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Können Gutscheine überhaupt ablaufen? Bild: shutterstock

Darf man Gekauftes zurückgeben? Den Cousin heiraten? – Welche Rechts-Mythen stimmen?

Eva Burri
Eva Burri



Recht haben ist schön! Aber unsere Gesetzgebung ist manchmal ganz schön verwirrend. Wie war das nochmals mit den Straftaten, wenn man 18 Jahre alt wird? Können Gutscheine überhaupt ablaufen? Finde heraus, welche dieser zehn bekannten Rechtsweisheiten wirklich stimmen.

Sexuelle Handlungen mit Minderjährigen sind verboten

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Was gilt, wenn bei Jugendlieben eine Person jünger als 18 Jahre ist? bild: pexel.com

Wahr oder falsch?

Bild: watson/sim

Falsch! Das sexuelle Schutzalter der Schweiz ist grundsätzlich 16 Jahre. Hier gelten jedoch Ausnahmen: Sexuelle Handlungen mit unter 16-Jährigen sind erlaubt, wenn die andere Person nicht mehr als drei Jahre älter ist.

Wenn man 18 wird, werden alle Straftaten gelöscht

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Gilt bis 18 der Freipass? bild: flickr/alice rosen

Wahr oder falsch?

Bild: watson/sim

Es kommt darauf an, was man «boosget» hat. Zugegeben, dumme Jugendsünden finden sich in der Regel gar nicht erst im Strafregister. Wenn ein Delikt jedoch mit einem Freiheitsentzug, einer Unterbringung, einer ambulanten Therapie, einem Tätigkeitsverbot oder einem Kontakt- und Rayonverbot (das heisst, man darf sich nicht mehr mit gewissen Personen treffen, da so weitere Straftaten entstehen könnten) bestraft wurde, wird dies ins Strafregister aufgenommen.

Im Privatauszug (den man beispielsweise oft bei Bewerbungen vorlegen muss) erscheinen die Jugendstraftaten jedoch nur dann, wenn man sich als Erwachsener weitere Straftaten, die ins Strafregister gehören, zukommen lassen hat.

Energydrinks und Vodka dürfen nicht gemischt verkauft werden, weil es gesundheitsschädigend ist

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Im Club muss man «Gummibärli» jeweils selber mischen... Steckt das Gesetz dahinter? bild: flickr/nattu

Wahr oder falsch?

Bild: watson/sim

Der Verkauf des Teufelsgebräus ist seit zwei Jahren erlaubt! Bis 2014 wurden Energydrinks als Speziallebensmittel eingestuft. Dazu gehören beispielsweise auch glutenfreie Lebensmittel oder Säuglingsnahrung. Alle Speziallebensmittel dürfen per Gesetz nicht mit Alkohol vermischt werden. Beim Ausschank umging man dieses Problem, in dem man den Vodka und das Mixgetränk getrennt verkaufte und auch nie als einen Drink promotete. So blieb das Mischen dem Kunden selbst überlassen. Seit 2014 gelten Energydrinks jedoch, zumindest rechtlich gesehen, als «hunznormale» alkoholfreie Getränke und unterstehen diesen Bestimmungen nicht mehr. 

Man kann seine Kinder enterben

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Das Gesicht von Maximilian wenn er erfährt, dass er nichts erben wird. gif: giphy.com

Wahr oder falsch?

Bild: watson/sim

Tatsächlich kann man seine eigenen Kinder enterben, das braucht in der Schweiz jedoch einen triftigen Grund. Da braucht es schon mehr, als einen undankbaren Sohn, denn im Normalfall ist für die Kinder immer einen gesetzlichen Pflichtteil festgelegt. Dieser variiert je nach Familiensituation und lässt sich beispielsweise hier berechnen. Begeht das Kind ein schweres strafrechtliches Vergehen oder Verbrechen gegenüber der verstorbenen Person, oder jemandem, der dieser sehr nahe stand, kann es zu einer sogenannten Strafenterbung im Testament kommen. Dasselbe gilt auch, wenn Kinder familienrechtliche Pflichten schwer missachten. In beiden Fällen ist der Erblasser dann nicht mehr an den Pflichtteil gebunden.

