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Die Zukunftsvision Löpfes ist eine digitale Stammesgesellschaft, in der die Menschen nicht mehr vom Geld abhängig sind, sondern selbstbestimmt agieren und mit Hilfe des Internets ihre Fähigkeiten tauschen.  bild: watson

«Löpfe, warum glaubst du mit deinen ca. 60 Jahren noch immer, dass die Welt gerechter wird?»

«Aufstieg der digitalen Stammesgesellschaft», so heisst das neue Buch von Philipp Löpfe. Darin denkt er sich in eine bessere Zukunft, in ein System, das nicht den Egoismus, sondern den Altruismus der Menschen fördert. WHAT? Ist unser Wirtschafts-Redaktor übergeschnappt? Wir hätten da ein paar kritische Fragen. 



«Schenkt euch ein Glas Wein ein und nehmt es hin, dass wir Menschen ein übler Haufen sind.»

Anthony Burgess

Philipp Löpfe denkt nicht so wie Anthony Burgess. Er hat noch Hoffnung für die Menschheit. Und sie lebt in seinem neuen Buch «Aufstieg der digitalen Stammesgesellschaft». 

Philipp Löpfe liest die Einleitung: «Wir schreiben das Jahr 2045 ...»

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Video: watson.ch

Während der knapp zehn Stunden (vom Autoren reichlich optimistisch bemessen), die man braucht, um dieses Buch zu lesen, werden auf der Welt: 

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Die Zahlen wurden mit dem Stand vom Jahr 2014 berechnet. Heute wären es noch mehr. bild: watson

Willkommen im digitalen Zeitalter, wo die unterste Stufe der maslovschen Bedürfnisse längst mit dem Wort WLAN ergänzt worden ist. 

Löpfes These für die Zukunft lautet: Die Digitalisierung bietet uns die Chance, dank unserer technischen Möglichkeiten eine Tauschgesellschaft auf sehr viel höherem Niveau wieder einzuführen. Via Internet werden Produkte, Leistungen und Wissen nicht primär gegen Geld, sondern gegen Gefühle wie Anerkennung und Liebe, gegen Fähigkeiten und Wissen getauscht. Eine genossenschaftlich organisierte Hightechgesellschaft, die nicht auf Konkurrenz, sondern auf Kooperation beruht. 

Dafür taucht er in die Ethnologie ein, erzählt von Stämmen im tiefen Amazonas, die keinerlei individuellen Besitz haben. Von egalitären Gesellschaften, die auf Tausch beruhen, und in denen selbst der Häuptling über keinerlei Reichtum verfügt. Zu diesem Urkommunismus müssen wir in naher Zukunft zurück, sagt Löpfe.

Die Wirtschaft, die Ökologie und die Gesellschaft stehen am Abgrund: 

Das heutige Wirtschaftssystem hat ausgedient. Seine Steigerungslogik geht nicht mehr auf. Im Finanzkapitalismus geht es allein darum, das Geld zu vermehren. Es ist vollständig entkoppelt von der realen Welt. Geld ist nicht mehr Mittel, es ist zum Selbstzweck geworden.

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«Der Kapitalismus frisst seine eigenen Kinder», schreibt Löpfe in seinem Buch.Im Bild: «Saturn frisst seine Kinder» von Goya. bild: wikimedia

Die Staaten sind bankrott, weil sie Banken retten müssen, die« too big to fail» sind. Die Globalisierung hat einige Gewinner, aber viele Verlierer geschaffen. Die grosse Mehrheit geht leer aus, die Menschen vertrauen dem Staat nicht mehr, sie beginnen ihn zu hassen – und sie blicken voller Neid auf die kleine Elite der aufgeblasenen Investmentbanker, die auf ihren müden Rücken einen absurden Reichtum anhäufen. 

«Der Neoliberalismus ist eine totalitäre Ideologie. Er beansprucht und erfasst den ganzen Menschen. Wer im Neoliberalismus versagt, versagt total. Was bedeuten dann den Versagern in diesem System noch die Appelle an Pflicht und Grundgesetz und Mitgefühl? Und was bleibt davon, wenn es das einzige Versprechen, das ihm eigen war, nicht hält: Das Versprechen des materiellen Wohlstands? Nichts. Und von diesem Nichts zum Faschismus ist es nur ein kleiner Schritt.»

Spiegel-Redaktor Jakob Augstein, in: «Aufstieg der digitalen Stammesgesellschaft»

Der wieder aufkeimende Nationalismus ist eines der politischen Symptome dieses kränkelnden Systems. Die anderen sind die Luftverschmutzung, der Klimawandel, die blutende Erde.

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bild: tumblr

«In einer begrenzten Welt kann es nicht unbegrenztes Wachstum geben.»

«Aufstieg der digitalen Stammesgesellschaft»

Die Politaktivisten und Löpfe sind sich einig: Nachhaltigkeit und ein globalisierter Markt gehen nicht zusammen; der Kampf gegen den Treibhauseffekt muss auch der Kampf für eine neue Wirtschaftsordnung sein. Mit dem technischen Fortschritt ist eine solche denkbar geworden. Aber ohne gesellschaftliche Umwälzungen wird es auch keine digitale Revolution geben.

Nur wie sollen sich die Menschen von selbstsüchtigen, gewinnorientierten Subjekten hin zu ethisch verantwortungsvollen Individuen mit einem edlen Sinn für Gemeinschaft entwickeln?

