Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

bild: unsplash

Was ein Statistik-Professor über lügnerische Zahlen und falsche Ängste zu sagen hat

Walter Krämer erzählt, wie mit fragwürdigen Studien Panik gemacht wird, während wir uns eigentlich vor ganz anderen Dingen fürchten sollten.



Herr Krämer, Sie sind Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik und entlarven als solcher gern zwielichtige Datenanalysen. Haben Sie derzeit eine Lieblingsstatistik? 
Walter Krämer: Ja. Das ist die Tabelle der Fussball-Bundesliga. Ich wohne direkt neben dem BVB-Stadion und bin seit mehr als einem Dutzend Jahren BVB-Aktionär.

Sie haben die Deutschen mal als «Volk von Innummeraten» (Zahlen-Analphabeten) bezeichnet und ihre bedauerliche Schwäche Goethe, dem dichtenden Mathematik-Hasser, in die Schuhe geschoben. Wir wollen mal hoffen, um die Schweizer stehe es ein bisschen besser. Können Sie uns dafür die goldene Regel verraten, die es beim Lesen von Statistiken unbedingt zu beachten gilt? 
Zunächst mal kurz nachdenken: Will mich da jemand informieren oder bekehren? Selbst im ersten Fall sind rein aus Schlamperei noch alle möglichen Fehler möglich. Im zweiten Fall ist gewollte Manipulation so gut wie sicher.

Zur Person

Walter Krämer ist Professor für Wirtschafts- und Sozialstatistik an der Universität Dortmund. Er hat über 40 Bücher veröffentlicht, darunter das «Lexikon der populären Irrtümer» , «Die Angst der Woche» und «So lügt man mit Statistik». Er ist BVB-Fan und Gründer des Vereins Deutsche Sprache, der sich gegen die Verwendung von «Denglisch» einsetzt.

Bild

Walter Krämer zwischen seinen von ihm geschriebenen Büchern. bild: wikimedia

Welche Tricks werden zum Zweck der Manipulation besonders gern eingesetzt? 
Ich glaube, den Rekord hält hier das Hin- und Herwechseln zwischen relativen und absoluten Risiken bzw. Wachstumsraten, je nachdem, was besser passt. Beispiel aus Deutschland: In drei Jahren sterben zwei von 80 Millionen Bundesbürgern an der Cholera, drei Jahre danach vier. Schlagzeile in der «Welt»: «Choleragefahr verdoppelt.»

Sie bringen ein Medienbeispiel. Erkennen Sie hier eine Systematik oder war das ein Einzelbeispiel?
Das ist leider Standard. Sehen Sie mal die Liste unserer bisherigen Unstatistiken an. Ungefähr ein Drittel haben eine solche Manipulation zum Gegenstand. Beispiel: WHO meldet 20 % Erhöhung des Krebsrisikos durch Wurst. Ohne Wurst kriegen fünf von 1000 Männern Darmkrebs, mit Wurst sechs von 1000. Und so weiter ...

Bild

bild: unsplash

Mit Statistiken können also Ängste geschürt und unnötig Panik verbreitet werden. In welchen gesellschaftlichen Bereichen funktioniert das besonders gut? 
Bei allem, was mit Umwelt und Chemie zu tun hat. Siehe die aktuelle Feinstaub- und NO2-Hysterie. Sachlich völlig unbegründet. Die für Deutschland kolportierten 6000 bzw. 50'000 darauf zurückzuführenden Todesfälle sind reine Phantasieprodukte.

