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Das Eisvolumen der Gletscher wurde überschätzt – das hat Einfluss auf die Wasserversorgung



epa07343442 (FILE) - A handout file photo made available by the International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD) shows the Khumbu Glacier in Nepal, 15 April 2009 (issued 04 February 2019). A report released in Kathmandu on 04 February 2019, developed over five years with insight by more than 350 researchers and policy experts from 22 countries and 185 organizations, stated that air pollutants originating within and near the Hindu Kush Himalayan (HKH) region amplify the effects of greenhouse gases and accelerate melting of the cryosphere through the deposition of black carbon and dust, and changing monsoon circulation and rainfall distribution over Asia. The HKH region is one of the greatest mountain systems in the world, covering 4.2 million square kilometers across eight countries: Afghanistan, Bangladesh, Bhutan, China, India, Myanmar, Nepal and Pakistan.  EPA/ICIMOD/ALEX TREADWAY HANDOUT -- MANDATORY CREDIT: ICIMOD/ALEX TREADWAY -- HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Das Gletscher-Volumen im Himalaja wurde bisher überschätzt. Im Bild: Der Khumbu-Gletscher in Nepal. Bild: EPA/ICIMOD/ALEX TREADWAY

Forschende der ETH und der WSL haben das Eisvolumen der Gletscher weltweit neu berechnet. Sie kommen auf deutlich kleinere Werte als bisher angenommen. Vor allem die Gletscher im asiatischen Hochgebirge besitzen weniger Eis und dürften schneller schwinden.

Rund 158'000 Kubikkilometer Eis beherbergen die Gletscher der Welt – die Eisschilde Grönlands und der Antarktis ausgenommen. Zu diesem Schluss kommen Forschende um Daniel Farinotti von der ETH Zürich und der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) dank neuer Berechnungen mit bis zu fünf Modellen.

Dieser neu berechnete Wert des weltweiten Gletschereisvolumens liegt dabei deutlich tiefer als Schätzungen von vor wenigen Jahren, wie die ETH mitteilte. Besonders ins Gewicht fallen dabei die Gebirge Hochasiens: Diese Region, die den Himalaja, das Tibetische Plateau und die Gebirge Zentralasiens umfasst, besitzt nebst Alaska das grösste Eisvolumen ausserhalb der Arktis. Letztere macht mit etwa 75‘000 Kubikkilometern fast die Hälfte des weltweiten Gletschereises aus, das asiatische Hochgebirge besitzt rund 7000 Kubikkilometer.

Rund ein Viertel weniger Eis

Den neuen Berechnungen nach beherbergen die Gletscher Hochasiens aber um 27 Prozent weniger Eis als bisher angenommen, wie die Wissenschaftler im Fachblatt «Nature Geoscience» berichten.

Grund für diese Diskrepanz ist vor allem, dass die Berechnungen auf detaillierteren Satellitendaten beruhen, wie Farinotti im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärt. Dank höherer Auflösung könne man beispielsweise genauer erkennen, ob es sich um einen grossen oder zwei kleinere, zusammenhängende Gletscher handle. Dies spielt wiederum für die Modellierung und Rückschlüsse auf die Eisdicke eine Rolle.

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Das geringere Eisvolumen bedeutet auch, «dass die asiatischen Hochgebirge ihre Gletscher schneller verlieren können als bisher angenommen», so Farinotti. Anstatt in den 2070er Jahren könnte die dortige Gletscherfläche bereits in den 2060ern auf die Hälfte geschrumpft sein.

Einfluss auf die Wasserversorgung

Dies hat auch Konsequenzen für die Wasserversorgung von hunderten Millionen Menschen, denn die Gletscher nähren Flüsse und Seen in einer zum Teil trockenen Region. Die gletscherbedingten Abflussmengen von Flüssen wie dem Indus, dem Tarim oder den Zuflüssen des Aralsees dürften dadurch gegen Ende dieses Jahrhunderts um rund ein Viertel geringer ausfallen als heute.

Strategiewechseln für die künftige Wasserversorgung der Bevölkerung wären zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht, sagte Farinotti. «In erster Linie sollte man die dortigen Gletschereisvolumen besser vermessen. Noch gibt es nämlich wenige Messwerte, anhand derer wir die Modelle kalibrieren können.» Die Unsicherheit der Berechnungen sei daher noch recht gross. «Wenn wir die hundert grössten Gletscher dort messen würden, könnten wir den grössten Teil der Unsicherheit ausräumen.»

Anstieg des Meeresspiegels

Anhand der neuen Berechnungen vermuten die Forschenden ausserdem, dass die weltweiten Gletscher ausserhalb der Antarktis und Grönlands im Falle ihres vollständigen Abschmelzens den Meeresspiegel um 30 Zentimeter ansteigen lassen würden. Es sei jedoch unklar, ob und wann es zu diesem vollständigen Abschmelzen kommen werde, so Farinotti.