Wenn gegen einen Nachkommen Verlustscheine bestehen, das heisst, wenn er grosse Schulden hat, kann der Pflichteil auf die Hälfte heruntergesetzt werden. Die andere Hälfte kommt dann den Kindern des Nachkommens zu.

Wer findet, der darf behalten!

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Des einen Pech des andern Glück? bild: flickr/ santeri viinamäki

Wahr oder falsch?

Bild: watson/sim

Pech gehabt – Gefundenes zurück zu bringen ist nicht nur Ehrensache! Wer findet, ist gesetzlich dazu verpflichtet, den Gegenstand/das Geld abzugeben. Auf öffentlichem Grund (z.B. Strasse) wird dies beim Fundbüro gemacht – dafür stehen einem dann ca. 10 Prozent Finderlohn zu. Bei bewohnten Häusern, öffentlichen Verkehrsmitteln oder öffentlichen Gebäuden müssen die Sachen dem Eigentümer oder der Aufsichtsperson zumindest angezeigt werden – hier leider ohne Finderlohn. 

Gutscheine können gar nicht ablaufen

Wahr oder falsch?

Bild: watson/sim

Bei Gutscheinen gelten prinzipiell die Verjährungsfristen aus dem Obligationenrecht. Hat es auf dem Gutschein keine Verjährungsfrist gilt: Restaurant-, Lebensmittel- oder Warengutscheine laufen nach 5 Jahren, andere Gutscheine wie z.B. Reisegutscheine nach 10 Jahren ab. In der Praxis setzt der Aussteller des Gutscheins die Frist jedoch oft kürzer an. Die Juristen sind sich nicht einig, ob man hierbei vor Gericht als Konsument recht bekommen würde. Leider gibt es (noch) keinen Präzedenzfall dazu, da kaum jemand wegen einer so geringen Summe vor Gericht geht. Oft sind die Aussteller bei Nachfrage jedoch sehr kulant.

Man darf den Cousin und die Cousine nicht heiraten

Wahr oder falsch?

Bild: watson/sim

Falsch! In der Schweiz gilt: Mit Verwandten in gerader Linie (Eltern, Grosseltern) so wie zwischen Geschwistern und Halbgeschwistern ist es verboten, zu heiraten. Man kann jedoch sowohl dem Cousin und der Cousine, als auch der Tante und dem Onkel das Ja-Wort geben. 

Beim Kaufvertrag hat man ein 14-tägiges Widerrufsrecht

Wahr oder falsch?

Bild: watson/sim

Blödsinn! Viele Geschäfte bieten zwar ein 14-Tägiges Rückgaberecht an, das müssen sie gesetzlich gesehen jedoch nicht. Einzig bei Haustürgeschäften und ähnlichen von OR Art. 40b erfassten Verträgen gilt ein 14-tägiges Widerrufsrecht.

Der Beifahrer darf betrunken sein

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bild: Pexels.com

Bild: watson/sim

Keine Sorge: Der Kumpel, der nie trinkt, kann dich nach wie vor nach Hause fahren! Solange der Fahrer nicht betrunken ist, dürfen die Mitfahrer so viele Promille haben, wie sie möchten. Aber: Bei Unfällen wird die Versicherung sich eventuell darauf berufen, dass der betrunkene Beifahrer den Fahrer gestört hat. Darum gilt: Trotz Kotz-Gefahr stark Betrunkene besser hinten versorgen.

Sobald man den definitiven Fahrausweis hat, darf man Beifahrer von Lernfahrern sein

Bild: watson/sim

Falsch! Wer unter 23 Jahre alt ist, darf auch mit einem definitiven Fahrausweis seine Freunde beim Üben noch nicht alleine begleiten (und Katzen übrigens sowieso nicht).

