Digital
England

Influencerin kritzelt Namen auf Weltnaturerbe – und kassiert Shitstorm

Die Instagamerin Alexandra Milam entschuldigte sich für ein Fotoshooting in Südengland.
Die Instagamerin Alexandra Milam entschuldigte sich für ein Fotoshooting in Südengland.Bild: screenshot instagram

Influencerin kritzelt Namen auf Weltnaturerbe – und kassiert Shitstorm

16.08.2020, 14:2616.08.2020, 16:08

Für den perfekten Schnappschuss auf Instagram nehmen Influencer bekanntlich viel in Kauf. Je waghalsiger und aussergewöhnlich das Foto, desto besser. Doch manchmal geht der Einsatz um das beste Bild nach hinten los.

Die britische Influencerin Alexandra Milam hat sich nun wegen einer Fotoreihe an der südenglischen Jurassic Coast einen Shitstorm eingehandelt. Denn um sich möglichst wirksam zu inszenieren und einen bleibenden Eindruck vor Ort zu hinterlassen, kritzelte sie den Namen ihres Instagram-Accounts in den berühmten weissen Kalkstein.

Dabei handelte es sich jedoch um ein UNESCO-Weltnaturerbe, 185 Millionen Jahre Erdgeschichte lassen sich an dem Küstenabschnitt betrachten. Viele Follower fanden die Aktion folglich gar nicht cool.

Könnte dich auch interessieren: Grosse Aufregung in der Schweizer Influencer-Welt

Video: srf/SDA SRF

Aufräumarbeiten dauern Stunden

Für ihr Fotoshooting bekam sie mächtig viel Kritik. Nun hat sich die Britin laut der Zeitung «Mirror» entschuldigt: «Ich fühle mich wirklich schrecklich. Ich bereue den Schaden, den das Hinterlassen meines Namens an der Jurassic Coast verursacht hat, zutiefst», erklärte die Influencerin.

Freiwillige Parkranger verbringen einem Bericht des britischen «Mirror» zufolge Stunden damit, Schmierereien und Müll, den Touristen an dem gut 200 Kilometer langen Naturdenkmal hinterlassen, zu beseitigen.

Freiwillige putzen die Schmierereien weg:

«Ich möchte das Bewusstsein an alle weitergeben, die die Schönheit und Bedeutung dieses Ortes nicht verstehen», sagte Milam.

«Ich bin enttäuscht, dass ich es damals nicht verstanden habe und ich möchte nicht, dass jemand den gleichen Fehler macht.» Als Entschädigung habe sie Geld für einen guten Zweck gespendet. Mittlerweile hat Milam ihren Account übrigens auf privat gestellt und offenbar keine Lust mehr auf so viel (negativen) Rummel um ihre Person.

In der Vergangenheit machten Influencer immer wieder wegen ihrer oft riskanten und/oder heiklen Fotos Schlagzeilen. Zuletzt war die deutsche Instagramerin Yvonne Pferrer in die Kritik geraten, weil sie sich in einem natürlichen Pool im Nationalpark Berchtesgaden abbilden liess.

Der Ort ist gefährlich – im vergangenen Jahr starben dort zwei Menschen beim Versuch, zu dem Pool zu gelangen.

(lau)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
19 Instagram-Fails: Weniger Photoshop wäre weniger peinlich
1 / 21
19 Instagram-Fails: Weniger Photoshop wäre weniger peinlich
Hier biegen sich schon die Balken.
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Britin erfüllt die Wünsche ihrer Haters - es kam nicht gut
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Meta muss 25 Milliarden wegen Cambridge Analytica zahlen
Der Skandal um die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica erschütterte einst das Vertrauen in Facebook. Jahre später bekommt der US-Techkonzern Meta nun die Quittung – im Bundesstaat New Mexico.
Der Facebook-Konzern Meta soll wegen des Jahre zurückliegenden Datenschutz-Skandals um Cambridge Analytica eine Strafe von 25 Milliarden Dollar zahlen. Zuvor hatten Geschworene im US-Bundesstaat New Mexico entschieden, dass Nutzer mit Blick auf Datenschutz und Redefreiheit von Facebook in die Irre geführt wurden. Der Richter berechnete in seiner Entscheidung einen Strafbetrag von knapp 219,5 Milliarden Dollar - reduzierte ihn dann aber im selben Satz auf 25 Milliarden (20,6 Milliarden Franken).
Zur Story