«Aufstieg der digitalen Stammesgesellschaft»

Philipp Löpfe und Oliver Fiechter stellen in ihrem neuen Buch eine gewagte These auf: Eine neue Wirtschaftsordnung, die auf Tausch beruht, eine Welt, in der die Menschen nicht miteinander konkurrenzieren, sondern kooperieren. Fundiert, originell und spannend lässt es den Leser zumindest hoffen, dass die Menschheit noch eine grosse Chance hat. Das Buch erscheint am 12.09.2016 im «NZZ Libro»-Verlag

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bild: nzzlibro

Um das herauszufinden, löchere ich – mit meinen 30 Jahren generell überzeugt von der Schlechtigkeit des Menschen – den ca. 60-jährigen, hoffnungsvollen Löpfe mit pessimistischen Fragen:

Philipp, du schreibst, dass in deiner neuen Tausch-Wirtschaft der Anreiz nicht mehr Gier und Egoismus sein werden, sondern eine Art Altruismus: Du skizzierst ein aus der menschlichen Einsicht geborenes System, das auf Gegenseitigkeit, statt auf Ausbeutung beruht. Nicht einer kriegt alles, sondern alle alles. Die Menschheitsgeschichte lässt diese Hoffnung fast schon naiv aussehen. Der Mensch ist grundsätzlich faul und egoistisch, das sagen so ziemlich alle ernstzunehmenden Philosophen. Du aber glaubst, dass wir uns aus eigenem Antrieb aus unserer selbstverschuldeten Misere retten, bevor es zur unausweichlichen Katastrophe – einer endgültigen Wirtschaftskrise oder einem dritten Weltkrieg – kommt. Warum? 

Philipp Löpfe: Der Mensch ist weder grundsätzlich faul und egoistisch, noch grundsätzlich strebsam und altruistisch, liebe Anna. Menschen reagieren auf Anreize, wie die Ökonomen zu sagen pflegen. Das mag zwar ein bisschen platt sein, aber es ist nicht ganz falsch. Der Kapitalismus setzt die Anreize so, dass Egoismus belohnt wird. Die menschliche Gier wird so gelenkt, dass sie der ganzen Gesellschaft nützt. Dafür sorgt die «unsichtbare Hand» des Marktes. Das hat 250 Jahre lang nicht schlecht funktioniert.

Doch jetzt stösst dieses System überall an Grenzen, sei es ökologisch (Klimaerwärmung), ökonomisch (instabiles Finanzsystem), sozial (wachsende Ungleichheit) oder politisch (Comeback von Nationalismus und Faschismus). Diese Entwicklung könnte tatsächlich in einer Katastrophe enden. Deshalb hat die Menschheit gar keine andere Wahl, als auf neue Anreizsysteme zu setzen, die auf Gegenseitigkeit basieren.   

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Die Spielregeln des Kapitalismus fördern den Egoismus. bild: tumblr/deprogrammingthelattice

Dir schwebt eine «digitale Stammesgesellschaft» vor. Du verbindest also die Lebensweise von längst ausgestorbenen, indigenen Völkern mit den modernen technischen Errungenschaften, um deine neue Wirtschaftsordnung zu kreieren. Bist du eventuell ein bisschen verrückt geworden? 

Nein, aber ich habe  – allerdings vor ziemlich langer Zeit – ein bisschen Ethnologie studiert. Dabei haben mich vor allem die Strukturalisten wie Claude Lévi-Strauss fasziniert. Die Strukturalisten sagen nicht, die Geschichte der Menschheit verlaufe linear von einem primitiven Urkommunismus zu einer hoch entwickelten Zivilisation. Sie sagen vielmehr: Stammesgesellschaften, hierarchische Gesellschaften und liberale Gesellschaften haben jede ihre eigene Logik und ihre eigenen Tugenden, aber auch ihre eigenen Fehler. Die Stammesgesellschaften kennen keine Innovation, die hierarchische Gesellschaft keine Gleichheit und die liberale Gesellschaft keine Gegenseitigkeit.

Oliver und ich sagen nun, dass es dank des technischen Fortschrittes möglich geworden ist, die jeweiligen Fehler zu verhindern. Mit anderen Worten: Theoretisch ist es machbar, dass eine Gesellschaft innovativ, gerecht und liberal ist. Die «digitale Stammesgesellschaft» ist somit nicht primitiv, sondern hochmodern. Es geht nicht darum, in die Höhle zurückzukehren und ums Feuer zu tanzen. Es geht darum, eine menschliche Gesellschaft zu entwickeln, die den Planeten nicht zerstört.

Animiertes GIF GIF abspielen

Der Tausch soll wieder aufleben, aber mit hochmodernen Mitteln, sagen Löpfe und Fiechter. gif: tumblr

Als schwierig gestaltet sich der Übergang, wie du selbst schreibst. Uber und Airbnb sind zwei Unternehmen, die unter dem hehren Begriff der «Sharing Economy» kapitalistischer nicht funktionieren könnten und die Taxi- und Hotel-Branche in existentielle Bedrängnis bringen. Du beschreibst diese machtbesessenen Silicon-Valley-Typen wie den Google-Berater Raymond Kurzweil oder den Uberchef Travis Kalanick, die nach Unsterblichkeit streben und mit ihren Supercomputern das Universum erobern wollen. Ein Internet-Klerus von asozialen Cybertotalitären sei das. Und er zerschlägt die traditionelle, gewerkschaftlich organisierte Arbeitswelt. Wie sollen solche kapitalistischen Monopole verdrängt werden, damit eine wahre Teil- und Tausch-Gesellschaft entstehen kann, die die Kluft zwischen arm und reich schliesst?

