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Die Waschmaschine hat uns das Leben erleichtert – die Digitalisierung wird es revolutionieren

Der US-amerikanische Ökonom Robert J. Gordon widerlegt die These, wonach die Vierte Industrielle Revolution den Menschen ein neues Zeitalter bescheren wird. Trotzdem liegt er falsch. Er übersieht die revolutionären Folgen einer Null-Grenzkosten-Ökonomie.

11.07.16, 09:33 12.07.16, 09:34


Roboter und künstliche Intelligenz sind im Begriff, unsere Wirtschaft umzukrempeln und eine neue Gesellschaft zu schaffen. Variationen dieses Themas kann man derzeit fast täglich in den Medien lesen. Die Vierte Industrielle Revolution werde jeden zweiten Arbeitsplatz vernichten, reihenweise Berufe zerstören und die Produktivität der Wirtschaft auf eine neue Stufe hieven, heisst es jeweils.

Zu den bekanntesten Vertretern dieser These gehören Andrew McAfee und Erik Brynjolfsson. Beide sind am renommierten MIT in Cambridge (USA) tätig, der amerikanischen Antwort auf die ETH. Zusammen haben sie das Kultbuch «The Second Machine Age» verfasst. In der neuesten Ausgabe von «Foreign Affairs» bekräftigen sie ihre These. «Der technische Aufschwung hat erst begonnen und es wird noch sehr viel mehr kommen», schreiben sie. «(...) Das bedeutet, dass weltweit die Anzahl der Erfinder, Unternehmer und Geeks rasch wächst und damit auch das Potenzial für weitere Durchbrüche.»  

Robert Gordon, ein renommierter Ökonomieprofessor an der Northwestern University, hält das für Hype und warme Luft. In seinem Buch «The Rise and Fall of American Growth» tritt er den Gegenbeweis an. Seine These lässt sich wie folgt zusammenfassen: Computer, Internet und intelligente Software sind letztlich oberflächliche Phänomene, die unser Leben nur marginal verändern, zumindest im Vergleich zu den vorhergehenden Innovationen.

Strom und Verbrennungsmotor, sanitäre Einrichtungen und Autobahnen hingegen, so Gordon weiter, hätten unser Leben auf eine neue Entwicklungsstufe gehoben. Aus Menschen, deren Leben in Anlehnung an Thomas Hobbes berühmtes Diktum «hässlich, brutal und kurz» gewesen war, seien Menschen geworden, die nun ein erfülltes und auch viel längeres Leben geniessen könnten. Man könnte auch etwas salopp sagen: Die Waschmaschine und Wassertoilette haben unseren Alltag viel stärker verändert, als Google und Facebook es je tun werden.

Die entscheidenden Durchbrüche sind gemäss Gordon in einem Zeitraum von rund 100 Jahren erfolgt, nämlich zwischen dem Ende des amerikanischen Bürgerkrieges und dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Er beschreibt dabei die Entwicklung in den USA, sie trifft aber mehr oder weniger für alle entwickelten Länder zu. Ein Punkt ist dabei besonders wichtig:

«Die Flut der Erfindungen nach dem Bürgerkrieg hat das Leben vollständig verändert und die Aufmerksamkeit und Energie der Menschen vom Banalen zu Hochhäusern und Flugzeugen verlagert. Was die Periode zwischen 1870 und 1970 so speziell macht, ist die Tatsache, dass diese Erfindungen nicht wiederholt werden können.»

Robert Gordon, «The Rise and Fall of American Growth»

Wilbur Wright fliegt um die Freiheitsstatue. Er und sein Bruder waren amerikanische Flugzeugbauer, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts die ersten Flüge mit Gleitflugzeugen und später gesteuerte Flüge mit von einem Motor angetriebenen Flugzeug durchführten. bild: voyagerloin

Tatsächlich war das Leben der meisten Menschen in den entstehenden Industriestaaten kein Zuckerschlecken. Als Farmer oder Cowboy, in Schlachthöfen oder Fabriken, musste man hart, lange und gefährlich arbeiten. Die Frauen waren mit Kochen, Putzen, Waschen und dem Aufziehen der vielen Kinder ebenfalls rund um die Uhr beschäftigt.