Die von Ihnen angezweifelten 6000 vorzeitigen Todesfälle für das Jahr 2014 finden sich zum Beispiel beim deutschen Umweltbundesamt. Warum sind diese Zahlen unbegründet?
Weil sie nicht auf Beobachtung basieren, sondern auf statistischen Modellen. Und diese Modelle sind falsch. Dieter Köhler beschreibt im «Deutschen Ärzteblatt» anschaulich, wie bei solchen Studien aus der Korrelation eine Kausalität gemacht wird:

«Im Normalfall sollte eine Korrelation bestenfalls als Grundlage für eine Hypothese dienen, die mittels weiterer Untersuchungen (und anderer Methoden) erhärtet werden soll. Der Erkenntnisgewinn wird aber am stärksten beschleunigt, wenn eine Studie oder ein Experiment falsifizierend angelegt ist, also eine Widerlegung versucht wird. Solche Ansätze gibt es hinsichtlich der Gefährlichkeit des Feinstaubs und der Reizgase meines Wissens überhaupt nicht. Es wird permanent ein ähnliches Studiendesign wiederholt, was den Wahrheitsgehalt der Hypothese in keiner Weise erhöht. Trotzdem werden die – in etwa ähnlichen – Ergebnisse als weitergehender Beweis für die Richtigkeit der Hypothese angesehen.»

Kurz gesagt, solche Studien sind methodologisch fragwürdig ...
Die Verfasser der Umweltbundesamts-Studie sind noch nicht einmal promoviert und in der Wissenschaft völlig unbekannt. Dieses Werk würde an meiner Statistikfakultät mit Ach und Krach als Masterarbeit durchgehen. In der aktuellen NO2-Debatte in Deutschland haben etwa 99 % aller Wissenschaftler die gleiche Meinung – sie kommen nur in den Medien kaum zu Wort. Und auch in vielen anderen Umweltdebatten kommen in den deutschen Medien haufenweise Amateure zu Wort, die von der Sache nur beschränkte Ahnung haben.

Und was kann man dagegen tun?
Kriminellen Panikmachern wie der Deutschen Umwelthilfe das Handwerk legen, indem man ihr die öffentliche Förderung und die Gemeinnützigkeit entzieht. 

Die Deutsche Umwelthilfe beschreibt sich auf ihrer Homepage als gemeinnützige, nicht politische Organisation, die sich für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen einsetzt. Was macht sie in Ihren Augen kriminell?
Extrem unwissenschaftlich und in diesem Kontext tatsächlich kriminell ist das Aufzäumen der Argumentation vom gewünschten Ergebnis her: Autos müssen weg, Kernkraft muss weg, nicht-biologische Landwirtschaft muss weg. Zum Erreichen dieser Ziele werden Daten manipuliert, dass es nur so kracht.

Ein Beispiel?
Mal was politisch völlig Harmloses: Laut der Umwelthilfe landen in Deutschland jedes Jahr 18 Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll. Dass darunter auch grosse Mengen ungeniessbarer Abfälle sind, wird nicht erwähnt.

In Ihrem Vortrag, den Sie am aha-Festival in Luzern halten werden, beantworten Sie die Frage, wovor wir wirklich Angst haben sollten. Können Sie uns im Vorfeld etwas dazu verraten? 
Das ist nur allzu einfach: fettes Essen, Alkohol und Nikotin.

Bild

bild: unsplash

aha-Festival in Luzern

aha ist ein Festival, das Forschung und Wissen vermittelt. Es ist allerdings kein Kongress, sondern richtet sich an ein neugieriges Nicht-Fachpublikum, das nach kompetenten Antworten auf aktuelle und brennende Fragen aus Gesellschaft und Politik sucht.
Forscherinnen und Experten aus dem In- und Ausland beantworten sie am 25. und 26. Januar auf den Bühnen des Kulturzentrums Südpol in Luzern.
Walter Krämer wird seinen Vortrag «Wovor sollten wir wirklich Angst haben?» am Samstag um 19 Uhr in der mittleren Halle halten.
Alles Weitere findest du hier: www.aha-festival.ch

Weil daran noch immer die meisten Menschen sterben?
Sagen wir so: Dadurch gehen die meisten Lebensjahre verloren. Sterben tun wir alle sowieso. Die einzige Frage ist, wie viel länger man durch Vermeidung gewisser Risiken leben könnte.