Solarstrom ist heute ungefähr gleich teuer wie dreckiger Strom. Bald wird er billiger sein und die Menschen beginnen, diesen Strom mit Hilfe der Blockchain-Technologie zu tauschen. Das passt natürlich den etablierten Energiekonzernen nicht, aber sie müssen nolens volens mitmachen, weil sie sonst ihre Kunden verlieren.

Diese Entwicklung sehen wir überall, in den Medien, den Banken, der Autoindustrie, etc. Die Digitalisierung beginnt, die bestehenden Geschäftsmodelle zu untergraben, es kommt – wie man heute sagt –, zu einer Disruption. Dass dies mit grossen Schmerzen verbunden sein wird, ist klar. Aber letztlich ist diese Entwicklung, wie Angela Merkel es formulieren würde, alternativlos.

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«Ja, der Planet wurde zerstört. Aber für einen wunderschönen Moment haben wir für Aktionäre sehr viel Wert geschaffen.» bild: tumblr/exotericenvironmentalism

In dieser zukünftigen Welt wird so ziemlich alles von Computern geregelt: Unsere Lebenspartner suchen wir nicht mehr selbst, das übernimmt ein Algorithmus. Maschinen managen unseren Alltag: Weil es keine Banken mehr gibt, sagt uns unsere Finanzapp, ob wir uns das neue (selbstfahrende) Auto leisten können oder nicht. Du schreibst: «Ohne Hilfsmaschinen sind wir in der komplexen Welt nicht mehr in der Lage, vernünftige Entscheidungen zu treffen.» Wir geben also de facto unsere Entscheidungshoheit auf und lassen uns von Maschinen führen ...

Oh je, ein weites Feld. Es gibt ja bereits Philosophen wie Nick Bostrom, die von einer «Superintelligenz» sprechen, von künstlicher Intelligenz, welche die menschliche Intelligenz um ein Zigfaches übersteigen wird. Tatsache ist, dass Chatboxes wie Siri immer gescheiter werden und Autos sich schon heute selbst lenken können. Und Tatsache ist auch, dass wir unseren Alltag immer weniger ohne Hilfe der künstlichen Intelligenz bewältigen können.

Um zu entscheiden, ob die künstliche Intelligenz dereinst die Macht übernehmen wird –, um das zu beantworten, bin ich leider zu wenig intelligent.

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Vielleicht koexistieren wir friedlich mit den Maschinen, sie helfen uns bei der Bewältigung des komplex gewordenen Lebens. Vielleicht aber auch nicht.  bild: tumblr/oraclesofnorway

Der digitale Tauschhandel als neue Wirtschaftsordnung soll wieder der Befriedigung der eigenen, selbstbestimmten Bedürfnisse dienen. Wir werden nicht mehr für irgendwelche Unternehmensziele arbeiten, mit denen wir uns nicht identifizieren können. Wie würdest du den Begriff «Arbeit» in dieser neuen Welt definieren?

Liebe Anna, du bist ein Römer-Fan (aus welchen Gründen auch immer, es waren ja ziemlich üble Kerle). Darf ich dir deshalb ein Zitat von Cicero um die Ohren hauen?

Ja, Philipp, du darfst  ...

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Wer im alten Rom adlig war, betrieb Politik und wer Politik betrieb, war adlig. Die Ämter waren unbezahlt und nur wer ein ausreichendes Vermögen besass, konnte sich die politische Laufbahn leisten.

Unsere Vorstellung von Arbeit ist historisch gesehen jung und atypisch. Ist es wirklich sinnvoll, eine Arbeit zu verrichten, die man hasst, um die Dinge zu kaufen, die man nicht braucht, um so Menschen zu imponieren, die man verachtet? Die digitale Stammesgesellschaft wird es möglich machen, dass Arbeit nicht mehr entfremdet, sondern selbstbestimmt ist. Das ist doch toll, oder?  

Wenn es funktioniert, ist es sehr toll, ja. Die Arbeit ist also nicht mehr ans Geld geknüpft, wir werden mit einer Art Grundeinkommen versorgt. Gezahlt wird nur mit der Identität. Mit Daten. Wir stehen sozusagen nackt da, der gläserne Mensch ist zur Realität, die Privatsphäre Geschichte geworden. Wem werden die Informationen über uns gehören? Allwissenden Unternehmen wie Facebook, Google und Co., die uns lenken und um die Vorherrschaft im digitalen Werbemarkt kämpfen?

Es besteht leider die Möglichkeit, dass das Ganze in eine falsche Richtung läuft, dass wir in einer dystopischen Welt landen, in der eine schmale Elite mithilfe von künstlicher Intelligenz und totaler Überwachung der grosse Mehrheit der Menschen überwacht und ausbeutet. Hollywood hat diese Zukunft eines Techno-Faschismus in der verschiedendsten Varianten vorweggenommen. Denk an «Hunger Games», «Elysium», «Teminator», etc.

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Die extrem reichen Einwohner des Kapitols – der Hauptstadt Panems in «The Hunger Games» – stehen einer grausig verarmten Mehrheit gegenüber. bild: thehungergames.wikia 

Umgekehrt wird derzeit die Privatsphäre überhöht. Historisch gesehen ist sie relativ jung, im Mittelalter hatten nicht einmal die Könige eine Privatsphäre. Zudem ist unser Leben vielleicht gar nicht so interessant, wie wir meinen. Big Data zeigt ja, dass Algorithmen mit wenig Daten viel über uns wissen –, und dass das Meiste davon trivial ist. Wenn wir also einen Teil unserer Privatsphäre preisgeben und dafür im Gegenzug beispielsweise viel gesünder sind und unsere Verkehrsproblem vernünftiger bewältigen können, dann ist dies doch ein guter Deal.

