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#lumpyearth: Die Erde ohne Wasser ist eben doch keine Kartoffel

22.09.2015, 22:29

Auf Twitter macht eine Animation die Runde, die Spektakuläres zeigt: unsere Erde, wie sie ohne Ozeane aussehen würde: 

Leider stimmt das nicht ganz. Die Animation zeigt nicht eine wasserlose Erde, sondern das Gravitationsfeld unseres Planeten, das aufgrund der unterschiedlichen Dichte im Erdmantel «ausgebeult» ist – die Erde als Kartoffel. 

Der Tweet mit der falschen Erde ohne Ozeane wurde zwar häufig geteilt, aber bald waren auch Tweets zu finden, die auf den Irrtum hinwiesen: 

Satelliten kartographieren die Kartoffel-Erde

Das Gravitationsfeld der Erde wird von verschiedenen Satelliten kartographiert: Zum einen vom Nasa-Doppelsatelliten «Grace» (Gravity Recovery And Climate Experiment), der 2002 in die Umlaufbahn geschossen wurde. Zum andern vom 2009 gestarteten ESA-Satelliten «Goce» (Gravity field and steady-state Ocean Circulation Explorer).

Goce umkreist die Erde in einer Höhe von nur 255 Kilometern –  kein anderer Satellit fliegt so niedrig. Aufgehängte Platinklötze im Satelliten reagieren extrem genau auf Änderungen der Schwerkraft. 

Aus den Daten erstellen die Wissenschaftler ein Geoid, ein physikalisches Modell der Erdfigur, bei dem die Oberfläche an jedem Punkt das gleiche Schwerepotential aufweist. 

Schwerkraft-Modell der Erde, erstellt mit Daten von «Grace». 
YouTube/djxatlanta
«Goce»: Das Geoid als «Kartoffel-Erde».
YouTube/gninthigil

Die wahre Erde ohne Ozeane

Wie eine Erde ohne Ozeane tatsächlich aussehen würde, zeigt dieser Tweet: 

Die Figur der Erde würde sich kaum ändern. Das Wasser bedeckt zwar rund 70 Prozent der Erdoberfläche, aber in einer – verglichen mit dem Erdradius – nur sehr dünnen Schicht. Wäre alles Wasser der Erde in einer Kugel konzentriert, würde diese Kugel nur etwa einen Radius von 700 Kilometern aufweisen und wäre damit weniger als halb so gross wie der Mond (siehe Bild oben). 

Zum Schluss noch ein Videoclip, der die Erde ohne Ozeane zeigt. (dhr) 

Die Erde ohne Ozeane.
YouTube/The Daily Conversation

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Evgeny Morozov ist der Michel Foucault der Digital-Moderne: Er analysiert die Machtstrukturen des Internets. Dass die Tech-Industrie jedes Problem mit einer App lösen will, sieht er als eigentliches Problem. Eine gefährliche Ideologie breite sich aus.

Messerscharf analysiert Evgeny Morozov in seinem Buch «The Net Delusion», warum das Internet nicht zu mehr Demokratie und Freiheit, sondern zu mehr Unterdrückung und Überwachung führt. Das war 2011, der Arabische Frühling und der Börsengang von Facebook standen noch bevor. Morozov war ­damals erst 26 Jahre alt und hatte ein, wie die FAZ schreibt, «epochenmachendes» Buch verfasst.

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