Ess- und Trinkgewohnheiten liegen aber doch grösstenteils in unserer Hand. Nicht so direkten Einfluss haben wir dagegen auf die grossen gesellschaftlichen Fragen, die generell für Unbehagen sorgen, sagen wir mal, Migration, sozialer Abstieg, Klimaerwärmung – was ist damit?
Da adressieren Sie einen wichtigen Punkt: Risiken, die wir selbst in der Hand haben, interessieren uns weit weniger als von aussen übergestülpte. Für die Höhe des Risikos ist das aber egal.

Angst ist ein Gefühl. Kann sie überhaupt in rationale Handlung überführt werden, also wichtige gesellschaftliche Veränderungen hervorbringen? 
Angst ist in der Tat für unsere Spezies geradezu überlebenswichtig. Unsere furchtlosen Vorfahren, die vor dem Säbelzahntiger nicht wegliefen, wurden aufgefressen. Man muss sich nur vor den wirklich fürchtenswerten Dingen fürchten. Und das passiert systematisch nicht.

Systematisch? 
Ja, dann gucken Sie doch mal, wie viele Menschen in Ihrem persönlichen Umfeld sich vor fettem Essen fürchten? Oder vor einem Unfall auf der Autobahn? Oder davor, im Haushalt von der Leiter zu fallen?

Und wie könnte man die Aufmerksamkeit auf die «fürchtenswerten Dinge» lenken?
Naja, es gibt ja schon die Horrorbilder auf Zigarettenschachteln. Obwohl ich glaube, dass der Konsum noch mehr abnähme, wenn man beweisen könnte, dass Zigaretten dick machen.

Bild

bild: unsplash

Sie haben sich vor allem mit den Ängsten der Deutschen befasst, können Sie auch etwas über jene der Schweizer sagen? 
Soweit ich das anhand meiner Schweizer Freunde beurteilen kann, betrachtet man die Welt da viel gelassener. Und vor allem: Es fehlt das deutsche Sendungsbewusstsein, mit dem bei uns so viele Untergangspropheten die Schulen verpesten und das Land terrorisieren.

Ihre persönliche Sorge scheint der deutschen Sprache zu gelten. Man hört, Sie bekommen Magengeschwüre, wenn Jil Sander von der «magic ihres styles» spricht, und rasten aus, wenn Sie «Sales» statt «Ausverkauf» lesen. Fürchten Sie sich vor dem Untergang der deutschen Sprache? 
Das Deutsche wird nicht untergehen, könnte aber zu einer reinen Feierabendsprache werden, in der man weder Literatur noch Wissenschaft betreiben kann.

Und was uns alle klammheimlich am meisten interessiert: Wie haben Sie bloss Ihren Schnauz so schön hingekriegt?
Da haben Sie aber ein altes Foto. Der ist jetzt ganz schön grau geworden.

Ich habe genau 6 Probleme mit dem Schweizer Zahlensystem

abspielen

Video: watson/Emily Engkent

Das könnte dich auch interessieren:

Perlen aus dem Archiv: So (bizarr) wurde 1991 über den Frauenstreik berichtet

Link zum Artikel

Steakhouse serviert versehentlich 6000-Franken-Wein – die Reaktionen sind köstlich

Link zum Artikel

Das Huber-Quiz: Dani ist zurück aus den Ferien. Ist er? IST ER?

Link zum Artikel

Strache-Rücktritt: Europas Nationalisten haben einen wichtigen General verloren

Link zum Artikel

Instagram vs. Realität – 14 Vorher-nachher-Bilder mit lächerlich grossem Unterschied

Link zum Artikel

13 Cartoons, die unsere Gesellschaft auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

Super-GAU für Huawei? Das müssen Handy- und PC-User jetzt wissen

Link zum Artikel

8 Gerichte, die durch die Beigabe von Speck unwiderlegbar verbessert werden

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Nach Maurers Englisch-Desaster: Jetzt nimmt ihn Martullo in die Mangel (You Dreamer!😂)