Die Menschen hausten in schlecht geheizten Häusern oder Wohnungen in derart unhygienischen Zuständen, die heute unvorstellbar geworden sind. Sie assen eintönige Nahrung und hatten wenige und grobe Kleider. Die Städte besassen kein Abwassersystem, der Pferdemist lag zentimeterhoch auf den Strassen. Es stank fürchterlich. Auf dem Land herrschte bittere Armut und immerwährende Eintönigkeit.  

Kinder spielen mit Fässern auf einer Strasse in New York, um 1890.
bild: getty images

Diese Bedingungen sind teilweise heute noch in den Entwicklungsländern anzutreffen. Bis zum amerikanischen Bürgerkrieg galt dies auch für die Mehrheit der Menschen in den USA:

«Wenn wir Landwirtschaft, Fabrik- und Hausarbeit als unangenehm bezeichnen, dann waren 87 Prozent aller Jobs im Jahr 1870 unangenehm.»

Robert Gordon, «The Rise and Fall of American Growth»

Strom und der Verbrennungsmotor bilden die Grundlage der fundamentalen Veränderungen, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzten. Elektrisches Licht und ein erschwingliches Auto für alle, fliessendes Wasser im Haus und ein Abwassersystem in der Stadt, Warenhäuser, Kleinkredite, Langstreckenjets, Telefon, Waschmaschine, Airconditioning, Autobahnen, Convenience Food, Radio, TV und der medizinische Fortschritt ermöglichten einen wohlhabenden Mittelstand.  

1872: «Professor Graham Bell's telephone» hiess der Artikel im englischen Magazin «The Illustrated London News». Bell entwickelte die Ideen seiner Vorgänger zur Erfindung des Telefons bis zur Marktreife weiter. bild: getty images

Für die USA spielte der Zweite Weltkrieg auch ökonomisch gesehen eine entscheidende Rolle. Die Grosse Depression der 30er-Jahre war wie weggeblasen, weil die Kriegswirtschaft schlagartig das ganze Land erfasste. Die Effizienz der Wirtschaft nahm phänomenal zu.

Ein bekanntes Beispiel ist die Kaiser-Werft in Richmont. 1942 brauchte sie acht Monate, um ein Kriegsschiff herzustellen, ein Jahr später waren es noch ein paar Wochen. Zusätzlich beseitigte der Krieg die Massenarbeitslosigkeit und schweisste die Menschen zusammen. Die Löhne begannen zu steigen, die Menschen konnten aber ihr Geld zunächst gar nicht ausgeben, weil die gesamte Wirtschaft im Dienste des Krieges stand.  

Die Kaiser-Werft in Richmont während des Zweiten Weltkriegs. bild: 56packardman

Nach Kriegsende kam dazu, was heute offenbar unmöglich geworden ist: eine vernünftige Politik. Dank der berühmten «G.I. Bill» – ein Gesetz, das es den heimkehrenden Soldaten ermöglichte, auf Staatskosten zu studieren – hatten die USA bald gut ausgebildete Arbeitskräfte. Der Staat investierte massiv in Infrastruktur und Bildung. Die Wirtschaft konnte ihre neu gewonnene Effizienz behalten und die Menschen konnten endlich ihr Geld für Konsumgüter ausgeben.

In der Summe entstanden so ein prosperierender Mittelstand und eine Wirtschaft, deren Produktivität ein bislang nicht für möglich gehaltenes Niveau erreicht hatte. Gordon betont, dass das Leben der Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg nicht viel anders war als heute, während die Zustände 1870 noch mittelalterlich waren.

Das Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg liess sich nicht wiederholen. In den 80er-Jahren nahm das Wachstum der Produktivität kontinuierlich ab, das «Zeitalter der schrumpfenden Erwartungen», wie es Paul Krugman einst nannte, hatte begonnen.

