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bild: http://sciencythoughts.blogspot.ch//JPL Small Body Database.

Puh, das war knapp (in Weltraumdistanz): Asteroid «2016 QA2» verfehlte Erde um 84'000 Kilometer

In der Nacht zum Sonntag ist ein etwa 35 Meter grosser Asteroid ziemlich knapp an der Erde vorbeigeflogen. Entdeckt hatten ihn Astronomen erst wenige Stunden vorher.

Holger Dambeck / spiegel online



Ein Artikel von

Spiegel Online

Mehr als 600'000 Asteroiden haben Forscher im Sonnensystem schon aufgespürt. Und immer mal wieder gibt es einen, der der Erde besonders nahekommt. Am Sonntagmorgen gegen 03:24 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit war es wieder mal so weit: Ein Brocken mit dem Namen «2016 QA2» rauschte in nur etwa 84'000 Kilometern an der Erde vorbei.

84'000 Kilometer klingt nach einem sicheren Abstand, in kosmischen Dimensionen ist es eine Ministrecke. Der Erddurchmesser liegt bei 12'000 Kilometern, geostationäre Satelliten fliegen in 36'000 Kilometern Abstand, bis zum Mond sind es 380'000 Kilometer.

Annäherungen von Asteroiden bis auf wenige Zehntausend Kilometer gibt es immer wieder. Im Februar 2013 ermittelten Astronomen eine Distanz von nur 28'000 Kilometern, im September 2014 kam ein anderer Asteroid auf 40'000 Kilometer.

Zu klein zum Entdecken

Eine Warnung vorab gab es beim sonntäglichen Vorbeiflug nicht, denn Astronomen hatten den Asteroiden erst wenige Stunden zuvor überhaupt entdeckt. Er raste mit zehn Kilometern pro Sekunde heran. Wegen des spitzen Winkels zur Ebene des Erdorbits konnte er wohl nur in der Dämmerung erspäht werden, sagt Alan Harris vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Mit geschätzt 34 Metern Durchmesser war er zu klein, um ihn aus grösserem Abstand sehen zu können.

34 Meter Durchmesser – das klingt nach einem eher kleinen Objekt. Doch «2016 QA2» könnte auch über 50 Meter gross sein oder nur knapp 20 Meter – die Grösse lässt sich nicht präzise bestimmen. Hätte der Asteroid die Erde getroffen, wäre das kaum ohne Folgen geblieben.

«Objekte solcher Grösse können die Erde jederzeit und ohne Vorwarnung treffen»

Der Brocken, der am 15. Februar 2013 über der Stadt Tscheljabinsk explodiert war, war knapp 20 Meter gross. Die Scheiben Tausender Gebäude gingen zu Bruch, mehr als tausend Menschen wurden dabei verletzt.

RETRANSMITTING FOR IMPROVE QUALITY In this photo provided by E1.ru a meteorite contrail is seen over a vilage of Bolshoe Sidelnikovo 50 km of Chelyabinsk on Friday, Feb. 15, 2013. A meteor streaked across the sky of Russia’s Ural Mountains on Friday morning, causing sharp explosions and reportedly injuring around 100 people, including many hurt by broken glass. (AP Photo/ Nadezhda Luchinina, E1.ru)

Kondensstreifen eines Meteoriten über der Ortschaft Bolscho Sidelnikowo. Der Meteorit epxlodierte über der 50 Kilometer entfernten Stadt Tscheljabinsk. Bild: AP E1.ru

«Objekte solcher Grösse können die Erde jederzeit und ohne Vorwarnung treffen», sagt DLR-Wissenschaftler Harris, der Abwehrtechniken gegen gefährliche Asteroiden erforscht. «Solche Objekte können grössere Schäden anrichten.» Je nach Dichte und Zusammensetzung können sie auch die Erdoberfläche treffen und einen grossen Krater hinterlassen. «In einer bewohnten Gegend könnte es Tote geben», sagt Harris.

Letztlich kommt es auf die Energie an, die beim Eindringen in die Atmosphäre, dem Auseinanderbrechen und dem möglichen Einschlag freigesetzt wird. Darüber entscheiden die Masse des Brockens, das Material (Metall oder Gestein) sowie Flugbahn und Geschwindigkeit.

Aus der Bahn schubsen?

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Tunguska-Ereignis: Der Brocken, der 1908 in der russischen Taiga einschlug, war vermutlich über hundert Meter gross. bild: wikicommons/leonidkulik

Als grösster Einschlag der jüngsten Zeit gilt das Tunguska-Ereignis am 30. Juni 1908. Damals kam es in der russischen Taiga am Fluss Tunguska zu einer gigantischen Explosion. Ein Hitzesturm knickte alle Bäume um – in einem Gebiet fast so gross wie das Saarland. Über hundert Meter gross könnte der Brocken damals gewesen sein.

«Einen schweren Satelliten mit hoher Geschwindigkeit auf den Asteroiden draufzuschiessen, ist die technisch einfachste Art, den Asteroiden so aus der Bahn zu schubsen»

Würde ein ähnliches Objekt sich heute der Erde nähern, wäre die Menschheit weitgehend machtlos. Es gibt zwar Ideen für eine mögliche Asteroidenabwehr. Man könnte die sogenannten erdnahen Objekte zerstören, etwa mit Wasserstoffbomben. Man könnte sie auch von ihrer Bahn ablenken.

«Einen schweren Satelliten mit hoher Geschwindigkeit auf den Asteroiden draufzuschiessen, ist die technisch einfachste Art, den Asteroiden so aus der Bahn zu schubsen», meint etwa Esa-Mitarbeiter Detlef Koschny. Doch von einer Erprobung solcher Methoden, der erste Schritt zum Aufbau eines Abwehrsystems, ist man noch weit entfernt.

Ablenken kann man zudem nur Objekte, von denen man weiss und deren Bahn man genau kennt. Und schon das ist ein Problem, wie der Fall des Asteroiden «2016 QA2» zeigt. «Es gibt Umlaufbahnen, die sich nur schwer von der Erde aus beobachten lassen», sagt DLR-Experte Harris. «Vielleicht müssen wir Satelliten im All positionieren, die das übernehmen.»

Auf jeden Fall haben die Asteroidenjäger noch viel zu tun. Denn schon bald wird der nächste Brocken auftauchen, der unserer Erde nahekommt. Hoffentlich nicht zu nah.

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bonnehome 30.08.2016 11:59
    Highlight Highlight Zu QA2 2016

    Abstand: 89,758,727m
  • Bonnehome 30.08.2016 11:53
    Highlight Highlight Habe Daten bis zum 06.09.16:

    ZB.:
    Am 29.8.16

    2016HC3
    Abstand: 17,173 km
    Geschwindigkeit: 41.9 km
    Durchmesser: 280-620m

    Am 30.08.16

    2008JV19
    Abstand: 17,673km
    Geschwindigkeit: 38,448km
    Durchmesser: 180-410

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