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

52
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
52Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Joe Smith 26.01.2019 11:11
    Highlight Highlight Grundsätzlich ein guter Artikel, aber den Hinweis auf den Feinstaubartikel von Dieter Köhler hätte sich Herr Krämer besser verkniffen. Da macht genau das, was er sonst kritisiert: Er äussert sich über ein Fachgebiet, von dem er rein gar keine Ahnung hat. Lesenswert dazu z.B. dieser Artikel in der NZZ: https://www.nzz.ch/wissenschaft/stammtischdiskussionen-einiger-aelterer-aerzte-ld.1454651
  • Ovolover 26.01.2019 11:02
    Highlight Highlight An Nikotin ist noch kaum ein Mensch gestorben. Sie sterben an Teer, Blausäure, Kohlenmonoxid uvm. Auch das Suchtpotential von Nikotin alleine ist gering. Hierzu sollte sich Prof. Krämer erst informieren, wie er das von anderen verlangt.
    • karl_e 27.01.2019 15:23
      Highlight Highlight Das Suchtpotential von Nikotin ist enorm. Wenn ein Raucher die Zigarettensucht mit einem Nikotinspray oder -kaugummis bekämpft, so ist er in kürzester Zeit von der Zigarettensucht befreit, dafür aber süchtig nach dem Nikotinspray- bzw. -kaugummis. Immerhin hat's in solchen keinen Teer und andere Giftstoffe.
  • Zeit_Genosse 26.01.2019 09:42
    Highlight Highlight Das könnte doch eine journalistische Dienstleistung sein. Eruieren was in anderen und eigenen Medien an fremden Studien und Statistiken rausgehauen wird und darauf einen Faktencheck zu machen. Wetten das würde gut gelesen.
    • Madison Pierce 26.01.2019 16:59
      Highlight Highlight Der Faktencheck beim Tagi wird sehr gut gelesen, wie ich gehört habe.

      Trotzdem gibt es ihn nicht mal mehr nach jeder Arena, da er sehr aufwändig ist.

      Leser hätte das Konzept aber auf jeden Fall.
  • Billy the Kid 26.01.2019 09:28
    Highlight Highlight In diesem Zusammenhang sollte man doch auch einen Unterschied machen zwischen Angst und Furcht.

    Bei Angst wird die Gefahr erwartet, während bei Furcht die Gefahr akut besteht.
    Bei Angst ist die Ursache der Bedrohung verschwommen oder auch unklar, während sich die Furcht auf die Bedrohung fokussiert.
    Bei Angst ist die Beziehung zwischen Bedrohung und Furcht undeutlich, während es bei der Furcht eine deutliche Beziehung zur Bedrohung gibt.
    Die Reaktionen bei Angst sind eher ein Zustand von ständiger Anspannung und Wachsamkeit, während bei Furcht eine richtige Alarmreaktion ausgelöst wird.
  • Skeptischer Optimist 26.01.2019 09:19
    Highlight Highlight Gerade sehr sachlich und wissenschaftlich wirkt der Professor nicht, wenn er "kriminellen Panikmachern wie der Deutschen Umwelthilfe das Handwerk legen" will, "indem man ihr die öffentliche Förderung und die Gemeinnützigkeit entzieht".

    Der Vorwurf krimineller Handlung wiegt schwer. Sein Stammtischgeschwätz passt nicht zum Image, dass der Professor verbreiten möchte.

