      Highlight Highlight Ich denke einfach, dass wir so nie auf einen grünen Zweig kommen werden. Ich würde es sehr begrüssen, wenn die Schweiz keine Waffen mehr nach Saudiarabien verkaufen würde. Für uns und unsere Wertehaltung. Klar ist, dass immer irgendwer liefern wird, Russland oder China z.B. Die Lösung für alle Probleme in Nahost muss von den Menschen dort kommen, sonst bringt es nichts und wieder nichts. Was wir tun können, ist ihnen nicht im Weg stehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Statler 24.09.2015 10:31
    Highlight Highlight Ein bisschen viel «hätte, täte, könnte» für meinen Geschmack.
    Nur schon Punkt 1 hinkt gewaltig, denn im Gegensatz zu den Grenzen im Nahen Osten sind unsere Grenzen zwar ebenso willkürlich, aber doch einigermassen «natürlich» entstanden und nicht auf einem Reissbrett entworfen worden.
    Und natürlich ist nicht nur das Öl schuld, es geht auch um (geo)strategische Überlegungen, wer hat wo den Fuss drin, etc.
    Der Westen (vornehmlich die USA) sind bestimmt nicht an allem schuld, leistete aber mit Sicherheit einen grossen Beitrag zum derzeitigen Schlamassel.
  • saukaibli 24.09.2015 10:05
    Highlight Highlight Ein paar nette Gedankenspiele, allerdings bin ich in dem Fall eher auf der Seite von Urs P. Gasche und seinem Artikel im Tagi: http://politblog.tagesanzeiger.ch/blog/index.php/30386/eine-schandpauke/?lang=de
    Wir (der Westen) können uns noch so lange versuchen rauszureden und natürlich haben die Nahost-Staaten auch viel verbockt, aber es wird uns nichts nützen. Wir sind nun mal das Grundübel in dieser Welt. Mal ein Gedankenanstoss: Wie würde die Welt nur schon aussehen, wenn die Amis im Auftrag der Briten Mossadegh nicht gestürzt hätten?
  • dracului 24.09.2015 08:02
    Highlight Highlight Nach wie vor sind die wirtschaftlichen Aussichten der Region das Kernproblem. In jedem Land gleichen sich automatisch kulturelle und sogar religiöse Differenzen aus, wenn die Wirtschaft floriert, gute Aussichten für die eigene Familie bestehen und jeder am Erfolg einen Anteil bekommt. Es fehlen versierte, akzeptierte und nicht auf Eigeninteressen fokussierte Wirtschafsführer. Die Religionsführer können vielleicht Hoffnung vermitteln, aber verstehen es nun mal nicht ein Wirtschaftssystem aufzubauen.
  • GBZ 24.09.2015 07:44
    Highlight Highlight Vielen Dank für diesen Artikel!
  • Wilhelm Dingo 24.09.2015 07:18
    Highlight Highlight Super Artikel. Kian Ramezani hat hier einen guten und differenzierten Job gemacht.
  • Howard271 23.09.2015 23:21
    Highlight Highlight Vielen Dank für diesen tollen Artikel! Ich denke, wer behauptet, "der Westen" bzw. "die westliche Arroganz" sei voll und ganz für die Zustände im nahen Osten verantwortlich, zeugt selbst von einer Art Arroganz - der Überschätzung der Rolle der westlichhen Länder. Gleiches gilt übrigens auch beim Thema der Islamisten: die seien gegen die westliche Dekadenz. Mag sein, aber deren Hauptopfer sind selbst Muslime und würden dem Westen wohl kaum eine so wichtige Rolle zuschreiben.
  • Stratosurfer 23.09.2015 22:48
    Highlight Highlight Alle Achtung Kian guter Artikel. Es war dringend nötig, dass jemand das allgemeine Gejammer um den nahen Osten mal von einer anderen Seite beleuchtet, denn bei weitem nicht alle Konflike sind einzig von den Supermächten gesteuert.
