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Mutmasslicher Spion Russlands vor Gericht

Mutmasslicher Spion Russlands vor Gericht – er war Offizier der deutschen Streitkräfte

29.04.2024, 14:4829.04.2024, 14:48

Ein Offizier der deutschen Streitkräfte steht wegen besonders schwerer Spionage zugunsten Russlands seit Montag in Düsseldorf vor dem Oberlandesgericht. Der 54-Jährige sei als Hauptmann der Bundeswehr für Systeme der elektronischen Kampfführung zuständig gewesen.

Spion, Hacker
Bild: Shutterstock

Das sagte ein Vertreter der Bundesanwaltschaft, der obersten deutschen Anklagebehörde, bei der Verlesung der Anklage. Sein Ziel sei gewesen, «den russischen Streitkräften vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Lage einen Vorteil zu verschaffen».

Von einem Laufwerk der Bundeswehr habe er Informationen auf eine CD geladen und diese in den Briefkasten des russischen Konsulats geworfen. Mit seinem Handy habe er zudem Ausbildungsunterlagen der Luftwaffe fotografiert.

Mehrfach habe der Hauptmann dann von sich aus ab Mai 2023 dem russischen Konsulat in Bonn und der russischen Botschaft in Berlin vertrauliche Informationen zukommen lassen mit dem Zusatz: «gerne mehr». Obwohl er keine Reaktion erhalten habe, habe er es immer wieder versucht: per Posteinwurf, per E-Mail, mit Telefonanrufen aus dem Internet und von einem Münzfernsprecher.

Mit den Worten, das Wissen, dass er zur Verfügung stellen könne, würde «ein beträchtliches Plus für die russischen Streitkräfte und die russische Föderation bedeuten», habe er für sich als Agenten geworben. Der Angeklagte kündigte eine Einlassung an. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Beamte des Bundeskriminalamtes hatten den Hauptmann am 9. August in Koblenz festgenommen. Seitdem ist er in Untersuchungshaft. Damals hatten Einsatzkräfte die Wohnung und den Arbeitsplatz des Beschuldigten durchsucht. Der Senat unter Vorsitz von Richter Lars Bachler hat für den Prozess bis 24. Juni sieben Verhandlungstage angesetzt. (saw/sda/dpa)

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