    Ich kann mich des Eindruckes nicht erwehren, dass er hier bei einer Kampagne der deutschen Automobilindustrie gegen Umweltauflagen mitwirkt. Dies ist eine Hypothese, die sich aus der Koinzidenz zu aktuellen Ereignissen ableitet.
  • lilie 26.01.2019 09:18
    Highlight Highlight Wissenschaftlich ist das auch noch zu wenig gut ergründet: 🤔
    Benutzer Bild
  • Kalsarikännit 26.01.2019 08:47
    Highlight Highlight Wenn man seine Daten lange genug foltert, geben sie preis, was man wissen will.
    • lilie 26.01.2019 14:06
      Highlight Highlight @Kalsarikännit: Oder man erhebt sie bereits tendenziös.
  • Max Dick 26.01.2019 08:27
    Highlight Highlight Ich weiss noch wie die Rundschau aus 3 Millionen betrieblicher Verlust der SBB mit Sonderzügen für Fussballfans 3 Millionen Fr Vandalismusschaden in den Sonderzügen machte.
  • Pasionaria 26.01.2019 07:15
    Highlight Highlight .....wie wahr. Tatsaechlich waeren weitere Beispiele noch interessant gewesen.
    Dazu kommt mir eine Allegorie eines Anthropologisten in den.Sinn:
    Wir benutzen die Statistik wie ein Betrunkener einen Laternenpfahl: Vor allem zur Stuetze unseres Standpunktes und weniger zum Beleuchten eines Sachverhalts.
  • Spooky 26.01.2019 05:41
    Highlight Highlight "Sterben tun wir alle sowieso."
    Das ist eine Annahme, also unbewiesen.
    Ich sehe, wie eine Person nach der anderen stirbt, und dann folgere ich daraus, dass mir selber das auch passieren wird. Strenggenommen muss mir das aber nicht passieren. Kann, muss aber nicht.
    • Erarehumanumest 26.01.2019 07:55
      Highlight Highlight Bist du Philosophiestudent im 23. Semester?!
    • Skeptischer Optimist 26.01.2019 09:21
      Highlight Highlight "Strenggenommen muss mir das aber nicht passieren."

      Doch, muss es. Es gibt keinen Grund, wieso du nicht sterblich sein solltest.
    • Spooky 26.01.2019 15:10
      Highlight Highlight @ Errarehumanumest
      Nein, ich war nie in einer Uni, zum Glück nicht. Sonst würde ich jetzt auch nur stromlinienförmig denken können - wie die meisten Leute, die studiert haben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Gubbe 26.01.2019 00:48
    Highlight Highlight Danke, dies mal zu lesen, bringt vielleicht auch einen Klimahysteriker zum Nachdenken. Nicht alles was gesagt und geschrieben wird, ist wahr. Zum Beispiel die Malediven: vor ~10 Jahren konnte man lesen, dass das Meer die Inseln überfluten würde. Sie sind immer noch da. Es ist viel mehr der Wellenschlag, der Land raubt. Aber man hat für die Inseln gesammelt.
    • karl_e 27.01.2019 15:31
      Highlight Highlight Jaja, der böse Wellenschlag. Der erreicht dank Meeresspiegelanstieg um ein paar cm nun Gebiete, die er früher nicht erreichtes an den flachen Gestaden der Malediven.
      Aber du hast recht: Gerade die Kälte der letzten Woche zeigte überdeutlich, dass die Klimaerwärmung nur hohles Gerede ist. :-)
      Die gleichzeitige Rekordhitze in Australien geht uns ja wirklich nichts an oder nicht wahr, nicht?
    • Gubbe 27.01.2019 17:43
      Highlight Highlight @karl_e: Warst noch nie an der Nordsee oder Bretagne, gell? Dümmliches Geschreibe bringt auch niemanden weiter.
  • destin 26.01.2019 00:19
    Highlight Highlight Tiefsinniger Mann, tiefsinniges Interview. Merkt man besonders bei der relativ unwichtigen Frage nach dem Einfluss von Migration, sozialem Abstieg und Klimaerwärmung. Und danke auch für den Hinweis, dass Angst für unsere Spezies überlebenswichtig ist. Immerhin: Ich weiss jetzt, dass ich weiterhin Wurst essen darf.
  • Ismiregal 25.01.2019 23:29
    Highlight Highlight 100% aller Menschen die Wasser trinken sterben.
  • Ismiregal 25.01.2019 23:27
    Highlight Highlight Wir fürchten uns nicht vor fettigem Essen. Wenn aber auf Zigarettenschachteln darauf hingewiesen würde dass sie dick machen, würden wir uns fürchten? Sehe ich keine Logik dahinter.
  • Todesstern 25.01.2019 23:19
    Highlight Highlight Trau keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast. 😁
  • Statler 25.01.2019 22:03
    Highlight Highlight Grundsätzlich hat der Mann recht.
    Aber: «Man muss sich nur vor den wirklich fürchtenswerten Dingen fürchten» - da gehört die Klimaerwärmung, unsere vergifteten und zunehmend unfruchtbaren Böden, das Sterben von Insekten und Vögeln, etc. dazu. Die betreffen halt nicht nur uns selbst (wie unsere Ernährung oder Rauchen) und wir können sie nur minimal beeinflussen - aber weniger Real sind diese Bedrohungen deswegen nicht.
  • Ridcully 25.01.2019 21:55
    Highlight Highlight Etwa drei Fünftel aller Menschen haben Mühe mit Prozent rechnen. Das sind mehr als 17%
    • Rico2 26.01.2019 11:41
      Highlight Highlight Diese Aussage ist doch wahr, oder?
  • Arthur Philip Dent 25.01.2019 21:44
    Highlight Highlight Also ich finde auch, dass man bei Statistiken besser hinschauen muss. Aber das Beispiel mit der Wurst find ich nun schlecht gewählt. Diese Differenz finde ich bei dem Thema durchaus betrachtenswert. Wenn wir von 4 Mio Männern in der Schweiz ausgehen sind das immerhin 24000 anstatt 20000 Darmkrebserkrankungen.
    Da finde ich 20% eine vertretbare Aussage und die Skalierung 5 von 1000 eher verzerrend als umgekehrt.
    • Stema 25.01.2019 22:44
      Highlight Highlight Ein Anstieg von 20000 auf 24000 Darmkrebserkrankungen gäbe es dann aber nur, wenn vorher keiner der 4 Mio Männer Wurst gegessen hat, und nun alle 4 Mio damit anfangen.

