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«Wohngebiete als Kampfzone»: Zahl der Toten in Myanmar steigt auf 320

«Wohngebiete als Kampfzone»: Zahl der Toten in Myanmar steigt auf 320

26.03.2021, 11:5526.03.2021, 14:20

Die Zahl der Toten durch die Militärgewalt in Myanmar steigt weiter. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sind in den knapp acht Wochen seit dem Putsch vom 1. Februar mindestens 320 Menschen gestorben, davon elf allein am Donnerstag.

In Taunggyi im zentralen Shan-Staat seien vier Zivilisten erschossen und viele weitere verletzt worden, als Einsatzkräfte «Wohngebiete in eine Kampfzone» verwandelten, hiess es in einer Mitteilung.

epaselect epa09092685 Protesters hold placards and a flag of the National League for Democracy (NLD) party attached to red balloons during a protest against the military coup, in Yangon, Myanmar, 24 M ...
Proteste in Yangon am Mittwoch, 24. März.Bild: keystone

Soldaten seien auch in Häuser eingedrungen und hätten viele überwiegend junge Leute festgenommen, so AAPP. Die Zahl der Inhaftierten seit dem Umsturz stieg auf insgesamt knapp 3000. Weitere Tote gab es am Donnerstag in der nördlichen Region Mandalay, im zentralen Sagaing und im südlichen Bago. Auch am Freitag hielten die landesweiten Proteste gegen die Junta an.

«Dieser Krieg ist erst zu Ende, wenn wir ihn gewonnen haben», sagte ein Aktivist, der anonym bleiben wollte, bei einer Demo in der Nähe der berühmten Sule-Pagode in der grössten Stadt Yangon (früher: Rangun). «Wir hören nicht auf, bis es Freiheit und Gerechtigkeit gibt.»

Im früheren Birma geht die neue Militärführung seit Wochen mit zunehmender Härte gegen jeden Widerstand vor. Die Demonstranten fordern die Freilassung und Wiedereinsetzung der faktischen Regierungschefin Aung San Suu Kyi, die seit dem Putsch im Hausarrest sitzt.

Die USA und Grossbritannien hatten am Donnerstag weitere Sanktionen verhängt, die auf die wirtschaftlichen Ressourcen des neuen Führungsapparats abzielen. Die Generäle zeigen sich von allen Appellen und Massnahmen bislang unbeeindruckt. (sda/dpa)

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