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Taiwan bestätigt KI-gestützten Cyberangriff auf Behörden

epa05965970 A source code on a computer in Taipei, Taiwan, 13 May 2017 (issued 15 May 2017). According to news reports, Cyber security firm TREND Micro warned that there will be more victims of ransom ...
Offenbar wurde 85 taiwanische Regierungskonten geknackt. Im Verdacht: China.Bild: EPA/EPA

Taiwan bestätigt KI-gestützten Cyberangriff auf Behörden

13.08.2026, 16:1114.08.2026, 07:45

Taiwan hat einen KI-gestützten Cyberangriff aus dem Ausland auf staatliche Behörden bestätigt. Die Cyberüberwachung habe den «ungewöhnlichen Angriff» im Juli entdeckt, teilte das Digitalministerium mit. Seit dem 20. Juli seien Warnungen herausgegeben sowie Untersuchungen und Gegenmassnahmen eingeleitet worden.

Die Hacker hätten manuelles Vorgehen mit KI-Agenten wie Open Claw kombiniert. Welche Behörden betroffen waren und ob Daten gestohlen wurden, teilte das Ministerium nicht mit. Auch China, dem Taiwan immer wieder Hackerangriffe vorwirft, wurde nicht erwähnt. Die betroffenen Stellen hätten ihre Massnahmen inzwischen abgeschlossen.

KI-Agenten arbeiten wie ein Hackerteam

Die britische Zeitung «Financial Times» hatte einen Tag zuvor unter Berufung auf das israelische Cybersicherheitsunternehmen Dream über einen neuartigen Angriff mutmasslich mit China verbundener Hacker berichtet. Dream zufolge bauten die Angreifer aus frei verfügbaren KI-Agenten ein weitgehend autonom arbeitendes Werkzeug, das sich wie ein koordiniertes Hackerteam verhalten habe.

Anfang Juli habe das System über vier Tage zeitweise bis zu acht KI-Agenten gleichzeitig eingesetzt. Sie hätten 21 Netzwerke staatlicher Stellen erfasst, nach Schwachstellen gesucht und bei Widerstand ihre Vorgehensweise verändert. Mindestens 85 Regierungskonten seien geknackt und mehr als 2'500 Personaldatensätze abgezogen worden. Der Angriff habe sich auch gegen Taiwans Atomaufsicht und mindestens sieben Energieunternehmen gerichtet.

Verdacht auf Verbindung nach China

Dream ordnete die Attacke keiner bestimmten Hackergruppe zu. Vereinfachte chinesische Schriftzeichen in der internen Kommunikation deuteten den Forschern zufolge jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen Betreiber mit Verbindung zur Volksrepublik hin.

China betrachtet Taiwan als Teil seines Staatsgebiets und will die demokratisch regierte Insel notfalls mit militärischer Gewalt mit dem Festland vereinigen.

(sda/dpa)

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