      Aber selbst dann ist dein persönliches Risiko auf Darmkrebs als Wurstesser immer noch „nur“ bei 0.6%.

      Viele Leute ohne Kenntnisse in Statistik lesen aber von den 20% und denken dabei wohl so etwas wie: „Dann steigt mein persönliches Risiko um 20 Prozentpunkte.“ Also zum Beispiel von 5% auf 25%. Was natürlich völlig übertrieben ist.
    • Arthur Philip Dent 26.01.2019 11:20
      Highlight Highlight Klar ist das hypothetisch, aber das ist eine solche Angabe zum Risiko ja sowieso. Wenn ich Darmkrebs bekomme spielt es auch keine Rolle mehr, wie gross die Wahrscheinlichkeit dafür war.

      Abgesehen davon unternehmen wir auch viel (zum Glück) um uns gegen noch kleinere Wahrscheinlichkeiten zu schützen, manche Impfungen z.B. (wie gesagt, zum Glück!) - warum also nicht etwas so einfaches wie auf Wurst verzichten auch machen? Das ist auch allgemein gesünder besser für die Umwelt.

      Beim letzten Abschnitt stimme ich dir völlig zu. Das ist genau das, was ich in meinem ersten Satz meinte.
    • Stema 26.01.2019 11:54
      Highlight Highlight Solche Studien wie „Wurst essen steigert das Risiko auf Darmkrebs um 0.1 Prozentpunkte“ gibt es doch zu Tausenden. Das ist meiner Meinung nach nur eine bedingt vernünftige Aufklärung der Menschen, damit sie lernen, was für sie gesund ist, und wo sie sich lieber etwas zurückhalten sollten. Wenn dann Autoren daraus noch reisserische Schlagzeilen mit „falschen Zahlen“ produzieren und die Leute verunsichern, dann finde ich das schon sehr bedenklich.
  • JaneSoda*NIEwiederFaschismus 25.01.2019 21:22
    Highlight Highlight Vielen Dank für das aufschlussreiche Interview, Frau Rothenfluh!
  • kettcar #lina4weindoch 25.01.2019 19:47
    Highlight Highlight Meine Buchempfehlung: ‚Risiko‘ von Gerd Gigerenzer
  • Madison Pierce 25.01.2019 19:39
    Highlight Highlight Interessanter Mann. Seine Bücher sind sehr zu empfehlen.

