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Mord erschüttert Italien – junge Frau von Freund mit Benzin übergossen und verbrannt

Der Tatort auf offener Strasse.
Der Tatort auf offener Strasse.
Bild: AP/ANSA

Mord erschüttert Italien – junge Frau von Freund mit Benzin übergossen und verbrannt

31.05.2016, 14:3331.05.2016, 14:59

In Italien gibt es immer mehr Fälle schwerer Gewalt gegen Frauen. Seit Januar 2015 wurden 155 Frauen von ihren Ehemännern oder Lebensgefährten getötet.

Der jüngste Fall, der die italienische Öffentlichkeit schockt, ereignete sich in der Nacht auf Sonntag. Ein 27-Jähriger schüttete Benzin auf die 22-jährige Freundin, die ihn verlassen hatte, und setzte sie auf offener Strasse in Rom in Brand.

Das ausgebrannte Auto des Opfers.
Das ausgebrannte Auto des Opfers.
Bild: AP/ANSA

Trennung vor drei Wochen

Die verkohlte Leiche der Wirtschaftsstudentin wurde von deren Mutter gefunden, die sie in der Nacht verzweifelt gesucht hat. Beim Heimfahren nach einem Abend mit Freundinnen soll die Studentin vom Ex-Freund aufgehalten worden sein. Die beiden, die seit zwei Jahren eine Beziehung hatten, hatten sich vor drei Wochen getrennt.

Der Mann konnte aber nicht akzeptieren, dass die Frau mit einem neuen Freund ausging. Aus Wut schüttete er Benzin auf die junge Frau und zündete sie an. Danach flüchtete er, während die Frau vergebens um Hilfe rief.

Die Präsidentin des italienischen Abgeordnetenhauses, Laura Boldrini, erklärte sich mit der Familie des Opfers solidarisch. Sie appellierte an alle Frauen, keine Form von Gewalt zu dulden und bei den Sicherheitskräften Schutz zu suchen.

Jeder vierte Mord innerhalb der Familie

2013 hatte das italienische Parlament ein Gesetz verabschiedet, das unter anderem Strafverschärfungen bei Gewalt gegen Frauen vorsieht und Opfern von Stalking stärkeren Schutz sichert.

Die bisher höchste Zahl an Frauenmorden gab es in Italien 2006, als 195 derartige Verbrechen registriert wurden. Brutale Frauenmorde, die von Ehemännern oder Lebensgefährten verübt wurden, haben in jüngster Zeit die Öffentlichkeit schockiert.

Frauenrechtlerinnen beklagen einen Mangel an Plätzen in Frauenhäusern sowie eine häufig fehlende Entschlossenheit von Polizei und Justiz, die Verbrechen rasch zu ahnden. In Italien wird fast jeder vierte Mord innerhalb der Familie verübt. In den meisten Fällen ist Eifersucht das Motiv. (whr/sda/apa)

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