Deutscher Ex-Soldat von Moskau festgenommen – Söldner?
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat die Festnahme eines deutschen Staatsangehörigen gemeldet, der aus den ukrainischen Streitkräften geflüchtet sein soll.
Er sei als ausländischer Söldner und Scharfschütze desertiert, nachdem er das versprochene Geld nicht erhalten habe, teilte der FSB nach Angaben der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Tass mit.
Es werde über die Einleitung eines Strafverfahrens wegen Söldnertums entschieden, hiess es. Der Mann soll laut dem Bericht von 1996 bis 2010 in der deutschen Bundeswehr gedient haben.
Die russischen Geheimdienstangaben sind von unabhängiger Seite nicht überprüfbar. Wo der Verdächtige festgenommen wurde, teilte der FSB nicht mit.
Den Angaben nach soll er als Bundeswehr-Soldat in den Jahren 2004 bis 2010 auch in Afghanistan und Somalia im Einsatz gewesen sein und nach seiner Entlassung in Syrien als Söldner gekämpft haben.
Von 2016 bis 2018 sei der deutsche Staatsbürger als Scharfschütze in einer der territorialen Verteidigungseinheiten der ukrainischen Streitkräfte tätig gewesen. Angeblich war er an der Frontlinie im Gebiet Donezk im Einsatz, das damals teils von prorussischen Separatisten kontrolliert wurde.
2025 sei er zum Zweck des Geldverdienens erneut in die Ukraine eingereist und habe einen Vertrag über den Militärdienst für drei Jahre abgeschlossen.
FSB meldet immer wieder Festnahme proukrainischer Verdächtiger
Der FSB hatte in der Vorwoche auch die Festnahme eines angeblich für die Ukraine kämpfenden schwedischen Staatsangehörigen gemeldet. Der Mann soll als Kommandeur einer Drohnen-Einheit an der Seite von Kiews Truppen gekämpft haben.
Er war laut FSB beim illegalen Grenzübertritt im Gebiet Pskow im Westen Russlands festgenommen worden. Er wird verdächtigt, Sabotage- und Terroranschläge auf militärische Einrichtungen in Russland geplant zu haben.
Der FSB meldet immer wieder die Festnahme von Verdächtigen, die im Auftrag ukrainischer oder westlicher Geheimdienste Anschläge oder Sabotageakte verübt oder geplant haben sollen.
Die Behörde warnt zudem regelmässig ihre eigenen Bürger davor, sich für Verbrechen gegen den russischen Staat anwerben zu lassen. (sda/dpa)
