Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Der Schwung des Armes zeigt's: Junge Frauen sind die besten Multitasker



Gehen und Denken – beides gleichzeitig hinzubekommen ist in manchen Situationen schwerer als vielfach angenommen. Einer Gruppe von Menschen gelingt dieses Multitasking besonders gut, wie Zürcher Forschende berichten: jüngeren Frauen.

Jüngere Frauen lassen sich auch von intensiver Denkarbeit kaum aus dem Tritt bringen. Bei Männern und älteren Frauen schwinge der rechte Arm dagegen beim Gehen merklich weniger, wenn ihre linke Hirnhälfte mit einer Denkaufgabe beschäftigt sei, berichten Forschende der Universitätsklinik Balgrist und des Unispitals Zürich.

Dies zeige, dass das Gehirn bei der Kontrolle des Armschwungs eine wichtige Rolle spiele. Die Multitasking-Fähigkeit jüngerer Frauen sei in dem Fall vermutlich auf hormonelle Unterschiede zurückzuführen, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt «Royal Society Open Science».

A young woman walks downtown Chisinau, Moldova Thursday, May 28, 2015. Since the 1991 declaration of independence from the former Soviet Union the percentage of young people in the country's almost 4 million population constantly decreased, many youngsters leaving the country to work abroad, due to the very difficult economic situation. (AP Photo/Vadim Ghirda)

Der Armschwung beim Gehen zeigt's: Junge Frauen sind die besten Multitasker. Bild: Vadim Ghirda/AP/KEYSTONE

Irritierende Sprachaufgabe beim Gehen

Das Team um Tim Killeen von der Universitätsklinik Balgrist hatte insgesamt 83 Männer und Frauen zwischen 18 und 80 Jahren auf ein Laufband geschickt. Bei angenehmer Gehgeschwindigkeit sollten sie eine irritierende Sprachaufgabe lösen, den sogenannten Stroop-Test: Sie bekamen am Bildschirm Farbwörter gezeigt, zum Beispiel das Wort «Grün», allerdings gelegentlich in abweichender Druckfarbe, also etwa in Rot. Sie mussten dann die Farbe nennen (Rot).

Es zeigte sich zum einen, dass die Probanden mit zunehmendem Alter im Stroop-Test immer schlechter abschnitten. Zum anderen wurde beim Lösen der Aufgaben der Schwung des rechten Arms gebremst, so dass die Schwungbewegungen beider Arme asymmetrisch wurden. Da die Verarbeitung von Sprachaufgaben wie dem Stroop-Test in der linken Hirnhälfte erfolgt, seien die Auswirkungen am rechten Arm zu sehen, erklären die Forscher. Seine Bewegungen werden von der linken Hemisphäre gesteuert.

Ausgenommen von dem Ergebnis waren junge Frauen: Ihre Arme schwangen auch beim Lösen der Sprachaufgabe symmetrisch. Erst nach der Menopause verschlechtert sich die Multitasking-Fähigkeit offenbar. Das liege vermutlich am veränderten Spiegel des Hormons Östrogen, schreiben die Wissenschaftler. Es sei daraus abgeleitet denkbar, dass eine Hormonbehandlung bestimmter Gehirnbereiche Gangunsicherheiten oder die Sturzneigung älterer Menschen verbessern könnte. (leo/sda/dpa)

Abonniere unseren Newsletter

3
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • "Das Universum" formerly known as lilie 28.01.2017 09:04
    Highlight Highlight Schöne neuropsychologische Studie.

    Was auch noch eine Rolle spielen könnte: Frauen aktivieren die Hirnhälften weniger exklusiv als Männer, neigen also auch bei linkshemisphärischen Aufgaben dazu, die rechte Hirnhälfte mitzuaktivieren.

    Aus diesem Grund erholen sich Frauen i.d.R. sehr viel besseer von Schlaganfällen als Männer.
  • Raw Olu 27.01.2017 16:48
    Highlight Highlight Zum Thema Gedächtnis und Multitasking:
    https://www.journal21.ch/das-truegerische-gedaechtnis
  • Zeit_Genosse 27.01.2017 07:49
    Highlight Highlight Möglicherweise ein evolutionärer Vorteil. Gehen, das Kind halten können und die Übersicht bezüglich Gefahren zu erkennen, geschärft.

Wie der Schweizer Arzt Ruedi Lüthy in Simbabwe tausende Menschen vor dem Aids-Tod rettete

Ruedi Lüthy war einer der Pioniere der Aids-Medizin in der Schweiz. Seit 2003 lebt er hauptsächlich in Harare, wo er eine Aids-Klinik aufgebaut hat. Im Interview mit watson spricht er über seine erste Begegnung mit der Krankheit, seinen Umgang mit afrikanischem Aberglauben und die Entwicklung in Simbabwe seit dem Sturz von Diktator Mugabe. 

Anfang der 80er-Jahre war Ruedi Lüthy (77) einer der ersten Ärzte in der Schweiz, der sich mit Aids auseinandersetzte. Als Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten am Universitätsspital Zürich musste er zunächst zusehen, wie seine HIV-positiven Patienten wegstarben, ohne dass er etwas dagegen tun konnte. In der zweiten Hälfte der 90er-Jahre war er mit dabei, als in der Schweiz grosse Fortschritte bei der Behandlung von HIV-positiven Menschen erzielt wurden.

2003 gründete Lüthy die Swiss …

Artikel lesen
Link zum Artikel