Zwar führten Internet und Dotcom-Boom in den 90er-Jahren zu einem kurzen Wiedererwachen des Produktivitätswachstums. Seither herrscht jedoch tote Hose:

Aus den jüngsten Daten gibt es kein Signal, dass sich etwas Ähnliches wie der Dotcom-Boom wiederholen könnte.»

Robert Gordon, «The Rise and Fall of American Growth»

Der Fotograf Joseph Romeo hält in einer seiner Fotoserien die amerikanische Deindustrialisierung fest. bild: joseph romeo

Während uns die Technofraktion das Paradies verspricht, schaut Gordon daher düster in die Zukunft. Er prophezeit eine längere Phase der wirtschaftlichen Stagnation und hält nichts von den Technovisionen:

«Der Wandel zu Robotern und Job zerstörender Software wird nicht über Nacht erfolgen, sondern im Schneckentempo.»

Robert Gordon, «The Rise and Fall of American Growth»

Gordon legt mit seinem Buch den Finger auf den wunden Punkt der Techno-Enthusiasten: Das stagnierende Wachstum der Produktivität. Künstliche Intelligenz und Roboter müssten dieses Wachstum explodieren lassen, doch genau das geschieht nicht. Der Nobelpreisträger und Wachstumsspezialist Robert Solow hatte schon in den 90er-Jahren gespottet, die Computer würden überall Spuren hinterlassen, nur nicht in den Statistiken des Produktivitätswachstums.  

Das scheint sich zu wiederholen. Zentralbanker und Ökonomen werden nicht müde, über die Stagnation der Produktivität und damit über den Stillstand des Wohlstandszuwachs zu klagen. Gordon seinerseits sieht die Gefahr weder bei Robotern noch Software:

«Das von den Computern verursachte Problem ist nicht Massenarbeitslosigkeit, sondern das Verschwinden von gut bezahlten, sicheren Arbeitsplätzen im mittleren Bereich. Diese sind nicht nur wegen den Robotern verschwunden, sondern wegen der Globalisierung und dem Verlagern der Arbeitsplätze.»

Robert Gordon, «The Rise and Fall of American Growth»

Gordon ist ein anerkannter Fachmann, sein Buch ist untermauert mit unbestreitbaren Fakten, seine Schlussfolgerungen sind schlüssig und einleuchtend – und trotzdem liegt er falsch. Weshalb? Er denkt in der analogen Welt. Für ihn sind Software und Roboter grundsätzlich das gleiche wie Jets und Waschmaschinen: Mehr oder weniger nützliche Dinge, die Menschen herstellen. In dieser Logik hat er Recht. Diese Erfindungen waren einmalig und lassen sich nicht wiederholen.

Doch wir leben zunehmend in einer digitalen Welt. In dieser Welt geht es nicht darum, dass wir einfach mehr Dinge haben, die Digitalisierung addiert nicht, sie revolutioniert. Will heissen: Die Digitalisierung führt dazu, dass die Grenzkosten gegen Null sinken. Das ist alles andere als trivial. Es hat die gleiche Wirkung, wie wenn man etwas durch Null dividieren will: Das System spielt verrückt.  

Okay, das war ein bisschen theoretisch. Versuchen wir es daher mit einem praktischen Beispiel. Noch vor kurzem hättet ihr diesen Artikel in Print gelesen, in einer Tageszeitung beispielsweise oder in einem Magazin. Das hätte Grenzkosten zur Folge gehabt, Druck und Vertrieb. Der Verleger hätte deshalb versucht, die Grenzkosten zu optimieren, und falls die Grenzkosten den Ertrag überstiegen hätten, hätte er die Produktion eingestellt.

Bei watson sind wir zumindest teilweise bereits im digitalen Zeitalter. Alles ist anders. Ob ein einziger User diesen Artikel liest – ich hoffe, es sind ein paar mehr – oder Millionen, spielt betriebswirtschaftlich gesehen keine Rolle. Nichts muss gedruckt oder verteilt werden, all dies erledigt das Internet gratis. Ein Teil der traditionellen Grenzkosten ist gegen Null gesunken – und das System spielt deshalb ein bisschen verrückt.