    Die Grundlagen der Statistik sollten Pflichtstoff für angehende Journalisten werden. Denn ihre Aufgabe ist es, die vielen Informationen zu ordnen und zu vermitteln. Bin immer wieder entsetzt, auf welche Tricks manche reinfallen.
    • AnnenMay 25.01.2019 23:58
      Highlight Highlight Oft liegt es nicht einmal daran, dass die Journalisten nicht genau wissen, dass sie ein falsches Bild beschwören, sondern daran, dass sie nun mal auf Klicks, Aufmerksamkeit und Werbetreiber mehr angewiesen sind den je und daher solche "Vorlagen" fast schon aus rein ökonomischen Gründen nurzen müssen! :(
    • lilie 26.01.2019 09:13
      Highlight Highlight @Madison Pierce: W - O - R - D !!!

      Finde es teilweise unglaublich, mit eelcher blauäugigen Naivtät "wissenschaftliche Erkenntnisse" in den Medien präsentiert werden.

      Ein Basickurs in Statistik für Jouralisten würde auf einen Schlag die Berichterstattung massiv verbessern.

      Lügen von links bis rechts sowie Interessengruppen aus Medizin, Psychologie, Umwelt und vielen mehr könnten öffentlich entlarvt werden.

      Und vor allem: Es könnten solide, wissenschaftlich fundierte Ergebnisse in den Vordergrund gestellt werden.
    • Zeit_Genosse 26.01.2019 09:39
      Highlight Highlight Im Geschäft um Aufmerksamkeit (Journalisten schreiben Beiträge damit ein Medienhaus mit Werbung und allenfalls Abobeiträgen kommerziellen Erfolg erwirtschaften kann) wird mit Dramatik gearbeitet und damit werden die Statistiken bewusst dramatisiert dargestellt und der Inhalt verkürzt.
    Weitere Antworten anzeigen
  • SaulGoodMan 25.01.2019 19:38
    Highlight Highlight Technisch gesehen hat der Typ absolut recht. Wieso er nur reisserische bzw. psychologisch schwer nachvollziehbare Beispiele bringt (oder bringen darf?) in diesem sehr kurzen Interview ist schwach.
  • Spellbinder 25.01.2019 19:38
    Highlight Highlight Fett oder doch eher der zucker?
    • Seraina Alexandra 25.01.2019 20:18
      Highlight Highlight der zucker (im übermas) wandelt sich in fett um..
    • LeChef 25.01.2019 21:16
      Highlight Highlight Rationalerweise: beides
  • messanger 25.01.2019 19:29
    Highlight Highlight Beschwert sich über den Umgang mit Statistiken, spricht dann aber von 99% der Wissenschaftler die angeblich nicht zu Wort kommen, nennt aber keine Quelle....

    Die Aussage der WHO ist ausserdem völlig korrekt. Wenn einige Leute aber diese Aussage nicht verstehen (wollen) ist das nicht das Problem der WHO.
    • Rabbi Jussuf 25.01.2019 19:54
      Highlight Highlight messanger
      Du hast anscheinend den Text nicht gelesen. Es geht nicht darum, dass die Zahlen falsch wären, sondern wie sie verwendet werden.