Wir sind alle miteinander vernetzt und tauschen unsere Fähigkeiten. Wissen ist für alle zugänglich, jeder hat also die Chance, ein Universalgenie zu werden, neue Ideen zu entwickeln, auf die die Welt gewartet hat. Soweit deine Ideal-Vorstellung. Aber ist eine solche Gesellschaft wirklich fairer? Was ist mit unkreativen Menschen, mit Menschen, die sich nicht bilden können oder wollen, deren Jobs irgendwo im Sektor der einfachen Dienstleistungen (Paketdienst, Raumpflege, Kassenbedienung, etc.) längst von Maschinen übernommen wurden. Was haben sie im Tauschhandel anzubieten?

Sigmund Freud sagte einst einen sehr gescheiten Satz: «Die Psychoanalyse verwandelt hysterisches Elend in gemeines Leid.» Unabhängig davon, ob die Psychoanalyse das auch leisten kann oder nicht, hat die Idee hinter diesem Satz auch für die digitale Stammesgesellschaft Gültigkeit.

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Freud hat zwar oft, aber nicht nur von der Mutter geredet. bild: imgur

Es geht nicht darum, ein Techno-Paradies zu schaffen, in dem alle kreativ sind – oder was sie dafür halten. Es geht darum, die Menschen von entfremdeter Arbeit zu befreien und ihnen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Das heisst nicht, dass jeder Künstler oder Wissenschaftler werden muss. Es heisst aber, dass die Menschen Zeit und Musse haben, das zu tun, was ihnen sinnvoll erscheint. Ob sie nun einen Garten pflegen, kochen, sich um ihre Angehörigen kümmern, spielt keine Rolle.

Entscheidend ist, dass sie ohne Zwang über ihre Zeit verfügen können. Das bedeutet keineswegs, dass sie dabei immer glücklich sein müssen – was für eine schreckliche Vorstellung. Das Leben wird auch in einer digitalen Stammesgesellschaft für genügend menschliches Leid sorgen, darauf kannst du dich verlassen.

Die Menschen werden aber in der Lage sein, mit diesem Leid nicht hysterisch, sondern vernünftig umzugehen. Und sie werden in der Lage sein, mit existenziellen Gefahren wie der Klimaerwärmung rational umzugehen. Wenn nicht, dann könnte es tatsächlich zu einem sechsten, von Menschenhand verursachten Massensterben kommen.

SKD173221 War, 1896 (oil on canvas) by Bocklin, Arnold (1827-1901); Galerie Neue Meister, Dresden, Germany; (add.info.: Four Horsemen of the Apocalypse;); © Staatliche Kunstsammlungen Dresden; Swiss,  out of copyright

Arnold Böcklins «Der Krieg». Wenn die Widersprüche in einer Gesellschaft immer grösser werden, dann sprengen sie das System und die fünf apokalyptischen Ritter treten auf: Klimawandel, Hunger, Völkerwanderung, Seuchen, Staatsversagen. Bild: wikimedia