  • felixJongleur 23.09.2015 21:29
    Highlight Highlight Ein Araber hat mir es mal etwas sehr pauschal so erklärt: Wenn irgendwo auf der Welt etwas schiefläuft fragen sich die Menschen dort: "Was haben wir falsch gemacht, was müssen wir ändern?" Die Araber hingegen: "Wer ist schuld das uns das passiert ist?" Vielleicht sehr allgemein, aber es ist doch schon so das generell wenig Selbstkritik wahrnehmbar ist & die Opferrolle dominiert. PS: key player für mich, siehe bspw. auch 9/11, sind die Saudis. Aber eben, good customers!
    • cassio77 07.07.2016 08:26
      Highlight Highlight Saudi Arabien als "good customer"? Man google Aussenhandelsbilanz + USA + Saudi Arabien, klicke auf den Link "OEC..." und erfährt dort, dass Saudia Arabien Waren (vorwiegend Mineralstoffe) im Wert von 41.8 Mrd USD in die USA exportierte, jedoch nur 15.4 Mrd USD aus den USA importierten. Global stimmt diese Aussage also nicht. Hier steckt viel mehr dahinter.
  • Matthias Studer 23.09.2015 20:15
    Highlight Highlight Das die Kolonien gerade Grenzen zogen? Stimmt. Wobei wenn, dann ist das ein kleines Übel. Viel mehr leiteten die Bevölkerung an den Monokulturen die sie hinterließen.
  • Max Heiri 23.09.2015 20:00
    Highlight Highlight Einmal mehr ein sehr guter Artikel von Kian!
    Ich würde allerdings noch weiter gehen und gar nicht mehr über Schuld debattieren. Was bringt es mir jeden morgen auszustehen und die Schuld meines Übels an anderen zu suchen. Somit verbocke ich mir nur meine eigene Zukunft, wenn ich nicht selber Verantwortung über meine Situation übernehme.
  • Kramer 23.09.2015 19:23
    Highlight Highlight eigentlich sollte es nicht mehr darum gehen wer wann was falsch gemacht hat. Viele Länder und Leute waren daran beteiligt.
    Was jetzt wichtig wäre, ist endlich eine Lösung für die Probleme zu finden, und nicht einfach weiter zu wursteln.
  • kiawase 23.09.2015 19:18
    Highlight Highlight oberflächlicher jounrnalismus ... einmal mehr leider. Der wetsen ist und war nie bereit sich mit der situation in diesen staaten auseinanderzusetzten ... eigene interessen vertreten das ist es was der westen tut und tat
    • Andi Amo 23.09.2015 20:43
      Highlight Highlight Also wer es nicht mal ferig bringt, einen einigermassen fehlerfreien Satz zu schreiben, hat sicher total den Durchblick ;-)
      Ich würde gerne (Quellen) sehen, wo Ihrer Meinung nach der Arttikel überall zu oberflächlich ist. Ausserdem muss man sich ja genau fragen, wie fest sich der Westen überhaupt mit der Situation in dieser Region auseinandersetzen DARF und SOLL. Und bitte zeigen sie mir doch einmal ein Land, das nicht seine eigenen Interessen vertritt...
    • Andi Amo 24.09.2015 12:19
      Highlight Highlight Hahaa...nice one
    • kiawase 24.09.2015 20:44
      Highlight Highlight ich finde das thema zu ernst um sich a) darüber zu amüsieren und b) sich über tippfehler aufzuregen. wer von allen kommentatoren hier hat mal etwas Geschichtsunterricht genommen mit lektüre von z.b. Lüders. man sollte extrem vorsichtig sein mit urteilen über ursachen und vor allem diesen ländern mit ein wenig mehr respekt begegnen.
  • Marcelo 23.09.2015 19:02
    Highlight Highlight Ein wirklich guter und ausgewogener Artikel. Herzlichen Dank.

    Punkt 2. finde ich allerdings etwas schwach. Würde man die Regierungen der Arabischen Halbinsel mit einbeziehen, würde von diesem Punkt nicht mehr viel übrig bleiben. Mubarak kann sicher als Beispiel genannt werden, da er für eine eigenständige Politik eintrat. Allerdings wurde er dermassen von CIA und NSA überwacht, dass kaum Handlungsspielraum bestand.