      Wenn in einem Zeitungsbericht nicht steht, wie gross das Risiko in absoluten Zahlen ist, dann werden die Prozentzahlen dazu benutzt um Panik zu machen - wie eben mit der Wurststatistik. Nehmen wir die korrektere Relation: Das Risiko mit Wurstessen Darmkrebs zu bekommen, liegt bei 0.6%, ohne Wurst bei 0.5%. Diese kleine Zahl lässt weiter die Frage aufkommen, welche Würste gemeint sein könnten und ob sie gebraten oder nicht gebraten sind.
    • Rabbi Jussuf 25.01.2019 19:58
      Highlight Highlight Zudem sollte man die Anzahl der untersuchten Männer wissen. Unter, sagen wir mal, 10000 Männern dürfte sich kaum ein verlässliches Resultat bilden. Dann müssten wir noch wissen, ob alle Männer den gleichen Lebenswandel haben, oder ob die mit Wurst vielleicht auch noch andere "schädliche" Angewohnheiten haben. usw.
      Ich hoffe ich habe gezeigt, wieviel von diesem ominösen 20% erhöhten Risiko zu halten ist.
    • Heinz Schmid 25.01.2019 21:09
      Highlight Highlight Dies ist ein Interview: Quellenverweise sind i.d.R. in schriftlichen Dokumenten oder Vorträge aufzufinden.

      Von der WHO dürfte man erwarten, dass Sie nur statistisch signigikante Resultate veröffentlicht, bzw. das Journalisten die Aussage der Statistik richtig vermitteln.
    Weitere Antworten anzeigen
  • El Vals del Obrero 25.01.2019 19:22
    Highlight Highlight Zusammenfassung: Weil 16.67% aller Leute, die *freiwillig* Russisch-Roulette spielen sterben, ist es egal, wenn 5% aller Leute sterben, die sich etwas nicht freiwillig ausgesucht haben.

    Bezüglich Statistik bräuchten tatsächlich viele Nachhilfe. Etwa wenn es um Social Media geht. Bei Katzenvideos mag "das Internet dreht durch", wenn 0.001 Promille aller Internet-User etwas liken ja ein harmloser Running Gag sein, wenn es um politische Kommentare geht aber nicht mehr.

    Aber er statt das zu behandeln, beschränkt er sich auf reinen Whataboutismus.
    • PUXXYDEZTROYER754 25.01.2019 19:48
      Highlight Highlight Stack % overflow.error
      Benutzer Bildabspielen
  • Palpatine 25.01.2019 19:12
    Highlight Highlight InteressanterArtikel. Hätte ruhig noch etwas länger sein können...
    • Rabbi Jussuf 25.01.2019 19:27
      Highlight Highlight Das meine ich auch.

      Anna, gibt es noch einen zweiten Teil???

      Die Unstatistiken sind schon längst in meiner Linksammlung.
    • Anna Rothenfluh 25.01.2019 19:45
      Highlight Highlight Leider nicht gleich, nein, der Herr Krämer war saumässig beschäftigt.

Wir haben mit einem schwulen CVPler gesprochen – das sagt er zum Heiratsstrafen-Dilemma

Der Sieg vor dem Bundesgericht bringt die CVP in die Bredouille: Mit der Neuauflage der Abstimmung über ihre Heiratsstrafe-Initiative kocht die Diskussion über die Ehedefinition im Initiativtext wieder hoch, der den Weg zur «Ehe für alle» verbaut. Der oberste LGBTI-Vertreter der CVP hofft auf ein glimpfliches Ende.

Herr Hungerbühler, die CVP befindet sich in einem Dilemma: Zwar hat sie vor Bundesgericht gewonnen, aber jetzt holt sie die Diskussion über die Ehedefinition wieder ein. Welchen Weg muss die Partei Ihrer Meinung nach jetzt einschlagen?Markus Hungerbühler: Die Schwierigkeit besteht derzeit darin, dass mit der Annullierung der Abstimmung durch das Bundesgericht eine völlig ungewohnte Situation entstanden ist. Das ist ein Novum und deshalb müssen wir jetzt auf jeden Fall die schriftliche …

Artikel lesen
Link zum Artikel