Eine Zeitungs-Druckerei in den USA, ca. 1940. bild: american stock archive

In der alten Printwelt herrschten aus heutiger Sicht gesehen idyllische Zustände. Dank hohen Eintrittsbarrieren – Druckerei und Vertrieb sind sehr teuer – konnten die Verleger saftige Monopolgewinne einstreichen und den Journalisten gute Arbeitsplätze anbieten.  

In der digitalen Welt fallen die Eintrittsbarrieren weg. Jeder kann mitmachen, und einige tun es auch: Selbst mittlere Unternehmen verfügen mittlerweile über ein Onlineportal mit journalistischem Inhalt. Grossunternehmen haben bereits einen eigenen Newsroom, während Freelancer sich als Blogger versuchen.   Das hat Folgen. Die Renditen der traditionellen Tageszeitungen sind auf einen Bruchteil der Glanzzeiten geschrumpft. Die Journalisten bangen um ihren Arbeitsplatz, die Verleger um ihre Eigenkapitalrendite. Die Branche ist ratlos, ahnt jedoch, dass mit Sparrunden allein das Problem nicht zu lösen sein wird.

Die traditionelle Musikindustrie ist der Null-Grenzkosten-Ökonomie bereits zum Opfer gefallen. Selbst eine Million Klicks auf YouTube spült keinen Franken in die Kasse. Zum Glück ist die Musikindustrie in der Schweiz überschaubar. Anders die Banken. Auch dort beginnt Fintech, traditionelle Geschäftsfelder zu schwächen – und auch dort sinken die Erträge.

Wer kauft heutzutage noch CDs oder Platten?
bild: asi.csus

Josef Ackermann glaubte einst an eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent. Derzeit liegen diese Quoten bei der UBS im einstelligen Bereich, während man bei der CS froh ist, überhaupt noch Geld zu verdienen.  

Ganz übel betroffen von der Null-Grenzkosten-Ökonomie ist die Energieindustrie. Weil Wind gratis bläst und die Sonne gratis scheint, müssen die traditionellen Kalkulationen über Bord geworfen werden. Die Folgen sind dramatisch: Die grossen Schweizer Energieunternehmen wollen ihre Atomkraftwerke neuerdings in eine Bad Bank auslagern und sie dem Bund übertragen. Einer der Grossen, Alpiq, bewegt sich am Rande des Konkurses, die übrigen haben ihre Investitionen auf ein absolutes Minimum zurückgeschraubt.  

Kein Wunder also spricht man in der Energiebranche bereits von einer VUCA-Welt, wobei «V» für volatile (volatil), «U» für Uncertain (unsicher), «C» für Complex (komplex) und «A» für Ambiguous (zwiespältig) steht.

gif: giphy

Die Null-Grenzkosten-Ökonomie bedroht nicht nur einzelne Branchen, sie bedroht das ganze System. Null-Grenzkosten bedeutet nämlich, dass es keinen Preis mehr gibt und ohne Preis kann eine Marktwirtschaft nicht funktionieren. Der amerikanische Politologe Jeremy Rifkin sieht deshalb bereits das Ende des Kapitalismus nahen.

Rifkin beschreibt in seinem Buch «Marginal Cost Society» die Dynamik in der digitalen Wirtschaft wie folgt: Der Wettbewerb wird härter, die Grenzkosten sinken, bis sie nahe bei Null sind.

«Wenn diese Linie überschritten wird, dann werden Güter und Dienstleistungen praktisch gratis sein, die Profite trocknen aus, die Märkte schliessen und das kapitalistische System stirbt.»

Jeremy Rifkin, «Marginal Cost Society»

Zurück zu Gordon. Er sehnt sich nach einer Marktwirtschaft, die wieder sozial ist, in der die Gewerkschaften stark und die Löhne anständig sind. Das ist erstens eine Illusion und zweitens egoistisch. Es ist zwar richtig, dass Strom und Verbrennungsmotor den Menschen ein anständiges und langes Leben ermöglicht haben, aber nur in den Industrieländern.

