Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Von Schwöschter bis Sestra: Woher stammen die Wörter, die wir ständig verwenden? (Handy-Nutzer können die Grafik durch Antippen vergrössern.) bild: reddit

10 spannende Landkarten, die den Ursprung von Wörtern zeigen, die wir dauernd nutzen

Wo haben ganz alltägliche Wörter wie Bier, Ananas oder Schwester ihren Ursprung? Diese Karten geben teils unerwartete Antworten.



«Die Sprache zeichnet die Karte der Kulturen. Sie erzählt dir, woher die Menschen stammen und wohin sie gehen.»

Rita Mae Brown, Schriftstellerin goodreads

Die folgenden Landkarten erzählen davon, wie verschiedene Wörter unserer alltäglichen Sprache in ganz Europa klingen – und woher sie stammen.

Das Wort Tee entstammt einem chinesischen Dialekt

Bild

In allen gelb gefärbten Ländern hat sich die chinesische Herkunft «Te» aus dem Amoy-Dialekt eingebürgert. bild: imgur / Bezbojnicul

Deutschschweizer trinken Tee, Franzosen Thé und in England wird am Tea genippt. Im Norden schreiben die Norweger Te und im Süden verwenden die Spanier mit Té fasst die selbe Schreibweise. In allen gelb gefärbten Ländern hat sich die chinesische Herkunft Te aus dem Amoy-Dialekt durchgesetzt. 

In Portugal (Chá) und Osteuropa (Čai) ist hingegen die Verwandschaft mit dem kantonesischen Wort Chá offensichtlich. Kantonesisch ist ein chinesischer Dialekt und wird vor allem in Südchina gesprochen. Kantonesisch ist also quasi das Pendant zu Schwäbisch oder Bayerisch in Süddeutschland.

Nur in Polen (Herbata), Weissrussland (Harbáta) und Litauen (Arbata) findet sich der Ursprung des Wortes im lateinischen Begriff Herba Thea. 

Die Herkunft des Wortes Bier ist umstritten

Bild

Wer in Schweden ein Bier bestellt, sagt: «En öl, tack!» imgur / bezbojnicul

Die Etymologie, also der Ursprung des heutigen Wortes Bier, bleibt ein Mysterium. Der Name könnte ursprünglich aus der indogermanischen Sprache (auch: Proto-Indoeuropäisch, kurz: PIE) kommen und sich von bher, bhreu (wallen, sieden) ableiten. 

Als gesichert gilt nur, dass die Menschen im Althochdeutschen (von 750 bis 1050 n. Chr.) Bior sagten, aus dem später das heutige Wort Bier wurde.

Auf jeden Fall weisst du nun, was du in den verschiedenen Ländern Europas sagen musst, wenn du ein Bierchen bestellen möchtest. Etwa ein Öl in Schweden, ein Olut in Finnland oder Sör in Ungarn. In Osteuropa wird dich der Kellner verstehen, wenn du Pivo oder Piva sagst. Die Vorsilbe Pi steht übrigens nicht nur in zahlreichen osteuropäischen Ländern im Wort Bier, sondern findet sich auch im chinesischen Begriff für Bier (Píjiǔ).

Das deutsche Wort Gurke kommt vermutlich aus der griechischen Sprache

Bild

Die Gurke entstammt wohl dem Wort Angourion, das im byzantinischen Griechisch (Mittelgriechisch) von 600 bis 1453 n. Chr. für kleine Gurken gebraucht wurde. Angourion lässt sich mit unreif oder grün übersetzen. imgur / bezbojnicul

Auch die norwegische Agurk, polnische Ogórek und russische Oguréc haben einen griechischen Ursprung, während sich die englischen und französischen Wörter Cucumber und Concombre wohl aus dem lateinischen Cucumerem ableiten.

Interessant ist, dass sich auch slavische (etwa Krastavac in Kroatien) und persische Wurzeln (Xiyar) in Europa finden lassen. Der Begriff Gurke ist somit sprachlich äusserst vielfältig.

Der Bär hiess früher Përo

Bild

Im deutschen Sprachraum hat das Wort Bär seine Wurzeln im Urgermanischen, das auch in Teilen Skandinaviens (Björn) und Grossbritanniens (Bear) seine Spuren hinterlassen hat. imgur / bezbojnicul

Das frühere Berǒ (braun, glänzend) dürfte auf das Fell des Tieres Bezug genommen haben. In der althochdeutschen Sprache (von 750 bis 1050 n. Chr.) schrieben unsere Vorfahren nicht Bär, sondern Përo. Im Mittelhochdeutschen (von etwa 1050 bis 1350 n. Chr.) wandelte sich das Wort zu Bër.

