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This image captured on Oct. 31, 2015 from the International Space Station and posted on the Twitter account of astronaut Scott Kelly shows a tropical cyclone off the coast of Oman. The rare and rapidly intensifying cyclone killed one person and injured nine Sunday on the remote Yemeni island of Socotra as it moved toward the Yemeni mainland, local security officials said. The officials said Cyclone Chapala seriously damaged or destroyed at least 20 homes on the island, where trees have been uprooted and fishing boats sank. (Scott Kelly, NASA via AP)

Der erste Zyklon im Jemen: «Chapala».
Bild: AP/NASA

Auf einmal fällt im Jemen Regen von sieben Jahren: Satellitenbild zeigt zerstörerischen «Chapala»

«Chapala» war ein zerstörerischer Sonderling: Der erste Zyklon im Jemen seit Beginn der Aufzeichnungen brachte so viel Regen, wie dort sonst in sieben Jahren fällt.



Ein Artikel von

Spiegel Online

Über dem Arabischen Meer sind tropische Wirbelstürme eine Rarität. Nur etwa alle zwei Jahre entstehen die Ungetüme; deutlich seltener als in anderen tropischen Gewässern. Die Luft östlich von Afrika ist gewöhnlich zu trocken – die wasserdampfgetriebenen Energiebündel kommen nicht in Fahrt.

Diese Woche zog ein Zyklon, wie die Wirbel in der Region heissen, bis nach Arabien. «Chapala» war erst der dritte Zyklon seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen 1979, der die Arabische Halbinsel getroffen hat – und der erste seither über dem Jemen.

Wüstenluft schwächte «Chapala»

«Chapala» war ein zerstörerischer Sonderling. Er brachte der Küstenregion binnen zwei Tagen so viel Regen, wie dort normalerweise in sieben Jahren fällt, berichten die Vereinten Nationen. Mit örtlich 610 Millimetern, sammelte sich in 48 Stunden mehr Niederschlag, als in Berlin im Jahr fällt.

Mit 250 km/h wütete «Chapala» über dem Ozean, in Böen sogar noch stärker. Die 350 Kilometer von der Küste liegende Insel Socotra wurde schwer getroffen: Mehr als 200 Menschen wurden verletzt, zahlreiche Häuser beschädigt.

Kurz bevor er an Land ging, erfuhr «Chapala» eine Schwächung –trockene Wüstenluft strömte in den Wirbel, raubte ihm einen Teil seiner Feuchteenergie. Mit Orkanstärke von mehr als 120 km/h stürmte «Chapala» am Dienstag über die Küste Jemens. Ungefähr eine Million Menschen waren laut UNO betroffen.

Und jetzt kommt «Megh»

Der Sturm hatte tödliche Folgen: Mindestens acht Menschen seien ums Leben gekommen, sagte der Regierungsvertreter Mohammed al-Amudi am Donnerstag. Fünf Menschen seien ertrunken, drei weitere von abstürzenden Trümmern erschlagen worden. Etwa 40 Menschen seien verletzt worden; 3000 Familien durch den Zyklon aus ihren Häusern vertrieben worden. Verkehrsverbindungen hätten schweren Schäden erlitten.

Unterdessen haben Satelliten einen weiteren Zyklon über dem Arabischen Meer erspäht: «Megh» könnte Mittwoch die jemenitische Küste erreichen – jenen Teil, den «Chapala» verschont hat. (boj)

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