Weltweit gesehen gilt nach wie vor, dass mehr als 80 Prozent aller Menschen ein Leben führen, das «hässlich, brutal und kurz» ist. Und es ist auch undenkbar, dass wir je mit analogen Mitteln diesen Zustand werden ändern können, denn sollten Inder, Chinesen und Afrikaner je auch nur annähernd so viel Energie verbrauchen wie wir, dann würde dies den Ökokollaps des Planeten herbeiführen.  

So bedrohlich die Digitalisierung der Wirtschaft kurzfristig auch sein mag, langfristig ist sie unsere einzige Chance, allen Bewohnern dieser Erde ein menschenwürdiges Leben zu verschaffen. Ob es uns passt oder nicht: Wir müssen die Herausforderung einer Null-Grenzkosten-Ökonomie akzeptieren.

(Gestaltung: Anna Rothenfluh)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Bruno Wüthrich 14.07.2016 10:11
    Highlight Der Mensch wir immer «analoge» Güter brauchen, seien dies Kleider, Nahrungsmittel, technische Geräte, Fahrzeuge etc. Diese müssen produziert werden, verschlingen Ressourcen.

    Vieles davon könnte (und wird wohl) künftig ausgedruckt werden. Heute lässt sich schon fast alles ausdrucken. Aber allein schon diese Drucker bedingen eine gewaltige Industrie. Und sie benötigen Rohstoffe, sei es zu ihrer eigenen Herstellung oder aber fürs Drucken. Selbst ausgedrucktes Essen ist zuerst einmal irgendwo gewachsen, muss gesäht, geerntet und dann druckergerecht aufgearbeitet werden.
    2 0 Melden
  • http://bit.ly/2mQDTjX 11.07.2016 23:07
    Highlight Schon die Trennung zwischen einer analogen und digitalen Welt ist unbegründet. Es gibt nur eine Welt.

    Die waghalsige Behauptung, "die Digitalisierung addiert nicht, sie revolutioniert", ist ANALOG der Fantastereien eines Sam Colts (1873!), wonach die Massenproduktion des Revolvers "Peacemaker" der Welt Frieden bringen würde.

    Die Digitalisierung kann auch das Gegenteil von Revolution.

    http://www.sueddeutsche.de/politik/hyperkapitalismus-und-digitalisierung-die-totalausbeutung-des-menschen-1.3035040
    4 0 Melden
  • Toerpe Zwerg 11.07.2016 20:40
    Highlight Die Strombranche ist ein merkwürdiges Beispiel für eine Null-Grenzkosten Ökonomie. Bloss weil ein Windrad keinen Brennstoff braucht, sind die Grenzkosten aufgrund gewaltiger Investitionsvolumina für jede zusätzlich installierte Leistung fernab von Zero. Wäre das nicht der Fall, bräuchten wir nicht über Investitionsbeiträge und schon gar nicht über KEV zu diskutieren.
    6 0 Melden
    • Jazzomaniac 12.07.2016 11:08
      Highlight Wasser fällt auch gratis vom Himmel - Staudämme müssen gebaut und unterhalten werden. Ebenso Windräder/Solarfabriken. Bei Kohle und Erdgas/-oel sieht es anders aus, hier diktiert der Rohstoffpreis den Ertrag. Atomstrom hat das Problem der nicht gelösten Endlagerung. Das Problem hier ist eher die Strom-Subventionierung - also das Aushebeln von marktwirtschaftlichen Prinzipien. Und so lange Staaten mit Gratisgeld der Nationalbanken versorgt wird, ändert sich daran wenig. Das wird in dieser Diskussion völlig ausgeblendet und hat in meinen Augen nichts oder nur wenig mit Digitalisierung zu tun.
      1 2 Melden
    • Toerpe Zwerg 12.07.2016 12:33
      Highlight Richtig - sicher kein Beispiel für zero Grenzkosten.
      2 0 Melden
  • Homes8 11.07.2016 19:21
    Highlight Technik kann uns vieleicht gewisse Arbeiten abnehmen.
    Dies geht in der Regel zulasten der Natur.
    Aber ohne sinnvolle Arbeit wird der Mensch dumm und krank.
    Im Endefekt ist unser Wohlstand vom Zustand unserer Natur abhängig.
    5 0 Melden
  • demokrit 11.07.2016 17:47
    Highlight 90% von dem, was uns der Silicon Valley mit viel Gruppendruck angedreht hat, ist völlig unnötige Zerstreuungsbefriedigung (Facebook, iPhones, Whatsapp, Twitter).