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13524070.html
    • Kian 23.09.2015 20:28
      Highlight Highlight Das habe ich nicht verstanden. Sind die Golfmonarchien nach deinem Dafürhalten Marionetten oder eben nicht? Im Prinzip wollte ich sagen, dass Marionette/keine Marionette wenig über den Zustand der jeweiligen Gesellschaft aussagt. Als westliche Marionette schlechthin gilt König Abdullah von Jordanien. Trozdem lebt es sich dort besser als in manch anderem arabischen Land.
    • Marcelo 23.09.2015 21:31
      Highlight Highlight Deine Kernaussage zu Punkt 2 habe ich tatsächlich falsch verstanden. Ich ging davon aus, dass du die westliche Einflussnahme auf die Regierungen relativieren willst (Marionetten). Diesbezüglich wäre es natürlich schwach gewesen nicht auch die Beispiele Saudi Arabien, Katar oder eben Jordanien zu erwähnen. Diese halte ich für sehr grosse Marionetten des Westens. Deine Aussage hat auf jeden Fall etwas. Kritisch finde ich hingegen, dass westl. Marionetten von NATO-Regierungen viel weniger kritisiert, sanktioniert oder bedroht werden (Aufstände in Bahrain, völkerrechtswidriger Krieg gegen Jemen).
  • zombie woof 23.09.2015 18:46
    Highlight Highlight Sehr guter Artikel! Wer z.B. den Middle East kennt, weiss dass wir uns dort nicht einzumischen haben, es ist eine andere Welt, mit einer völlig anderen Denkweise und Kultur. Vieles hätte vermieden werden können, wenn sich der Westen nicht immer wieder als " Besserwisser" aufgeführt hätte.
  • ylva 23.09.2015 18:14
    Highlight Highlight top beitrag, herzlichen dank.
  • Dä Brändon 23.09.2015 18:11
    Highlight Highlight Ein guter Artikel! Man muss aber aufpassen die Verantwortung des Westens im nahen Osten zu verharmlosen. Tatsache ist das die USA im nahen Osten hauptsächlich an die Ölquellen wollten. Der Stein hat nach dem Golfkrieg angefangen zu rollen und alle die Staaten im nahen Osten haben dann versucht ihre Vorteile rauszuschlagen. Ich bin aber überzeugt hätten sich die USA aus dieser Region rausgehalten, wäre es heute viel stabiler.
    • Dä Brändon 23.09.2015 21:56
      Highlight Highlight Glaub ich eher nicht, das Ungleichgewicht entstand erst nachdem Irak und Afghanistan militärisch geschwächt wurden durch die US Invasion, Syrien ebenso. Die Türkei hätte sich nie getraut die Kurdischen Gebiete in Syrien oder Irak anzugreifen.
    • Sunking_Randy_XIV. 23.09.2015 22:29
      Highlight Highlight @ Brändon: Keineswegs, das "Ungleichgewicht" gab es vorher bereits. Die Sunniten in Syrien hatten seit der Diktatur von Hafez al-Assad eine Wut auf die Alawiten des Assad-Clans. Ebenso im Irak; die schiitische Mehrheit (und die Kurden) wurden vom Sunniten S. Hussein brutal unterdrückt; die USA wurden dann in der Nachkriegszeit im Irak von Sunniten und teilweise von Schiiten bekämpft; mitunter von Schiitenmilizen, die sie heute unterstützen. Afghanistan war bereits zu grossen Teilen von den Taliban erobert, BEVOR die USA intervenierten und die Nordallianz unterstützten und Karzai einsetzten.
    • Daniel Huber 23.09.2015 22:30
      Highlight Highlight @Dä Brändon: Wenn die USA unbedingt ans Öl wollten, warum haben sie es dann nicht einfach gekauft? Die Invasion 2003 war nämlich sehr kostspielig; dafür hätte man ziemlich viel Öl kaufen können.