Apropos Autofahren: Das sind die besten Autos im Jahre 2015/2016 

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25
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25Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pamayer 08.12.2016 15:16
    Highlight Highlight Ich bin erst 21 und darf meiner Katze das fahren NICHT beibringen!?
    Das ist eine Volchsinitiative Wert!
    Miau
    • 321polorex123 08.12.2016 21:55
      Highlight Highlight *signed
      Benutzer Bild
    • pamayer 09.12.2016 06:31
      Highlight Highlight Genau!
  • pablopescado 08.12.2016 15:12
    Highlight Highlight Ich finde du hast voll recht mit diesem artikel! #lieblingsautorin
  • Amaranth17 08.12.2016 13:23
    Highlight Highlight Bei Punkt 10 kommt noch folgendes hinzu gemäss Zürcher Strassenverkehrsamt: "Lernfahrten der Kategorie B dürfen nur mit einer Begleitperson nach deren 23. Geburtstag unternommen werden, sofern diese seit mindestens drei Jahren den entsprechenden und unbefristeten Führerausweis besitzt."

    Das kann oftmals auch noch eine Rolle spielen.
    • evaburri 08.12.2016 18:05
      Highlight Highlight Vielen Dank für die Ergänzung! Du hast absolut recht :)
  • lilie 08.12.2016 12:04
    Highlight Highlight Was, wenn ich ein Gebäude oder ein öffentliches Verkehrsmittel finde, kriege ich keinen Finderlohn?!

    Mist, jetzt hab ich mir schon ausgerechnet, wieviel Kohle ich damit machen könnte...
    • 321polorex123 08.12.2016 21:50
      Highlight Highlight Hmm, aber was ist wenn das Gebäude auf öffentlichem Grund steht? 🤔
    • lilie 09.12.2016 08:56
      Highlight Highlight @321: Vielleicht, wenn einer sein Gebäude im Tram verliert und ich es im Fundbüro abgebe... *hoff*
    • 321polorex123 09.12.2016 10:19
      Highlight Highlight Die Idee ist gut, aber du musst sie weiterdenken: Wenn du bei genug Leuten zuhause ihnen ihre Wertgegenstände (die natürlich sie im Haus verloren haben) wieder zurückgibst, wirst du wahrscheinlich früher oder später einen Finderlohn bekommen.

      Ich entschuldige mich dann mal, muss noch ein Paar Trams in öffentlichen Gebäuden finden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • TheMan 08.12.2016 11:35
    Highlight Highlight Bei gefundenem Geld, es muss zwar ins Fundbüro gebracht werden. Dort wird aber gesagt: Es ist besser, das Geld direkt auf das Konto zu tun. Den die Person, welche es Verloren hat, muss Beweisen das Sie es verloren hat. Was fast unmöglich ist. So hat mans mir mal im Fundbüro (War bei uns in der Polizei) gesagt.
    • Gelegentlicher Kommentar 08.12.2016 12:47
      Highlight Highlight Was, wenn jemand Informationen zum Geld hat, die nur der rechtmässige Eigentümer kennen kann? Zbsp der genaue Verlustort, Kombination der Noten, Büroklammer an den Noten, Format des Couverts oder wo das Geld auch drin war. Es dürfte wohl relativ viele Fälle geben, in denen das Geld so identifizierbar ist?
    • Gringoooo 08.12.2016 13:01
      Highlight Highlight 1. Ist es nicht der ehrliche und legale Weg.

      2. Wird beim Fundbüro wohl kaum jemand eine Anzeige schalten ala "wer mit einer schwarzen Jack hat um 11.27 Uhr beim aussteigen aus dem Tram nr. 8 bei Station XY einen 50er mit der Seriennummer 123456789 und dem Sitz 2 Rheie 12 verloren?". Und forensische Beweise werden wohl kaum gefordert werden. Also wer sich glaubhaft an das Büro wendet wird wohl "Beweis" genug haben.

      3. Kleinstbeträge interessieren wohl kaum. Es geht vielmehr um Fälle, wie bei jenem als ein altes Paar irgendwas um die 100K im Trämmli vergessen haben.
    • Gelegentlicher Kommentar 08.12.2016 14:07
      Highlight Highlight Eine Bekannte hat ein Couvert mit 400.- irgendwo liegen lassen. Hat es im Fundbüro wiederbekommen, da sie ungefähren Verlustort, Couvert und Notenkombination beschreiben konnte.

      Höhere Beträge sollte man abgeben und fertig.

      Als ich im Club gearbeitet habe, haben wir beim aufräumen um 5Uhr ab und zu Banknoten gefunden. Haben sie behalten, da sich der Besitzer wohl zuerst an den Club wenden wird. Es hat sich jedoch nie jemand gemeldet.
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