Wissen
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Küste Kreta Griechenland

Südliche Küste von Kreta: Strände würden hier von einem Tsunami im östlichen Mittelmeer besonders stark getroffen. Bild: Wikimedia/Olaf Tausch

Simulation: Ein Tsunami im Mittelmeer könnte ganze Küstenstreifen verwüsten



Eine fünf Meter hohe Welle könnte bei einem Seebeben im Mittelmeer verheerende Folgen haben. Zu diesem Schluss kommen europäische Forscher, die die Gefahr von Tsunamis in Mittelmeer simuliert haben.

Etwa jeder zehnte Tsunami weltweit geschieht im Mittelmeer, wie die Europäische Geowissenschaftliche Gesellschaft (EGU) in einer Mitteilung schreibt. Davon ist im Schnitt einer pro Jahrhundert ein Grosser. Das Risiko sei heute grösser als je zuvor, weil rund 130 Millionen Menschen entlang der Küsten leben, schrieb die EGU. 

Animiertes GIF GIF abspielen

Animation: Ausbreitung des Tsunamis nach einem Seebeben bei Sizilien.  Bild: Samaras et al., Ocean Science, 2015

Animiertes GIF GIF abspielen

Animation: Ausbreitung des Tsunamis nach einem Seebeben bei Kreta. Bild: Samaras et al., Ocean Science, 2015

Weil das Mittelmeer nur klein ist, bleibe zudem nur eine kurze Zeit für Warnung und Evakuation. Um mehr Informationen für die Frühwarnung zu sammeln, hat das Team um Achilleas Samaras von der Universität Bologna modelliert, wie sich Tsunamis bilden, ausbreiten und die Küste treffen könnten. 

Bis zu zehn Meter hohe Wellen

Anhand von Meerestiefe, Küstenform und Bodenreliefs simulierten die Forscher, wie ein Erdbeben der Stärke 7.0 vor Ostsizilien und Kreta die Wassermassen verschieben würde. «Wir wollten wissen, wie Küsten von Tsunamis betroffen wären, die nicht nur zu den tektonisch aktivsten gehören, sondern zudem in der Vergangenheit zahlreiche Tsunamis erlebt haben», liess sich Samaras in der Mitteilung zitieren. 

Die im Fachjournal «Ocean Science» präsentierten Resultate zeigen, dass die so entstandenen Wellen tiefliegende Küstengebiete bis zu einer Höhe von fünf Metern über dem Meeresspiegel überschwemmen würden. Kreta wäre am schlimmsten betroffen, dort würden 3,5 Quadratkilometer Küste von der Fluten überrollt. 

Die Geschichte zeigt, wie verheerend sich Tsunamis im Mittelmeer auswirken können. Im Jahr 1908 erschütterte ein Beben der Stärke 7.0 die sizilianische Region Messina und erzeugte einen Tsunami, der an manchen Stellen mit etwa zehn Metern Höhe die Küste überflutete. Tausende Menschen kamen dabei ums Leben.

Simulation Effekt Tsunami Mittelmeer

Betroffene Küstenstreifen auf Kreta und Sizilien.  Bild: Samaras et al., Ocean Science, 2015

5000 Menschen getötet

Auch aus der Antike sind solche Katastrophen überliefert: Im Jahr 365 nach Christus löste ein Beben der Stärke 8.0 bis 8.5 vor der Küste Kretas eine Welle aus, die antike Städte in Griechenland, Italien und Ägypten zerstörte und allein in Alexandria etwa 5000 Menschen tötete.  

Zwar könne man nicht davon ausgehen, dass ein fünfmal stärkeres Beben auch eine fünfmal so grosse Überflutung auslösen würde, erklärte Samaras. Ihre Resultate könnten aber darauf hindeuten, wie verschiedene Gegenden von grösseren Ereignissen betroffen sein könnten.

Simulation Tsunami Mittelmeer

Simulation: Errechnete Wasserhöhe der beiden Szenarien. Bild: Samaras et al., Ocean Science, 2015

Die Forscher wollen ihre Simulationen Behörden und politischen Entscheidungsträgern im östlichen Mittelmeer zur Verfügung stellen, damit diese damit Tsunami-Szenarien erstellen und für bedrohte Küsten geeignete Massnahmen ergreifen können. (dhr/sda)

Wellenhöhe des Tsunamis 2004 im Vergleich

Tsunami 2004: Bilder der Zerstörung

Das könnte dich auch interessieren:

«So sehen Depressionen aus» – Facebookpost einer jungen Frau geht viral

Link zum Artikel

Kann Basel YB wieder gefährlich werden? Alle Transfers der Super League im Überblick

Link zum Artikel

Mehr Spass! Hier kommen die 24 lustigsten Fails, die das Internet gerade zu bieten hat

Link zum Artikel

Kommen Sie, kommen Sie! PICDUMP!

Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Neue ETH-Studie zeigt: So simpel lässt sich der Klimawandel stoppen (eigentlich)

Bäume speichern riesige Mengen CO2. Das Crowther Lab der ETH Zürich forscht an naturbasierten Lösungen für den Klimawandel und hat nun im Fachblatt «Science» eine beeindruckende Berechnung präsentiert.

Es läuft harzig. Die Versuche der Menschheit, weniger CO2 auszustossen, fruchten nicht. Jahr um Jahr werden global mehr Treibhausgase ausgestossen. Umso stärker setzt die Welt ihre Hoffnungen in die Speicherung von CO2. Riesige Pumpen sollen das Gas aus der Luft filtern und im Boden verlochen, so die Zukunftsträume. Aber nicht nur ist der Effekt verschwindend klein, auch die Speicherung funktioniert noch nirgends.

Nun soll uns der Wald retten. Und in der Theorie könnte er das tatsächlich. Das …

Artikel lesen
Link zum Artikel