      2014 gingen z.B. nur 14% der irakischen Ölexporte in die USA. 22% gingen nach China, je 19% nach Indien und Europa.
      Afghanistan wurde übrigens zuerst durch die Sowjetunion nachhaltig geschwächt und der Irak durch den blutigen 1. Golfkrieg, den er ohne Not gegen den Iran vom Zaun gerissen hatte. Welche US-Intervention schliesslich Syrien militärisch geschwächt haben soll, ist mir schleierhaft.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Monti_Gh 23.09.2015 18:08
    Highlight Highlight Man kann sich auch fragen wer schuld ist, dass Menschen auf der Welt gibt
  • SVRN5774 23.09.2015 17:59
    Highlight Highlight Kian, der Artikel ist wirklich lobenswert. Sowas lese ich gern.

    PS: ein kleiner Fehler habe ich beim Lesen entdeckt: "Erst als ihm Chruchill den Floh ins Ohr setzte, dass Iran unter Mossadegh unter sowjetischen Einfluss gerate, gab er sein Einverständnis für die Aktion."

    Churchill* =)
    • Kian 23.09.2015 20:30
      Highlight Highlight Danke! (Ist korrigiert.)
  • sankipanki 23.09.2015 17:11
    Highlight Highlight Zunächst einmal: Sehr toll recherchierter Beitrag.
    Was mich ein wenig stört, ist das der Autor davon ausgeht, dass der Westen nur 2 Möglichkeiten hat: Entweder militärisch zu "intervenieren", oder sich rauszuhalten.
    Gibt es nicht noch Mittelwege? Was ist mit lösungsorientierter, realpolitischer, nicht von nationalen Interessen (z. B. wirtschaftliche, und dazu zähl ich auch den Waffenexport) geleiteter Diplomatie?
    • Kian 23.09.2015 20:37
      Highlight Highlight Ein guter Einwand, es muss mehr Optionen geben als diese zwei. Für mich gehören allerdings Realpolitik, Interessenpolitik und Wirtschaftspolitik in dieselbe Kategorie. Dass ein Staat hier Abstriche macht, ist sehr unwahrscheinlich. Sehr schön wäre, wenn sich die Zivilgesellschaften mehr engagieren würden. Da läuft momentan nicht viel, was auch nicht verwunderlich ist. Was für ein Dialog soll entstehen, wenn wir diese Menschen ausschliesslich als Flüchtlinge wahrnehmen?
  • Sunking_Randy_XIV. 23.09.2015 16:44
    Highlight Highlight Sehr interessanter Artikel, Kian; vielleicht wäre es möglich, in einem deiner Artikel mal rein spekulativ ein paar Optionen zu vertiefen, wie ein politischer (oder militärischer) Ausgang des Syrien-Konflikts aussehen würde (oder auch in Libyen und Jemen), also etwa Sieg des Regimes/IS/FSA/Nusra-Front, Waffenstillstand zwischen allen Parteien, Entstehung neuer Staaten etc.
    • Kian 23.09.2015 20:48
      Highlight Highlight Wir könnten einige schlaue Köpfe aus der Region fragen, welche Idealszenarien sie entwerfen würden. Und dann mit Theodor Herzl hoffen: «Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen.»
  • janfelix 23.09.2015 16:43
    Highlight Highlight Und das Fazit des Artikels...
    Gewisse Völker haben einfach einen "Diktator" verdient, damit Ruhe herrscht!
    (Obwohl ich ja jedem wünschen würde, das er so „frei“ leben kann wie wir hier in der Schweiz).
    • Amanaparts 23.09.2015 17:56
      Highlight Highlight *big comfy couch thoughts*
    • Kian 23.09.2015 20:57
      Highlight Highlight Eine harte Erkenntnis. Als Bewohner eines dieser Länder würde ich mich in einer ruhigen Minute fragen, ob wirklich nur diese zwei Optionen existieren: Anarchie/Gewalt oder Diktatur/Stabilität. Lautet die Antwort ja, würde ich das Land verlassen. Und wenn ich es bis Europa geschafft hätte, würde ich wohl lieber in Deutschland mein Glück versuchen als in Ungarn.