Im Urslavischen hiess Medvêd wörtlich übersetzt Honig-Esser. Von diesem Wortstamm wurden alle in Grün gefärbten Länder Osteuropas beeinflusst.

Eine Ausnahme bildet das Baskenland. Dort sagt man dem Bären Hartz. Der Begriff ist dem keltischen Artos entlehnt.

Rose: Kaum ein Wort ist universeller als die Blume der Liebe

Bild

Bei der Blume der Liebe greift fast ganz Europa auf die indogermanische Ursprache zurück. imgur / bezbojnicul

Ob Norweger, Engländer, Franzose oder Schweizer, alle schreiben Rose. In Spanien und Italien sind es Rosa und in Russland Róza. Isländer sagen Rós und Finnen verschenken Ruusu. Der griechische Ursprung findet nur noch in Albanien, dem Kosovo, Rumänien, Moldawien und der Ukraine Verwendung.

Das Wort Kirche hat in Europa primär griechische Wurzeln

Bild

In den grün und lila gefärbten Länder finden sich die Wurzeln des Wortes Kirche im Griechischen, allerdings stammen sie unterschiedlichen Begriffen ab.  imgur / bezbojnicul

In der Deutschschweiz und in allen anderen lila gefärbten Ländern stammt das Wort Kirche vom griechischen Kyriakon ab, das so viel wie «Das Haus Gottes» bedeutet. In den grün gefärbten Ländern liegen die Wurzeln des Wortes Kirche ebenfalls im Griechischen (Ekklesia). In der griechischen Antike wurde damit eine Volksversammlung bezeichnet.

Nur in Polen (Kościół), Tschechien (Kostel) und der Slowakei (Kostol) hat sich der lateinische Begriff Castellum (Kastell, Fort) als Begriff für Kirche durchgesetzt.

Der vielseitige Apfel

Bild

Das Wort Apfel entstammt bei uns und in weiten Teilen Europas aus der indogermanischen Ursprache (lila gefärbte Länder). imgur / bezbojnicul

Isländer sagen Epli, Schweden Äpple und Russen Jabloko. Der lateinische Ursprung Poma (Frucht) konnte sich nur in Frankreich (Pomme), kleinen Teilen Spaniens (Poma) und auf Sizilien (Pumu) durchsetzen. 

Eine Ausnahme bilden Finnland (Omena) und Estland (Õun), die das Wort Apfel vermutlich aus der indoiranischen Sprache entlehnt haben.

Die Ananas entstammt der kaum bekannten Guaraní-Sprache

Bild

Wenns um die Ananas geht, tanzen nur Briten, Iren und Spanier aus der Reihe. imgur / bezbojnicul

Das Wort Ananas entstammt dem Begriff Naná (Frucht) in der Guaraní-Sprache, eine der indigenen Sprachen Südamerikas, wo eben auch die Ananas herkommt. Guaraní wird bis heute von noch geschätzt vier bis fünf Millionen Menschen in Paraguay, im nordöstlichen Argentinien, Teilen Boliviens und im südwestlichen Brasilien gesprochen. Obwohl die Sprache wenig verbreitet ist, hat sich das Wort Ananas in fast allen europäischen Sprachen etabliert: Ob Isländer, Franzosen, Serben oder  Türken, fast alle sagen Ananas. 

Nur die Spanier beziehen ihr Wort für Ananas (Piña) aus dem Lateinischen und die englische Pineapple geht auf das Urgermanische zurück.

Orange: Der Apfel aus China

Bild

In den grün gefärbten Ländern ist die Orange nach Portugal benannt, da portugiesische Kaufleute vermutlich die ersten waren, welche die süsse Frucht nach Europa brachten. Türken sagen daher Portakal. imgur / bezbojnicul

Die Orange stammt aus China oder Südostasien, wo sie aus einer Kreuzung von Mandarine und Pampelmuse entstanden ist. In Skandinavien, den baltischen Ländern und Russland bedeutet die Frucht denn auch «Apfel aus China». Norweger sagen Appelsin und in Norddeutschland ist nebst Orange auch der Begriff Apfelsine zu hören.

Von Portugal bis Ungarn entstammt der Begriff Orange dem altindischen Wort Nāraṅga, was so viel wie Bitterorangenbaum heisst. So sagen Spanier Naranja, Kroaten Naranča und Ungarn Narancs. 