In einem nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler nun genauer auf die Verteilung des Gletschereisvolumens eingehen. Die Studie liefert nämlich auch Informationen über die Landschaft unter den Gletschern, so Farinotti. (sda/jaw)

Aletschgletscher schmilzt nach Hitzesommer – Experten warnen

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Video: srf

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46
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46Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nik G. 12.02.2019 07:51
    Highlight Highlight Man dann haben wir weniger Gletscher zum abschmelzen und weniger Trinkwasser! So schade!
  • grandvlad 11.02.2019 20:44
    Highlight Highlight Ein Zukunft weisender Film von 1995
    Tank Girl have a look and u see our future :
    A girl is among the few survivors of a dystopian Earth. Riding a war tank, she fights against the tyranny of a mega-corporation that dominates the remaining potable water supply of the planet.
    • alessandro 11.02.2019 21:49
      Highlight Highlight Klassiker!
  • Serge Künzli 11.02.2019 20:42
    Highlight Highlight Die Gletscher schmelzen nicht wegen der «Klimaerwärmung», sondern wegen der Erderwärmung. Das haben Forscher in Island herausgefunden. Die Erwärmung des Erdinnern nimmt kontiuierlich zu. Darum auch die Vulkanausbrüche. Für die Erderwärmung ist der Mensch nicht verantwortlich. Leider ist das so. Vor 10000 Jahren war die letzte Eiszeit, jetzt wird die Erde wie eine Kochplatte von innen her erhitzt. Irgendwann in 10000 Jahren ist Dauerdürre.
    • glüngi 11.02.2019 20:54
      Highlight Highlight so ein blödsinn.
    • bokl 11.02.2019 21:47
      Highlight Highlight @Künzli
      Wie praktisch. Ich bin kann nicht dafür und ich kann es auch nicht stoppen. So WTF, Party ohne Ende ...
    • Me:ish 11.02.2019 22:27
      Highlight Highlight Roger Köppel hätte es nicht schöner sagen können...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Triple A 11.02.2019 20:35
    Highlight Highlight Während akademisch diskutiert wird, wird real gestorben.
  • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 11.02.2019 19:52
    Highlight Highlight Hey es gibt ja Leute die Freuen sich wenns Wärmer wird.

    Verdurstet hslt die Halbe Welt, Hauptsache ich kann mehrmals pro Jahr ein Shoppingweek in New York machen usw.
    • Wiederkehr 12.02.2019 02:43
      Highlight Highlight Warmphasen waren stets kulturelle Blütephasen. Vor Kaltzeiten muss man sich fürchten
    • Saraina 12.02.2019 09:28
      Highlight Highlight Desertifizierung hat die Menschen immer schon in die Migration getrieben, trinken muss man halt immer.
  • iNDone 11.02.2019 19:51
    Highlight Highlight Und ich dachte Wissenschaft basiert auf Wissen, doch eher Annahmenschaft.
  • banda69 11.02.2019 18:16
    Highlight Highlight Und was unternimmt die selbsternannte "Partei des Volkes"?

    Nichts.

    Die SVP belustigt sich lieber über den Klimawandel und hetzt gegen die jungen Klima-DemonstrantInnen.
  • Menel 11.02.2019 17:26
    Highlight Highlight ...aber lasst uns doch erst mal darüber diskutieren, ob es diesen "Klimawandel" wirklich gibt.

    *ironieoff
    • Gubbe 11.02.2019 17:50
      Highlight Highlight Schade. Habe zuerst geglaubt, du schreibst ironielos. Haben den wir ein Anrecht auf Eis, oder vielleicht auf gar keins? Vergangene Jahrtausende haben gezeigt, dass wir nahezu beides hatten. Wie geschrieben steht, haben auch 'Forscher' nur Annahmen und sind sich ihrer Forschung gar nicht so sicher.
    • Maya Eldorado 11.02.2019 18:00
      Highlight Highlight Warum darüber diskutieren?
      Der findet mit oder auch ohne unser Einverständnis statt.

      Das ist wie mit Gott. Der existiert. egal ob wir das akzeptieren oder nicht.

      Die Menschen kommen sich so gescheit vor, die angeblich alles wissen und erklären können.
      Aber können wir wissen ob es Wesen gibt, mit oder ohne Körper, die lächelnd auf uns herunterschauen.





    • Züribueb 11.02.2019 18:12
      Highlight Highlight Wieso weisst denn du das?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Jesses! 11.02.2019 17:18
    Highlight Highlight Die kommen wieder. Spätesten ein paar tausend Jährchen, nachdem die Menschen ausgestorben sind.

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