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Erneut hat unsere Illustratorin Kathrin Passig als Beobachterin des Toni-Areals irgendwie optisch umgesetzt. Schön!
Bild: Melanie Gath
Grosse Fragen der Kunst

Ob die Leute in Hongkong auch finden, dass man das «Nägeli-Hus» retten muss? Haben Zürcher Männer Problem-Brüste? (Und wieviel Kirsch trinkt eigentlich unser Chef?)

Die Berlinerin Kathrin Passig beobachtet bis im Dezember Zürich von der neuen Zürcher Hochschule der Künste aus. Und fragt sich da so einiges.
06.11.2014, 11:1506.11.2014, 11:16

Mit Kathrin Passig ist es so: Die beiden Meiers, also Philipp Meier und Simone Meier, kennen Kathrin Passig. Weshalb wir sie unbedingt für watson wollten. Und wenn sich das schon ergibt, dass sie jetzt auf dem Toni-Areal arbeitet und in Bild und Text fürs Internet dokumentiert, wie die angehenden Künstler und Künstlerinnen sich nach dem Umzug der ZHdK dort so gebärden – grossartig. Nehmen wir.

Unser Chef, Hansi Voigt, kennt Kathrin Passig zum Beispiel nicht. Wieso, wissen wir auch nicht. Hansi Voigt ist ja quasi an vorderster Front im Internet. Kathrin Passig auch. Beide sind sich dort noch nie begegnet. Es ist halt sehr gross, das Internet.

Egal, ich hab Hansi Voigt eine Flasche vom selbstgebrannten Kirsch meiner Eltern gebracht und gesagt, wenn ihm das nicht passt, dass wir die Frau Passig jetzt auf watson einschleusen, soll er sich das halt schöntrinken. Hätte ich ihm sagen müssen, dass zuviel von dem Kirsch Kopfweh gibt? Die ganze Bedienungsanleitung zum Oeuvre von Kathrin Passig finden Sie hier, das wiederholen wir jetzt nicht alles noch einmal. 

Am Anfang jeder Entwicklung steht … das P-Dings

Bild: via Twitter

Der rege Fluss der Kommunikation

Also, hier versuchen die Kunststudenten im Toni-Areal, eine Solidaritätsaktion mit den Protestierenden in Hongkong zu machen. Entlang der Kaskade genannten Treppe. Kann man gut finden oder auch nicht. Bachmann-Preiträgerin Kathrin Passig tut's in einem Gedicht:

Bild: kathrin passig via Toniblog

In diesem Blog sind die Zeilen zu lang. 
Aber das ist nicht so schlimm,
denn Für solche Probleme ist ja die Lyrik erfunden worden.

Lyrik über die Kaskade zum Beispiel
Wo es gerade um Hongkong geht
Auf bunten Post-its.
Als eine sinnvolle Form der Unterstützung, steht da
Erachten wir einen regen Kommunikationsfluss zu ermöglichen
Bei dem so viele Leute wie möglich erfahren
Was in Hong Kong geschieht.
Darum solidarisieren wir uns
Mit der Post-it-Wand im Toniareal
Und auf Socialmedia-Plattformen.


Die Kunst ist nämlich in the best case revolutionary.
Steht da, und I lov the Wörld.
TIER SIND BESSER ALS MÖNSCHE
Ejakulierende Penisse gibt es und
read judith butler – das unbehagen der geschlechter.
Wo ist der Raum mit den vielen Toiletten?


Alles ist jetzt!
Corina wo bist du ???
Jacky isch die geilst !!!
Dance 4-ever Ballett 4-ever
TANZ Akademie Zürich 4-ever
Tanz Akademie Zürich ❤ Forever ❤

Keaschtin Julitschka Clea ❤
Alex Lea Sam Vania ❤
ANJA I WOT ÄS CHIND (ODER 2) (ODER Ä JUDAS) VO DIR!! ❤

Ihr Entwurf ist super aber!
Fühle das Gebäude so
Rettet das Nägeli-Hus in Zürich!
Winter is coming #GOT


Ob die Leute in Hongkong auch finden
Dass Jacky die geilst isch
Dass das Nägeli-Hus in Zürich gerettet werden muss
Dass Tier besser sind als Mönsche
Das weiss man nicht genau.
Aber man kann es auch nicht kategorisch ausschliessen.