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    Alle Leser-Kommentare
  • Kookaburra 14.09.2016 13:05
    Highlight Highlight Bis jetzt hat die "digitale shared economie" doch eher zu einer freiwilligen Versklavung geführt.
    Im uber-markt gewinnt immer der, der bereit ist, sich am billigsten zu verkaufen, bzw. am meisten Nachteile auf sich zu nehmen.
    Wie in der Freelancer onlinewelt. Wer bereit ist, seine Arbeit unter Wert zu verkaufen, erhält den Zuschlag. Wer geringere Lebenskosten hat, wie etwa Asiaten, hat klar einen Wettbewerbsvorteil.
    • Kyle C. 14.09.2016 15:14
      Highlight Highlight Das aber ist genau ein zentraler Punkt, der dem kapitalistischen Gedanken entgegensteht. Denn die entstandenen Nachteile werden ja durch andere Vorteile in einer Sharing-Gemeinschaft wieder ausgeglichen. D.h. du "versklavst" dich bei einer Sache, profitierst aber anderswo wieder. Die "Versklavung" sehe ich aber ohnehin nur als Übergangsproblematik. Der utopische Gedanke muss aber vom fertigen Modell ausgehen um überhaupt umsetzbar zu sein.
  • Judge Dredd 14.09.2016 10:07
    Highlight Highlight Im Prinzip träumt der gute Herr Löpfe vom Kommunismus...
    • Kyle C. 14.09.2016 10:56
      Highlight Highlight Verstehe das Interview überhaupt nicht so...
    • Fabio74 16.09.2016 01:46
      Highlight Highlight Dann hast du was anderes gelesen
    • Sophia 31.01.2017 11:51
      Highlight Highlight Kennst den Kommunismus halt nicht! Vergleichts zwei Dinge, die es gar nicht gibt?
  • Skip Bo 14.09.2016 08:11
    Highlight Highlight Es wird viel über die hohe Priorität der Nachhaltigkeit gesprochen. Sobald es aber ums eigene Portemonaie und vor allem um die Durchsetzung der eigenen Ideologie geht, wird diese Priorität relativiert. Wenn plötzlich der Klassenfeind einen Nutzen aus der Nachhaltigkeit erzielt, sehen einige Linke rot. Z.B. die Ernährungwirtschaft: die nachhaltige Produktion in der CH ist global nicht konkurrenzfähig ohne die staatlichen Krücken. Aber rot-grüne fordern permanent den Abbau von Beihilfen und gleichzeitig höhere Produktionsstandards.
    Ach ja, wir konsumieren in Zukunft ja digitale Lebensmittel...
    • Sophia 31.01.2017 12:02
      Highlight Highlight Die Landwirtschaft kann nicht mit der übrigen Wirtschaft gleichziehen. Daher wird sie übersubventioniert. Wir produzieren so viel mehr Lebensmittel, als wir verbrauchen können, und machen mit unseren Billigangeboten die Landwirkschaft in den Entwicklungsländern kaputt. Also müssen die Subventionen weg, sie sind schädlicher für die Welt, als der Spekulationshandel mit Lebensmitteln! Dieses Wissen hat doch nichts mit Rot oder Grün zu tun, es wird lediglich von denen akzeptiert, die ausserhalb der dieser Misere diese Misere beobachten! Ein Pfaffe schafft die Religion, von der lebt, nie ab.
    • Skip Bo 31.01.2017 13:12
      Highlight Highlight Hallo Sophia, schön das du den Kommentar gelesen hast. Nein, die CH produziert ca. 60% der hier konsumierten Nahrungusmittel. Die CH exportiert etwas Käse, sonst nichts. Die CH wirft keine subv. Nahrungsmittel auf den Weltmarkt. Die CH ist ein grosser Nahrungsmittelimporteur.
      Das Kostenumfeld und das Lohnniveau in der CH lassen es nicht zu, für den Weltmarkt zu produzieren.
      RG kritisieren konsequent die Höhe der DZ und verlangen gleichzeitig eine grünere Landwirtschaft. Die GLP verlangt eine Reduktion der DZ, die Grenzöffnung und noch mehr Produktionsvorschriften.
  • Dä Brändon 14.09.2016 00:42
    Highlight Highlight Die Menschheit soll sich also digital-gedanklich vernetzen? Gott bewahre uns von einer solchen Zukunft.
    • Kyle C. 14.09.2016 09:55
      Highlight Highlight Befinden wir uns nicht bereits mitten in diesem Szenario?
    • Dä Brändon 14.09.2016 10:26
      Highlight Highlight Nö!
    • Kyle C. 14.09.2016 11:08
      Highlight Highlight Vielleicht müsste man den Begriff digital-gedanklich etwas schärfen. Ich würde aber behaupten, dass Social Media der Grundstein war für eine digitale Vernetzung von Gedankengut. Das Web 2.0 hat uns und unsere Gedanken vernetzt, sobald wir diese explizit uploaden. Das Web 3.0 dringt bereits ungefragt in unsere Gedanken ein und ein Web 4.0 (womit wir dann in der Zukunft wären) wird diese Mechanismen noch weiter vorantreiben. Doch ja, ich finde schon, dass diese Zukunft bereits begonnen hat.
  • lilie 13.09.2016 21:54
    Highlight Highlight Ich bin ein Fan von Utopien, denn der Mensch sollte nie aufhören zu träumen und sich eine bessere Welt auszudenken.

    In dieser Utopie scheint mir aber ein Problem zu sein, dass das Gesetz von Angebot und Nachfrage ausgehebelt wird, weil Angebote keine Gegenleistung erhalten.

    So kann es passieren, dass viele Leute (sagen wir mal) Schmuck herstellen wollen. Da sie ja aber nicht von ihrer Arbeit abhängen, produzieren sie immer weiter etwas, was dann nur rumliegt.

    Umgekehrt haben aber vielleicht nicht genug Leute Lust, Bauer zu werden. Wie stellt man die Grundversorgung sicher?
    • lilie 14.09.2016 08:17
      Highlight Highlight @Rhabarber: Deine Idee ist gut! Nur: Löpfe will doch das Geld abschaffen. Da kann man dann eben genau keine Steueranreize mehr schaffen, weil ja gar niemand Steuern bezahlt!
    • Kyle C. 14.09.2016 10:15
      Highlight Highlight @Rhabarber, deine Theorie ist nachvollziehbar, deine Idee finde ich auch gut. Aber sie steht und fällt mit der Grundannahme, dass Menschen fair und altruistisch sind. Oder eben nicht, denn darüber herrscht nach meinem Wissensstand keine Einigkeit unter den Theoretikern.

      Auch Huxley und weitere Utopisten, bzw. Dystopisten erreichen eine "faire" Gesellschaft nur durch Repression oder künstlichen Eingriffen in das menschliche Verhalten: Sedierung oder Manipulationen im Reproduktionsprozess. Ich bin da eher auf ihrer Linie und stelle deine Meinung diesbezüglich ein bisschen in Frage. Sorry. :)
    • Kyle C. 14.09.2016 12:51
      Highlight Highlight Offenheit und Toleranz ist nicht mich Altruismus zu verwechseln. Ich verstehe, was du sagen möchtest. Und ich wünsche mir, dass du Recht hast. Aber wenn Altruismus angeboren ist, wieso soll es der Egoismus nicht auch sein? Dein Fazit betr. Wirtschaft und Verhalten teile ich. Aber es greift zu kurz, denn es ist nicht einfach ein simpler Kausalzusammenhang. Auch Faktoren wie Neid, Religion, Charakter, kulturelles Umfeld etc. wirken da mit. Der Mensch ist zu komplex um sagen zu können, dass wenn es allen gut geht, alle altruistisch sind (sein könnten). Toleranter? Ja. Altruistisch? Nein.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Boniek 13.09.2016 20:50
    Highlight Highlight Sehr geehrter Herr Löpfe, Sie schicken mir ein Exemplar Ihres Buches und Sie bekommen meine Anerkennung dafür, dass Sie Ihren Worten auch Taten folgen lassen. Deal?

