Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Welches Wort war jetzt schon wieder das passende – scheinbar oder anscheinend?
Bild: shutterstock

«Er hat dich scheinbar richtig gern!» – Dieses Wort benutzen wir alle falsch



Stellen wir uns folgendes Szenario vor. Sarah ist unheimlich verliebt in Luca und fragt deswegen ihre Freundin Julia: «Was meinst du, hab ich bei Luca eine Chance?» Darauf antwortet Julia: «Also für mich sieht es so aus, als würdet ihr euch echt gut verstehen. Er hat dich scheinbar richtig gern!»

Wenn Julia wirklich diesen letzten Satz gesagt hat, sollten bei Sarah alle Alarmglocken läuten. Denn «Er hat dich scheinbar richtig gern» heisst so viel wie: «Er hat dich nicht gern». Höchstwahrscheinlich wollte Julia aber etwas ganz anderes zum Ausdruck bringen. Nämlich, dass sie den Eindruck hat, dass Luca Sarah wirklich gern hat.

Das passende Wort wäre in dem Fall «anscheinend» gewesen. Richtig lautet der Satz also: «Er hat dich anscheinend richtig gern!» Schämen muss sich Julia für diesen kleinen – aber doch bedeutungsschweren – Fehler nicht: Denn die Verwechslung der beiden Wörter scheinbar und anscheinend ist unheimlich verbreitet. Auch wir Journalisten machen diesen Fehler stets und ständig hin und wieder mal.

Darum noch einmal ganz langsam:

Noch ein weiterer beliebter Fehler

Zwei Wörter, die uns ähnliche Schwierigkeiten bereiten, sind die beiden Begriffe offenbar und offensichtlich. Grundsätzlich mal haben diese beiden Adjektive die gleiche Bedeutung: Sie bringen zum Ausdruck, dass etwas offenkundig ist oder auf der Hand liegt. Passende Synonyme wären also augenscheinlich, erwiesen, erkennbar oder nachweislich.

Benutzt werden offenbar und offensichtlich aber immer wieder gerne, um eine Vermutung zum Ausdruck zu bringen. Sie werden also synonym zu vermutlich oder möglicherweise verwendet. Das ist aber falsch.

Folgende Aussage ergibt demnach keinen Sinn: «Ich weiss nicht, warum Luca nicht zur Party gekommen ist. Offenbar war er krank.» Wenn er offenbar krank war, dann ist das auch der Grund gewesen, warum er nicht zur Party gekommen ist. Dann braucht man aber auch nicht länger nach einem Grund zu suchen. Wahrscheinlich oder möglicherweise wären hier treffender gewesen.

Passend dazu: Deutsche Wörter, die wir falsch aussprechen

Wir haben unser Leben lang alles falsch gemacht

Wir haben unser Leben lang Alu- und Frischhaltefolie falsch benutzt – mit diesem Trick klappt das Abrollen

Link zum Artikel

Wir haben unser Leben lang Toblerone falsch gegessen

Link zum Artikel

Wir haben unser Leben lang Tanksäulen falsch angesteuert – so geht's richtig

Link zum Artikel

Die Besserwisser-Liste schlechthin: 20 Dinge, die du ein Leben lang falsch gemacht hast

Link zum Artikel

Dieses Video zeigt uns, dass wir unser halbes Leben lang Wassermelonen falsch aufgeschnitten haben 

Link zum Artikel

Heilige Makrele – wir haben Sushi unser Leben lang falsch gegessen! Sie auch?

Link zum Artikel

Wir haben unser Leben lang Smartphone-Musik falsch gehört – so geht's richtig

Link zum Artikel

Das müssen wir erst mal verdauen: Wir haben unser Leben lang falsch Kuchen angeschnitten

Link zum Artikel

Wir haben unser Leben lang Eier falsch geschält – so geht's ratzfatz

Link zum Artikel

Wir haben unser Leben lang Pizza falsch geschnitten – so geht's richtig

Link zum Artikel

Wir haben unser Leben lang Erdnüsschen falsch geschält – so geht's ratzfatz

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Warum aus dem Schweizer Corona-Impfstoff nichts geworden ist

Schweizer Forscher kündigten im Frühjahr an, möglichst rasch einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu entwickeln. Sie scheiterten an fehlendem Glück, Geld und einer Pharmabranche, die sich aus dem Impfgeschäft verabschiedet hat.

Die grösste Impfaktion der Geschichte hat begonnen. Am Mittwoch wurde im Kanton Luzern eine 90-jährige Frau gegen Sars-Cov-2 geimpft. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass die Corona-Pandemie mit ihren beträchtlichen «Kollateralschäden» in absehbarer Zeit überwunden ist, wenn möglich schon im nächsten Sommer.

>> Coronavirus: Alle News im Liveticker

Verabreicht wird in einer ersten Phase der am letzten Samstag von Swissmedic zugelassene Corona-Impfstoff. Entwickelt wurde er vom deutschen …

Artikel lesen
Link zum Artikel