    Wirklich revolutionär sind eigentlich nur die Roboterautos. Es wird sich jedoch zeigen, inwiefern diese mit unserer Privatsphäre zu vereinbaren sind. Die Swissmetro wurde unserem mutlosen BR frühzeitig bestattet: Heute feiert man sie als Hyperloop.

    Was die klassische Fertigungsindustrie anbelangt, so scheint Europa mit seinen Textilrobotern 1-2 Jahre im Vorsprung, jedenfalls behauptet das Adidas. Für die 3. Welt ist das zermürbend.
    7 1 Melden
    • Toerpe Zwerg 11.07.2016 20:57
      Highlight Postet er auf einem Online-Newsportal ... momoll!
      3 2 Melden
    • demokrit 11.07.2016 22:03
      Highlight Aber eben von meinem traditionellen PC aus. ;-)
      3 1 Melden
  • faustus 11.07.2016 16:49
    Highlight Die grosse Chance der 4ten industriellen Revolution liegt in der Abkehr vom materiellen Unendlichwachstum. Dies könnte dem Wohle von Mensch und Planet dienen.
    Die Theorien von Gordon und die meisten Stellungnahmen unserer Politiker lassen einen allerdings an der Reife des Menschen für diese Revolution zweifeln.
    Zugegebenermassen, auch ich hätte Mühe, auf viele Goodies aus dem alten Industriezeitalter zu verzichten, nur weil ich eigentlich alles digital von zuhause aus beziehen und erledigen kann und den Rest mein Feund der Robi erledigen wird. Arbeitsplatz ade und Balkonien lässt grüssen.
    3 2 Melden
  • SVARTGARD 11.07.2016 16:00
    Highlight Ich wasch noch am
    Fluss mit einem Nagelbrett,wird schön sauber.
    0 0 Melden
  • Fabian_84 11.07.2016 15:42
    Highlight Interessanter Denkstoff, danke. Nur eine Spitzfindigkeit: Der Schweizer Energiekonzern schreibt sich Alpiq.
    2 0 Melden
    • Philipp Löpfe 11.07.2016 16:37
      Highlight Danke Fabian. Namen sind mein Trauma....
      2 0 Melden
  • demokrit 11.07.2016 15:38
    Highlight "Weil Wind gratis bläst und die Sonne gratis scheint, müssen die traditionellen Kalkulationen über Bord geworfen werden." - Nicht, wenn man das Drumherum mitrechnet. Die derzeitige Situation liegt vielmehr daran, dass die erneuerbaren Energien u.a. vom deutschen Staat massiv subventioniert werden. Insbesondere Solarenergie ist rein ökonomisch betrachtet keineswegs effizient.
    4 2 Melden
    • Firefly 11.07.2016 16:07
      Highlight Atomstrom auch nicht; wurden Anfags auch massiv subventioniert und wer die langjährigen Abfalllagerkosten und die anfallenden Rückbaukosten alter AKW's finanziert, weiss auch noch keiner. Momentan sieht es so aus als lässt man die AKW's solange laufen bis sie einem um die Ohren fliegen.
      8 1 Melden
    • demokrit 11.07.2016 16:50
      Highlight Kann ich ohne vernünftige Berechnungen nicht beurteilen. Wobei die Solarpanelproduktion auch nicht gerade grün ist, auch wenn sie nicht hier zu Lande geschieht, sondern halt im fernen China. Der Kritikpunkt war aber, dass da sehr wohl Grenzkosten anfallen.
      4 1 Melden
    • Gantii 11.07.2016 19:53
      Highlight die theoretisch nötige versicherung eines akws nicht vergessen.
      1 0 Melden
    • demokrit 11.07.2016 22:14