  • TanookiStormtrooper 13.09.2016 20:48
    Highlight Highlight "Schamlose inzestuöse Eigenwerbung" ;P

    Ihr hättet wenigstens noch eine signierte Ausgabe verlosen können...
    • Anna Rothenfluh 14.09.2016 10:14
      Highlight Highlight Sehr schamlos, sehr inzestuös, in der Tat. Du willst also eine signierte Ausgabe? Liest du es dann auch sicher, Tanooki? Ich werd dich abfragen ...
    • TanookiStormtrooper 14.09.2016 11:23
      Highlight Highlight Weiss nicht ob ich dazu komme es in 10 Stunden zu lesen. Ich dachte nur, wenn ihr schon einen Autoren im Team habt und sein Buch hier "anpreist" gäbe es vielleicht ein paar User die das ganz nett fänden. Watson pflegt ja auch sonst ein enges Verhältnis zu seinen Nutzern, da würde es ins Konzept passen. Ausser natürlich Herr Löpfe hat es lieber, wenn wir das Buch kaufen... ;)

      PS: Macht er auch ein Hörbuch?
    • Anna Rothenfluh 14.09.2016 13:18
      Highlight Highlight Da hast du selbstverständlich recht, das wäre eine sehr gute Idee gewesen, die uns vor lauter Inzest-Zelebration blöderweise nicht eingefallen ist. Und leider gibt es auch kein Hörbuch, zumindest noch nicht, aber wer weiss, wenn die Nachfrage explodiert, vielleicht schon. Oder im Tausch gegen eine Hand voll Murmeln.
  • faustus 13.09.2016 18:31
    Highlight Highlight Sehr geehrte Frau Rothenflu
    Besten Dank für Ihren interessanten Artikel.
    Sie haben das Buch gelesen.
    Sie haben Fragen gestellt.
    Sie haben Antworten bekommen.
    Herr Löpfe ist ein Utopist aus einer Zeit voller Ideologien. Und sein Lösungsansatz ist ein Produkt dieser Zeit.
    Sie aber sind jung und ein Teil der globalisierten Welt.
    Können Sie einer "Digitalen Stammesgesellschaft", wie von Herrn Löpfe entworfen, überhaupt etwas abgewinnen?
    Was ist Ihr Fazit als junger Mensch?
    • Anna Rothenfluh 14.09.2016 10:06
      Highlight Highlight Lieber Herr/Frau? Faustus. Eine schwierige Frage, die Sie mir das stellen. Ich würde Löpfe nicht sagen, dass sein Ansatz ein Produkt einer vergangenen, ideologiebessenen Zeit ist. Ich beobachte bei ihm immer wieder eine erstaunliche Flexibilität im Denken, nur schon, dass er bei watson, einem Online-Newsportal arbeitet, zeigt, wie er die Zukunft der Printmedien einschätzt. An der digitalen Stammesgesellschaft hab ich dennoch Zweifel. 1. weil ich glaube, dass der Mensch, wenn er wirklich in den Genuss seiner ganzen Freiheit kommen sollte, also selbstbestimmt arbeiten kann, überfordert ist.
    • Anna Rothenfluh 14.09.2016 10:07
      Highlight Highlight Zu viel Freiheit erträgt der Mensch nicht. 2. seh ich einen Widerspruch in dieser selbstbestimmten Arbeit und dem von Maschinen dominierten Alltag. Wenn wir nicht mal mehr alltägliche Entscheidungen selbst fällen, wie wollen wir uns dann so selbstsicher in der Arbeitswelt bewegen? Aber das sind philosophische Fragen. Am meisten Sorgen macht mir der Übergang in die digitale Stammesgesellschaft. Der Mensch lernt meist erst aus seinen Fehlern, wenn es so richtig klöpft. Diese riesige finanzkapitalistische Blase muss wohl erst platzen, bevor die Einsicht kommt.
    • Anna Rothenfluh 14.09.2016 10:08
      Highlight Highlight Und diese Einsicht wird nicht zwingend zu mehr Gemeinschaftssinn führen. Löpfe führt Stammesgesellschaften an, die so funktionierten. Im Mittelpunkt des Systems der alten Griechen und Römer stand allerdings das Konkurrenzieren, der Wettbewerb. Und den halt ich als Leistungsantrieb für existentiell mitsamt seinen dunklen Seiten, die auch ihre Schatten auf eine Tauschgesellschaft werfen würden.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Firefly 13.09.2016 18:28
    Highlight Highlight Als Radio und TV neu waren, meinten auch einige, diese werden die Menschen zum Guten und Besseren entwickeln, da man nun die Aufklärung in jedes Wohnzummer bringen konnte. Dann kam Hitler und Konsorten und nutzen diese Medien um die Leute gegeneinander aufzuhetzen. Heute wird es etweder noch für staatliche Propagandazwecke eingesetzt oder dient der Volksverdummung durch Belanglosigkeit.