Kochen mit echter Kunst und Essen mit sonderbarem Besteck

Bild: via Twitter
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Bild: via Twitter

Regenwasser will auch Kunst machen

Bild: via Twitter

Die zukunftsweisende Disziplin des Storytelling und ein altes Ding mit Gesicht

Bild: via Twitter
Bild: via twitter

Einfach ein schönes Bild

Bild: via Twitter

Drei Erinnerungen an den geliebten HR Giger

Bild: via Twitter
Finden Sie den Unterschied. So sieht es im grossen Orgelsaal der ZHdK aus...
Finden Sie den Unterschied. So sieht es im grossen Orgelsaal der ZHdK aus...
Bild: Angela Leinen via Toniblog
... und so im «Alien» Raumschiff von Ellen Ripley (Sigourney Weaver). Man beachte das herzige Büsi!
... und so im «Alien» Raumschiff von Ellen Ripley (Sigourney Weaver). Man beachte das herzige Büsi!
Bild: Twentieth Century-Fox

Zürich, Stadt der bebrüsteten Männer

Neulich, irgendwo in Zürich.
Neulich, irgendwo in Zürich.
Bild: via Twitter

Gehen mit Muskelkater

Bild: via Twitter

Tänzer/innen sehen dich an

Ich stehe mit der fotografierenden Angela Leinen und einem unbekannten Fotografen vor dem Tanzsaal mit dem grossen Fenster. Drinnen gehen die Leute aus der Ausbildung für Zeitgenössischen und Urbanen Bühnentanz (so steht es jedenfalls auf dem Pullover ihres Trainers) gerade an die Arbeit, und wir raten, was wohl ihre Aufgabenstellung gewesen sein mag. «Ich glaube, es war ‹Stellt das Ebola-Virus dar›», sage ich. «Ich glaube, es war ‹Macht euch irgendwie warm›», sagt A. 

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Diese Ballettschülerinnen der ZHdK schauen uns bewusst nicht an.
Diese Ballettschülerinnen der ZHdK schauen uns bewusst nicht an.
Bild: KEYSTONE

Haben Künstler einen Körper?

Körperliche Betätigungen, denen man im Toni-Areal nachgehen kann:

  • Nahrung aufnehmen (ziemlich gut).
  • Nahrung wieder ausscheiden (auch ziemlich gut).
  • Atmen (Sauerstoff ist in handelsüblicher Qualität vorhanden, ausser dort, wo die Lüftungen noch nicht richtig funktionieren).
  • Flexible Arbeitsplätze nutzen.
  • Kinder haben im Sinne von: abgeben und betreuen lassen. Eventuell auch: Kinder machen...

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Warum liegt hier eigentlich Zement rum?

In der Mensa ist es wie im Inneren eines grossen Pfefferminzkonfekts.

Bild: Kathrin Passig via Toniblog

Wenn man genauer hinsieht, handelt es sich nicht um Minzkonfekt und auch nicht um lauter kleine dreieckige Fliesen, sondern um etwas anderes:

Bild: Kathrin Passig via Toniblog

Es sind Zementfliesen. Zementfliesen erfreuen sich seit ein paar Jahren wieder grosser Beliebtheit, so wie vorher schon mal im neunzehnten Jahrhundert. Warum sie trotz ihrer Schönheit zwischendrin hundert Jahre aus der Mode gekommen sind, weiss ich nicht. Vielleicht lag es daran, dass sich Zementfliesen schneller abnutzen als Steinzeugfliesen und nicht säurefest sind. Also Vorsicht beim Hantieren mit dem Essig!

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Wie viele Räume hat das Toni-Areal?

hgkzintern: «Rund 800 Räume für die ZHdK.»

westnetz.ch: «Dummerweise haben in den 1279 Räumen einige Dinge nicht so funktioniert, wie sie hätten sollen.» 

20 Minuten: «Gleichzeitig schafft die Grosse Kaskade Orientierung im Gewirr der insgesamt 1400 Räume.» 

Zett-Hochschulmagazin der ZHdK: «Ausserdem ist im Toni-Areal praktisch keiner der 1500 Räume gleich wie der andere.» 

Tages-Anzeiger: «Aus den Industriehallen sind über 1500 Räume entstanden.»

Der Landbote: «Zudem können weitere der 1600 Räume genutzt werden, etwa für Ausstellungen.»

Hochparterre: «Von Januar bis April 2014 werden dann die 1972 Räume abgenommen.»

Limmattaler Zeitung: «Die rund 2000 Räume im Toni-Areal sind noch lange nicht bezugsbereit.»

Der Mann, der mit einem Plan umhergeht und die tatsächlichen Lüftungsrohre mit den im Plan vorgesehenen Lüftungsrohren vergleicht: «Und das mache ich fürs ganze Haus. Das Haus hat 2786 Räume, haben Sie das gewusst?»

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Wir werden die Blog-Leseproben von Kathrin Passig bis zum Ende ihrer Zürcher Zeit regelmässig aktualisieren.

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