      Highlight Es geht nicht primär um die Versicherung für "Exceptionally Rare Events", sondern darum, dass sich das Stromaufkommen derzeit gar nicht vernünftig substituieren lässt. Alleine um Leibstadt zu ersetzen, benötigt es 91 Solarflächen in der Grösse eines Stade de Suisse (behauptet die Atomlobby). Selbst wenn es nur 2/3 davon sind: Wo will man die aufstellen? Dazu ist die Sonne leider ziemlich volatil und im Winter oft weg. Ich habe hier selber eine Anzeige einer Vorzeigeanlage in der Nähe: Wenn es bei Tag (im Sommer) bewölkt ist, reicht die Energie nicht einmal aus, um ein Elektroauto zu betreiben.
      0 0 Melden
  • Dogbone 11.07.2016 14:56
    Highlight Das Thema an sich ist weitaus komplexer, als es dieser Artikel abzubilden vermag. Da werden auch Dinge wie Grenzkosten und Eigenkapitalrendite durcheinander gebracht, auch wenn das eine letztlich natürlich vom anderen abhängt. Zugegeben, ich habe Rifkin nicht gelesen. Aber es ist klar, dass sich die beschriebene Problematik auf den Verkauf von Informationen beschränkt. Alles andere ist davon nicht betroffen. Over all, ich finde die gezeichnete Perspektive nicht zutreffend. Als Programmierer sehr wohl in der digitalen Welt zuhause, stimme ich mit Gordon mehrheitlich überein.
    6 2 Melden
  • Linus Luchs 11.07.2016 14:06
    Highlight Was tun die Menschen, wenn jeder zweite Arbeitsplatz vernichtet wird und sich das Gefühl verbreitet, unnütz zu sein? Wenn gleichzeitig Hunderttausende im Süden und Osten vor Krieg und Elend flüchten und in den Norden und Westen drängen? Wenn gleichzeitig die Menschen immer verführbarer werden, weil Bildung durch marktadäquate Kompetenzen ersetzt wird? Wenn gleichzeitig wegen der globalen Erwärmung Naturkatastrophen zunehmen? Wenn sich gleichzeitig Antibiotika-Resistenzen stärker verbreiten. Wer Zukunftsszenarien entwirft, sollte alle diese Faktoren – und noch einige mehr – einberechnen.
    12 1 Melden
    • Toerpe Zwerg 11.07.2016 21:00
      Highlight Wenn gleichzeitig 50% neue und vermutlich bessere Jobs entsehen ...
      1 0 Melden
  • Olaf44512 11.07.2016 13:42
    Highlight Bei Journalismus und Musikindustrie mögen Sie Recht haben. Beides sind aber Branchen, die ihr Geld einzig und allein durch den Verkauf von Informationen verdienen. Die einzigen Grenzkosten die das Internet abgeschafft hat, sind die zur Verteilung von Information. Alle anderen Branchen haben nach wie vor Grenzkosten. Was sie aber vergessen ist, dass längst nicht alle Silicon Valley Firmen Internet Unternehmen sind. Da gibt es ganz viele vielversprechende Ideen die die Welt genauso verändern können. Und auch die haben Grenzkosten.
    7 1 Melden
    • weekender 11.07.2016 15:08
      Highlight Kommt noch dazu, dass es die Musikindustrie und Musiker ja nach wie vor gibt. Sie müssen sich heute das Geld einfach mit Konzerten und Clicks bei Youtube verdienen statt mit dem Verkauf von Vinyl.
      Und in den Medien bezahlen wir zukünftig die gute Recherche statt die Verbreitung davon. Gerade in der digitalen Welt schreien ja alle nach möglichst gutem und exklusivem Content.
      5 0 Melden
  • Firefly 11.07.2016 13:12
    Highlight "So bedrohlich die Digitalisierung der Wirtschaft kurzfristig auch sein mag, langfristig ist sie unsere einzige Chance, allen Bewohnern dieser Erde ein menschenwürdiges Leben zu verschaffen"