    • Repplyfire 24.09.2015 09:09
      Highlight Highlight Teil 1: Hierzu kann ich meine eigenen Erfahrungen einbringen. Diese sind jedoch keinesfalls als repräsentativ für andere Situationen und Länder zu betrachten.

      Ich durfte eine Zeit lang in Kairo arbeiten und habe so die Revolution und die Nachrevolutionäre Situation in alter DSF-Werbeparole (mittendrin statt nur dabei) miterlebt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hayek1902 23.09.2015 16:03
    Highlight Highlight ein guter artikel, der raum für diskusionen lässt. aber für einmal nicht mit mir, den alles was ich zu sagen habe, steht schon.
  • Sapere Aude 23.09.2015 15:50
    Highlight Highlight Ist nicht das Problem, dass alle eine Mitverantwortung haben und der Schwarze Peter hin und her geschoben wird?
    • Kian 23.09.2015 15:57
      Highlight Highlight Ich habe den Eindruck, als ob vor allem der Westen den Schwarzen Peter zugeschoben bekommt.
    • Sapere Aude 23.09.2015 16:14
      Highlight Highlight Da geb ich dir Recht, darum finde ich den Begriff Schuld so problematisch. Wenn wir ein Problem analysieren wollen, dann müssen wir differenzieren. Ich identifiziere im Nahen Osten verschiedene Faktoren, die zur momentan Situation beigetragen haben. Innermuslimische Spannungen, autoritäre Gesellschaftstrukturen, sehr ungleiche Verteilung des Wohlstandes, Schwäche der progressiven Intelligenz, tribiale Gesellschaftstsrukturen, Konflikte wie Irak, Lybien, Israel - Palästina. Natürlich gibt es weitere Faktoren, aber indem man den Schwarze Peter einfach zrückschiebt, ist das Problen nicht gelöst.
    • Kian 23.09.2015 17:01
      Highlight Highlight @Rhabarber: Selbstkastaiende Orientalisten wie Michael Lüders tun das, und von denen gibt es den einen oder anderen. Du hast völlig recht, das ist entmündigend und darum nicht zuletzt sehr arrogant. Leider halten sich auch viele Menschen im Nahen Osten für Spielbälle des Westens.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Yolo 23.09.2015 15:40
    Highlight Highlight Punkt 1 sehe ich anders:
    Über die Aufteilung des Nahen Ostens wurden durch die Siegermächte des 1 WKs bestimmt, die sich rein nach machtpolitischen Interessen richteten und etwaige Wünsche der lokalen Bevölkerung sowie historische, konfessionelle oder ethnische Zugehörigkeiten und Grenzen vollständig ignorierten. Ganze Ethnien wurden auf mehreren neue Staaten verteilt und wurden als Minderheiten im eigenen Gebiet unterdrückt (z.B. Kurden). Nicht zuletzt führten die willkürlichen Grenzziehungen dazu, dass die Legitimität der neugeschaffenen Staaten wiederholt in Frage gestellt wurde.
    • Kian 23.09.2015 15:55
      Highlight Highlight Was du schreibst, ist unbestritten. Die Frage ist, ob eine andere Grenzziehung weniger Gewalt gebracht hätte.
    • HansDampf_CH 23.09.2015 17:43
      Highlight Highlight um Geopolitik zu verstehen muss man das gut - böse denken ablegen. Länder haben keine Freunde und Feinde sondern nur Interessen. Russland schafft im Moment Fakten aus eigenen Interessen.... Wichtigste Basis am Mittelmeer etc... Schuld moralisch betrachtet haben wir alle daran. Uns alle interessierte das alles wenig, bis die Menschen zu uns flüchteten... Lieber keynotes und kardashien als realpolitik.
      Ein klarer Vorteil aus dieser Situation hat Russland und USA.
      Es trifft und schwächt vorallem die EU/Europa...

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