    Bezüglich neuen sozialen Medien glaube ich eher an die Bubble Theorie; Seinesgleichen gesellt sich zu Seinesgleichen und die Wahrnehmung und Tolleranz gegenüber dem Pluralismus der Welt sinkt.
    • bangawow 13.09.2016 20:09
      Highlight Highlight Schön geschrieben, danke.
  • Ketchum 13.09.2016 18:14
    Highlight Highlight Bei Interviews mit so langen Fragen, nimmt sich der Interviewer zu wichtig
    • Anna Rothenfluh 13.09.2016 20:35
      Highlight Highlight Es war kein Interview, sondern sollte eher ein Streitgespräch sein. Die langen Fragen dienten vor allem dazu, den Inhalt des Buches zu vertiefen, den die Leser ja nicht kennen.
  • Timoon 13.09.2016 17:13
    Highlight Highlight Herr Löpfe denken Sie wirklich, dass es so passieren wird oder wäre das einfach ein Wunsch? 2045 ist ja nicht nicht so weit weg. Ich bezweifle, dass sich die menschliche Einstellung in dieser kurzen Zeit so stark ändern wird...
  • Regas 13.09.2016 17:01
    Highlight Highlight Ohne Grossprojekte funktioniert weder die Herstellung von Solarpaneels noch der Bau von Speicheranlagen. Selbst die Blockchain-Technologie basiert auf der Datenübertragung durch ein Grossprojekt, das Internet. Wie soll denn eine Tauschgesellschaft ohne Geld und Kapital solche Grossprojekte Aufbauen und Warten ? Es gibt keine Alternative, wir brauchen irgend eine Währung, welche den Gegenwert von Waren und Dienstleistungen darstellt.
    • trio 13.09.2016 21:39
      Highlight Highlight Vielen Dank für die Aufklärung 😒
      Vielleicht liegts aber auch an der fehlenden Fantasie!
    • Homes8 14.09.2016 13:28
      Highlight Highlight @ Regas
      Die alternative Währung besteht eigentlich schon Ewig: das Gewissen.
      Hat man ein gutes Gewissen ist man im "Plus", hat man ein schlechtes Gewissen ist man im "Minus".
      Das schlechte Gewissen lässt einem z.B. schlecht schlafen. Mit gutem Gewissen schmeckt z.B. das Essen besser.
      Einer der Gründe warum ich an ein göttliches Universum glaube.
    • trio 14.09.2016 18:27
      Highlight Highlight @Homes8 sehe ich genauso, einfach ohne Gott ;)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Dinolino 13.09.2016 16:54
    Highlight Highlight .."Ist es wirklich sinnvoll, eine Arbeit zu verrichten, die man hasst, um die Dinge zu kaufen, die man nicht braucht, um so Menschen zu imponieren, die man verachtet?"....

    abgekupfert von Chuck Palahniuk.....

    Wisst ihr wann Menschen sich ändern? -nur wenn sie müssen!
    Benutzer Bildabspielen
    • Homes8 14.09.2016 13:50
      Highlight Highlight Wir sind bereits in einem fairen System. Positiver geht nicht ohne negativen Ausgleich.
      Das Positive und Negative hält sich immer automatisch die Waage, auch wenn sich das Niveau ändert.
      Die einzige Alternative ist ein "paradisischer" Neutral-Zustand ohne Veränderung.
    • Homes8 14.09.2016 15:57
      Highlight Highlight Materieler Besitz ist nicht der einzige Wertmasstab.
    • Dinolino 14.09.2016 16:31
      Highlight Highlight .....to impress people we dont like.