    1. Ich denke nicht, dass die Digitalisierung der Wirtschaft alleine das Problem der Überbevölkerung lösen kann.

    2. Zu einem menschenwürdigen Leben gehört meiner Meinung nach auch, dass man etwas sinnvolles zur Wohlfahrt der Gemeinschaft beitragen kann, was auch immer dies im individuellen Fall sein mag. Schafft die Digitalisierung der Wirtschaft mehr Verlierer als Gewinner, macht sie keinen Sinn.
    16 2 Melden
  • Str ant (Darkling) 11.07.2016 12:51
    Highlight Die Wahrheit der Digitalisierung ist bei vielen noch nicht angekommen siehe BGE mal sehen wie es in 5 jahren damit aussieht.
    12 11 Melden
  • fenxi 11.07.2016 12:37
    Highlight Da ich schon etwas älter resp. steinalt bin, habe ich schon einige Prophezeiungen, Analysen, wasbringtunsdieZukunft etc. gelesen. In der Handelsschule wurde uns gelehrt, dass die Oelvorkommen noch für max. 30 Jahre halten. Und vieles mehr. Einiges traf ein, vieles nicht.
    Wenn ich lese was für Projekte im Siikon Valley am Laufen sind, dann, dann kommen schon gröbere Änderungen auf uns zu. Das sind keine Hirngespinste, denn die haben das Wissen und die Kohle um etwas durchzuziehen.
    14 0 Melden
  • Jan Hug 11.07.2016 12:33
    Highlight Man kann es drehen wie man will, am ende läuft alles auf eine RBE (resource based economy) hinaus
    3 3 Melden
  • Ovolover 11.07.2016 10:37
    Highlight Die Waschmaschine und ihre Auswirkungen auf die globale Entwicklung: http://www.ted.com/talks/hans_rosling_and_the_magic_washing_machine

    5 0 Melden
  • Luca Brasi 11.07.2016 10:30
    Highlight Zum Bild von 1872 und Graham Bell: Etwas zu euphemistisch ausgedrückt: Alexander Graham Bell hat die Grundidee des Telefons nicht einfach "weiterentwickelt", er hat sie von Antonio Meucci gestohlen und dessen finanzielle Notlage schamlos ausgenutzt. Graham Bell sollte für ein solches Vorgehen nicht noch als Pionier gefeiert werden. Marktreife hin oder her.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Antonio_Meucci
    20 1 Melden
  • Kane_17 11.07.2016 10:01
    Highlight Eine Million Klicks auf YouTube ist mittlerweile aber sehr lukrativ geworden, oder habe ich die Stelle im Artikel nicht verstanden?
    16 3 Melden
    • Pumuckl96 11.07.2016 10:52
      Highlight Ja, aber nicht für den eigentlichen Produzenten der Inhalte. Der Grossteil der Werbegelder fliesst in die Kasse von Google.
      15 2 Melden
    • Philipp Löpfe 11.07.2016 11:46
      Highlight Danke Pumuckl!
      6 2 Melden
    • ramonke 11.07.2016 14:08
      Highlight der grossteil? meines wissens nach schrammt youtube knapp an einer runden 0 vorbei. so viel geld verdient auch google nicht damit.

      http://m.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/a-1020564.html
      5 0 Melden
    • DerTaran 11.07.2016 15:37
      Highlight Aber doch können einige Youtuber davon gut leben. An einem Hit hat die Musikindustrie auch immer viel mehr verdient als der/die Künstler. Insofern ist Google nichts anderes als ein Verleger, der es den Kreativen ermöglicht ihr Ding zu machen. Damit will ich nicht werten, Google ist ein Monopolisten und damit gefährlich (Bis er träge wird und untergeht).
      5 0 Melden
    • smoe 11.07.2016 16:39
      Highlight Der Ad Revenue Split von Youtube ist 45/55 zugunsten der Produzenten. Man kann die Verteilung unfair finden, aber es geht nicht der Grossteil an Google.

      Und ja, als unabhängiger Künstler, Blogger, etc. ist es nicht einfach, nur von seinen Werken zu leben. Das war es aber auch vor der Digitalisierung nicht. Dafür ist das potenzielle Zielpublikum selbst in schrägsten Nischen massiv grösser als je zuvor.
      5 0 Melden

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