Eine Ausnahme bildet eine Region in Südrussland am kaspischen Meer, wo die heutige autonome Republik Kalmückien liegt: Dort sagt man Zürj, wenn man von einer Orange spricht.

Übrigens: Das Wort Schwester aus der Karte ganz oben stammt bei uns aus der indogermanischen Sprache (Su̯esor) und geht auf das 8. Jahrhundert oder früher zurück. In der althochdeutschen Sprache (von 750 bis 1050 n. Chr.) veränderte sich die Schreibweise zu Swester.

Eine Ausnahme bilden wie so oft das Finnische, Estnische und Ungarische, die anders als die meisten europäischen Sprachen nicht zur indogermanischen Sprachfamilie gehören. Finnen sagen daher Sisko, Esten Ôde und Ungarn ganz einfach Lánytestvér.

(oli via business insider)

So schaltest du die versteckte Karte auf deinem iPhone aus

abspielen

Video: watson/Lya Saxer

51 schräge Flurnamen, die wir auf Schweizer Landkarten gefunden haben

Das könnte dich auch interessieren:

AfD-Politikerin Alice Weidel ist heimlich wieder in die Schweiz gezogen

Link zum Artikel

Mein Horror-Erlebnis im Militär – und was ich daraus lernte

Link zum Artikel

2 mal 3 macht 4! – Das wurde aus den Darstellern von «Pippi Langstrumpf»

Link zum Artikel

Greta Thunberg wollte Panik säen, erntet nun aber Wut

Link zum Artikel

Pasta mit Tomatensauce? OK, wir müssen kurz reden.

Link zum Artikel

«Es war die Hölle» – dieser Schweizer war am ersten Woodstock dabei

Link zum Artikel

Oppos Reno 5G ist ein spektakuläres Smartphone – das seiner Zeit voraus ist

Link zum Artikel

MEI, Minarett und Güsel: Das musst du zum Polit-Röstigraben wissen

Link zum Artikel

Ich hab die 3 neuen Huawei-Handys 2 Monate im Alltag getestet – es gab einen klaren Sieger

Link zum Artikel

Keine Hoffnung auf Überlebende nach Unwetter im Wallis ++ Gesperrte Pässe in Graubünden

Link zum Artikel

Immer wieder Djokovic – oder Federers Kampf gegen die Dämonen der Vergangenheit

Link zum Artikel

QDH: Huber ist in den Ferien. Wir haben ihn vorher noch ein bisschen gequält

Link zum Artikel

YB-Fan lehnt sich im Extrazug aus dem Fenster – und wird von Schild getroffen

Link zum Artikel

10 Tweets, die zeigen, dass in Grönland gerade etwas komplett schief läuft

Link zum Artikel

Wahlvorschau: Die Zentralschweiz ist diesmal nicht nur für Rot-Grün ein hartes Pflaster

Link zum Artikel

Sogar Taschenrechner verwirrt: Dieses Mathe-Rätsel macht gerade alle verrückt

Link zum Artikel

Die bizarre Geschichte der Skinwalker-Ranch, Teil 4: Die Zweifel des Insiders

Link zum Artikel

Uli, der Unsportliche – warum GC-Trainer Forte in Aarau unten durch ist

Link zum Artikel

Die Bloggerin, die 22 Holocaust-Opfer erfand, ist tot, ihre Fantasie war grenzenlos

Link zum Artikel

Google enthüllt sechs Sicherheitslücken in iOS – das solltest du wissen

Link zum Artikel

Der neue Tarantino? Ist Mist. Aber vielleicht seht ihr das ganz anders

Link zum Artikel

Wohin ist denn eigentlich die Hitzewelle verschwunden? Nun, die Antwort ist beunruhigend

Link zum Artikel

Gewalt und Krankheiten – die Bewohner der ersten Steinzeit-Stadt lebten gefährlich

Link zum Artikel

Ab heute lebt die Welt auf Ökopump – und diese Länder sind die grössten Umweltsünder

Link zum Artikel

ARD-Moderatorin lästert über «Fortnite»-Spieler und erntet Shitstorm – nun wehrt sie sich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

