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Fake News führten Gewalt gegen Roma – Frankreich verurteilt Angriffe

«Inakzeptabel und abscheulich» – Fake News führten zu Gewalt gegen Roma

27.03.2019, 13:5527.03.2019, 13:55
epa07148128 French government spokesperson Benjamin Griveaux delivers a speech and answers questions from the press after a cabinet meeting at the prefecture in Charleville-Mezieres, northeastern Fran ...
Regierungssprecher Benjamin Griveaux bezeichnete die Vorfälle als inakzeptabel und abscheulich.Bild: EPA/EPA POOL

Nach Übergriffen auf Roma in Pariser Vororten hat Frankreichs Regierungssprecher die Gewalt scharf verurteilt. Die Vorfälle seien inakzeptabel und abscheulich, sagte Benjamin Griveaux am Mittwoch nach der Kabinettssitzung in Paris.

Wichtig sei in diesem Zusammenhang auch der Kampf gegen Fake News, denn Gerüchte in sozialen Netzwerken hatten die Übergriffe ausgelöst. Im Netz wurde der Roma-Gemeinschaft unterstellt, Kinder im Zusammenhang mit Organhandel und Prostitution in Lieferwagen zu entführen.

«Seit einigen Tagen kursieren Gerüchte in sozialen Netzwerken über Kindesentführungen (...) Es gab keine Entführungen oder versuchte Entführungen von Kindern im Département»

Daraufhin kam es am Montagabend vor allem in den Vororten im Département Seine-Saint-Denis im Nordosten der französischen Hauptstadt zu Übergriffen auf Roma. «Seit einigen Tagen kursieren Gerüchte in sozialen Netzwerken über Kindesentführungen (...) Es gab keine Entführungen oder versuchte Entführungen von Kindern im Département», schrieb die Präfektur am Mittwoch auf Twitter.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Bobigny befanden sich am Dienstagabend 19 Menschen unter anderem wegen vorsätzlicher Gewalttaten in Polizeigewahrsam.

«Die Verbreitung falscher Informationen hat in den vergangenen Tagen (...) zu einer Reihe von Gewaltakten gegen Mitglieder der Roma-Gemeinschaft und zu Vergeltungsmassnahmen durch diese geführt», hiess es in einer Mitteilung. Entführungen oder entsprechende Versuche seien nicht bei der Polizei gemeldet worden, man prüfe aber Berichte über verdächtige Verhaltensweisen.

Nach Angaben des Senders France Info versammelten sich am Montagabend in mehreren Vororten Dutzende Menschen bewaffnet mit Messern und Stöcken vor Unterkünften von Roma. Autos wurden in Brand gesetzt, es kam zu Schlägereien. Bereits am 16. März sollen Jugendliche einen Lieferwagen attackiert haben, die beiden Insassen seien leicht verletzt entkommen. (sda/dpa)

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