      hey, ich wollte doch nur anmerken das Löpfes Text bisschen nach Fight Club riecht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • OBJ 13.09.2016 16:52
    Highlight Highlight Wollen wir den 13.09 zum offiziellen Watson Push Day erklären? :-)
    • Yelina 13.09.2016 17:42
      Highlight Highlight Hab letzte Woche nach langem den Breaking News-Push (als einzigen) wieder aktiviert, aber nach heute überdenke ich diese Entscheidung wohl noch ein Mal...
  • hektor7 13.09.2016 16:29
    Highlight Highlight Ich bin mal im Buchladen... Bis in zehn Stunden dann!
    • Homes8 14.09.2016 13:37
      Highlight Highlight Und?
      Gabs einen Unfall?
  • Homes8 13.09.2016 16:27
    Highlight Highlight Am Anfang des Artikels dachte ich "der Löpfe sieht ja die Probleme ähnlich wie ich", aber als Schlussfolgerungen dann diese Technikverherrlichung, die uns nur noch grössere Probleme beschehren wird, ist für mich unverständlich. Dafür habe ich schon zu viele Utopien scheitern sehen. Sie werden auch, wie Geld, keine Bits essen, oder trinken können. Ihre Utopie geht mir Richtung NWO. Zum 3ten Mal möchte ich auf Colossus (den Film) verweisen. Never, NEVER
    Herr Löpfe zum Abschied ein Lied. Sie werden in Zukunft einen Stänkerer weniger haben. :-)
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    • Menel 13.09.2016 16:35
      Highlight Highlight Sie haben viele Utopien scheitern sehen? Darf ich fragen wie alt sie sind? 😅
    • Homes8 13.09.2016 17:02
      Highlight Highlight Klar, fragen darf man immer.
      Aber ich verrate nichts
  • Domimar 13.09.2016 16:24
    Highlight Highlight Interessanter Text, interessanter Denkansatz, vielen Dank dafür Herr Löpfe. Allerdings bin ich schon sehr skeptisch, was Ihren Optimismus betrifft. Um diese hohen Ziele einer so fortschrittlichen Gesellschaft zu erreichen bedarf es noch eines langen Weges. Aus meiner Sicht liegt das Problem darin, dass es auf dieser Welt eine Vielzahl von verschiedenen Kulturen mit verschiedenen Denkweisen, Ansichtsweisen gibt. Alle müssten lernen, in ähnlichen Bahnen zu denken. Schwierig. Gewisse Kulturkreise sind aufgeschlossener, manche aus unserer Perspektive eher rückständiger. Eine Mordsaufgabe.
    • Menel 13.09.2016 16:33
      Highlight Highlight Trotzdem ähneln sich die grossen Kulturkreise sehr und sind sich näher als jemals zuvor in der Menschheitsgeschichte.
  • fischbrot 13.09.2016 16:15
    Highlight Highlight ...auf jeden Fall ist die Idee einer "altruistischen, digitalen Stammesgesellschaft" sehr betörend, wir sollten das im Auge behalten...
  • fischbrot 13.09.2016 16:14
    Highlight Highlight Frau Rothenfluh, ich glaube, Du machst den grundlegenden Fehler, den Betrachtungszeitraum zu klein zu setzen. Ich bin überzeugt, dass sich die Menschheit und die Lebensumstände, die sie sich kreiert, in Zyklen verlaufen. Die letzten paar hundert Jahre dümpeln wir zugegebenermassen im unteren Drittel eines Zyklus :) Das bedeutet nicht, dass wir uns linear auf unseren Untergang hinbewegen. Analog den Strömungen der Mode (gestern in, heute out, morgen wieder in) entwickeln wir uns mal "hoch", dann wieder "runter".
    Keine Sorge, alles wird gut. Star Trek ist in uns. Lebt lang und in Frieden :)
    • Anna Rothenfluh 14.09.2016 10:12
      Highlight Highlight Ich glaube auch nicht an eine lineare Entwicklung hin zum Untergang. Ich bin ganz Ihrer Meinung, was die Zyklen angeht. Aber das heisst ja noch nicht, dass wir geradeaus auf eine "digitale Stammesgesellschaft" zusteuern, auch wenn ich das sehr begrüssen würde.
  • Kookaburra 13.09.2016 15:56
    Highlight Highlight Ich glaube der grosse Denkfehler liegt darin, dass die Idee von einer geschlossenen Gesellschaft, (einem Stamm, einer Familie, einer Herde) nicht auf eine globalisierte Welt übertragbar ist.
    Stellt euch doch nur einmal vor, wie viele dieser Ziele die Schweizer Gesellschaft ohne die Zuwanderung der letzten 30 Jahre erreicht haben könnte.
    Auch teile ich den Wirtschaftsoptimismus keineswegs, ich glaube die nächste Wirtschaftskrise kommt bald - und die Depression könnte 25 Jahre dauern.
    Bei einer exponentiell wachsenden Bevölkerung, nimmt der Wert jedes Menschen nämlich genauso schnell ab.
    • Menel 13.09.2016 16:13
      Highlight Highlight Schauen sie sich mal an, wie viele Länder es vor 200 Jahren gab und wie viele heute?
      Globalisierung ist nichts, was sich in Jahrzehnten ergibt, das ist ein langer Prozess von locker noch 200 Jahren.
    • ottonormalverbraucher 13.09.2016 16:37
      Highlight Highlight @Menel Vermitlich nicht. Die Welt hat sich in den letzten 10 Jahren schneller entwickelt, als die 50 Jahre davor. Die Menschen kommen nicht ganz so schnell, wie die Technologie, aber hoffen wir, dass wir es trotzdem packen und uns das nicht zum Verhängnis wird.
    • Kookaburra 13.09.2016 16:40
      Highlight Highlight Nun. Wir haben aber Heute kein globales Dorf, sondern höchstens eine "globale Grossstadt" oder, wie man im Internet erkennt, einen "globalen anarchistischen Hexenkessel".
      Nicht altruismus wird gefördert, sondern egoismus.
      Nicht alle haben "blockchains", sonder der "grösste Stamm" hat sie an sich gerissen.
      Nicht jene Gesellschaften, welche selbstlos handeln, werden dadurch (evolutionär) belohnt, sondern jene, die dies ausnützen, die anderen werden verschwinden.
      Asien (und vielleicht Afrika) werden den globalen Stamm bilden, denn der Rest macht nicht einmal 20% aus...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Menel 13.09.2016 15:36
    Highlight Highlight Ganz ihrer Meinung Herr Löpfe. Systeme sind virtuelle Welten, die wir in unsere Köpfe programmiert bekommen haben. Sie sind nicht die Realität, nur eine Wirklichkeit unter vielen. Keine davon entspricht auch der menschlichen Natur, wenn daneben eine andere menschliche Gesellschaft ein konträres System erschaffen konnte.
  • p00pypaws 13.09.2016 15:34
    Highlight Highlight Wir, die Normalbürger erbauten unser eigenes Gefängnis, sind die Wärter und Insassen zugleich, bestimmen die Gesetze darin und sind stolz auf das Erbaute. Wir Menschen befördern uns selbstständig in eine Gesellschaft von Robotern ohne Gedanken und Gefühlen. Eines Tages wird es soweit sein, dass sich niemand mehr an die Spezies genannt Mensch erinnern kann, eine Spezies mit Gedanken und Gefühlen.
  • Jan Hug 13.09.2016 15:22
    Highlight Highlight Das Venus Projekt geht in eine ähnliche Richtung aber noch einen Schritt weiter. Aber ein sehr guter Ansatz von Loepfe

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