13
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dä Brändon 03.09.2017 21:40
    Highlight Highlight ...
    Benutzer Bild
  • Abel Emini 03.09.2017 21:13
    Highlight Highlight Altalbanisch sagen wir auch rosë zur Rose und die Rumänen rață.
    • dracului 04.09.2017 07:17
      Highlight Highlight Wieso sollen die Rumänen "Ente" zu einer Rose (trandafir m.) sagen?
  • Zwerg Zwack 03.09.2017 20:27
    Highlight Highlight Warum hat "gül" (Rose in der Türkei) die gleiche Farbe wie Rose, rosa, roza, ros, etc.??
    • Nico Schorer 04.09.2017 09:09
      Highlight Highlight Weil diese Persische Lehnwort (Gol) etymoligisch tatsächlich von der gleichen Proto-IE Form abstammt, auch wenn es mittlerweile nicht mehr ähnlich aussieht.
  • Alienus 03.09.2017 16:58
    Highlight Highlight Wegen der Herkunft von "öl und ale" hier ne zwar alte, aber schöne Quelle:


    http://woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=DWB&mode=Vernetzung&hitlist=&patternlist=&lemid=GB06931#XGB06931
  • Seebär 03.09.2017 16:39
    Highlight Highlight Kaffee hört sich für mich fast überall gleich an.
    Stammt vom arabischen Qahwa und wurde zu
    Kopi, Kofie, Café, Coffee, Kafe usw.
    • crik 04.09.2017 18:42
      Highlight Highlight Ich dachte, das Wort kommt von der Äthiopischen Kafa-Region, wo der Kaffee ursprünglich herkommt.
  • Karl Müller 03.09.2017 14:24
    Highlight Highlight "Als gesichert gilt nur, dass die Menschen im Althochdeutschen (von 750 bis 1050 n. Chr.) Bior sagten"

    Also spricht man im Thurgau althochdeutsch?
  • balzercomp 03.09.2017 12:33
    Highlight Highlight Die Ananas in Österreich ist aber unsere Erdbeere.
  • MisterM 03.09.2017 12:10
    Highlight Highlight Beim Bier sind noch weitere spannende Entdeckungen zu machen, wenn ich mir die Karte so anschaue:

    "öl" klingt ja ähnlich wie das im Englischen nach wie vor gebräuchliche "ale".

    Und "bhreu" wird wohl die Urform von "Bräu", "brauen" sein, wie wir es heute verwenden.

    Sind aber nur Vermutungen meinerseits. Kann sie jemand bestätigen?

    Genau deswegen liebe ich Sprachen: Beim genaueren Hinschauen zeigen sie uns, wie verwandt unsere Sprachen (und somit auch wir als Erdenvolk) doch alle sind.
    • Majoras Maske 03.09.2017 13:32
      Highlight Highlight Das mit "Öl" und "Ale" habe ich mir auch gedacht.

      Ebenso spannend finde ich dass es von "Cervesa" auch eine rätoromanische Version gibt, die vielleicht ja ein uraltes Überbleibsel ist. :-)
    • NWO Schwanzus Longus 03.09.2017 14:02
      Highlight Highlight Das sind auch indogermanische Sprachen bis auf Finnisch, Ungarisch und Baskisch und einige kleinere Sprachen. Klar das da eine Verwandtschaft besteht.

      Das Persische hat auch Semitische Sprachen beeinflusst. Im Arabischen, Türkischen und anderen mehrheitlich von Muslimen gesprochenen Sprachen gibt es tausende Persische Lehnwörter. Deswegen gibt ein paar ähnliche Wörter. Aber sonst sind diese Sprachen kaum verwandt mit Indogermanischen Sprachen.

Afrika gehen die Esel aus. Der Grund ist zum 🤮

Stell dir vor, du wachst auf und alle Fahrzeuge in deinem Ort sind weg. Es gibt keine Transportmöglichkeiten mehr. Das Leben steht still. In ländlichen Gebieten Afrikas kommt dies vor. Allerdings mit Eseln. Das Grautier droht dem Kontinent auszugehen. Der Grund dafür liegt in China.

Ein Esel ist in Afrika viel mehr als nur ein Tier. In ländlicheren Gegenden hängt der Alltag von ihm ab. Mit dem Esel wird Wasser geholt, die Ware zum Markt getragen, er ist ein Arbeitstier, ermöglicht ein Einkommen, wodurch die Kinder zur Schule können. Kurz gesagt: Esel ermöglichen Familien ein Leben. Mama Nema, eine Eselhalterin in Tansania, sagt: «Esel bedeuten Wohlstand für die ganze Familie. Ohne Esel kein Leben.»

In China ist ein Esel ebenfalls viel mehr als nur ein Tier. Das Fleisch gilt …

Artikel lesen
Link zum Artikel